Lucien Favre (60 Jahre jung) ✓


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Re: Lucien Favre (60 Jahre jung)

Beitragvon daysleeper18783 » Do 17. Mai 2018, 15:07

slig hat geschrieben:aber man liesst im bericht die erkenntnis, dass es für seinen erfolg einen entsprechenden kader benötigt.


Ich finde eher, dass man daraus liest, dass er egal, wo er hingekommen ist, die selben Ergebnisse gebracht hat, nämlich das Team (über xG hinaus) zu verbessern. Die Stationen unterscheiden sich doch erheblich in ihrer Qualität des vorhandenen Spielermaterials. Mit seiner Akribie schafft er es die Spieler in seinem System so zu formen, bzw. sein System anzupassen, dass die Rahmenbedingungen eines Spiels zu seinen Gunsten ausfallen. Da sei der Faktor individiuelle Spielvorbereitung besonders genannt. Ein Typ Xhaka sehe ich z.B. in Nizza nicht. Ich habe Nizza jetzt nicht regelmäßig gesehen, aber wenn, dann war das schon leicht anders als noch in Gladbach. Aber klar, wenn er konkrete Vorstellungen von einem bestimmten Spielertyp hat, der für ihm wichtig ist, dann sollte man schaun, ob man ihm diesen Typen nicht gibt (soweit dies in den langfristigen Plan der Vereinsführung passt).

Re: Lucien Favre (60 Jahre jung)

Beitragvon pewpewlazorgunz » Do 17. Mai 2018, 15:16

Borke hat geschrieben:mal etwas Inhalt:

11Freunde - Welche Spielidee der neue BVB-Trainer hat



Das ist übrigens der Artikel bei dem Herr Biermann sich bedient:
https://chanceanalytics.com/2017/08/05/ ... e-defence/

Herb hat geschrieben:
slig hat geschrieben:aber man liesst im bericht die erkenntnis, dass es für seinen erfolg einen entsprechenden kader benötigt.


Das ist auch aus meiner Sicht der entscheidende Punkt und könnte der Haken an der Sache sein. Ich hoffe, dass die Kaderplanung entsprechend auf die Philosophie von Lucien Favre abgestimmt wird, sonst ereilt uns das gleiche Schicksal wie unter Bosz.


Jeder Trainer braucht eine gewisse Qualität und Kompatibilität im Kader,um erfolgreich zu sein - das ist nichts besonderes im Fall Favre.
Wenn man sich aber mal anschaut, dass Favre bisher bei jedem Verein (und das waren durchaus einige) seinen Erfolg hatte und jeder davon finanziell bestenfalls Ligadurchschnitt war, dann hat der Mann entweder riesen Glück gehabt, dass zufällig immer genau seine Positionsprofile erfüllt wurden oder er ist wohl doch etwas anpassungsfähiger als Bosz.
Gerade das skizzierte Defensivkonzept spricht übrigens nicht dafür, dass er da besonders wählerisch ist, denn den Gegner kommen lassen und dann mit vielen Spielern verteidigen erscheint mir deutlich schonender für die Verteidiger, als die Ansätze vieler anderer Ballbesitztrainer, wo die Hintermannschaft regelmäßig 1on1s auf Messers Schneide bestreiten muss, bzw diese nur durch taktische Fouls umgeht.


@Daysleeper
Den Vergleich mit Stöger halte ich für etwas forciert. Wenn du das anhand von ähnlichen Statistikmerkmalen belegen kannst ist das eine Sache, aber nicht jedes hinten reinstellen ist sowas spezifisches wie Favres Idee, genauso wenig, wie man Guardiolaball spielt, nur weil man Leute nach vorne schickt oder die AVs invers spielen lässt.
Zuletzt geändert von pewpewlazorgunz am Do 17. Mai 2018, 15:34, insgesamt 4-mal geändert.

Re: Lucien Favre (60 Jahre jung)

Beitragvon smolli91 » Do 17. Mai 2018, 15:31

Hab das Buch zu Hause, sind echt noch spannende Dinge dabei...hab ich glaub auch schonmal irgendwo hier im Forum erwähnt, als es um Laptoptrainer oder so ging.
"Geniale Menschen beginnen grosse Werke, fleissige Menschen vollenden..." (Leonardo da Vinci)

Re: Lucien Favre (60 Jahre jung)

Beitragvon Master James » Do 17. Mai 2018, 16:07

Stöger oder Bosz haben mit Favre genau so viel zu tun wie Schalke mit der Deutschen Meisterschaft

Re: Lucien Favre (60 Jahre jung)

Beitragvon daysleeper18783 » Do 17. Mai 2018, 16:33

Master James hat geschrieben:Stöger oder Bosz haben mit Favre genau so viel zu tun wie Schalke mit der Deutschen Meisterschaft


Zumindest in Bezug auf Bosz stimmt das so nicht. Beide sind anscheinend vom Fußball der Cruyff-Schule beeinflusst. Beide definieren ihren Fußball über ruhigen Ballbesitzfußball über die Flügel. Sicherlich haben sie auch andere Ansätze, wie z.B. das Defensivverhalten, aber ich habe das ja auch mehr überspitzt und leicht provozierend gesagt. Ich sehe auch weiterhin Bosz Ansatz als sehr sinnvoll an, an der Umsetzung hats dann aber gehapert.

@pew
In irgendeinem Thread irgendwann im Frühling (nach Gladabch, glaub ich) hab ich mal die Veränderungen Bosz-Stöger im Defensiv- und Offensivverhalten anhand von Statistiken herausgearbeitet. Dabei hat sich genau das Phänomen herausgestellt, was der Autor in Bezug auf Favre herausstellt. Unter Stöger mehr Schüsse, Chancen, gegnerische Pässe, etc. aber deutlich weniger Gegentore. Das selbe Spiel anders herum in der Offensive. Jetzt kann man natürlich mit dem Glück kommen, aber wie der Autor schon schrieb, über einen langen Zeitraum ist das sehr unwahrscheinlich. Damals ist keiner darauf eingegangen. Als ich das eben gelesen hab, hab ich mich dran erinnert.

Edit:
viewtopic.php?f=11&t=913711
Hier gings darum. Weiß nicht, wie sich die Zahlen danach entwickelt haben. Gab dann ja einige ordentliche aber auch katastrophale Auftritte. Die Zahlen allein sagen natürlich auch nichts aus, wenn man nicht betrachtet, von wo, mit welchen Spielern, mit welchen Gegnern, etc. die Abschlüsse kamen. Parallelen gibt es trotzdem. Ohne dies statistisch belegen zu können, würd ich auch sagen, dass wir Gegner auch bis zum Strafraum relativ ungestört passen ließen. Pressing hatten wir selten. Im Strafraum war dann unser Verhalten ausbaufähig, aber da kann Favre ja ansetzen. :mrgreen: Signifikant sind die Unterschiede zu Bosz. Der eine hatte "Pech" der andere "Glück", oder halt nicht.
Zuletzt geändert von daysleeper18783 am Do 17. Mai 2018, 17:00, insgesamt 2-mal geändert.

Re: Lucien Favre (60 Jahre jung)

Beitragvon DOnut » Do 17. Mai 2018, 16:51

laut dieser Quelle will Favre u.a. Abdou Diallo (Mainz) & Nicolas Pépé (Lille):

http://www.fussballtransfers.com/ft-kurve/bvb-favre-verkundung-steht-an-zwei-wunschspieler_90962
Fussball ist das Spiel - Borussia seine Seele.

Re: Lucien Favre (60 Jahre jung)

Beitragvon pewpewlazorgunz » Do 17. Mai 2018, 17:17

daysleeper18783 hat geschrieben:@pew
In irgendeinem Thread irgendwann im Frühling (nach Gladabch, glaub ich) hab ich mal die Veränderungen Bosz-Stöger im Defensiv- und Offensivverhalten anhand von Statistiken herausgearbeitet. Dabei hat sich genau das Phänomen herausgestellt, was der Autor in Bezug auf Favre herausstellt. Unter Stöger mehr Schüsse, Chancen, gegnerische Pässe, etc. aber deutlich weniger Gegentore. Das selbe Spiel anders herum in der Offensive. Jetzt kann man natürlich mit dem Glück kommen, aber wie der Autor schon schrieb, über einen langen Zeitraum ist das sehr unwahrscheinlich. Damals ist keiner darauf eingegangen. Als ich das eben gelesen hab, hab ich mich dran erinnert.

Edit:
viewtopic.php?f=11&t=913711
Hier gings darum. Weiß nicht, wie sich die Zahlen danach entwickelt haben. Gab dann ja einige ordentliche aber auch katastrophale Auftritte. Die Zahlen allein sagen natürlich auch nichts aus, wenn man nicht betrachtet, von wo, mit welchen Spielern, mit welchen Gegnern, etc. die Abschlüsse kamen. Parallelen gibt es trotzdem. Ohne dies statistisch belegen zu können, würd ich auch sagen, dass wir Gegner auch bis zum Strafraum relativ ungestört passen ließen. Pressing hatten wir selten. Im Strafraum war dann unser Verhalten ausbaufähig, aber da kann Favre ja ansetzen. :mrgreen: Signifikant sind die Unterschiede zu Bosz. Der eine hatte "Pech" der andere "Glück", oder halt nicht.


Favre führt die aktuelle Umsetzung des xG Modells an ihre Grenzen und darüber hinaus, weil sie Gegnerdruck nicht einpreist und seine Mannschaften xGa dadurch in der Realität in absurden Ausmaßen unterbieten.
Ich habe jetzt mal Stögers Werte überflogen und würde schätzen, dass es bei uns genau das Gegenteil ist, dass wir unser xGa in der Realität überboten haben.

Wenn du da unterstellen willst, dass die beiden das gleiche Konzept hatten zeichnet das kein positives Bild von Peters Fähigkeiten.

Zudem steht und fällt die Beurteilung jedes Defensivkonzepts mit der Anbindung an die Offensive. Die Fähigkeit sich nach Ballgewinn aus der Tiefe zu befreien und für Entlastung zu sorgen ist der größte Unterschied zwischen Konzept und konzeptlos.

Re: Lucien Favre (60 Jahre jung)

Beitragvon daysleeper18783 » Do 17. Mai 2018, 18:03

pewpewlazorgunz hat geschrieben:Favre führt die aktuelle Umsetzung des xG Modells an ihre Grenzen und darüber hinaus, weil sie Gegnerdruck nicht einpreist und seine Mannschaften xGa dadurch in der Realität in absurden Ausmaßen unterbieten.
Ich habe jetzt mal Stögers Werte überflogen und würde schätzen, dass es bei uns genau das Gegenteil ist, dass wir unser xGa in der Realität überboten haben.

Wenn du da unterstellen willst, dass die beiden das gleiche Konzept hatten zeichnet das kein positives Bild von Peters Fähigkeiten.

Zudem steht und fällt die Beurteilung jedes Defensivkonzepts mit der Anbindung an die Offensive. Die Fähigkeit sich nach Ballgewinn aus der Tiefe zu befreien und für Entlastung zu sorgen ist der größte Unterschied zwischen Konzept und konzeptlos.


Das ist aber dann die halbe Wahrheit:

1. In dem von mir untersuchten Zeitraum hatten wir von 10 Spielen bei 8 ein "positives" xGA, also weniger Gegentore kassiert, als erwartet. Insgesamt liegt der Schnitt in diesen Spielen bei 2,57 Toren, die wir hätten mehr kassieren müssen, also 0,29/Spiel, was für mich schon erheblich ist. Weiß nicht wie der konkrete Wert bei Favre aussieht.

2. Hatten wir bei insgesamt bei 11 von 19 Spielen ein "positives" xGA. Der Teil nach meiner Berechnung fällt auch nicht mehr so positiv aus, womit du recht hast, dass wir insgesamt ein "negatives" xGA haben (-1,55, also 0,08/Spiel). Da waren aber erhebliche Ausreißer dabei von mehr als einem Tor weniger erwartet. Aber ja, die "starken Gegner" haben unsere Fehler eiskalt ausgenutzt und die erste Statistik hat sich nicht durchgezogen.

3. Wie du selbst schreibst, gehört zu einem Konzept auch ein offensives Konzept. Dieses ist sicherlich komplett unterschiedlich, was auch zu anderen Ergebnissen führt (schnellere Ballverluste, mehr Gegnerische Chancen). Deswegen hab ich ja auch beim Vergleich getrennt. Mir ging es um das Defensivverhalten. Dieses sehen ich durchaus als vergleichbar an, wie in dem Artikel beschrieben, wenn auch nicht so effektiv.

4. Ich bin mir relativ sicher, dass man, wenn man Favres Statistiken in seiner letzten Buli-Saison anguckt, diese für ihn auch nicht so positiv aussehen in Bezug auf xG und xG. Stöger hatte zuletzt endgültig die Mannschaft verloren, war ein "lame duck". Zu Anfang sehen die Zahlen deutlich besser aus (aber auch schlechtere Gegner). Die letzten 5 Spiele ergeben ein negative xGA von 3,22 (0,64/Spiel), darunter so Größen wie Werder, Mainz und Stuttgart.

Re: Lucien Favre (60 Jahre jung)

Beitragvon HoWe1909 » Do 17. Mai 2018, 19:11

Wenn ich dann richtig gelesen habe, benötigen wir unter ihm nicht zwingend einen Mittelstürmer!
Das sollte dann aber wirklich mit ihm abgesprochen werden...

Re: Lucien Favre (60 Jahre jung)

Beitragvon Space Lord » Do 17. Mai 2018, 19:23

Wie dem auch sei, ich freue mich jetzt schon riesig auf Favre. :D