Ist Pyrotechnik (k)ein Verbrechen? Der Faktencheck


about:blank

Re: Ist Pyrotechnik (k)ein Verbrechen? Der Faktencheck

Beitragvon talueng » Mi 14. Mär 2018, 05:23

Blauer Jan hat geschrieben:gemessen an dem hohen Verkehrsaufkommen in Innenstädten sind die Fälle von Unfällen mit Personenschaden verschwindend gering.

Soweit ich weiß, ist Autofahren (trotz Unfällen mit Personenschäden) weiterhin erlaubt. Möchtest Du uns mit Deinem Vergleich nun also sagen, dass auch Pyrotechnik im Stadion erlaubt sein sollte, nur halt mit einem „Tempolimit“, sprich in einer regulierten Form? So hätte der Vergleich nämlich lauten müssen, um nicht zu hinken.

mit-glied68 hat geschrieben:Aufgrund der aktuellen Gesetzgebung bzw. der Hausordnung in den Stadien, ist die Antwort auf die Frage sehr einfach. Pyrotechnik ist verboten und daher ist die Benutzung bzw. das Abrennen ein „Verbrechen“.

Die Leitfrage des Artikels war doch nicht, ob es verboten ist, sondern ob es ein Verbrechen ist. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Nur weil Du als Nicht-Jurist zwei Wörter miteinander vermengst, bedeuten sie nicht das selbe. Bei mir zuhause ist auch Rauchen verboten. Ein Verbrechen ist es deswegen trotzdem nicht. Die Autorin erläutert die Faktenlage doch. Insofern ist es mir unbegreiflich, wie man das nach lesen des Artikels immer noch durcheinander schmeißen kann.

wersonst1848 hat geschrieben:Für diese Vorgänge im Bielefeld-Spiel hat es auf Bochumer Seite Haftstrafen gegeben. Zusätzlich wurde der Verein bestraft.

Die Autorin hinterfragt in ihren Artikel, ob Pyrotechnik ein Verbrechen ist. Sie hat nie in frage gestellt, dass Körperverletzung strafbar ist (im Gegenteil, sie geht sogar deutlich darauf ein). Und die DFB-Strafen haben ebenfalls mit Strafrecht nichts zu tun. Dabei handelt es sich einzig und allein um eine Vereinbarung zwischen vereinen und verband. Wenn das Mitglied im
Kegelverein fünf Euro für jedes Zuspätkommen in die Vereinskasse zahlen muss, ist Zuspätkommen deswegen immer noch kein Verbrechen.

Re: Ist Pyrotechnik (k)ein Verbrechen? Der Faktencheck

Beitragvon mit-glied68 » Mi 14. Mär 2018, 07:19

Es gäbe doch eine einfache Lösung. Jeder Zuschauer bekommt mit seiner Eintittskarte eine Stimme, mit der er für oder gegen Pyrotechnik stimmen kann.

Bei 17 Heimspielen hat jeder maximal 17 Stimmen. Am Ende der Saison wird ausgezählt und die einfache Mehrheit wird dann akzeptiert. Sollte es eine Mehrheit für Pyrotechnik geben, setzen sich die Vereine beim DFB entsprechend ein und stimmen die Handhabung mit den Gruppierungen ab.

Sollte es eine Mehrheit gegen Pyro geben, lassen wir das Thema einfach fallen. Durch die 17 Saisonspiele sind „Spitzen“ abgefangen und jeder der was zu sagen hat, kommt einfach 17 Mal ins Stadion und gibt personalisiert seine Stimme ab.

Dann hat die Autorin auch ihren empirischen Beweis...

Allerdings müssten dann Mehrheiten akzeptiert werden. Nennt sich Demokratie!

Re: Ist Pyrotechnik (k)ein Verbrechen? Der Faktencheck

Beitragvon Bernd1958 » Mi 14. Mär 2018, 07:24

mit-glied68 hat geschrieben:Es gäbe doch eine einfache Lösung. Jeder Zuschauer bekommt mit seiner Eintittskarte eine Stimme, mit der er für oder gegen Pyrotechnik stimmen kann.

Bei 17 Heimspielen hat jeder maximal 17 Stimmen. Am Ende der Saison wird ausgezählt und die einfache Mehrheit wird dann akzeptiert. Sollte es eine Mehrheit für Pyrotechnik geben, setzen sich die Vereine beim DFB entsprechend ein und stimmen die Handhabung mit den Gruppierungen ab.

Sollte es eine Mehrheit gegen Pyro geben, lassen wir das Thema einfach fallen. Durch die 17 Saisonspiele sind „Spitzen“ abgefangen und jeder der was zu sagen hat, kommt einfach 17 Mal ins Stadion und gibt personalisiert seine Stimme ab.

Dann hat die Autorin auch ihren empirischen Beweis...

Allerdings müssten dann Mehrheiten akzeptiert werden. Nennt sich Demokratie!

Du glaubst doch wohl nicht, dass einer der Zündler das akzeptieren würde. Das Abstimmungsergebnis wäre dann manipuliert und und und....

Re: Ist Pyrotechnik (k)ein Verbrechen? Der Faktencheck

Beitragvon mit-glied68 » Mi 14. Mär 2018, 07:29

Die Leitfrage des Artikels war doch nicht, ob es verboten ist, sondern ob es ein Verbrechen ist. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Nur weil Du als Nicht-Jurist zwei Wörter miteinander vermengst, bedeuten sie nicht das selbe. Bei mir zuhause ist auch Rauchen verboten. Ein Verbrechen ist es deswegen trotzdem nicht. Die Autorin erläutert die Faktenlage doch. Insofern ist es mir unbegreiflich, wie man das nach lesen des Artikels immer noch durcheinander schmeißen kann.

Ich hoffe es ist dir ebenso unbegreiflich wie mir, dass man die Bedeutung von „Anführungszeichen“ immer noch nicht begriffen hat.

Ich kann prima zwischen Ordnungswidrigkeit und Verbrechen unterscheiden, wollte allerdings das in der Überschift benutzte Wort einbauen.

Für dich gerne noch einmal: Pyrotechnik ist kein Verbrechen! Allerdings aus der Sicht vieler Fans völlig unnötig.

Re: Ist Pyrotechnik (k)ein Verbrechen? Der Faktencheck

Beitragvon SettBlapper » Mi 14. Mär 2018, 08:46

Bernd1958 hat geschrieben:
mit-glied68 hat geschrieben:
Dies sollte vor allem von einer Juristin ziemlich schnell und einfach beantwortet werden. Es sein denn, man (oder Frau) möchte ganz dringend dafür sorgen, dass Gesetze und Hausordnungen geändert werden, damit maximal 5-10% der Stadionbesucher ihrer Leidenschaft fröhnen dürfen.
.

Manche wollen sich evtl nur profilieren oder bei einer bestimmten Klientel anbiedern. Soll es auch geben, aber es gibt auch Juristen die - selbst betroffen - Anzeige gegen die Pyromanen erstatten


Es soll sogar Mütter geben, die an jedem Spieltag sorgenvoll ihren Gatten und den Kindern hinterherrufen: "Passt bitte auf und haltet euch von den maskierten Horden fern". Ob Nuhr doch Recht hat? Oder sollte hier mal eine Mutter einen Artikel schreiben?

Re: Ist Pyrotechnik (k)ein Verbrechen? Der Faktencheck

Beitragvon talueng » Mi 14. Mär 2018, 08:57

mit-glied68 hat geschrieben:Jeder Zuschauer bekommt mit seiner Eintittskarte eine Stimme, mit der er für oder gegen Pyrotechnik stimmen kann.

Soweit ich weiss gab es vor etwa zwei Jahrzehnten in Bochum eine ziemlich große Unterschriftenaktion für den Erhalt der bengalischen Fackeln vor der Ostkurve. Damals hat sich eine ziemlich große Mehrheit daran gestört, dass das plötzlich nicht mehr sein durfte.

Und überhaupt: Lassen wir dann auch über ein Rauchverbot abstimmen, denn das Passivrauchen stört mich ganz gewaltig? Und über ein Alkoholverbot, denn von den ganzen besoffenen geht mehr Aggression und Gefahr aus, als von Pyrotechnik? Nicht zu vergessen das Fahnenschwenken; auch für so ein verbot findest Du sicher eine Mehrheit.

Demokratie heißt eben nicht, dass jeder über alles ab- und mitbestimmen kann. Und zu einem Zusammenleben gehört eben auch, andere Meinungen und Geschmäcker zu schlucken.

Es gibt mit DFB und DFL zwei mächtige Institutionen, die den Rahmen im Fußball gestalten. Ich erwarte von diesen, dass diese nicht nur munter willkürliche Strafen verteilen, sondern Lösungen schaffen. Ein kontrolliertes abbrennen von Pyrotechnik würde diesen Konflikt relativ schnell beenden.

Re: Ist Pyrotechnik (k)ein Verbrechen? Der Faktencheck

Beitragvon Kreisklasse » Mi 14. Mär 2018, 09:15

Nur mal eine Anmerkung am Rande: der Beitrag ist kein "Faktencheck", sondern der Meinungsartikel eines Mitglieds der aktiven Fanszene mit juristischen Kenntnissen. Niemand sollte darauf vertrauen, "nur" wegen einer Ordnungswidrigkeit belangt zu werden. Aus dem Abbrennen von Pyrotechnik in einer Menschenmenge kann jeder interessierte Staatsanwalt einen Straftatbestand konstruieren, auch wenn scheinbar nichts passiert. Körperverletzung durch giftige Rauchgase oder zumindest versuchte schwere Körperverletzung. Dann entscheidet ein Gericht. Und dort ist der Pyromane "in Gottes Hand". Wobei Gerichte tendenziell härter urteilen als noch vor ein paar Jahren.

In der Juristerei gibt es keine eindeutigen Wahrheiten. Da gibt es Meinungen, herrschende Meinungen und Rechtsprechung. Und alles ist einem ständigen Wandel unterworfen.

Abgesehen davon ist das alles keine Frage der Demokratie. Bundesligaspiele sind private Veranstaltungen, die dem Hausrecht der Vereine unterliegen. Die AGBs regeln dabei die Pyrofrage eindeutig.
Durch leidenschaftlichen, ehrlichen und erlebnisreichen Fußball
vermitteln wir Freude, Faszination und Begeisterung.

Re: Ist Pyrotechnik (k)ein Verbrechen? Der Faktencheck

Beitragvon mit-glied68 » Mi 14. Mär 2018, 09:48

Soweit ich weiss gab es vor etwa zwei Jahrzehnten in Bochum eine ziemlich große Unterschriftenaktion für den Erhalt der bengalischen Fackeln vor der Ostkurve. Damals hat sich eine ziemlich große Mehrheit daran gestört, dass das plötzlich nicht mehr sein durfte.

Vor 2 Jahrzehnten ist wohl ein schlechter Vergleich. Damals wurde in Talkshows noch geraucht und ein Auto mit 200PS war ein Rennwagen;-)

Und überhaupt: Lassen wir dann auch über ein Rauchverbot abstimmen, denn das Passivrauchen stört mich ganz gewaltig? Und über ein Alkoholverbot, denn von den ganzen besoffenen geht mehr Aggression und Gefahr aus, als von Pyrotechnik? Nicht zu vergessen das Fahnenschwenken; auch für so ein verbot findest Du sicher eine Mehrheit.

Was mich betrifft, gerne. Ich brauche (mittlerweile) keine Zigaretten mehr und Alkohol würde mich nur zwingen, unsere fantastischen Sanitäranlagen zu benutzen.
Auch wegen der Fahnenschwenkerei bin ich in Block Q abgewandert.

Mit 20 fand ich das alles cool. 30 Jahre später hat sich viel geändert.

Wir brauchen aber gar nicht weiter zu diskutieren. Wir kommen auf keinen gemeinsamen Nenner!

Es gibt im Stadion eine Hausordnung, fertig. Wenn alle sich so benehmen würden, wie „meine“ Stadiontruppe, bräuchten wir nicht mal Ordner oder Einlasskontrollen.

Re: Ist Pyrotechnik (k)ein Verbrechen? Der Faktencheck

Beitragvon talueng » Mi 14. Mär 2018, 10:47

mit-glied68 hat geschrieben:Es gibt im Stadion eine Hausordnung, fertig.

Wenn es so einfach ist, warum wird das Thema dann ständig auf‘s Neue durchgekaut?

In Wahrheit sieht es doch so aus, dass die Hausordnung keine adäquate Lösung ist. Wäre sie das, hätten wir die ständige Diskussion nicht. Diese Hausordnung bewirkt rein gar nichts. Es wird weiter gezündet.

Das alles erinnert an ähnlich Kontroverse Streitfragen wie Drogenkonsum, Prostitution, oder Abtreibung. Spätestens wenn Verbote gescheitert sind und die Situation durch verbote sogar noch verschlimmert wird, sollte man über andere Lösungen nachdenken.

In Summe sind die verbote von Pyrotechnik nicht nur wirkungslos, sie verschlimmern die Gesamtsituation doch nur noch. Der gesamtschaden heute ist größer, als unter einem kontrollierten/regulierten zünden. Es ist unbegreiflich, wie ein Verband daher aus reiner Sturheit trotzdem weiter daran festhält.

Re: Ist Pyrotechnik (k)ein Verbrechen? Der Faktencheck

Beitragvon Mattes75 » Mi 14. Mär 2018, 11:12

Was bei der Ganze Sache mal wieder durcheinander geschmissen wird, hier wird von Pyro in Bezug auf Bengalos gesprochen!!! Der Bielefelder Ordner ist nicht wegen eines Bengalos auf einem Ohr taub, sondern wegen Knallkörpern. Die werden in BuB Beitrag garnicht behandelt. Zudem ist Rauchpulver, welches zu Reizungen der Atemwege führen kann, ebenfalls nicht Bestandteil des Beitrags!! Es geht um Bengalos.
Das in den Kurven oftmals Rauch und Bengalos gemeinsam gezündet werden ist klar. Trotzdem muss man unterscheiden. Und bei Knallkörpern und Rakten sind sich selbst 99% der Ultras einig, dass diese nicht ins Stadion gehören. Schwarze Schafe gibt es natürlich leider immer. Aber schmeißt nicht immer alles in eine Tonne.
Fussballfans sind keine Verbrecher!!

Münster - Erphoviertel - Hier schlägt das Herz des Fußballs