Kunduz-Affäre - Gruppe 85 - Neue Vernebelungswaffe?



Kunduz-Affäre - Gruppe 85 - Neue Vernebelungswaffe?

Beitragvon Vogelhändler » Fr 19. Mär 2010, 14:37

Hey!

Nachdem zwischen den Aussagen von General Schneiderhan und Staatssekretär Wiechert und den bisherigen Einlassungen von zu Guttenberg sich doch offensichtlich erhebliche Widersprüche abzeichnen, darf man wohl auf die endliche Aussage von Verteidigungsminister zu Guttenberg gespannt sein.

Leider läßt man ihm (oder bedingt er sich hierfür aus) eine Frist bis Ende April dieses Jahres. Motto: Gut Ding will Weile haben?

Nachdem bei der ersten Bestandsaufnahme der Bombardierung und ihrer Folgen (auch zivile Todesopfer [vermutlich aber nicht 142 - VH]) zunächst eine Mitwirkung beim Befehl Oberst Kleins zu bomben plötzlich Aktivitäten von KSK und Taskforce 47 bekannt wurden, lese ich inzwischen von einer "Gruppe 85", deren hauptsächliche Aufgabe war, mögliche Fehlentscheidungen in einem milderen Licht erscheinen zu lassen.

Dazu lese ich heute im Kommentar der Westf. Nachrichten (Titelseite) unter der Überschrift:

Kundus-Ausschuss - "Viel Nebel - wenig Sicht" und hierin:
- Zitatanfang! -
"Nicht eine Mauer des Schweigens - vielmehr aber eine dicke Nebelwand umhüllt die Kundus-Affäre. Ein dichter Schleier liegt über dem Informationschaos um den Luftschlag der Bundeswehr am 4. September 2009. Bis zu 142 Zivilisten kamen dabei ums Leben. Und ganz offenbar hatte eine eigens gegründete Abteilung für Vertuschung im Bundesverteidigungsministerium dafür gesorgt, dass Nato und Öffentlichkeit vor der Bundestagswahl an der Nase herumgeführt werden sollten. (...) - Zitatende! -

Es folgen hier noch Bewertungen Schneiderhans Aussagen und zu Guttenbergs dadurch mißlicher gewordene Lage.

Jetzt frage ich mich, warum zu Guttenberg so viel Zeit eingeräumt wird (bis Ende April), wo doch dann alsbald die LT-Wahl NRW ansteht? Wie so oft, argwöhne ich hier mal, daß dieser Termin auch noch nicht der endliche ist. "Holzauge, ick hör Dir trapsen!"

Wer hört das Trapsen mit?

MfG - Vogelhändler -

Re: Kunduz-Affäre - Gruppe 85 - Neue Vernebelungswaffe?

Beitragvon Diavo » Fr 19. Mär 2010, 14:41

Diese aus parteipolitischen Gründen lancierte "Affäre" driftet ins Lächerliche ab.

Guttenberg hat den Einsatz nicht zu vertreten, das steht fest.

Ob seine erste Beurteilung des Einsatzes falsch war und warum, ist dermaßen schnurtzpiepe, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob die Opposition eigentlich weiß, wie Opposition funktioniert.

Re: Kunduz-Affäre - Gruppe 85 - Neue Vernebelungswaffe?

Beitragvon Vogelhändler » Fr 19. Mär 2010, 16:19

[quote="Diavo"]Diese aus parteipolitischen Gründen lancierte "Affäre" driftet ins Lächerliche ab.

Guttenberg hat den Einsatz nicht zu vertreten, das steht fest.

Ob seine erste Beurteilung des Einsatzes falsch war und warum, ist dermaßen schnurtzpiepe, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob die Opposition eigentlich weiß, wie Opposition funktioniert.[/quote]

Abs. 1:
Und Du mit Deiner vorgestanzten Meinung driftest mit. Schließlich beschäftigt sich, neben vielen Medien auch ein ganzer Staats-Apparat, Untersuchungsausschuß genannt, mit dieser "Lächerlichkeit", in der doch die Rechtfertigung des Todes eines erheblichen Teils von unbeteiligten Zivilisten zu klären ist.

Hierzu gebe ich gerne zu, daß

a) die Zahl der Zivilisten - wegen winkender Entschädigungen - geschönt, also erhöht wurden,

b) diese echten Zivilisten von Taliban in die Falle geschickt, gezwungen oder gelockt wurden.

Ohne die wahren Zahlen und Zusammenhänge zu kennen, stellt sich mir die Frage, ob die Bomben unter diesen Umständen gerechtfertigt waren. Ich halte die situationsbedingte Entscheidung des Obersten Klein deshalb auch für vertretbar. Dagegen steht aber eine NATO- oder Isaf-Direktive, die anderer Ansicht ist (oder war). Natürlich ist im nachhinein alles besser zu beurteilen.

Abs. 2:
Das trifft leider oder "Gott sei Dank!" zu! Vielleicht war es eine Gnade für den "naßforsch und agil" auftretenden zu Guttenberg, hier nicht gleich in die volle Verantwortung gepreßt gewesen zu sein. Auf jeden Fall hat er seine äußerst erfahrenen Untergebenen Schneiderhan und Wiechert alsbald - und unter den fragwürdigsten Begründungen - in die Wüste geschickt. Die vorläufige Quittung bekommt er jetzt, hoffentlich richtig!

Als Emporkömmling (Senkrechtstarter) als Wirtschaftsminister stellte er sich - schmart und alert - sofort der neuen Aufgabe Verteidigungsminister, nach meiner Einschätzung, ohne "von Tuten und Blasen" eine Ahnung zu haben.

Zwar stellte sich Jung auch als reichlich untauglich heraus, zu Guttenberg war's aber kaum besser, sieht man von seiner oft zur Schau gestellten Schneidigkeit ab. Den Beweis blieb er für mich aber bisher schuldig.

Abs. 3:
Ob er, zu Guttenberg, richtig oder falsch beurteilte, ist Dir, wie Du schreibst, "schnurtzpiepe". Dann, so schließe ich daraus, daß einen so besonders verantwortlichen Posten ein jeder "Kasper von der nächsten Ecke" dazu geeignet wäre.

Da wäre sogar "uns' Guido, z. Zt. noch als Außenminister amtierend, wesentlich besser, was ich auch nicht ehrlich ganz in Frage stellen kann.

Unklar bleibt mir in diesem Zusammenhang noch, wen oder welche Partei Du Dir als Opposition dann wünschest. Vielleicht die Partei der Nicht-Wähler? Wäre eine moderate Lösung - für die derzeitige Regierungs-Koalition! *grins*

- Vogelhändler - ,

der bei unserem ständigen "Kniest" auf "MfG" verzichte. Solche "Floskeln" scheinen Dir im Grunde schon lange fremd.