Verschwörungstheorien sind Unsinn aber was läuft falsch?


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Verschwörungstheorien sind Unsinn aber was läuft falsch?

Beitragvon ErwinK » So 7. Apr 2019, 14:04

Ich halte nichts von der Theorie einer groß angelegten Verschwörung. Die Frage ist, was läuft falsch und was kann der Verein und sein Umfeld daran ändern?
Für mich ist es auf den ersten Blick unverständlich, warum wir auch heute noch gerne als Skandalclub herhalten, obwohl wir seit mehr als 20 Jahren seriöser sind, als die so hoch gelobten Clubs an der Tabellenspitze. Dieses verzerrte Bild in den Medien wirkt sich natürlich auch auf andere Bereiche, z.B. auf DFB/DFL-Funktionäre und Schiedsrichter aus. Während es z.B. hier in NRW schick ist, auch als Journalist mehr oder weniger offen seine Sympathien für unsere Nachbarn zu zeigen, gehört es ebenso zum "guten Ton", jede Fehlentwicklung bei uns sofort als Skandal oder Chaos zu bezeichnen. Damit manifestiert man dieses Bild des sympathischen Herausforderers BVB und des erfolgreich geführten FC Bayern und gleichzeitig wird dem FC Schalke 04 die Rolle der ewigen Skandalnudel übertragen.
Da ich unbedingt daran glaube, dass man nie andere, sondern nur sich selbst ändern kann, ist nun die große Frage, was können wir und der Club tun? Liegt es an uns, dass wir immer noch so schlecht rüberkommen und wenn ja, was machen wir falsch?

Eine kleine Geschichte am Rande, die dazu passt. In den 90er Jahren hatte ich die Gelegenheit, mit einem langjährigen Bundesligaschiedsrichter bei einem Bier (es waren doch ein paar) über die Bundesliga zu sprechen. Er ließ dabei durchblicken, dass die Vereine die Schiedsrichter sehr unterschiedlich behandeln und dass sich das durchaus auf Sympathie und Antipathie auswirkt. Auch sagte er sehr deutlich, dass viele Schiedsrichter Lieblingsvereine haben und dass das nicht immer mit dem Wohnort zu tun hat. Der Tenor seiner Aussagen war der, dass kaum ein Schiri wirklich neutral ist und sich das in engen Entscheidungen auch auswirken kann ("Schließlich sind wir alle nur Menschen."). Auch hat natürlich jeder Schiri seine Vorgesetzten im Blick, die darüber entscheiden, ob man häufig oder selten eingesetzt wird. Auf die aber haben wohl schon immer gerade Clubs wie Bayern München einen Einfluss. Senken die den Daumen bei einem Schiri, kann das schnell einen Karriereknick und damit massive finanzielle Verluste bedeuten.
Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen. Voltaire (1694-1778), eigtl. François-Marie Arouet, frz. Philosoph u. Schriftsteller

Re: Verschwörungstheorien sind Unsinn aber was läuft falsch?

Beitragvon hannover1958 » So 7. Apr 2019, 16:02

Und dadurch dass es neuerdings einen Kölner Keller gibt, ist die Wahrscheinlichkeit noch größer geworden dass im Endeffekt Sympathie entscheidet. Ich bin überzeugt davon, dass Stark uns nicht mag. Er hat es am ersten Spieltag nur übertrieben und ist raus genommen worden. Ist er eigentlich schon wieder aktiv?

Re: Verschwörungstheorien sind Unsinn aber was läuft falsch?

Beitragvon Ballbesitz04 » So 7. Apr 2019, 16:10

Sympathieträger im Verein zu haben, ist schon mal nicht falsch.
Eine attraktive Spielweise hilft.
Die Jugendarbeit besser zu vermarkten auch.
Ist das noch Fußball?

Re: Verschwörungstheorien sind Unsinn aber was läuft falsch?

Beitragvon pewpewlazorgunz » So 7. Apr 2019, 18:33

Das halte ich für selektive Wahrnehmung.

Bayern hat in der Hinrunde die komplette Breitseite bekommen, Brazzo nimmt immer noch keiner ernst und viele versuchen ihn irgendwie in Widersprüche zu den anderen Verantwortlichen zu locken, Hoeneß und Rummenigge wurde nahelegelgt doch besser in den Ruhestand zu gehen und Kovac durfte im Wochentakt lesen, dass die Mannschaft nicht mehr hinter ihm steht.

Umgekehrt wurde bei euch letzte Saison großzügig darüber hinweggesehen, dass der Fußball auch da schon ziemlich furchtbar war und stattdessen eine Lobeshymne nach der anderen auf Tedesco geschrieben.

Die Medien suchen sich leichte narrative, was in der Regel dazu führt, dass im Erfolgsfall alles super toll ist und bei Misserfolg die üblichen Klischees abgehandelt werden.

Vielleicht definieren wir seriös unterschiedlich, aber wie viele Trainer haben seit Stevens erster Amtszeit bei euch das Ende ihrer zweiten Saison erlebt? Wie viele Spieler wurden bei euch diese Saison suspendiert? Welcher Manager war seit Assauer nicht schon früh in der Kritik?
Die Außenpolitik generell ist da so eine Sache: die Art und Weise wie man den Abgang von Goretzka kommuniziert hat (insbesondere Tönnies' Aussagen), diese Saison Tedesco mit seinen polarisierenden Aussagen (nach Leipzig zum Beispiel), Harits angebliche oder tatsächliche Glücksspielprobleme und vor allem diese Posse um den Kaderplaner, den man Heidel zur Seite stellen wollte.

Ich glaube nicht, dass Bayern oder Dortmund in der Presse ein anderes Echo erleben würde, wenn es bei den Clubs ähnlich laufen würde.

Re: Verschwörungstheorien sind Unsinn aber was läuft falsch?

Beitragvon ErwinK » So 7. Apr 2019, 19:37

pewpewlazorgunz hat geschrieben:Das halte ich für selektive Wahrnehmung.

Bayern hat in der Hinrunde die komplette Breitseite bekommen, Brazzo nimmt immer noch keiner ernst und viele versuchen ihn irgendwie in Widersprüche zu den anderen Verantwortlichen zu locken, Hoeneß und Rummenigge wurde nahelegelgt doch besser in den Ruhestand zu gehen und Kovac durfte im Wochentakt lesen, dass die Mannschaft nicht mehr hinter ihm steht.

Umgekehrt wurde bei euch letzte Saison großzügig darüber hinweggesehen, dass der Fußball auch da schon ziemlich furchtbar war und stattdessen eine Lobeshymne nach der anderen auf Tedesco geschrieben.

Die Medien suchen sich leichte narrative, was in der Regel dazu führt, dass im Erfolgsfall alles super toll ist und bei Misserfolg die üblichen Klischees abgehandelt werden.

Vielleicht definieren wir seriös unterschiedlich, aber wie viele Trainer haben seit Stevens erster Amtszeit bei euch das Ende ihrer zweiten Saison erlebt? Wie viele Spieler wurden bei euch diese Saison suspendiert? Welcher Manager war seit Assauer nicht schon früh in der Kritik?
Die Außenpolitik generell ist da so eine Sache: die Art und Weise wie man den Abgang von Goretzka kommuniziert hat (insbesondere Tönnies' Aussagen), diese Saison Tedesco mit seinen polarisierenden Aussagen (nach Leipzig zum Beispiel), Harits angebliche oder tatsächliche Glücksspielprobleme und vor allem diese Posse um den Kaderplaner, den man Heidel zur Seite stellen wollte.

Ich glaube nicht, dass Bayern oder Dortmund in der Presse ein anderes Echo erleben würde, wenn es bei den Clubs ähnlich laufen würde.

In den letzten 4 Jahren nach Klopp sehe ich bei euch 4 Trainer mit Tuchel, Bosz, Stöger und jetzt Favre. Kontinuität ist das nun auch nicht gerade.
Es war in diesem Jahrtausend, als ihr beinahe die Lizenz nicht erhalten habt. Viele Menschen haben eine Menge Geld durch die BVB-Aktie verloren. Auch ist der langjährige Präsident Niebaum ein inzwischen mehrfach verurteilter Straftäter. Ob er als Anwalt inzwischen wieder praktizieren darf, weiß ich nicht. Spielt das in der Presse irgendeine Rolle? Du kannst sicher sein, dass das bei uns der Fall wäre. Da wird ja sogar noch der Bundesligaskandal zitiert, der viele Jahrzehnte zurückliegt.
In München wirken an vorderster Front Straftäter wie Hoeness und Rummenigge. Deren legendäre Pressekonferenz spielt heute keine wirkliche Rolle mehr. Bei uns würden sollten Punkte in jedem zweiten Artikel thematisiert. In den letzten drei Jahren hatten die Bayern mit Ancelotti, Sagnol, Heynckes und jetzt Kovac auch 4 Trainer.
Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen. Voltaire (1694-1778), eigtl. François-Marie Arouet, frz. Philosoph u. Schriftsteller

Re: Verschwörungstheorien sind Unsinn aber was läuft falsch?

Beitragvon pewpewlazorgunz » So 7. Apr 2019, 20:51

Niebaum, Molsiris und der Bundesligaskandal sind doch wirklich Schnee von gestern, die werden vielleicht hin und wieder noch erwähnt, wenn es einen konkreten Anlass gibt, aber du willst mir doch sicher nicht erzählen, dass das Schalke von den Medien immer noch vorgehalten wird.
Dass Hoeneß einfach so weitermachen durfte fand ich auch traurig für den deutschen Fußball, aber ich sehe nicht unbedingt inwiefern das in diesen Thread passt - der Aufsichtsrat hat das durchgewunken, die Mitglieder haben ihn wieder ins Amt gewählt, die Journalisten mit einem Funken Integrität haben kritische Artikel dazu geschrieben, aber jetzt ist das Thema eben durch.

Also erstmal waren Stöger, Sangol und Heynckes (von sich aus) relativ eindeutig Interimslösungen und zweitens gab es auch beim BVB und bei Bayern entsprechend negatives Medienecho in den Krisen. Die komplette Hinrunde waren die Bayern in jeder Sendung die Idioten, Watzke hat sich rund um den Bruch mit Tuchel ebenfalls viel Kritik gefallen lassen müssen.
Der entscheidende Punkt sind aber die Leistungen: Bayern ist in den lezten Jahren immer Meister geworden und hat auch in der CL gut mitgespielt.
Der BVB wurde zweiter, dritter, vierter und spielt diese Saison voll um die Meisterschaft mit und hat zwischendurch auch nochmal den Pokal gewonnen.

Da wurden die Saisonziele auch in schlechten Jahren erreicht und damit hat die Kritik eine ganz andere Basis als bei euch. Und ein Aspekt ist eben auch wie Dinge nach außen dringen. Bei uns hat Watzke zum Beispiel am Ende der letzten Saison ganz offen gesagt, dass sie es verpasst haben das Management der Entwicklung des Clubs anzupassen und sie deshalb jetzt Kehl und Sammer verpflichten. Wie ist eine ähnliche Umstrukturierung bei euch gelaufen? Tönnies sagt, wenn ich mich richtig erinnere, in der Öffentlichkeit, dass man Heidel jemanden zur Seite stellen will. Der wird dadurch in eine Ecke gedrängt und lehnt das dann ebenso öffentlich ab, es passiert nichts, das Thema gärt und ein paar Monate später ist er Geschichte und man sucht mitten in der Rückrunde einen Nachfolger. Oder halt auch so Sachen wie ein Rudy, bei dem man sich fragt, wieso er denn geholt wurde und mit dem Heidel über die Bild kommuniziert hat. Oder auch ein Bentaleb, der erst verletzt ist, dann suspendiert ist und dann taucht das Foto mit den beiden Babys auf dem Arm auf.

Da muss man sich doch nicht wundern, wenn die Medien danke sagen.

Re: Verschwörungstheorien sind Unsinn aber was läuft falsch?

Beitragvon BuB » So 7. Apr 2019, 21:23

Bild
Bild Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen!!!Bild

Re: Verschwörungstheorien sind Unsinn aber was läuft falsch?

Beitragvon Homer Jay » So 7. Apr 2019, 21:30

Wollte jetzt nicht extra einen neuen Thread dafür aufmachen.

Aber ich finde zwar überall im Netz empörte Berichte, dass der böse Huub Journalisten zur Minna gemacht hat, aber nirgends eine Info über die Identität oder den Arbeitgeber der angezählten. Finde ich schon merkwürdig...

Weiß da jemand mehr? Die Info dürfte wohl wichtig zur Einschätzung der Motivlage bei kommenden Berichten sein...

Re: Verschwörungstheorien sind Unsinn aber was läuft falsch?

Beitragvon Liebhaber » So 7. Apr 2019, 21:31

An alle Verschwörungstheorieanhänger:

2. Spieltag: Schalke-Hertha

12.Minute: Der Schiedrichter erhält einen Hinweis aus Köln, eilt in die Reviewarea und schaut sich die Szene an. Entscheidung: Handspiel Hertha, Elfmeter Schalke.

Schiedsrichter war S. Stegemann.


13.Minute: Caliguiri verschießt den Elfmeter. :(

Re: Verschwörungstheorien sind Unsinn aber was läuft falsch?

Beitragvon ErwinK » So 7. Apr 2019, 21:32

@pewpewlazorgunz
Ich behaupte, dass die von mir genannten Dinge bei euch oder den Bayern bei uns ganz anders gewichtet werden. Wäre ein ehemaliger und langjähriger Schalke-Präsident mehrfach verurteilt und als Anwalt mit einem Berufsverbot belegt worden, würde das garantiert häufiger erwähnt. Bei Niebaum wissen viele nicht einmal, dass es so ist.
Wären Tönnies oder Peters vorbestraft, würde man nicht - wie bei Hoeneß - nach einer kleinen Übergangszeit zur Tagesordnung übergehen. Das würde regelmäßig erwähnt werden.
Wenn die Medien sich auf die sportliche Leistung beschränken würden, hätte ich kein Problem damit. Da ist es berechtigt, Bayern und den BVB zu loben und Schalke z.B. in dieser Saison zu kritisieren. Was die Medien aber gerne machen, ist Schalke irgendwie in einem negativen Zusammenhang zu erwähnen. Fällt ein früherer Spieler z.B. durch eine Straftat auf, ist es der ehemalige Schalker, auch wenn er danach in 5 anderen Vereinen gespielt hat. Obwohl Schalke seit mehr als 2 Jahrzehnten keine Skandale produziert, sportlich recht viele Erfolge hatte und die Vereinsführung insgesamt seriös ist, wird jede Krise sofort zum Chaos gemacht. Würde sich jemand die Mühe machen, große Überschriften zu Schalke zu zählen, wären in diesen gut zwei Jahrzehnten vermutlich 75% negative Schlagzeilen zu finden.
Deine genannten Beispiele sind eher eine Bestätigung meiner Aussagen. Da werden Kleinigkeiten und wenige öffentliche Äußerungen so lange mit Schlagzeilen unterfüttert, bis aus der Kleinigkeit eine Geschichte wird. Tönnies hat sich in den letzten 2 Jahren wohltuend zurückgehalten. Nach allem, was ich weiß, hat er Heidels eigenen Vorschlag aufgegriffen. Es war keineswegs so, dass dies eine völlig neue Idee war, Heidel zu unterstützen. Die Art und Weise, wie Heidel damit umgegangen ist, war unprofessionell.
Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen. Voltaire (1694-1778), eigtl. François-Marie Arouet, frz. Philosoph u. Schriftsteller