FDP will Steuerentlastungen von 16 Milliarden



FDP will Steuerentlastungen von 16 Milliarden

Beitragvon hejabvb » Di 13. Apr 2010, 10:47

Vielleicht nicht ganz so überraschend. Überraschender (weil es von der FDP kommt) ist jedoch:

>>Von der Entlastung sollen ausschließlich untere und mittlere Einkommen bis zu einem Verdienst von 53 000 Euro im Jahr profitieren. Höhere Einkommen werden nicht zusätzlich entlastet.<<

Schöne Idee um die Spanne zwischen Arbeitenden und nicht Arbeitenden größer zu machen. Die Alternative wäre ja, die Transferleistungen zu kürzen. Dies halte ich für unverantwortlich, ist aber ein anderes Thema. Ich würde den Ansatz aber woanders suchen. Und zwar bei der Sozialversicherung, die jeder Arbeitnehmer ab dem 401. Euro zu zahlen hat. (Jaja, der volle Beitrag erst ab 800 Euro.) Somit käme es wirklich zu einer Entlastung. Schließlich sind bei Normalverdienern (z. B. zwischen 2000 und 4000 Euro) die Sozialabgaben deutlich höher als die Steuern. Vor allem unter der Prämisse, dass der Arbeitgeber auch noch mal etwa denselben Betrag abführt.

Der Spruch von Westerwelle ist zwar polemisch, aber im Grunde richtig: Arbeit muss sich wieder lohnen. Jedoch glaube ich, dass das bloß "Wahlwerbung" für die Landtagswahl ist. Irgendwie kann ich keiner der großen Volksparteien mehr Glauben schenken.

Hier die Quelle: http://www.arcor.de/content/aktuell/new ... arden.html

@ westline: Ihr hattet doch mal denselben Newsticker (ich glaube der dpa) wie Arcor. Wo ist der denn hin oder habe ich was anne Klüsen?

Re: FDP will Steuerentlastungen von 16 Milliarden

Beitragvon sharpo » Di 13. Apr 2010, 11:35

bis 53.000 euro...

na dann werden ja wieder vermehrt die unteren einkommen entlastet.

die spanne bis.... ist meines erachtens zu niedrig gesetzt.

aber wat solls..^^ kommt eh nicht. in nem halben jahr gibts ne neue krise...(und falls net...erfindet man eine)

Re: FDP will Steuerentlastungen von 16 Milliarden

Beitragvon Vogelhändler » Di 13. Apr 2010, 14:05

hejabvb hat geschrieben:Vielleicht nicht ganz so überraschend. Überraschender (weil es von der FDP kommt) ist jedoch:

>>Von der Entlastung sollen ausschließlich untere und mittlere Einkommen bis zu einem Verdienst von 53 000 Euro im Jahr profitieren. Höhere Einkommen werden nicht zusätzlich entlastet.<<

Schöne Idee um die Spanne zwischen Arbeitenden und nicht Arbeitenden größer zu machen. Die Alternative wäre ja, die Transferleistungen zu kürzen. Dies halte ich für unverantwortlich, ist aber ein anderes Thema. Ich würde den Ansatz aber woanders suchen. Und zwar bei der Sozialversicherung, die jeder Arbeitnehmer ab dem 401. Euro zu zahlen hat. (Jaja, der volle Beitrag erst ab 800 Euro.) Somit käme es wirklich zu einer Entlastung. Schließlich sind bei Normalverdienern (z. B. zwischen 2000 und 4000 Euro) die Sozialabgaben deutlich höher als die Steuern. Vor allem unter der Prämisse, dass der Arbeitgeber auch noch mal etwa denselben Betrag abführt.

Der Spruch von Westerwelle ist zwar polemisch, aber im Grunde richtig: Arbeit muss sich wieder lohnen. Jedoch glaube ich, dass das bloß "Wahlwerbung" für die Landtagswahl ist. Irgendwie kann ich keiner der großen Volksparteien mehr Glauben schenken.

(...)


Hey, hejabvb!

Vorab: Alles was von der FDP, auch überraschend, verkündet wird, trifft bei mir auf größtes Mißtrauen!

Es mag ja stimmen, daß von deren Entlastungen ausschließlich untere und mittlere Einkommen (bis zu 53 000 Jahresverdienst) profitieren und höhere Einkommen nicht entlastet werden. Vor allem würde dann dieser elende "Mittelstandsbauch" endlich beseitigt - mit logischerweise Steuereinnahmen-Verringerung.

Aber: Wie will FDP dann die Steuerausfälle ausgleichen, die durch die Entlastungen entstehen? Kürzung der Transferleistungen hältst Du für unverantwortlich und für ein anderes Thema, ich aber nicht.

Denn ausgehend davon, daß die derzeitigen Steuereinnahmen schon jetzt durch Senkungen (UNIONS- und Länder-/Kommunen-Meinung) nicht verringert werden dürfen, bliebe m. E. nur eine Erhöhung der Spitzensteuersätze. Und daß dieses die FDP keinesfalls will, pfeifen mir schon die Spatzen von den Dächern.

Also müßte zum Ausgleich eines noch einigermaßen verantwortbaren Haushaltes 2011 in letzter Konsequenz neue Schulden gemacht werden.

Denn daß durch eine vorweggenommene, ungedeckte Steuersenkung die Konjunktur quasi selbsttätig neu angekurbelt würde, glaubt sogar selbst in der FDP nur ein besonders Blauäugiger. Und inzwischen verringert sich deren Zahl zunehmend, wenn jetzt schon der Zeitpunkt und auch die Zahl der Steuerstufen erneut relativiert werden.

Und zu den FDP-Drei-Steuerstufen fehlt mir jede Nachvollziehbarkeit. In Zeiten fähiger PC-Programme bedürfte es keiner so riesengroßen Stufensprünge. M. W. sind die derzeitigen Einkommensteuer-Tabellen auch in viel kleinere Stufen von jeweils 100- oder 500-EURO-Sprüngen gestaltet und die Steuerprogression dementsprechend gleitend einzuarbeiten und jeweils gerechter, ebenso auch der so genannte Mittelstandsbauch zu beseitigen und der Spitzensteuersatz anzuheben.

Vielleicht krame ich auch noch einen Artikel hervor, der aussagte, daß bisher und in aller Regel die unteren und mittleren Einkommen durch Steuer- und Abgabenlasten zu ca. 50 % und belastet sind, die Einkommen der Millionäre aber nur zu ca. 32 %.

Und selbst eine totale Glättung des Einkommensteuer-Mittelstandsbauches bewirkte hier keine annähernde Nevelierung dieses Mißverhältnisses. Allein die derzeitigen Einkommens-Bemessungsgrenzen in der Sozialversicherung (in bestehender Form) ließe solches nicht zu. Und bei der Anwendung der Kopfpauschalen geriete dieses Mißverhältnis noch zu Schlimmerem, auch trotz des angedachten Sozialausgleichs nach Rösler-Muster.

Für mich lügt und behumst uns die FDP in dieser Hinsicht nach Strich und Faden.

So! Und jetzt setze ich mir - wieder einmal - meinen Stahlhelm (als reinen Devensiv-Schutz) auf mein schwaches Haupt und nicht zur Zierde, denn das Ding sieht scheiße aus!

MfG - Vogelhändler -

Re: FDP will Steuerentlastungen von 16 Milliarden

Beitragvon sharpo » Di 13. Apr 2010, 14:26

"Für mich lügt und behumst uns die FDP in dieser Hinsicht nach Strich und Faden. "

kann bzw. les schon gar net mehr was die FDP alles will. bei dem ganzen mist was die sagen und wollen...bekomm ich nen wackelkopf...ala aral-dackel..jedoch net hoch und runter sondern nur rechts und links.

Re: FDP will Steuerentlastungen von 16 Milliarden

Beitragvon Vogelhändler » Di 13. Apr 2010, 14:52

sharpo hat geschrieben:"Für mich lügt und behumst uns die FDP in dieser Hinsicht nach Strich und Faden. "

kann bzw. les schon gar net mehr was die FDP alles will. bei dem ganzen mist was die sagen und wollen...bekomm ich nen wackelkopf...ala aral-dackel..jedoch net hoch und runter sondern nur rechts und links.


Na, sharpo, dann werte ich diese Deine Bemerkung, daß Du mir in meiner Einschätzung nicht widersprichst.

Und bei dieser Gelegenheit hier der von mir erwähnte Artikel (53 oder 32 % Belastung):

Sachbuch
"Die teure Angst vor der Unterschicht"

http://www.zeit.de/kultur/literatur/201 ... er-unter-2

Man kann's glauben (wie ich) oder nicht (FDP-Fans), schon allein weil das aus dem Hause "taz" kommt.

MfG - Vogelhändler -

Re: FDP will Steuerentlastungen von 16 Milliarden

Beitragvon sharpo » Di 13. Apr 2010, 15:19

zitat:"Wer ist an alledem schuld? Kurioserweise die, die darunter leiden, sagt Herrmann: die Mittelschicht selbst. Sie wählt sich die Parteien und Programme, die sie immer weiter unter wirtschaftlichen Druck setzen. Schließlich stelle die Mitte immer noch die meisten Wahlberechtigten: "Ihre Mehrheit wirkt sich an der Wahlurne sogar überproportional aus, weil die Armen ihre Stimme oft gar nicht erst abgeben." Aber warum stimmen sie dann gegen sich selbst? Herrmann sagt: weil sie sich mit der Elite, der Oberschicht, emotional identifizieren und, stärker noch, jede Nähe zur Unterschicht ängstlich meiden. Und weil sie sich deshalb lieber einreden, der Hartz-IV-Empfänger verprasse ihre Sozialbeiträge, als einzusehen, dass sie mit weitaus größeren Summen die Eliten fetterfüttern."

genau so seh ich es auch...

es ist einfach nicht mehr schick proletarier zu sein...nicht mehr schick einer gewerkschaft anzugehören.
die propaganda der reichen und arbeitgeber hat hier voll gewirkt. der proletarier will..auf einer stufe mit den AG und reichen stehn.
deren autos fahrn etc..

wieviel rentner kaufen sich nen mercedes? einmal im leben das auto der oberen fahrn...(naja nur die fahrn mittlerweile ferrari und co.) ;)

an dem artikel ist was wahres dran....

nur wo sind die alternativen?
müssen wir uns neu erfinden?

Re: FDP will Steuerentlastungen von 16 Milliarden

Beitragvon Vogelhändler » Di 13. Apr 2010, 18:47

sharpo hat geschrieben:genau so seh ich es auch...

es ist einfach nicht mehr schick proletarier zu sein...nicht mehr schick einer gewerkschaft anzugehören.
die propaganda der reichen und arbeitgeber hat hier voll gewirkt. der proletarier will..auf einer stufe mit den AG und reichen stehn.
deren autos fahrn etc..
wieviel rentner kaufen sich nen mercedes? einmal im leben das auto der oberen fahrn...(naja nur die fahrn mittlerweile ferrari und co.) ;)

an dem artikel ist was wahres dran....

nur wo sind die alternativen?
müssen wir uns neu erfinden?


Ja, sharpo!

Auf Deine beiden Schlußfragen hätte ich nur die Antwort:

Auf keinen Fall nochmals die FDP wählen!

Dabei gehe ich mal davon aus, daß Du es auch beim letzten Mal nicht getan hast.

Alternative: SPD??? Eine sehr offene Frage. Ob's mit Rot/Grün langt, ist fraglich. Noch eine gewaltige Strecke. Möglicherweise nicht ohne DIE Linken! Nicht ausgeschlossen, daß es dazu kommen könnte, denn Hannelore Kraft erklärte: Derzeit(!!!) seien DIE LINKEN nicht regierungsfähig. Dabei weiß ich nicht, wie lange dieses "Derzeit" zutrifft.

Vermutlich hat H. Kraft von Ypsilanti gelernt, die vor der Hessenwahl eine Zusammenarbeit mit DEN LINKEN kategorisch ausschloß, um sich danach doch eines Besseren zu besinnen, was dann bekanntlich kräftig "in die Hose ging". Ein "Derzeit" ließe sich dann schon eher umbewerten.

Ob dann die SPD mit DEN LINKEN froher würde als die UNION - derzeit - mit der FDP, wäre dann noch die andere Frage.

Nach dem 09. 05. 2010 sehen wir's wohl klarer!

MfG - Vogelhändler -

Re: FDP will Steuerentlastungen von 16 Milliarden

Beitragvon sharpo » Di 13. Apr 2010, 19:17

die spd betrachte ich nicht als alternative..oder noch nicht?
lange zeit haben sie den weg der arbeitnehmer schröpfung ebenso gefördert.
die linke..sind mir leider zu links.....weiss aber auch nicht welche orientierung die richtige ist.

wenn ich so nachdenke...würd ich die richtung aber nicht an parteien festbinden.

wie der artikel ja auch schon sagte...es ist die gesellschaft die sich neu orientieren muss.

einige unternehmen machten nen riesen verlust...bauen auf grund dessen stellen ab und zahlen dicke dividenden.
banken teilen neue rekordgewinne mit....das zocken auf unsere kosten geht weiter.

die fdp verspricht nun 16 milliarden steuerentlastung...aber wo wird gespart? bei den oberen...oder werden irgendwelche subventionen bei der mittelschicht gestrichen?
evtl. sogar die mineralölsteuer angehoben etc.? ne PkW - maut??

zahlen tun wir den scheiss eh...nur die frage aus welcher tasche wird es genommen und in welche tasche kommt die steuerentlastung.

wie wahr vh..ich bin kein freund der FDP. das war mal zu genscher- zeiten ein gaaaanz klein wenig anders.....aber westerwelle ist ein NO-GO!

Re: FDP will Steuerentlastungen von 16 Milliarden

Beitragvon sharpo » Mi 14. Apr 2010, 07:46


Re: FDP will Steuerentlastungen von 16 Milliarden

Beitragvon Kalsbacher » Mi 14. Apr 2010, 09:43

[quote="sharpo"]

die fdp verspricht nun 16 milliarden steuerentlastung...aber wo wird gespart? bei den oberen...oder werden irgendwelche subventionen bei der mittelschicht gestrichen?
evtl. sogar die mineralölsteuer angehoben etc.? ne PkW - maut??

zahlen tun wir den scheiss eh...nur die frage aus welcher tasche wird es genommen und in welche tasche kommt die steuerentlastung.

wie wahr vh..ich bin kein freund der FDP. das war mal zu genscher- zeiten ein gaaaanz klein wenig anders.....aber westerwelle ist ein NO-GO![/quote]


Also so einfach mal die MwSt um weitere Pünktchen aufzustocken, frei nach schwarz rotem Vorbild, oder gar eine neue Verarschungsabgabe, wie nach Rot/Grünem Vorbild die sogenannte Ökosteuer zu erfinden, so einfach wird es mit der Finanzierung nicht gehen.
Vielleicht ist es nach Deiner Meinung besser, die Rekordabgaben eher weiter nach oben zu pushen, zumindest hast Du für das Abzockverhalten der vergangenen beiden Regierungen ja keinerlei Kritik einzubringen.