Die Werte und Fähigkeiten eines optimalen BVB-Trainers


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Die Werte und Fähigkeiten eines optimalen BVB-Trainers

Beitragvon MattiBeuti » Mo 12. Mär 2018, 14:13

Ich habe mir gestern noch länger Gedanken um unseren BVB gemacht. Dank des Sieges hat diese Grübelei auch Spass gemacht, bei einem späten Punktverlust, hätte ich wohl lieber über die Unendlichkeiten des Weltalls nachgedacht... :lol: :lol: :lol:

Dass einiges bei uns im Verein aktuell nicht rund läuft, ist jetzt keine neue Erkenntnis mehr. Ich finde es aber gar nicht so interessant über Dinge, die man nicht mehr ändern kann, seinen Kopf zu zerbrechen. Viel interessanter finde ich, über die Zukunft nachzudenken und was wir als Verein benötigen, damit es wieder besser wird. Und eine der wichtigsten Rollen eines FUßBALLVEREINS ist nunmal der Trainer.

Und so habe ich überlegt, was mir bei einem Trainer wichtig ist. Wie könnte man diese Werte und Fähigkeiten zusammenfassen? Wenn jemand bessere Vorschläge hat, als die, die ich gleich machen werde, dann immer her damit!!!! :)

1. Fachkompetenz. Dass dies bei einem Trainer nicht ganz unwichtig sein sollte, ist ja klar. Sonst könnte ich mich auch gleich beim BVB bewerben! :lol:

2. Spielphilosophie. Dieser Bereich ist mir und vielen BVB-Fans ebenfalls wichtig. Ich weiss, dass man sich eine Spielphilosophie auch erlauben können muss. Und so eine Spielidee muss sich auch innerhalb einer Mannschaft erstmal verinnerlichen. Aber nach einer gewissen Zeit und unter Berücksichtigung der jeweiligen Situation, sollte die Spielphilosophie einers Trainers (auch Handschrift genannt) erkennbar sein. Und sie sollte zum BVB passen!

3. Identifikation. Dieser Punkt ist immens wichtig, aber wohl mindestens genauso schwierig zu bekommen. Identifikation kannst du nicht kaufen und sie muss sich auch erstmal entwickeln. Außerdem ist sie von außen betrachtet, ein doch sehr fragiles Gebilde und lässt sich durch eine Entscheidung komplett zerstören. Ein Sahin, ein Götze, ein Reus. Jeder dieser Spieler hat viel für den BVB getan und jeder dieser Spieler hat persönliche Entscheidungen getroffen, die die Identifikation extrem beeinflusst haben. Wäre ein Reus jetzt zu den Bayern gewechselt... Ich will dieses Szenario gar nicht ausmalen. Aber nein, ein Reus ist dem BVB, trotz der schwierigen Situation, treu geblieben. Aber auch ein Reus war mal zwischenzeitig nicht Teil des Vereins(was wohl weniger an Reus selber lag). Identifikation kann also wachsen bzw. Identifikation muss wachsen. Ein Klopp hat dies in Perfektion vorgemacht. Durch vorbildhafte Menschenführung identifizieren wir uns mit anderen Menschen. Und durch Erfolg holt sich ein Trainer oder ein Spieler die Akzeptanz im und außerhalb des Vereins. Ich glaube, dass dieser Punkt auf dem Platz und außerhalb des Platzes wieder mehr in den Vordergrund rücken muss, damit wir als Verein wieder näher zusammenrücken. Hab zu diesem Punkt irgendwie mehr geschrieben als geplant war. :D

So, nun würde ich gerne mal Eure Meinungen dazu hören, welche Werte und Fähigkeiten ihr Euch für unseren Trainer wünscht. Und welche Werte und Fähigkeiten ihr in einem potentiellen Trainer für die neue Saison seht.

Ganz spontan würde ich ein Punktesystem von 1(mau) bis 3(top) vorschlagen.
Zuletzt geändert von MattiBeuti am Mo 12. Mär 2018, 14:18, insgesamt 3-mal geändert.

Re: Die Werte und Fähigkeiten eines optimalen BVB-Trainers

Beitragvon MattiBeuti » Mo 12. Mär 2018, 14:14

Stöger: Fachkompetenz(2), Spielphilosophie(1), Identifikation(2)

Eine kurze Erläuterung: Was mir bei Stöger sehr positiv auffällt, ist, dass er Spieler wirklich zu alter Stärke führen kann. Die klaren Leistungssteigerungen von Schü, Toprak, Dahoud, Kagawa sprechen da für sich. Seine Art Fußball spielen zu lassen(wobei ich da noch ein Fragezeichen setzen möchte, da ich nicht weiss, inwiefern eine viel stärkere Performance aktuell möglich wäre), gefällt dagegen wohl nur den wenigsten. Das ist aktuell nicht unser BVB. Bei der Menschenführung scheint er komplett top zu sein, aber um mich persönlich mit ins Boot zu holen, fehlt mir einfach ein bisschen die Emotionalität bei ihm.

Nagelsmann: Fachkompetenz(3), Spielphilosophie(2), Identifikation(1)

Ob er bei Fachkompetenz wirklich eine 3 verdient hat, lässt sich aktuell wohl bezweifeln. Aber da ich Stöger eine 2 gegeben habe, habe ich ihm eine 3 gegeben, damit ich jetzt nicht von allen einen aufs Dach bekomme! :lol:
Inwiefern seine Spielphilospohie beim BVB funktionieren würde, kann ich nur schwer beurteilen. Was ich allerdings weiss, ist, dass ich jemanden, der so offen sich als Bayern-Fan deklariert, nur schwer als BVB-Trainer ertragen könnte. Sympathisch kommt er ebenso nicht wirklich rüber.

Favre: Fachkompetenz(3), Spielphilosophie(2), Identifikation(2)

Dass Favre seine 3 absolut verdient hat, da wage ich keine Zweifel. Nicht umsonst ist Reus ein großer Befürworter von Favre und seine Fußball-Besessenheit gefällt mir sehr. :D Ich glaube, er ist ein Trainer, der die Spieler wirklich besser macht. Bei der Spielphilosophie kann ich leider wieder nicht viel sagen. Was die Identifiaktion angeht, so würde er mich wohl emotional nicht abholen, aber ich glaube, dass er im Verein mit seiner Menschenführung für positive Ruhe sorgen würde. Und ein Reus wäre auch glücklich. :D

Re: Die Werte und Fähigkeiten eines optimalen BVB-Trainers

Beitragvon pewpewlazorgunz » Mo 12. Mär 2018, 15:13

Ein sozial verträglicherer Tuchel würde mir schon reichen.

Identifikation wird mir generell meistens zu groß geschrieben: hört sich immer ganz nett für die Fans an, aber kaufen kann man sich auch nichts davon und ich bin nicht mal so sicher, ob man in der heutigen Zeit überhaupt noch Trainer möchte, die ewig bleiben oder ob es nicht sogar ganz gut ist, wenn man alle 3-4 Jahre neue Impulse über den Trainerposten setzt.

Ich denke so wie unser Kader gebaut ist muss der neue Trainer auf jeden Fall einen dominanten Ansatz verfolgen, um die phyischen und athletischen Nachteile unserer Techniker zu kompensieren und Kompetenz ist eh das wichtigste, denn wie man bei Bosz gesehen hat ist die beste Spielidee am Ende wertlos, wenn man die Umsetzung nicht richtig hinkriegt.
Inwiefern man diese Kompetenz als Laie einfach beurteilen kann würde ich mal offen lassen. Jeder, der in der Bundesliga trainiert, wird schon ein gutes Verständnis von Fußball haben. Bei Stöger bluten mir aktuell die Augen, aber das liegt auch nicht unerheblich daran, dass sein Stil einfach nicht zu unserem Kader passt. Bei Frankfurt würde er vielleicht ähnlich gut wie Kovac aussehen.

Re: Die Werte und Fähigkeiten eines optimalen BVB-Trainers

Beitragvon ignazius5 » Mo 12. Mär 2018, 15:35

Ganz viel Mehl, etwas Salz, ne ordentliche Portion Butter, Eier, Zucker und Backpulver. (kein Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Kein Bäcker bin.) ;)

Das sind zwar keine Fähigkeiten in dem Sinne, dafür kann das aber jeder ohne großen Aufwand lernen und kann sich zu Hause selbst einen backen. Sofern man einen Ofen hat. ;)

Gruß Ignazius

Re: Die Werte und Fähigkeiten eines optimalen BVB-Trainers

Beitragvon MattiBeuti » Mo 12. Mär 2018, 15:47

Ja, ein vertäglicherer Tuchel ;) Wobei ich von seiner Spielidee auch kein Fan war. Wir waren von den Ergebnissen her erfolgreich, aber wie oft hab ich mich aufs Spiel gefreut und bin dann bei dem ganzen Ballgeschiebe fast eingeschlafen.

Und ja, als Laie ist es natürlich schwer die Fachkompetenz zu beurteilen. Aber was machen wir denn hier? Wir geben unsere Einschätzungen ab. Seriösität hat in einem Fußballforum doch echt nichts verloren :D

Also aus Spass an der Sache:
Tuchel: Fachkompetenz(3), Spielphilosophie(2), Identifikation(1)

Und beim Thema Identifikation würde ich Dir widersprechen. Natürlich kann man den Kopf zumachen und sagen, dass sich eh nichts ändert und alles so ist wie es ist. Kann man machen. Aber wenn ich so meine persönliche Gefühlswelt und die vieler User hier im Forum über die letzten Monate verfolge, dann komme ich zu dem Entschluss, dass in der emotionalen Verbinung zum Fußball und auch zum BVB, sich wieder etwas ändern muss. Und dann nenne es Identifikation oder Leidenschaft oder Begeisterung oder wie auch sonst. Aber ich bleibe dabei, wenn wir als Verein wieder näher zusammenrücken wollen, dann dürfen wir den Faktor "Identifikation" eben nicht als nettes Beiwerk abtun. Das ist genau der Weg, den ich nicht gehen möchte. Dann weiss ich nicht, ob ich noch ewig Fan bleiben werde, wenn ich die letzten Jahre als potentielle Prognose deuten müsste. Nee, ich brauche da eine positve Veränderung. Und ICH GLAUBE, mir geht es damit nicht alleine so.

Re: Die Werte und Fähigkeiten eines optimalen BVB-Trainers

Beitragvon pewpewlazorgunz » Mo 12. Mär 2018, 16:13

Dann möchte ich umgekehrt mal fragen, ob Identifikation denn ein großes Thema war, als Tuchel in seiner ersten Saison Guardiola im Nacken saß. Mmn hat zu dem Zeitpunkt kein Hahn danach gekräht. Das wird immer erst dann zum Thema, wenn es nicht läuft.
Witzigerweise ist Stöger ja sogar durchaus ein Trainer, dem man eine gewisse Identifizierung abnehmen kann. Wenn du also aktuell trotzdem am Fan-sein zweifelst, dann spricht das doch eher für meine Sichtweise!?

Re: Die Werte und Fähigkeiten eines optimalen BVB-Trainers

Beitragvon MattiBeuti » Mo 12. Mär 2018, 16:34

pewpewlazorgunz hat geschrieben:Dann möchte ich umgekehrt mal fragen, ob Identifikation denn ein großes Thema war, als Tuchel in seiner ersten Saison Guardiola im Nacken saß. Mmn hat zu dem Zeitpunkt kein Hahn danach gekräht. Das wird immer erst dann zum Thema, wenn es nicht läuft.
Witzigerweise ist Stöger ja sogar durchaus ein Trainer, dem man eine gewisse Identifizierung abnehmen kann. Wenn du also aktuell trotzdem am Fan-sein zweifelst, dann spricht das doch also eher für meine Sichtweise!?


Dass Erfolg das Fan-Sein schon versüßen kann, darüber sollten wir uns einig sein, oder? ;) Im ersten Jahr unter Tuchel sind wir bester 2. der Ligageschichte geworden, wenn ich mich nicht täusche. Wenn es sportlich so läuft, dann ist man als Fan ja nicht unglücklich. Außerdem habe ich ja auch geschrieben, dass sowas wie Identifikation wachsen muss und im ersten Jahr unter Tuchel sind ja für den normalen Fan noch nicht so viele negative Dinge nach außen geraten. Daher war das erste Jahr doch auch ein guter Start(damals dachte ich, es wäre halt erst der Anfang) Wenn das 2. Jahr nicht so gelaufen wäre(vor allem auf der menschlichen Schiene), dann wäre Tuchel doch auch noch Trainer und keiner würde sich hier darüber beschweren. Und natürlich, Identifikation ist nichts nachdem man schreit, wenn man ein Gegentor kassiert. Oder ein Spiel verliert. Identifikation ist etwas nachdem man sucht, wenn man merkt, dass sie fehlt. Und das merkt man nicht sofort am ersten Tag.

Und wenn Du meinst, dass Tuchel Fan von der Spielphilosophie von Guardiola war, dann erkenne ich darin keinen Widerspruch. Bosz war ebenfalls Fan eines großen Trainers(Johan Cruyff) und viele andere Trainer haben bestimmt auch ihre Vorbilder. Das mit Nagelsmann zu vergleichen(wenn DU es so gemeint hast), der öffentlich geäußert hat, gerne mal die Bayern trainieren zu wollen, ist doch schon was ganz anderes, oder findest Du nicht? Das eine ist ein Vorbild der Spielphilosophie und das andere ist der Wunsch auf einen Trainerposten bei den Bayern. ;)

Und zu Stöger...Wie ich ja oben geschrieben habe, meinte ich mit der Identifikation nicht nur de Identifikation vom Trainer zum Verein(ist eher die Basis), sondern vor allem, dass wir Fans uns mit dem Trainer identifizieren können(ich identifiziere mich auch mit dem BVB, würde aber wohl knapp nicht von den Fans als neuer Trainer akzeptiert werden - geschweige denn für Identifikation sorgen :lol: ). Und da habe ich ja auch geschrieben, dass ich Stöger zwar bei der Menschenführung hohe Qualitäten zuspreche, ich aber von ihm emotional nicht abgeholt werde, eben weil mir bei ihm die gewisse Emotionalität fehlt.

Re: Die Werte und Fähigkeiten eines optimalen BVB-Trainers

Beitragvon pewpewlazorgunz » Mo 12. Mär 2018, 16:44

Du liest da zu viel rein. Mein Punkt ist und war, dass keiner mit Tuchels offensichtlich nicht vorhandener Identifikation ein Problem hatte so lange die Ergebnisse gepasst haben.
Nicht mehr und nicht weniger.

Und einen neuen Trainer holt man als Borussia Dortmund eben mit der Annahme, dass er erfolgreich ist, wenn er das nicht ist sind seine Tage eh schnell gezählt.

Re: Die Werte und Fähigkeiten eines optimalen BVB-Trainers

Beitragvon MattiBeuti » Mo 12. Mär 2018, 16:54

pewpewlazorgunz hat geschrieben:Du liest da zu viel rein. Mein Punkt ist und war, dass keiner mit Tuchels offensichtlich nicht vorhandener Identifikation ein Problem hatte so lange die Ergebnisse gepasst haben.
Nicht mehr und nicht weniger.

Und einen neuen Trainer holt man als Borussia Dortmund eben mit der Annahme, dass er erfolgreich ist, wenn er das nicht ist sind seine Tage eh schnell gezählt.


Naja, es ist schon noch ein Unterschied, oder? Einem Menschen, der viel für einen Verein geleistet hat und sich komplett auf den Verein eingelassen hat, mit dem übersteht man auch schon mal eher eine schwierige Zeit. Das ist doch so wie mit Stürmern, die in 90 Minuten nur dafür da sind um das eine Tor zu machen. Wenn es läuft ist alles super. Aber wehe der Spieler trifft nicht, dann sieht die Kritik aber ganz anders aus, als wenn er noch für das Team mitarbeiten würde. Mit einem Klopp ist bzw. wäre(wenn Klopp es zugelassen hätte) man durch diese Zeit gegangen und hätte versucht die Sachen zu ändern. Bei Tuchel (und da kann ich natürlich nur für mich sprechen) war ich froh, als er dann weg war - obwohl beide Trainer sportlich erfolgreich waren.

Aber um es zusammenzufassen, scheint es wohl einfach so, dass wir beide das Thema identifikation unterschiedlich sehen. Und das ist ja auch okay! :)

Re: Die Werte und Fähigkeiten eines optimalen BVB-Trainers

Beitragvon daysleeper18783 » Mo 12. Mär 2018, 21:48

MattiBeuti hat geschrieben:
Also aus Spass an der Sache:
Tuchel: Fachkompetenz(3), Spielphilosophie(2), Identifikation(1)


Zum Thema Fachkompetenz gehört für mich bei einem Trainer aber auch Menschenführung. Berücksichtigt man das, kann man Tuchel nach allem, was man so gehört hat, nicht ruhigen Gewissens eine (3) geben. Er ist taktisch stark (manchmal denkt er sich schon zu viel), aber auf der menschlichen Ebene fehlt ihm (noch) einiges. Ansonsten bin ich bei den Einschätzungen bei dir. Verdeutlicht auch, dass ein Favre vielleicht genau das ist, was der Verein gerade braucht (aus unserer Laiensicht).

Wobei ich das mit der Identifikation auch nicht als so schwierig ansehen würde. Mit zunehmenden Erfolg kommt die schon seitens der Fans. Siehe Sammer. Bei Bayern verhasst und beschimpft und jetzt soll er wieder der Heilsbringer werden. Erfolg heilt alle Wunden. Wir brauchen ja auch keinen Kloppo, der die nächsten 7 Jahre hier bleibt. Wichtig ist, dass wir die nächsten 3 Jahre uns wieder stabiliesieren uund weiterentwickeln um unsere derzeitige finanzielle und strukturelle Vorherrschaft im Kampf um Platz 2 nicht zu verlieren.