Kohlenpott-Comeback



Kohlenpott-Comeback

Beitragvon Stengelmann » Di 9. Feb 2010, 20:49

Braun- und Steinkohle gehören zu den wichtigsten Energieträgern. Und doch könnten die nutzbaren Lager früher erschöpft sein als gedacht, warnen manche Experten. Schwindende Reserven bei steigenden Preisen könnten sogar dem „Kohlenpott“ zu einem Comeback verhelfen.

http://www.handelsblatt.com/technologie ... le;2526357


Ruhrpott - Ruhrpott,
wir machen dich wieder flott!

Re: Kohlenpott-Comeback

Beitragvon tottitom » Mi 10. Feb 2010, 12:42

Blödsinn! Ein stillgelegter Bergbau kann nicht einfach wieder "flott gemachr" werden! Er war auch Opfer eines "ideologischen Kampfes" (insbesondere FDP und Grüne - also ein Klientel was niemals das "schwarze unter den Nägeln hat kennengelernt")und ich weis nicht welche "Experten" eine "Rolle Rückwärts" erwarten! Manchmal erweisen sich "Schnellschüsse" halt als Munition, die nach hinten losgehen kann! Und - mit Braunkohle hat der "Pott" relativ wenig zu tun!

Re: Kohlenpott-Comeback

Beitragvon Vogelhändler » Mi 10. Feb 2010, 13:13

[quote="tottitom"]Blödsinn! Ein stillgelegter Bergbau kann nicht einfach wieder "flott gemachr" werden! Er war auch Opfer eines "ideologischen Kampfes" (insbesondere FDP und Grüne - also ein Klientel was niemals das "schwarze unter den Nägeln hat kennengelernt")und ich weis nicht welche "Experten" eine "Rolle Rückwärts" erwarten! Manchmal erweisen sich "Schnellschüsse" halt als Munition, die nach hinten losgehen kann! Und - mit Braunkohle hat der "Pott" relativ wenig zu tun![/quote]
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Hey, tottitom!

Warum gleich "Blödsinn"? Dabei gebe ich zu, daß ich von Stengelmanns Beitrag auch recht überrascht bin.

Recht gebe ich Dir, daß man einen "abgesoffenen" Schacht - wenn überhaupt - nur mit unlohnendem Aufwand wieder aufmachen könnte, selbst, wenn man dadurch vermiedene "Jahrhundertfolge-Kosten" mindernd gegenrechnete.

Die Kohle im Ruhrgebiet liegt eben zu tief und zudem unter einer dichtesten Wohnbebauung (Bergschäden). Einziger Nutzen - neben dem hochsubventionierten Arbeitsplatz-Erhalt - scheint die Fortentwicklung von Fördertechniken, die aber wohl nur zum Export, nicht aber zum sinnvollen, wirtschaftlichen Abbau "im Ruhrpott" taugten.

Ich gestehe Dir aber zu, daß Du als bekennender Schalker (Gelsenkirchen, die "Stadt der tausend Feuer") da bessere Einsichten vor Ort gewinnst als ich, der seit Jahrzehnten überhaupt nicht mehr "im Pott" wohnt.

Aber - andererseits(!):
Vor ein/zwei Jahren las ich noch von Plänen einer neuen Teufe in Ascheberg (Westmünsterland), wo man ergiebige Vorkommen von Kokskohle exploriert hatte. Wie weit diese Pläne verwirklicht wurden, entzieht sich aber meiner Kenntnis.

Zugeben muß ich aber, daß Ascheberg (auch Ibbenbüren) nicht zum "Pott" im engsten Sinne zu rechnen sind, nach meiner vorsichtigen Einschätzung wohl aber zum "nördlichen Steinkohle-Revier".

Wie immer: Ich nehme jede Form von Irrtum für mich in Anspruch.

MfG - Vogelhändler -

Re: Kohlenpott-Comeback

Beitragvon Diavo » Mi 10. Feb 2010, 14:55

tottitom hat geschrieben:Blödsinn! Ein stillgelegter Bergbau kann nicht einfach wieder "flott gemachr" werden!



Es gibt wohl noch reiche Vorkommen, die noch gar nicht bergbaumäßig erschlossen wurden.

Ist noch Zukunftsmusik, aber sooo abwegig finde ich die Reaktivierung des Kohlenpotts auch wieder nicht.

Re: Kohlenpott-Comeback

Beitragvon sharpo » Mi 10. Feb 2010, 19:19

leider doch.
unsere kohle ist einfach zu teuer.

in china wird die kohle erheblich billiger...auch dank von sehr schlechten arbeitsbedingungen...teilweise sogar unter kinderarbeit...abgebaut.
interessant wird die ganze geschichte erst wieder wenn der energiepreis wieder drastisch steigt...aber selbst dann...ist das sehr fage.

dennoch istder bergbauin unserem land nicht tot...nur erheblich eingeschränkt im vergleich zu früheren jahren.

Re: Kohlenpott-Comeback

Beitragvon Vogelhändler » Mi 10. Feb 2010, 19:56

[quote="sharpo"]leider doch.
unsere kohle ist einfach zu teuer.

in china wird die kohle erheblich billiger...auch dank von sehr schlechten arbeitsbedingungen...teilweise sogar unter kinderarbeit...abgebaut.
interessant wird die ganze geschichte erst wieder wenn der energiepreis wieder drastisch steigt...aber selbst dann...ist das sehr fage.

dennoch istder bergbauin unserem land nicht tot...nur erheblich eingeschränkt im vergleich zu früheren jahren.[/quote]

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Hey, sharpo!

Das sehe ich auch so. Der Preis der Ruhrkohle ist ohne Subventionierung wohl nicht mehr weltmarktfähig, als da - verglichen mit z. B. China - die Löhne hier zu hoch sind und die Kohle aber durchweg in 1.000 m Tiefe liegt.

Und als Hauer (jetzt Fördermaschinen-Führer) kriegst Du keinen für 1 €/Stde., der die Eignung hat.

Bin vor Jahrzehnten einmal auf "Friedrich der Große" ("Piepenfritz") in Herne zur Besichtigung eingefahren. Nix für mich, selbst bei einem damaligen Monatslohn von 2.000 DM oder mehr, während ich als Beamter im mittleren Dienst mit (geschätzten) 500 DM nach Hause ging.

MfG und "Glück auf!" - Vogelhändler -

Re: Kohlenpott-Comeback

Beitragvon tottitom » Mi 10. Feb 2010, 20:41

Mit Blödsinn meinte ich eine Renaissance des Bergbaus! Schade für die Hochtechnologie, die uns weltweit mit Abstand zur Führungsnation in diesem Bereich gemacht hat aber sowohl
"hausgemachte" als auch politische Entscheidungen, haben zu einem Niedergang des Bergbaus geführt! In England war es der Gewerkschaftsführer Arthur Scargill, der durch seinen persönlichen (politischen) Kampf mit Maggi dafür sorgte, dass die Miners in die Wüste geschickt wurden und bei uns waren es FDP und Grüne, die aus unterschiedlichen Motiven, die Totengräber des Bergbaus waren! Es ist nun einmal so, dass in Australien (Tagebau) und China, so wie in einigen Osteuropäischen Staaten, unter Nichtbeachtung Sicherheitlicher oder anderer sozialer Aspekte ( mit Ausnahme Australiens) die Kohle halt konkurrenzlos günstiger gefördert werden kann! Der Kohlebergbau in Deutschland läuft - bis auf einen Sockelbetrag - leider endgültig aus!

Re: Kohlenpott-Comeback

Beitragvon sharpo » Mi 10. Feb 2010, 20:43

obwohl se qualitativ immer noch die beste qualität hat.

dies ist auch ein weiterer zankapfel für das kraftwerk in dorsten (?)...
es wird keine einheimische kohle dort verheizt...

Re: Kohlenpott-Comeback

Beitragvon Vogelhändler » Do 11. Feb 2010, 11:09

[quote="sharpo"]obwohl se qualitativ immer noch die beste qualität hat.

dies ist auch ein weiterer zankapfel für das kraftwerk in dorsten (?)...
es wird keine einheimische kohle dort verheizt...[/quote]

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Oder Castrop-Rauxel? Bin mir da aber nicht ganz sicher.

MfG - Vogelhändler -

Re: Kohlenpott-Comeback

Beitragvon Schorsch » Do 11. Feb 2010, 11:40

Vogelhändler schrieb:
Vor ein/zwei Jahren las ich noch von Plänen einer neuen Teufe in Ascheberg (Westmünsterland), wo man ergiebige Vorkommen von Kokskohle exploriert hatte.



Alter Schwede. Geile Ausrede: "Schatz, es ist nicht so wie du denkst. Ich habe nur neue Teufen exploriert". :)

Schwejk, den Vogelhändler hast eindeutig DU auf dem Gewissen! :D


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