Schlechte Umfragewerte für FDP



Schlechte Umfragewerte für FDP

Beitragvon stachel » Fr 5. Feb 2010, 15:27

Die FDP fällt in den aktuellen Umfragen auf ihre ursprünglichen Werte aus der Zeit vor der großen Koalition zurück. Was könnten die Gründe dafür sein ? Im Allgemeinen werden in der Öffentlichkeit folgende Punkte angesprochen:

-Steuerstreit
Gezänk ist beim Publikum nicht beliebt. Und hier gibt es eine Menge Gezänk. Die FDP beharrt doch in der Tat darauf, dass es einen Stufentarif geben soll und das es weitere Entlastungen für die Bürger geben soll. Genauso wie im Wahlkampf versprochen und genauso wie im Koalitionsvertrag ausgehandelt. Ungeheuerlich. Da schäumt die CSU. Hat nicht sie das genau so im Wahlkampf angekündigt ?

-Gesundheitspolitik
Ein Spiegelbild der Steuerpolitik. Auch hier hat die FDP im Wahlkampf die Kopfpauschale / Gesundheitsprämie angekündigt und mit der Union im Koalitionsvertrag ausgehandelt. Im Übrigen steht dieses Modell im Leipziger Programm der CDU. Und was passiert ? Die Union weigert sich das ausgehandelte Programm zu akzeptieren.

Ja was hat die Union denn gedacht ? Das die FDP das alles nicht ernst meint und dann ggf. umfällt, wenn sie erst mal dran sind ?

Bleibt als Grund die unglücke Debatte um MWST-Senkungen und Mövenpick-Spenden, die die CSU genauso erhalten hat wie die Liberalen (die dafür aber medial unbehelligt bleiben).
Und da muss man doch mal fragen: Wen interessieren die MWST-Punkte für Hotels ? Ist das für die Masse der Bevölkerung von irgendeiner Bedeutung ? Es ist wohl eher ein Staubkorn im Orbit der Wünsche der Bevölkerung.

Zusammenfassend kann ich das ganze sachlich nicht ganz ernst nehmen.
Man muss den Umfrage-Niedergang der FDP wohl medial begründen. Je öfter man sagt, dass der Staat nicht das Geld hat, um die Bürger zu entlasten, desto mehr wird das als Wahrheit hingenommen. Die Union hat nun einmal mehr Möglichkeiten sich in Szene zu setzen. Trotzdem kann man die Kehrwenden der Union kaum nachvollziehen. Was im Leipziger Programm als großer Wurf gefeiert wurde ist nun des Teufels.
Die FDP hat sich nicht geändert und ist wohl jetzt total verdattert, da sie erkennt das die Union sich brüsk von Ihren eigenen Position abwendet.
Aber das muss auch an Vorwurf an die FDP sein: Sie hätte erkennen müssen, dass Ihr Spruch von den schwarz lackierten Sozialdemokraten wahr ist. Sie hat diese unbequeme Wahrheit wohl ganz einfach verdrängt, weil sie hoffte, dass die Union ihr wahres Gesicht zeigen würde sobald sie den Fesseln der großen Koalition entkommen wäre.

Re: Schlechte Umfragewerte für FDP

Beitragvon Bratmaxe » Fr 5. Feb 2010, 17:12

Nun ja, Medien steuern Meinungen, eine Prise Polemik hie und da....

Ganz so einfach ist es aber nicht! 100 Tage gelb (mit) an der Macht. Was bleibt beim deutschen Michel hängen?
- Steuern: Ein Aufschrei bei den Linken, das wäre ungerecht, weil nur die "Besserverdienenden" (also die, die einen regulären Job haben) Geld sparen würden die Staatshaushalte eh überschuldet sind und so weiter und so fort....witzigerweise haben sie mit der Überschuldung kein Problem, wenn der öffentliche Dienst mal eben 5% mehr fordert oder die Hartz 4-Sätze angehoben werden sollen. Hängen bleibt aber wie immer nur das Wort "Besserverdienende".
- Gesundheitspolitik: die FDP hat diese unsägliche Gesundheitsdeform leider mitzutragen. Wer jetzt aus allen Wolken fällt, weil die GKV sich flächendeckend die Kohle bei den Versicherten holt, der ist entweder geistig umnachtet oder lügt, dass sich die Balken biegen. Allerdings kann eine einheitliche Kopfpauschale (egal ob reich oder arm) nicht wirklich die Lösung sein. Und dieses linke Tasche (die Leute zahlen mehr Beiträge), rechte Tasche (der Staat fängt angeblich die sozial Schwachen dann wieder mit einem Ausgleich auf) sind absolut für die Tonne und einer Partei, die weniger Staat fordert, nicht würdig. Offensichtlich will sich keiner mit der übermächtigen Arzt- und Pharmalobby anlegen. Was bleibt hängen: der Deutsche zahlt und zahlt und zahlt....
- Mehrwertsteuer für Hotels: eine Partei, die sich auf die Fahnen schreibt, die Steuersätze vereinfachen zu wollen, gibt Steuergeschenke an eine bestimmte Wirtschaftsgruppe, die wenigstens ehrlicherweise gar nicht erst so tut als würde sich das auch auf die Preise auswirken. Man will ja "investieren" und "Personal einstellen". Wer es glaubt, wird selig.... Gleichzeitig geistert durch die Presse, dass Geld überlegt, die Lebensmittel von 7 auf 19% zu ziehen. Unsolzialer kann man kaum handeln, denn die Zeche zahlen in jedem Fall die Allerärmsten!
- Kindergeld: diese Wohltat geht fast unter...

Fazit: die schlechten Umfragewerte hat sich die FDP selbst zuzuschreiben. Die Leute haben nicht gelb gewählt, damit womöglich stärkere Lobbypolitik betrieben wird, sondern damit die echten Probleme in diesem Land endlich mal angepackt werden und die heißen: Bildung, Gesundheit, Rente und Arbeitslosigkeit. Bisher habe ich nur Parteiengeplänkel gesehen: die CDU zerfleischt die FDP und sich selbst gleich mit, die CSU zerfleischt die CDU und die FDP, weiß selbst nicht mehr, in welches Lager sie eigentlich gehören....so macht man sicher keine Politik und wenn es dieser Koalition schon nicht gelingt, die dringend benötigten Eisen in unserem Land anzupacken, wem denn dann?

Re: Schlechte Umfragewerte für FDP

Beitragvon immer06 » Fr 5. Feb 2010, 20:29

Das ist die gerechte Quittung für die FDP und es wird weiter bergab gehen...

Re: Schlechte Umfragewerte für FDP

Beitragvon Kalsbacher » Sa 6. Feb 2010, 11:42

So ist es halt nun mal. Aber wen interessieren momentan überhaupt irgendwelche Umfrageergebnisse ? So wie bei der großen Koalition scheinen jedenfalls die Bremser und Verweigerer der Nation von CDU und vor allem von der CSU erneut besser wegzukommen, als der jeweils kleinere Koalitionspartner. Der Michl zahlt halt gerne für alles mögliche und regt sich auch gerne schön darüber auf. Neue Wege zu beschreiten sind halt nicht sein Ding, da ist es schon bequemer, ausgefahrene Wege zu benutzen, auch wenn sie ins Desaster führen. Zumindest gibt es dann weiterhin was zu meckern. :D

Re: Schlechte Umfragewerte für FDP

Beitragvon udoskater » Mo 8. Feb 2010, 02:15

Die absolute gelbe Mehrheit wäre doch ein Segen für unser Land.
Mich macht hier nur die fehlende Zustimmung von Stengelmann stutzig.

Re: Schlechte Umfragewerte für FDP

Beitragvon Stengelmann » Mo 8. Feb 2010, 16:46

Die FDP reisst sich den globalen Arsch auf, sogar die Talibans werden dank SuperGuido wieder in die Gesellschaft eingegliedert und Deutschland motzt rum!
Egal, wir haben den SuperHeiko, seht ihr man zu, wie ihr klarkommt!

Re: Schlechte Umfragewerte für FDP

Beitragvon sharpo » Mo 8. Feb 2010, 18:53

die FDP hat halt am lautesten geschrien.....*aber wie heisst es so schön: hunde die bellen beißen nicht.*

und...statt die MwSt. fürs hotegewerbe zu reduzieren...hätte man ja mal hundefutter (aktuell 7% MwSt.) auf 19% MwSt. anheben können.
irgendwie..schon traurig das futter fürn dackel geringer versteuert wird als manche lebensmittel für den menschen.

Re: Schlechte Umfragewerte für FDP

Beitragvon meistereder1909 » Mi 10. Feb 2010, 13:08

LOL, wenn ich den "Autor" des freds hier richtig verstehe, dann ist die böse Medienwelt schuld an der desolaten Situation der FDP.
Ich habe schon vor der Wahl gesagt, dass die FDP der "Totengräber" der deutschen Politik ist. Ohne Konzept, nur mit völlig utopischen Aussagen im Stile einer Marktschreiers an die Macht gekommen.
Es ist doch logisch, dass die Bevölkerung sich schlicht weg verarscht vorkommen muss (zumindest diejenigen, die an solche Wahlversprechen geglaubt haben - aber denen ist eh nicht mehr zu helfen).
Dazu die Spende aus dem Hotelverband, die natürlich in keinerlei Zusammenhang mit der Steuersenkung für Hoteliers besteht - wei kann man nur auf so etwas kommen??
Dazu noch der Kampf, den Kauf der CD mit Steuersündern zu verhindern, - peinlich - hat da vielleicht einer selbst ein paar Kröten in die Nachbarländer geschleust?? Sind davon vielleicht Spendengelder abhängig???
Wer jetzt in NRW die FDP wählt, der galubt auch noch an den Weihnachtsmann. Ich hoffe, dass diese Wendehalspartei endlich dahin rutscht wo sie hin gehört - UNTER 5%.

@Stachel. Du schreibst, dass du das ganze SACHLICH nicht ernst nehmen kannst - kurze Frage - glaubst du das was du schreibst????? Weil wenn dem so ist, dann kann ich dich leider nicht ernst nehmen, sondern maximal ERNST nennen.

Re: Schlechte Umfragewerte für FDP

Beitragvon Schorsch » Mi 10. Feb 2010, 13:27

@ meistereder

Solche und ähnliche Stellungnahmen zu der "Wendehalspartei" lese ich seit 1982. Schon damals sah man ihr Ende als gekommen.

Da ich aber gern dazu lerne, erbitte ich Vorschläge, wen ich wählen soll.

Die SPD, die erst mit der CDU regierte, dann mit der FDP, dann mit den Grünen, dann wieder mit der CDU, und schon jetzt eine mögliche Koalition mit der Linkspartei diskutiert?

Die CDU, die auch schon so ziemlich jede Partei als Koalitionspartner hatte, und die mit momentan mit eben jener FDP regiert?

Die Grünen, die auch mit jedem koalieren würden, und nur bei der FDP Angst haben, dass das Feindbild großer Teile ihrer Anhängerschaft damit ihr Koalitionspartner würde?

Die Linke, die tagesaktuelle Heimat aller Frustrierten und Phantasten, die über keinerlei ernst zu nehmende Konzepte verfügt?

Bei soviel Verwirrung ist es gut, dass es als Alternative die bibeltreuen Christen gibt ........... :)

Re: Schlechte Umfragewerte für FDP

Beitragvon sharpo » Mi 10. Feb 2010, 13:32

och schorsch....

da gibts noch ne menge kleinstparteien...einfach von denen eine wählen.
irgendwann werden die auch mal gross. ;)

oder nen ganz grosses kreuz uff den wahlzettel machen.