Wird der BvB mit Favre glücklich?



Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon Dede 4ever BVB » So 19. Mai 2019, 18:04

Das Problem ist einfach nur, dass die sog. Realität oftmals aus Unwahrheiten, Unterstellungen oder dumpfen Parolen besteht. Und genau darauf reagiert man irgendwann pikiert, weil es einfach müßig wird, diese Sachen immer wieder gerade zu rücken...

Auch wenn es hier ständig unterstellt wird: die Kritik selbst ist nicht das Problem! Solang sie nachvollziehbar und möglichst differenziert vorgetragen wird hat hier wohl kaum einer ein Problem damit. Auf der anderen Seite ist nicht jede Antwort auf Kritik ein "Angriff" auf die Kritiker, auch wenn diese mit Sarkasmus oder Ironie daherkommt...
"Kritik sollte vor allem förderlich sein und nicht einfach nur blöd"
A. Frei

Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon Shafirion » So 19. Mai 2019, 18:13

G. Netz. hat geschrieben:Nochmal kurz zu Mike1985 und zum Umgang hier im Forum. Es kann nicht sein, dass man fast schon diffamiert wird, wenn man mal etwas Kritisches oder sogar etwas zur Realität schreibt. Einige scheinen hier wohl die Hoheit zu haben und reagieren äußerst pikiert, sensibel und übertrieben, wenn etwas nicht in deren Kram passt. Hoffentlich wird es in der neuen Saison besser. Auch außerhalb des Platzes sollte zumindest eine gewisse Fairness vorherrschen und vorhanden sein - bei allem Verständnis für die Liebe zum BVB.


Angesichts der gewiss unfreiwilligen Ironie musste ich doch schmunzeln.

Was den Rest angeht:

Das hast Du so oder ähnlich nun auch schon gefühlte dreißig Mal geschrieben und jedes Mal hat Dir jemand erklärt, dass es nicht um prinzipiell unerwünschte Kritik geht, sondern um Unterstelllungen, Faktenverdreherei, stumpfe Polemik usw. Siehe hier im Thread soeben Dede.

Du tust jedes Mal so, als würde hier jeder, der mal eine abweichende (wovon eigentlich?) Meinung oder Kritik äußert, zum nächsten Scheiterhafen gezerrt. Das ist nun auch fernab der von Dir so vielzitierten Realität.

Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon Rosicky » So 19. Mai 2019, 18:18

Ich finde es wahnsinnig wie es sich hier immer wieder im Kreis dreht. Ich lese mittlerweile schon lange hier mit und es hat sich echt manifestiert, dass sich dieses Forum immer mehr in zwei Gruppen spaltet. Mit einem Hauch mehr Respekt und Höflichkeit der jeweiligen anderen Person ggü. und einer stärkeren Geschlossenheit im Forum hätten wir all diese Probleme hier nicht. Aber scheinbar ist das Problem in der heutigen Anonymität im Internet und sozialen Netzwerken nicht möglich. Hitzige Diskussionen sind ja auch mal was feines und verschiedene Meinungen sind erwünscht - man muss sich ja nicht gleich lieb haben und in den armen liegen. ;)

Just my 2 Cent.

Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon cloud88 » So 19. Mai 2019, 20:43

Ich behaupte mal das diese Frage aktuell gar nicht zu beantwortet ist.

Pro Favre:
-3 beste Saison der Vereinsgeschichte.
-Haben sowohl große wie auch kleine Teams schlagen können. (meistens konnten wir nur eines von beiden)
-viele Spieler sind besser geworden (Sancho, Bürki, Reus, Götze, Zagadou, zu beginn Schmelzer)
-Junge Spieler wurden zum teil gut ins Team intrigiert
-Die Mannschaft konnte Rückstände häufig aufholen.
-Man erkennt die Handschrift des Trainers.
-Er hat den angefangen Umbruch gut gemanagt ohne das es Krach im Team gab.


Kontra:
-Er hat Probleme das Team Mental auf Druck Situationen einzustellen (z.b. wenn man etwas verlieren kann)
-Er ist sehr festgefahren auf sein System.
-Spieler haben es schwer sich ins Team zu spielen (Toprak, Schmelzer, Philipp usw), das bezieht sich besonders auf die 2 reihe die irgendwie nie in Form gekommen ist.
-Im gehen es ab ein Team bis in die Haarspitze zu Motivieren.
-Teilweise langweiligen Fußball mit vielen Querpässen.
-wir verlieren immer mehr das Tempo bei Konter chancen
-Standartsituationen


Neutral:
-In game Coaching. Er korrigiert fehler, allerdings manchmal zu spät.
-Er hatte ein gutes Händchen bei Einwechslungen in der Hinrunde.
-Taktisch schwankt er manchmal zwischen sehr gut(z.b. Atletico Hinspiel) und vercoachen (Bayern als Beispiel)
-Er ist Detail besessen. Das kann gut sein um sich zu verbessern, aber auch dazu führen das wir die Basics vernachlässigen.

Gibt sicherlich noch auf allen 3 seiten mehr. Ich Persönlich tue mich auch schwer mit Favre da ich bei ihm immer etwas sorge habe das er selber Mental Probleme hat und diese auf das Team überträgt. Z.b. Ängstliche Aufstellungen wie gegen Bayern, oder den 5 Verteidiger gegen Hoffenheim. Ich sehe das als Problem an da es den Spieler vermittelt nicht auf die eigenen Stärken zu setzen.

Ich habe auch in der Rückrunde vermisst mal mit mehr Risiko in ein Spiel zu gehen (z.b. Götze neben Reus und dafür nur 1 6er). Dazu fand ich in der Rückrunde das wir immer langsamer bei Konter geworden sind, das Problem hatten wir schon in Tuchels 2 Saison.

Ich sehe aber aufjedenfall noch Luft nach oben, weswegen man auf jedenfall die nächste Saison abwarten muss wie sich alles Entwickelt. Favre kennt jetzt das Team und die schwächen und wird daran Arbeiten können. Dazu wird er vermutlich ein in der Breite stärker besetztes Team haben um nachlegen zu können. Eine Verlängerung bis 2021 fände ich ganz ok, da ich meine zweifel habe das er länger als 3 Jahre bleibt.
Dazu muss Kehl oder jemand neues Favre unterstützen was Motivierende ansprachen usw betrifft. Der BVB hat Emotionen, Offensive Fußball und Leidenschaft in der DNA und diese muss bedient werden. Das Team muss wieder die Angst vor Gegentoren verlieren, da wir es einfach nicht drauf haben zu Mauern. Lieber 3 Buden mehr erzielen als zu verwalten (wie in der Hinrunde) und nein nicht wie Bosz es gemacht hat, sondern ein mittelding.

Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon schwarzgelbcolonia » Mo 20. Mai 2019, 06:41

Rosicky hat geschrieben:Ich finde es wahnsinnig wie es sich hier immer wieder im Kreis dreht. Ich lese mittlerweile schon lange hier mit und es hat sich echt manifestiert, dass sich dieses Forum immer mehr in zwei Gruppen spaltet. Mit einem Hauch mehr Respekt und Höflichkeit der jeweiligen anderen Person ggü. und einer stärkeren Geschlossenheit im Forum hätten wir all diese Probleme hier nicht. Aber scheinbar ist das Problem in der heutigen Anonymität im Internet und sozialen Netzwerken nicht möglich. Hitzige Diskussionen sind ja auch mal was feines und verschiedene Meinungen sind erwünscht - man muss sich ja nicht gleich lieb haben und in den armen liegen. ;)

Just my 2 Cent.


Ich weiß nicht ob, es zwingend eine Frage des Respekts und der Höflichkeit ist oder vielmehr des doch in vielerlei Hinsicht unterschiedlichen Niveaus bzw. des unterschiedlich ausgeprägten Willens, zu differenzieren. Da muss man im Allgemeinen im Netz noch lernen, mit umzugehen.

Da gibt es Menschen, für die ist es beispielsweise Fakt!, dass wir Meister geworden wären, hätten wir einen Stürmer gekauft. Je nach bevorzugten Boulevardmedium ist dann Favre Schuld, der keinen wollte oder Susi hat gepennt.

Das ist mir beispielsweise deutlich zu einfach gedacht. Mal unabhängig davon, dass es Blödsinn ist, sowas als Fakt darzustellen. Wenn man das schreibt, und Blödsinn ist nunmal die einzig richtige Bezeichnung, ist man ein Schönredner, der andere mundtot machen will. Wenn differenziert erläutert, warum das Blödsinn ist gibt es keine vernünftigen Gegenargumente. Wie soll man da diskutieren. Für mich hilft da schon die Ignoreliste als Niveaufilter, nicht als Meinungsfilter.

zum Topic. Danke Cloud für die differenzierte Analyse, die ich in vielen Teilen mitgehe, auch wenn mir die Gleichung ruhiger, zurückhaltender Mensch = kein Motivator nicht zwingend aufgehen muss. Aber von außen betrachtet mag man das so sehen. Mehr haben wir ja nicht. Dazu tue ich mich nicht schwer mit Favre, aber jeder gewichtet Dinge halt anders. Trotzdem würde auch ich nur um 1 Jahr verlängern. Das würde ich allerdings tun, um Ruhe zu haben.

Die langweiligen Spiele kreide ich weniger ihm als unseren Gegnern an, die fast ausnahmslos mit 11 Mann max. 30 Meter vor das eigene Tor wagen. Das sieht dann schonmal blöd aus und haben wir schon reihenweise bei Klopp und Tuchel gesehen, die auch oft keine Antwort fanden. Aber da muss sich etwas tun. Zumal das Mittel, den Gegner nach Führung kommen zu lassen, nicht so wirklich funktioniert hat.

Ich bin auf die Antworten gespannt. Wie er das o.g. löst und wie er die Defensive speziell bei Standards wieder in die Spur bekommt. Liefern muss er wieder keine Frage. Bei den Investitionen in die Breite und sollte außer Pulisic kein wichtiger Spieler gehen, muss unter normalen Umständen wieder ein Schnitt von 2,x unter dem Strich stehen. Plus Überwintern in der CL. Aber das ist ja nichts Neues.

Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon Bernd1958 » Mo 20. Mai 2019, 08:40

cloud88 hat geschrieben:.....
Ich habe auch in der Rückrunde vermisst mal mit mehr Risiko in ein Spiel zu gehen (z.b. Götze neben Reus und dafür nur 1 6er). Dazu fand ich in der Rückrunde das wir immer langsamer bei Konter geworden sind, das Problem hatten wir schon in Tuchels 2 Saison.
.....


Dieses in das volle Risiko gehen habe ich ebenfalls vermisst. Und wenn er es bei Rückständen gemacht hat, dann war es in meinen Augen zu spät.
Aber vielleicht hat der auch nicht das Vertrauen in die Spieler die auf der Bank sind. Das ist in meinen Augen das Problem. Er sieht die Spieler auf der Bank nicht als Verstärkung für die Spieler für die sie eingewechselt werden sollen. Wenn wir unsere angedachten Neuverpflichtungen bekommen ( Brandt, Hazard, Schulz ) dann ist auch mehr Qualität in der Seite vorhanden und dann kann z.B. auch mal ein Sancho in der 60. Minute ausgewechselt werden und ein Hazard kommt rein. 11 Stammplätze werden wir sowieso nicht haben.

Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon Shafirion » Mo 20. Mai 2019, 09:52

cloud88 hat geschrieben:Ich behaupte mal das diese Frage aktuell gar nicht zu beantwortet ist.

Pro Favre:
-3 beste Saison der Vereinsgeschichte.
-Haben sowohl große wie auch kleine Teams schlagen können. (meistens konnten wir nur eines von beiden)
-viele Spieler sind besser geworden (Sancho, Bürki, Reus, Götze, Zagadou, zu beginn Schmelzer)
-Junge Spieler wurden zum teil gut ins Team intrigiert
-Die Mannschaft konnte Rückstände häufig aufholen.
-Man erkennt die Handschrift des Trainers.
-Er hat den angefangen Umbruch gut gemanagt ohne das es Krach im Team gab.


Kontra:
-Er hat Probleme das Team Mental auf Druck Situationen einzustellen (z.b. wenn man etwas verlieren kann)
-Er ist sehr festgefahren auf sein System.
-Spieler haben es schwer sich ins Team zu spielen (Toprak, Schmelzer, Philipp usw), das bezieht sich besonders auf die 2 reihe die irgendwie nie in Form gekommen ist.
-Im gehen es ab ein Team bis in die Haarspitze zu Motivieren.
-Teilweise langweiligen Fußball mit vielen Querpässen.
-wir verlieren immer mehr das Tempo bei Konter chancen
-Standartsituationen


Neutral:
-In game Coaching. Er korrigiert fehler, allerdings manchmal zu spät.
-Er hatte ein gutes Händchen bei Einwechslungen in der Hinrunde.
-Taktisch schwankt er manchmal zwischen sehr gut(z.b. Atletico Hinspiel) und vercoachen (Bayern als Beispiel)
-Er ist Detail besessen. Das kann gut sein um sich zu verbessern, aber auch dazu führen das wir die Basics vernachlässigen.



Ausgewogene Analyse, nur mit dem markierten Punkt habe ich Schwierigkeiten.
Ein Trainer muss letztlich am jeweiligen Spieltag die aus seiner Sicht beste Elf bringen (Rotation, dazu zähle ich auch präventive Rotation, mal außen vor). Daneben sollte er Spieler mit Perspektive entwickeln, sofern dies möglich ist.

Wenn nun bei bestimmten Spielern der Trainer das Gefühl hat, dass andere vor ihnen liegen, Rotation nicht erforderlich ist, dann wird er sie grundsätzlich - und zu Recht - nicht aufstellen. Eine Ausnahme ließe sich erwägen, wenn man dem Spieler eine gute Entwicklung zutraut, für die er aber Einsätze braucht. Gerade bei Toprak, Schmelzer und Philipp war Favre offensichtlich der Ansicht, dass sie der Mannschaft nicht weiterhelfen und hat auch diese Perspektive nicht gesehen. Dagegen kann man dann m.E. nichts einwenden. Wir wollen ja einen Trainer, der eine gewisse Vorstellung von Fußball hat, und da passt dann naturgemäß nicht der ganze vorgefundene Kader zu. In allen drei Fällen kommt noch hinzu, dass die Spieler ja durchaus Chancen bekommen und nicht geliefert haben (da liegt dann z.B. ein Unterschied zu JBL, der ebenfalls über weite Phasen nicht überzeugt hat, bei dem man aber offensichtlich die Perspektive sieht).

Fairerweise muss man dazu auch sagen, dass dieser Punkt in einem Gesamtfazit zu Favre diskutiert wird. Ich kann mich noch erinnern, als ich vor dem Hannover-Spiel meinte, man könne ja nun auch mal Dahoud oder so reinrotieren und das halbe Forum lief Sturm: Das Risiko sei viel zu hoch. Insofern muss man sich nur mal vorstellen, Favre hätte Philipp gegen Augsburg oder Nürnberg reingeworfen. Er wäre danach aufgehängt worden, weil es dann sofort geheißen hätte: vercoacht! Schmelzers Einsatz gegen Düsseldorf ist dafür ein gutes Beispiel.

Ich will Dich überhaupt nicht mit den kurzsichtigen Favre-Kritikern in einen Topf werfen, das wäre ganz unangemessen. Was ich sagen will: Solange hier und im übrigen Umfeld jede Entscheidung Favres auf die Goldwaage gelegt wird, könnte man ihm jedenfalls nicht gleichzeitig vorwerfen, dass er weniger auf Spieler setzt, die er gegenwärtig nicht wertschätzt. Entweder man guckt nur auf kurzfristigen Erfolg oder auf die Gesamtentwicklung.

Selbst in letzterem Fall ist aber m.E. nicht am Platz, auf Spieler zu setzen, die man weder jetzt noch in der Zukunft als Verstärkung ansieht. Und Götze und Guerreiro haben ja z.B. gezeigt, dass man sich auch bei Favre reinspielen kann, solange die Qualität da ist.

Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon ignazius5 » Mo 20. Mai 2019, 10:19

Er hat Probleme das Team Mental auf Druck Situationen einzustellen (z.b. wenn man etwas verlieren kann)


@Cloud: Was denn nun genau? Haben wir eine der besten Serien gespielt oder nicht?`Also ich mein, 76 Punkte holste ja nicht mal im Vorbeigehen oder im mentalen Ohrensessel. So nach dem Motto: "Och nee, schon wieder Fußball."

Er ist sehr festgefahren auf sein System.


@Cloud: Ich bin mir in dem Punkt immer noch nicht so sicher. Bei Tuchel wurde noch damit argumentiert, dass er es übertreibt. Aber auch nur ab dem Zeitpunkt, wo man ihn los haben wollte. Also vermehrt in der zweiten Saison. In der seiner ersten Saison war das noch kein Problem. Wobei die These so auch nicht wirklich haltbar ist.

Favre greift in Spielen sehr wohl taktisch ein. Und dass ein guter Trainer immer auch sein Lieblingssystem bzw. "feste" taktische Herasngehensweise hat, ist wohl eher Regel als Ausnahme. Der Verdacht, mit einer kleinen taktischen Veränderung/ Umstellung jedes Spiel für sich zu entscheiden, entpuppt sich nicht selten als Irrglaube.

Spieler haben es schwer sich ins Team zu spielen (Toprak, Schmelzer, Philipp usw), das bezieht sich besonders auf die 2 reihe die irgendwie nie in Form gekommen ist.


Dem kann man aber auch widersprechen. Götze, Zagadu, Hakimi, Sancho, Weigl, Pulisic sind hierfür eher Gegenbeispiele. Wenn die Leistung bei Spielern stimmt, gibt es für einen Trainer auch kein Grund, sie zu Gunsten anderer Spieler aus dem Kader zu nehmen. Personalwechsel führt man als Trainer eigentlich nur zu Rotationszwecken oder aus Verletztungsgründen durch. Bzw. dann, wenn die Leistung nicht stimmt. Und das macht Lucien eigentlich recht gut.

-Im gehen es ab ein Team bis in die Haarspitze zu Motivieren.


Motivation ist sicherlich gut, aber auch nicht alles im Leben. Auch hier gibt es, denke ich, in der Fanwelt irgendwo ein Irrglaube, wonach der Trainer allein durch markige Ansprachen in der Kabine Spiele gewinnt. Ich vermute, dass ist ein bisschen komplexer.

-Teilweise langweiligen Fußball mit vielen Querpässen.


Querpässe sind aber aus taktischer Sicht durchaus sinnvoll. Nicht jede Spielsituation ist mit hohem Lauftempo (also über Konterspiel) zu lösen. Wenn der Gegner das nicht zulässt, eher defensiv agiert, muss man den Gegner über Querpässe zum ständigen Verschieben zwingen. Das nennt man allgemein die Suche nach der Lücke. Und es gibt in der Saison mehr als genug Spielszenen, wo wir mit der Methode absolut zum Erfolg gekommen sind, weil Favre zwar Ballbesitz will, aber eben gerade nicht zum reinen Selbstzweck.

Eher das Gegenteil ist der Fall. Wir haben Ballbesitz, spielen dabei aber immer auch Risiko. Die zwei Tore gegen Gladbach sind dafür eigentlich ein gutes Beispiel, wie man sich das vorstellt.

-wir verlieren immer mehr das Tempo bei Konterchancen, Standartsituationen


Ich weiß nicht, was du da gesehen haben willst. Das Tempo bei Kontern ist nach wie vor gegeben. Wir spielen sie nicht immer konsequent zu Ende bzw. intelligent aus, ja, aber das hat andere Ursachen.

Insofern beliebt im Grunde nur die berechtigte Kritik an den Standards, wo wir durchaus einige schmerzhafte Gegentore hinnehmen mussten. In Spielen, wo wir Punkte haben liegenlassen. Dennoch ist das gesamt gesehen weit weniger dramatisch als vermutet. Es in benannten Spielen auch noch andere Ursachen für Punktverluste gab. Weniger die Anfälligkeit bei Standards der alleinige Grund war.

Da würde ich eher eine gewisse Sorglosigkeit oder Leichtfertigkeit im Passspiel als Ursache sehen. Wenn man in der siebzigsten Minute im Heimspiel gegen ein Team 3:0 führt, ist es im Zweifel nicht ein spätes Standardtor, sondern eine gewisse Sorgligkeit auf Grund der Führung, die mit dem zweiten Gegentor in Panik umschwenkt und dafür verantwortlich ist, dass man den Schalter dann nicht mehr umlegen kann.

Das ist aber ein durchaus bekanntes Symtom und kommt in den besten Familien vor. Das sind letztlich auch Erfahrungswerte.

Fazit: Wenn ein neuer Trainer nach einer eher schweren bzw. auch schlechten Vorsaison eine Mannschaft übernimmt und diese Mannschaft mit zum Teil neuen Personal in dem Sinne stabilisiert, dass das Team eine der besten Serien der Vereinsgeschichte aufs Parkett zaubert und dabei um ein Haar sogar noch den Titel holt, gibt es eigentlich recht wenig zu kritisieren.

Dass wir letztlich so nahe dran waren darf doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir vor der Saison mit diesem Leistungsverögen der Mannschaft so gar nicht rechnen konnten. Also mit einem offenen Titelrennen bis zum letzten Spieltag. Dafür fehlte schon im Vorfeld ein bisschen was. Sei es nun Breite oder auch Reife bzw. teamweite Erfahrung im Umgang mit einer solchen Situation; von Woche zu Woche die eigene Leitung zu bestätigen. Und das hat weder was mit Motivation, Taktik oder Trainerversagen zu tun, sondern ist im Zweifel einfach nur der fehlende Erfahrungswert. Das sieht dann eben auch so aus, wie es phasenweie aussah.

Gruß Ignazius

Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon Tschuttiball » Mo 20. Mai 2019, 13:29

Shafirion hat geschrieben:
cloud88 hat geschrieben:Ich behaupte mal das diese Frage aktuell gar nicht zu beantwortet ist.

Pro Favre:
-3 beste Saison der Vereinsgeschichte.
-Haben sowohl große wie auch kleine Teams schlagen können. (meistens konnten wir nur eines von beiden)
-viele Spieler sind besser geworden (Sancho, Bürki, Reus, Götze, Zagadou, zu beginn Schmelzer)
-Junge Spieler wurden zum teil gut ins Team intrigiert
-Die Mannschaft konnte Rückstände häufig aufholen.
-Man erkennt die Handschrift des Trainers.
-Er hat den angefangen Umbruch gut gemanagt ohne das es Krach im Team gab.


Kontra:
-Er hat Probleme das Team Mental auf Druck Situationen einzustellen (z.b. wenn man etwas verlieren kann)
-Er ist sehr festgefahren auf sein System.
-Spieler haben es schwer sich ins Team zu spielen (Toprak, Schmelzer, Philipp usw), das bezieht sich besonders auf die 2 reihe die irgendwie nie in Form gekommen ist.
-Im gehen es ab ein Team bis in die Haarspitze zu Motivieren.
-Teilweise langweiligen Fußball mit vielen Querpässen.
-wir verlieren immer mehr das Tempo bei Konter chancen
-Standartsituationen


Neutral:
-In game Coaching. Er korrigiert fehler, allerdings manchmal zu spät.
-Er hatte ein gutes Händchen bei Einwechslungen in der Hinrunde.
-Taktisch schwankt er manchmal zwischen sehr gut(z.b. Atletico Hinspiel) und vercoachen (Bayern als Beispiel)
-Er ist Detail besessen. Das kann gut sein um sich zu verbessern, aber auch dazu führen das wir die Basics vernachlässigen.



Ausgewogene Analyse, nur mit dem markierten Punkt habe ich Schwierigkeiten.
Ein Trainer muss letztlich am jeweiligen Spieltag die aus seiner Sicht beste Elf bringen (Rotation, dazu zähle ich auch präventive Rotation, mal außen vor). Daneben sollte er Spieler mit Perspektive entwickeln, sofern dies möglich ist.

Wenn nun bei bestimmten Spielern der Trainer das Gefühl hat, dass andere vor ihnen liegen, Rotation nicht erforderlich ist, dann wird er sie grundsätzlich - und zu Recht - nicht aufstellen. Eine Ausnahme ließe sich erwägen, wenn man dem Spieler eine gute Entwicklung zutraut, für die er aber Einsätze braucht. Gerade bei Toprak, Schmelzer und Philipp war Favre offensichtlich der Ansicht, dass sie der Mannschaft nicht weiterhelfen und hat auch diese Perspektive nicht gesehen. Dagegen kann man dann m.E. nichts einwenden. Wir wollen ja einen Trainer, der eine gewisse Vorstellung von Fußball hat, und da passt dann naturgemäß nicht der ganze vorgefundene Kader zu. In allen drei Fällen kommt noch hinzu, dass die Spieler ja durchaus Chancen bekommen und nicht geliefert haben (da liegt dann z.B. ein Unterschied zu JBL, der ebenfalls über weite Phasen nicht überzeugt hat, bei dem man aber offensichtlich die Perspektive sieht).

Fairerweise muss man dazu auch sagen, dass dieser Punkt in einem Gesamtfazit zu Favre diskutiert wird. Ich kann mich noch erinnern, als ich vor dem Hannover-Spiel meinte, man könne ja nun auch mal Dahoud oder so reinrotieren und das halbe Forum lief Sturm: Das Risiko sei viel zu hoch. Insofern muss man sich nur mal vorstellen, Favre hätte Philipp gegen Augsburg oder Nürnberg reingeworfen. Er wäre danach aufgehängt worden, weil es dann sofort geheißen hätte: vercoacht! Schmelzers Einsatz gegen Düsseldorf ist dafür ein gutes Beispiel.

Ich will Dich überhaupt nicht mit den kurzsichtigen Favre-Kritikern in einen Topf werfen, das wäre ganz unangemessen. Was ich sagen will: Solange hier und im übrigen Umfeld jede Entscheidung Favres auf die Goldwaage gelegt wird, könnte man ihm jedenfalls nicht gleichzeitig vorwerfen, dass er weniger auf Spieler setzt, die er gegenwärtig nicht wertschätzt. Entweder man guckt nur auf kurzfristigen Erfolg oder auf die Gesamtentwicklung.

Selbst in letzterem Fall ist aber m.E. nicht am Platz, auf Spieler zu setzen, die man weder jetzt noch in der Zukunft als Verstärkung ansieht. Und Götze und Guerreiro haben ja z.B. gezeigt, dass man sich auch bei Favre reinspielen kann, solange die Qualität da ist.


*Schleim-Modus ein*
Shafirion, du bringst es mal wieder exakt auf den Punkt. Schön so jemanden hier im Forum zu haben - macht doch no Spass hier zu lesen / zu diskutieren :)
*Schleim-Modus aus*

Ich denke beim BVB ist es halt diese eine Zwickmühle zwischen jungen, hochbegabten Talenten zu Weltstars zu formen (Dembele, Sancho etc) und Erfolge einzufahren. Den Schritt hin zu letzterem, und somit zu dem Punkt wo auch die letzten Fans rein nach Leistung aufstellen würden (sprich weg vom Dogma Spieler entwickeln zu wollen), ist noch ein grosser. Jedoch sollten wir dahin gehen um weiter wie dieses Jahr ernsthaft bis zum Schluss um Titel mitspielen zu können.

Für mich gilt es hier 3 massgebende Punkte die man diesen Sommer umsetzen muss um dahin zu kommen:

1. Spieler die uns mit ihrer Qualität nicht weiterhelfen aussortieren.
Ich denke hier hauptsächlich an Dahoud, Philipp, Toprak. Mit Abstrichen Schmelzer und JBL - welche man aber beide gerne aus Gründen der Dankbarkeit/Menschlichkeit sowie Potenzial gerne behalten darf.

2. Die frei gewordenen Plätze deutlich mit Qualität nachzubessern. Sprich keine Talente die es vielleicht mal schaffen, sondern ordentliche Qualität. Hier gehen die Transfergerüchte (Schulz, Brandt, Hazard) in die richtige Richtung.

3. Keine Mannschaftsstützen/Qualität verlieren.
Auch hier sieht es Stand jetzt sehr gut aus. Mit Pulisic verlässt uns der einzige Spieler mit Qualität.
Denke dies war damals mit Micky, Günni und Hummels zu viel auf einmal. Daraus hat man wohl gelernt und versucht dies mit Taktik & Geschick zu verhindern.

Bin optimistisch dass wir in eine Phase der kontinuierlichen Verbesserung gelangen. Sitzen die Transfers diesen Sommer, sprich verbreitert man den Kader mit Qualität, sprich auch die Kaderplätze 13-16 haben ordentlich Qualität sodass sie locker auch Stamm spielen könnten, dann sieht die Zukunft rosig aus!

Denn sind wir mal ehrlich, was die Bayern so viel stärker bzw souverän in der Liga macht, ist deren Bank welche bei jedem anderen Klub absoluter Stammspieler wäre. Daraufhin müssen wir arbeiten! Was natürlich auch bedeutet, Mehreinnahmen ausserhalb von Transfererlösen zu generieren um auch unseren eigenen Abstand zu der Konkurrenz in der Bundesliga weiter auszubauen. Dies ist aber ein anderes, jedoch nicht minder wichtiges Thema!
Bitte auf Zitate der bekannten Trolle verzichten. DANKE!!! #füreingutesforum

Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon Mani666 » Do 23. Mai 2019, 16:20

G. Netz. hat geschrieben:Nochmal kurz zu Mike1985 und zum Umgang hier im Forum. Es kann nicht sein, dass man fast schon diffamiert wird, wenn man mal etwas Kritisches oder sogar etwas zur Realität schreibt. Einige scheinen hier wohl die Hoheit zu haben und reagieren äußerst pikiert, sensibel und übertrieben, wenn etwas nicht in deren Kram passt. Hoffentlich wird es in der neuen Saison besser. Auch außerhalb des Platzes sollte zumindest eine gewisse Fairness vorherrschen und vorhanden sein - bei allem Verständnis für die Liebe zum BVB.


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