Polizeikosten beim Fußball: 90 % für Beteiligung der Clubs


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Polizeikosten beim Fußball: 90 % für Beteiligung der Clubs

Beitragvon westline/redaktion » Di 19. Mär 2019, 13:32

Neu bei uns:

Polizeikosten beim Fußball: 90 % für Beteiligung der Clubs

Neun von zehn Deutschen sind laut einer Umfrage dafür, dass sich Vereine oder die Deutsche Fußball Liga (DFL) an Kosten für Risikospiele beteiligen, ergab eine repräsentative Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag der WDR-Sendung «Sport inside».

https://www.westline.de/fussball/politi ... ubs?ref=fo

Re: Polizeikosten beim Fußball: 90 % für Beteiligung der Clu

Beitragvon Standfußballer » Di 19. Mär 2019, 13:51

Irgendwie fällt mir da direkt eine Textzeile von Toxoplamsa ein:

Millionen Fliegen fressen Scheiße
Und sie können sich nicht irren
Millionen Fliegen fressen Scheiße
Und sie haben kein Gehirn

Re: Polizeikosten beim Fußball: 90 % für Beteiligung der Clu

Beitragvon Carri on » Di 19. Mär 2019, 14:15

Tja, als Fußballfan sieht man das natürlich anders. Dann könnte man ja die Kosten für Umweltschutz/Klimaschäden auch an die Autoindustrie weitergeben. Gute Idee.. 8-)
Wo unsere Fahne weht,
ist es für jedes Schiff zu spät!
Wir sind im Kampfe vereint,
des lieben Gottes Freund
und aller Welt Feind!

Re: Polizeikosten beim Fußball: 90 % für Beteiligung der Clu

Beitragvon No.3 » Di 19. Mär 2019, 15:33

Mit der Weitergabe der Polizeikosten an Demonstrationsveranstalter eröffnen sich auch ungeahnte Möglichkeiten.
Nicht nur wissen wo man her kommt,
auch wissen wo man hin will

Those who know cannot explain
those who don't cannot understand

Re: Polizeikosten beim Fußball: 90 % für Beteiligung der Clu

Beitragvon Jack Hard » Di 19. Mär 2019, 15:34

Aus meiner Sicht sollten nicht zuletzt die "90% der befragten Personen" darüber aufgeklärt werden, dass das Gerechtigkeitsempfinden (der Bevölkerung) nicht zwangsweise deckungsgleich zum (juristischen) Rechtsempfinden sein muss und in diesem Falle aus meiner Sicht nicht sein kann.

Denn soweit ich weiß ist die Hauptaufgabe der Polizei die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum. Diese hoheitliche Aufgabe wird durch die Polizei als dafür zuständiges Organ übernommen und wird von allen Steuerzahler*innen in Deutschland finanziert. Ohne wenn und aber.

Öffentlicher Raum schließt Wohngebiete, Gewerbegebiete, Parkanlagen, aber u.a. auch Bahnhöfe oder sonstige Zuwegungen (über öffentliche Straßen und Wege) zu einem Stadion oder andere Massen-Veranstaltungsorte mit ein. Und überall im öffentlichen Raum ist es Aufgabe der Polizei die öffentliche Sicherheit und Ordnung für alle Personen die sich im öffentlichen Raum bewegen zu gewährleisten und zwar Kontext-unabhängig. Also egal ob in der Nähe einer im öffentlichen Raum befindlichen Person eine Sport-Veranstaltung, ein Konzert, ein Flomarkt, oder gar nichts dergleichen stattfindet.

Die spannende Frage ist und bleibt:
Müssen ein Verein, ein Verband, eine private Insitution/Organisation für etwas zahlen, wofür auch sie bereits Steuern bezahlen?
Und wer definiert, wer bezahlen muss und ab welchem Aufwand und wie viel? Müssen bspw. der DFB/DFL oder die Fussballvereine für Polizeieinsätze im öffentlichen Raum bezahlen, während bspw. die Stadt Herne nicht für die Kosten der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit im Rahmen der Cranger Kirmes durch die Polizei aufkommen muss? Müssen zukünftig auch alle Teilnehmer*innen von Demonstrationen und den Personen, die am sich am Straßenrand den Demonstrationszug angucken für den begleitenden Polizei-Einsatz bezahlen, oder doch nur Besucher*innen eines Karnevalsumzugs?
Nach meinem (juristischen) Rechtsempfinden: NEIN - auch wenn es dem Gerechtigkeitsempfinden von vielen Menschen entgegensteht.

Was allerdings die Kosten eines Polizei-Einsatzes auf Privatgelände angeht, die auf Anfrage des Gründstückeigners bspw. zum Durchsetzen der Hausordnung (also bspw. in einem Stadion, auf einem Stadiongelände) angefordert worden ist, stehe ich einer kritischen Bewertung bzw. juristischen Überprüfung dieses Umstands nicht ablehnend gegenüber.
Nur wird dies leider nicht am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt werden, es wohl eben nicht um die Einsatz-Kosten im Stadion, sondern um die zusätzlichen "Mehrkosten" des Polizei-Einsatzes im öffentlichen Raum auf Grund eines sog. Brisanz-Spieles zwischen dem HSV und Werder Bremen geht.

Am 26.3. werden wir dann mehr wissen - ich bin mal gespannt, wie die Geschichte ausgeht...
______________________________________________________
Meine Stadt - Meine Liebe - Mein Verein: SCP!

Re: Polizeikosten beim Fußball: 90 % für Beteiligung der Clu

Beitragvon BuB » Di 19. Mär 2019, 18:50

Jack Hard hat geschrieben:Die spannende Frage ist und bleibt:
Müssen ein Verein, ein Verband, eine private Insitution/Organisation für etwas zahlen, wofür auch sie bereits Steuern bezahlen?
Und wer definiert, wer bezahlen muss und ab welchem Aufwand und wie viel? Müssen bspw. der DFB/DFL oder die Fussballvereine für Polizeieinsätze im öffentlichen Raum bezahlen, während bspw. die Stadt Herne nicht für die Kosten der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit im Rahmen der Cranger Kirmes durch die Polizei aufkommen muss? Müssen zukünftig auch alle Teilnehmer*innen von Demonstrationen und den Personen, die am sich am Straßenrand den Demonstrationszug angucken für den begleitenden Polizei-Einsatz bezahlen, oder doch nur Besucher*innen eines Karnevalsumzugs?
Nach meinem (juristischen) Rechtsempfinden: NEIN - auch wenn es dem Gerechtigkeitsempfinden von vielen Menschen entgegensteht.


So ist es - es ist komplett systemwidrig, auch wenn man kurzfristig denken mag "die ham's ja, die sollen ruhig zahlen".
Bild Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen!!!Bild

Re: Polizeikosten beim Fußball: 90 % für Beteiligung der Clu

Beitragvon Kreisklasse » Di 19. Mär 2019, 20:17

BuB hat geschrieben:
Jack Hard hat geschrieben:Die spannende Frage ist und bleibt:
Müssen ein Verein, ein Verband, eine private Insitution/Organisation für etwas zahlen, wofür auch sie bereits Steuern bezahlen?
Und wer definiert, wer bezahlen muss und ab welchem Aufwand und wie viel? Müssen bspw. der DFB/DFL oder die Fussballvereine für Polizeieinsätze im öffentlichen Raum bezahlen, während bspw. die Stadt Herne nicht für die Kosten der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit im Rahmen der Cranger Kirmes durch die Polizei aufkommen muss? Müssen zukünftig auch alle Teilnehmer*innen von Demonstrationen und den Personen, die am sich am Straßenrand den Demonstrationszug angucken für den begleitenden Polizei-Einsatz bezahlen, oder doch nur Besucher*innen eines Karnevalsumzugs?
Nach meinem (juristischen) Rechtsempfinden: NEIN - auch wenn es dem Gerechtigkeitsempfinden von vielen Menschen entgegensteht.


So ist es - es ist komplett systemwidrig, auch wenn man kurzfristig denken mag "die ham's ja, die sollen ruhig zahlen".

Die aktuelle Sondersituation des Fussballs ist systemwidrig. Beeinträchtigungen der öffentlichen Sicherheit aus rein kommerziellen Gründen, die Polizeieinsätze notwendig machen, werden an den Verursacher berechnet. Frag beispielweise nach im Speditionsgewerbe bei Spezialtransporten. Die werden übrigens in hohem Masse von Deutschlands wichtigster Branche, dem Maschinen und Anlagenbau, in Auftrag gegeben.
Durch leidenschaftlichen, ehrlichen und erlebnisreichen Fußball
vermitteln wir Freude, Faszination und Begeisterung.

Re: Polizeikosten beim Fußball: 90 % für Beteiligung der Clu

Beitragvon BuB » Di 19. Mär 2019, 20:41

Die Vereine sind aber nicht die Verursacher, sondern die Chaoten.
Bild Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen!!!Bild

Re: Polizeikosten beim Fußball: 90 % für Beteiligung der Clu

Beitragvon Schorsch » Di 19. Mär 2019, 23:24

Bei Spezialtransporten nutzt man öffentliche Straßen in höherem als dem üblicherweise erlaubten Maße. Nicht vergleichbar.
2,3,4, marschieren wir ...
im schnellen Lauf, Tabelle rauf ...

Re: Polizeikosten beim Fußball: 90 % für Beteiligung der Clu

Beitragvon Rapor04 » Mi 20. Mär 2019, 09:15

Ich empfinde die Überschrift als irreführend und nur teilweise richtig.
Sie suggestiert aus meiner Sicht, es ginge um die Weitergabe der Kosten an die Vereine.
Es geht um die DFL und die Vereine.
Ein Vorschlag lautet, die DFL solle, bei über 4 Milliarden Umsatz 20 Millionen in einen Fond zur Begleichung der Mehrkosten einzahlen (jährlich).
Das finde ich, als nichtsachkundiger Laie, angemessen.
Natürlich sind es meist einzelne "Fans", die für die Randale verantwortlich sind. Mein Eindruck ist es allerdings, dass diese meist organisiert sind. Tun sich bestimmte Organisationen immer wieder dabei hervor, sollten diese zur Rechenschaft gezogen werden.

Den Vergleich mit Schwertransporten und anderen speziellen Veranstaltungen finde ich treffend.