Preußenstadion, aktuelle Diskussion... Politik, Standort etc


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Re: Preußenstadion, aktuelle Diskussion... Politik, Standort

Beitragvon Fahnebub » Do 27. Dez 2018, 15:46

Jack_1906 hat geschrieben:Die aktuelle Vereinsführung hat eine langfristige Vision. Es geht ihr darum, den SCP langfristig im Profifußball zu halten. Daher ist die aktuelle Saison zwar durchaus wichtig, jedoch nicht wegweisend. Ein Aufstieg diese Saison hat man zurecht und trotz der bisher guten Leistungen nicht ernsthaft als Ziel gehabt. Stattdessen will man diese und vermutlich auch die kommende Saison einfach nur so gut wie mit den bestehenden Möglichkeiten erreichbar beenden. Denn derzeit können wir uns einen Aufstieg nicht erlauben, dazu reichen weder die Finanzmittel noch können wir die Kosten, die dabei rund um das Stadion und die Mannschaft entstehen, wirklich tragen. Ergebnis wäre daher, dass wir eine Saison zwar zweite Liga spielen würden, danach aber wieder absteigen würden - und das eventuell sogar mit einem Minus...

...



Deinem ersten Absatz kann ich so gar nicht beipflichten. Warum sollte der SCP in Liga 2 ein Minus einfahren und stattdessen lieber in Liga 3 versauern?
Klar, Mannschaftsetat und Personalbedarf in Verwaltung und Organisation würden steigen. Das wird aber mit höheren Einnahmen aufgefangen.
Dazu hat man Altververbindlichkeiten durch den anonymen Investor komplett ausgeglichen. Beim Stadion wird die Stadt die Kosten weiterhin tragen müssen. Eine Miete wäre dabei nicht existenzbedrohend. Sondergenehmigungen für das Stadion/NLZ kann man sich ebenfalls ausstellen lassen.
Finanziell gesehen wäre ein Jahr 2.Liga für mich immer noch besser als ein Verbleib in der 3. Liga.

Bloß nicht freiwillig mit Liga 3 zufrieden geben, weil man erst auf ein erneuertes Stadion mit 3 bis 5 neuen Logen hofft.

Re: Preußenstadion, aktuelle Diskussion... Politik, Standort

Beitragvon G. Netz. » Do 27. Dez 2018, 19:45

Kleini hat geschrieben:
G. Netz. hat geschrieben:Jack, was Du schreibst, ist alles nachvollziehbar. "Vernunft" ist wohl der richtige Ansatz für das Denkmodell. In der Theorie ist das weitere Vorgehen beim SCP eigentlich ganz sinnvoll. Ob die Praxis dann auch noch mitspielen wird, muss sich erst noch zeigen. Wenn das alles nur so einfach und planbar wäre.

Zuerst hieß es immer wieder, dass Gelder von Investoren für die Mannschaft nur bei einem komplett neuen Stadion generiert werden könnten. Sollte es jetzt wirklich auch welche für die Hammer Str. geben, umso besser. Immer vorausgesetzt, die so genannte "Planungskommission" spielt mit. In der ist natürlich auch die Politik involviert. Ich bezeichne sie einfach mal als "Rettungsanker".

Die sportliche Devise lautet demnach also doch: Wir wollen gar nicht aufsteigen (zumindest jetzt noch nicht). Das muss man den Fans, den Trainern und Spielern erst einmal vermitteln. Ob bei dieser Zielsetzung alle mitziehen, würde ich leicht bezweifeln. Dabei hieß immer wieder, wir müssen raus aus der 3. Liga (Fernsehgelder usw.). Ein womögliches Minus in der Aufstiegssaison erinnert mich an das Pokalspiel gegen BM ...

Sportliche Planbarkeit wäre schön, aber da gibt es immer noch die Konkurrenz. Und die schläft nicht. Außerdem sollte man man sich nicht auf den 8 Punkten Vorsprung zu einem Abstiegsplatz ausruhen. Diese können schneller verspielt sein, als man denkt. In der nächsten Saison begänne dann dieses "Harakiri-Spielchen" wieder von vorne (mit welchem Trainer und welcher Mannschaft auch immer). Wahrscheinlich mit vielen neuen Gesichtern.


Ich möchte zu deinem, eigentlich ausgewogenem, Beitrag eins anmerken:
Wir wollen schon aufsteigen.
Wenn das nicht so wäre, dann müsste man sich nicht dem sportlichen Wettbewerb stellen, dann müsste man nicht versuchen jeden Zweikampf, jedes Duell, jedes Spiel erfolgreich zu bestreiten.
Wenn man die Chance zum Aufstieg hat, dann sollte man das auch angehen.
Ob das klappt ist eine andere Frage...

Du hättest besser schreiben sollen:
Wir müssen nicht aufsteigen.
Wir haben nicht den Druck wie andere Vereine, die zu Saisonbeginn mit diesem Ziel angetreten sind und es aus finanziellen Gründen müssen.
Guck dir nur mal Karlsruhe an, die letzte Saison ein Minus von 2 Millionen gemacht haben, Spieler verkaufen mussten und diese Saison ein ähnliches Minus erwarten.
Oder die Kaiserslauterer, die in dieser Saison ein Minus von 6 Millionen haben, hinzu kommt im Sommer die Rückzahlung der "Betze Anleihe" in der gleichen Höhe.
Anderen Vereinen wie Rostock geht es genau so.
Die verschulden sich immer mehr um den Sprung zu schaffen.
Andere Clubs wie Wehen, Uerdingen oder 1860 haben den Druck ihrer Mäzene, die für ihr Geld Erfolg sehen wollen.

Wir haben diesen Druck nicht.
Das wir bei einem Nichtaufstieg Spieler an höherklassige Clubs oder finanzkräftigere Drittligisten verlieren ist leider nichts Neues.
Letzten Sommer ging Grimaldi, nächsten Sommer werden wohl Koby und Klinge gehen.
Das längere Aufbauen eines aufstiegsfähigen Teams geht nicht, wenn jeden Sommer die besten Jungs weg gehen.
Das geht nur, wenn genug finanzielle Mittel vorhanden sind um diese zu halten.

Man hat also drei Möglichkeiten:
Man verschuldet sich.
Man hat einen Geldgeber ala Bäumer.
Man hat Glück und wird Überraschungsaufsteiger so wie Würzburg vor zwei Jahren, Paderborn dieses Jahr und wohlmöglich Osna nächsten Sommer.


So weit liegen wir gar nicht auseinander. Jeder Sportler - egal in welcher Disziplin - möchte gewinnen. Beim SCP relativiert sich das im Moment vielleicht ein bisschen. Er muss demnach kurzfristig nicht unbedingt aufsteigen. So ähnlich hat es CS auch heute in der WN ausgedrückt. Er vertraue hinsichtlich der sportlichen Kompetenz ganz MM. Damit hat dieser quasi allerdings einen Freifahrtschein bekommen, erstmal in der 3. Liga bleiben zu "dürfen".

Dass die von Dir angeführten Vereine wie der KSC usw. Lizenzen oder Nachlizensierungen bekommen, wundert mich nicht. Beim DFB scheint man wohl mit zweierlei Maß zu messen. MM macht seinen Job übrigens wie ein seriöser Kaufmann. Das sollte man auch einmal erwähnen. In anderen Vereinen gibt es funktionelle Trennungen zwischen Sport und Finanzen. Insofern hat er es nicht so einfach, beide Jobs unter einen Hut zu bringen.

Nochmal zur sportlichen Seite: Sollte die Restsaison nicht so erfolgreich verlaufen, wie man sich das vorstellt, kann MA immer noch darauf verweisen, dass er 2 Verstärkungen in der Winterpause gefordert habe. Diesbezüglich wäre er dann aus dem Schneider, falls es wirklich dazu kommen sollte (mit einem etwaigen schlechten Tabellenplatz und den Nichtneuzugängen).

Re: Preußenstadion, aktuelle Diskussion... Politik, Standort

Beitragvon Macke99 » Do 27. Dez 2018, 20:32

G. Netz. hat geschrieben:In anderen Vereinen gibt es funktionelle Trennungen zwischen Sport und Finanzen.

Das gibt es nicht nur bei anderen Vereinen, sondern sogar beim SCP:
MM - Geschäftsführer Sport
Bernd Niewöhner - Geschäftsführer Kaufmännischer Bereich
Insofern besitzt auch ein MM keinen alleinigen Freifahrtsschein.

Re: Preußenstadion, aktuelle Diskussion... Politik, Standort

Beitragvon G. Netz. » Do 27. Dez 2018, 21:44

Stimmt natürlich. Allerdings wird der Öffentlichkeit suggeriert, dass MM alle Fäden in der Hand halte und er der Entscheidende sei hinsichtlich machbarer Neuverpflichtungen in der Winterpause oder nicht ...

Re: Preußenstadion, aktuelle Diskussion... Politik, Standort

Beitragvon Kleini » Fr 28. Dez 2018, 20:37

G. Netz. hat geschrieben:
So weit liegen wir gar nicht auseinander. Jeder Sportler - egal in welcher Disziplin - möchte gewinnen. Beim SCP relativiert sich das im Moment vielleicht ein bisschen. Er muss demnach kurzfristig nicht unbedingt aufsteigen. So ähnlich hat es CS auch heute in der WN ausgedrückt. Er vertraue hinsichtlich der sportlichen Kompetenz ganz MM. Damit hat dieser quasi allerdings einen Freifahrtschein bekommen, erstmal in der 3. Liga bleiben zu "dürfen".

Dass die von Dir angeführten Vereine wie der KSC usw. Lizenzen oder Nachlizensierungen bekommen, wundert mich nicht. Beim DFB scheint man wohl mit zweierlei Maß zu messen. MM macht seinen Job übrigens wie ein seriöser Kaufmann. Das sollte man auch einmal erwähnen. In anderen Vereinen gibt es funktionelle Trennungen zwischen Sport und Finanzen. Insofern hat er es nicht so einfach, beide Jobs unter einen Hut zu bringen.

Nochmal zur sportlichen Seite: Sollte die Restsaison nicht so erfolgreich verlaufen, wie man sich das vorstellt, kann MA immer noch darauf verweisen, dass er 2 Verstärkungen in der Winterpause gefordert habe. Diesbezüglich wäre er dann aus dem Schneider, falls es wirklich dazu kommen sollte (mit einem etwaigen schlechten Tabellenplatz und den Nichtneuzugängen).


Da kann ich dir zustimmen.
Die Lizensierung sorgt bei mir auch immer für heftiges Kopfschütteln.
Auch ich bin der Meinung, das hier offenbar mit zweierlei Mass gemessen wird.
Man bedenke nur, das die Absteiger aus der 2. Liga vom DFB 500.000 Euro aus einem "Rettungsfonds" und von den 18 Zweitligisten nochmals ca 600.000 Euro bekommen.
Das ist also eine Finanzspritze von gut 1,1 Mio Euro und damit nichts anderes als eine Wettbewerbsverzerrung!

Re: Preußenstadion, aktuelle Diskussion... Politik, Standort

Beitragvon Kleini » Fr 28. Dez 2018, 20:38

Hannes hat geschrieben:Oder man hat eine nicht verschuldete KGaA, mit Stadionperspektive, die dann auch weitere Anleger anlockt, um eine Mannschaft weiter entwickeln zu können.
Hoffen wir, dass ein Schmuckkästchen wenigstens minimal Anleger anlockt, nachdem der große Wurf in der münsterländischen Kleilandschaft verlehmt, äh, versandet ist.


Jau tolle Perspektive.
Wer weiß wann das "Schmuckkästchen" tatsächlich steht, man hat bei diesem Thema ja seine Erfahrungen mit der Stadt Münster gemacht.

Re: Preußenstadion, aktuelle Diskussion... Politik, Standort

Beitragvon otte61 » Sa 29. Dez 2018, 06:51

Aus der WN-Serie „Entwicklung Münsters seit dem Stadtjubiläum 1993“:

Frage:
2000 stoppte das Oberverwaltungsgericht die Pläne für das Projekt Preußen-Park.
Bedauern Sie es, das der SCP kein vernünftiges Stadion hat?

Antworten:

Ja, 58 Prozent
Nein, 38 Prozent
Weiß nicht, 4 Prozent

Zu der Frage gingen 4.097 Antworten ein.
Im Schnitt gingen zu den 25 Fragen 3.753 ein.

( WN, 29. 12. 2018, „25 Fragen zu Münster“)

Re: Preußenstadion, aktuelle Diskussion... Politik, Standort

Beitragvon Hannes » Sa 29. Dez 2018, 19:46

Wann steht das Schmuckkästchen?
In 50 Jahren.
Es gibt wichtigere Dinge als den SC Preußen.

Was macht das neue Baugebiet an der Steinfurter Straße?
Ist Tempo 30 auf der Umgehungsstraße endlich durch?

Re: Preußenstadion, aktuelle Diskussion... Politik, Standort

Beitragvon Eagle-rider » So 30. Dez 2018, 14:00

Und sind die Fahrradstraßen endlich rot angemalt? Außerdem müssen wir jetzt erstmal 2 Jahre diskutieren, ob wir an manchen Promenadenkreuzungen Vorfahrt für Radfahrer gewähren sollen. Man sieht, es ist viel zu tun.
Pro neues Stadion, zur Not eben außerhalb!

Re: Preußenstadion, aktuelle Diskussion... Politik, Standort

Beitragvon seit1962 » Di 8. Jan 2019, 23:02

Beim Stöbern/Sichten von kommunalpolitischen Beschlüssen bin ich auf eine Vorlage der vergangenen Ratssitzung gestoßen. Da ging es auch um die aktuelle Bürgerumfrage zur Stadtentwicklung; was gut und wichtig ist und bleiben soll und/oder verbesserungwürdig ist.

https://www.stadt-muenster.de/sessionne ... lect=11665

Und wie bewerten die Umfrageteilnehmer die Bedeutung des Preußen-Stadion? Nun ja, auf Seite 11 unter "3.4 Bedeutung von Angeboten und Einrichtungen für Münster" steht:

"Die konstant niedrigste Bedeutungszuschreibung unter den abgefragten Einrichtungen und Angeboten im Zeitvergleich erhielt das „Preußen-Stadion“ mit Mittelwerten von 3,3 (2002), 3,2 (2007) und 3,1 (2018)."