Wir backen uns einen neuen Cheftrainer


Moderatoren: Erwin u Helmut, EddieW

Re: Wir backen uns einen neuen Cheftrainer

Beitragvon Himmel04 » Mo 15. Apr 2019, 18:16

Lokonda hat geschrieben:Dann muss ein Verein durch eine realistische und vernünftige Kommunikation halt mal dafür sorgen, dass sich die Fanerwartungen an den Realitäten orientieren müssen und nicht an Luftschlössern.
Und vor allem auch die internen Erwartungen und Ziele.
Es muss jetzt endlich darum gehen, sich erst einmal zu stabilisieren und eine zukunftsträchtige Spielidee zu implentieren.
Und zwar eine, die auch eine Idee im Spiel mit Ball hat, denn sonst wird die Arena überspitzt gesagt leergespielt, denn es bleiben jetzt schon jedes Spiel tausende Plätze frei und tausende andere kommen nur noch ohne Vorfreude, da man weiß, welchen Mist einen seit Jahren in Bezug auf Fußball erwartet.
Und was Regale betrifft, aus denen man sich bedient: Nur weil man Schalke heißt, muss man sich nicht aus höheren Regalen bedienen und bei unserer sportlichen und finanziellen Entwicklung wird man es auch kaum noch können.
Man kann auch mit recht wenig Geld (in Bezug auf heutige Verhältnisse) sehr gute Spieler und Charaktere bekommen und diese weiterentwickeln.
Nur eins ist klar: Bei uns steht seit Jahren das Spiel gegen den Ball absolut im Vordergrund. Ein Spiel mit Ball zu entwickeln, ist deutlich schwieriger und ein Prozess, der länger dauert, zumal man auch den Kader mit entsprechenden Spielern umbauen muss.
Dieser Weg wird immer von Rückschlägen gezeichnet sein, die man aushalten muss, wenn man sich nachhaltig in die richtige Richtung entwickeln möchte.
Um kurzfristig erfolgreich zu sein, kann man auch wieder Busse parken, auf Glück und Standards hoffen. Aber so ein Weg wird NIE nachhaltig erfolgreich sein.


Da ist natürlich vieles richtig, was Du sagst, aber ist es alles auch realistisch umsetzbar?

ME hat Breitenreiter nicht nur gegen den Ball arbeiten lassen, aber als es mal nicht lief ganz schön vor den Bug bekommen. Und in der ersten Tedesco Saison waren die Ansprüche auch sehr gering. Die bekamen dann eine Eigendynamik durch den Vizemeister, gegen die man nicht wirklich anarbeiten kann. Da kann man reden bis man schwarz wird.

Und dass man theoretisch für kleines Geld gute Spieler bekommen kann, ist sicherlich auch richtig. Die Frage ist, ob man das wirklich systematisch kann. Oder ob da nicht immer viel Glück dabei ist. Welchem Verein in der Buli gelingt das denn über viele Jahre? Gerade von den Vereinen, die einen gewissen Anspruch haben? Im Moment ist Bobic da das neue Mass der Dinge. Aber wie lange wird das halten? Früher war es Allofs.

Um das umzusetzen, was Du forderst, müsste man den Kader sehr breit verändern. Man müsste Spieler wie Geis oder Serdar holen in dem Stadium, in dem Mainz sie holt. Dazu Spieler wie Werner und Kimmich holen und sie spielen lassen, wenn sie noch sehr jung sind und Fehler machen. Und dann auch mal den Ablösen widerstehen, die geboten werden.

Was uns gut tun würde, wäre ein Spieler wie Reus. Absolute Weltklasse mit klarem Bekenntnis zu Schalke. Die Frage stelle ich mir immer noch, ob Neuer damals geblieben wäre, wenn Magath nicht gefeuert worden wäre. Immerhin hatte Magath recht schnell viel aufgebaut. Vizemeister, CL-Halbfinale und Pokalfinale. Mit viel Optimismus war Schalke da noch ein Team, das auf Sicht Bayern gefährden konnte. Immerhin hatte man sie gerade im Pokalhalbfinale in München geschlagen.

Und noch eine Anmerkung zum Spiel mit Ball. Wir hatten viele Jahre Probleme, dass in unserer Arena von vielen Teams total gemauert wurde und wir uns dann noch einen Konter einfingen. Diese Idee gegen den Ball zu spielen kam mE erst mit Heidel auf. So ein Fussball würde noch funktionieren, wenn man sich zu einer super Kontermannschaft entwickeln würde und sein Momentum auch mal für ein 4:0 nutzt. Bei dem Ergebnis fragt später keiner mehr, wie es zustande kam. Wie beim 4:4. Aber genau das hat Tedesco nicht hinbekommen. Aus den 3-5 glasklaren Chancen dann auch Tore zu machen. Da fehlte es auch an Qualität im Sturm. Man stelle sich vor, er hätte Sane noch gehabt.

Zum trainer habe ich keine Meinung. Baumgart klingt okay für mich. Ähnlich wie damals Breitenreiter. Etwas weniger Erfahrung, dafür offensiver mit mehr Toren. Ich sehe keinen, der sich wirklich aufdrängt wie früher Tuchel oder Favre.
"Und dann sagte der Russe, der ein wenig deutsch konnte, zu mir: Kommst Du aus Schalke?" (Mein Oppa)

Re: Wir backen uns einen neuen Cheftrainer

Beitragvon Ballbesitz04 » Mo 15. Apr 2019, 18:21

Einen offensiv denkenden Trainer hätte ich auch gern. Aber dann braucht man auch offensive Spieler. Sonst passt sich der Trainer wieder den vorhandenen Spielern an.
Ist das noch Fußball?

Re: Wir backen uns einen neuen Cheftrainer

Beitragvon Rogerg » Mo 15. Apr 2019, 18:23

@ Lokonda

Laut L.Mathäus hat der FC Schalke 04 gute Spieler verpflichtet. Aber leider keine Mannschaft daraus machen können ?

Re: Wir backen uns einen neuen Cheftrainer

Beitragvon mt247 » Mo 15. Apr 2019, 19:49

Rogerg hat geschrieben:@ Lokonda

Laut L.Mathäus hat der FC Schalke 04 gute Spieler verpflichtet. Aber leider keine Mannschaft daraus machen können ?


Wenn es Lodda sagt, dann wird es so sein....

Re: Wir backen uns einen neuen Cheftrainer

Beitragvon Frahe04 » Mo 15. Apr 2019, 19:50

Der Jörch B. hat geschrieben:Relegation gegen Paderborn, wir bleiben drin und Baumgart trainiert dennoch anschließend in der 1. Liga. Huub 2.0 ;)


1. Wir werden keine Relegation spielen müssen, weil wir mindestens 15. werden.
2. Baumgart wird die Relegation gegen die Glubberer verlieren ;)
Wer königsblau im Herzen trägt, sieht niemals schwarz!

Re: Wir backen uns einen neuen Cheftrainer

Beitragvon elTribe » Mo 15. Apr 2019, 20:50

Wir werden nach dieser Saison unseren Kader nicht komplett umbauen koennen. Wir haben immer noch das Problem, dass die meisten unsere Spieler zu viel verdienen. Natuerlich werden 2-3 kleinere Transfers drin sein, aber ich bezweifel stark dass wir auf einmal eine total offensiv ausgerichtete Mannschaft aufstellen koennen.

Re: Wir backen uns einen neuen Cheftrainer

Beitragvon Lokonda » Mo 15. Apr 2019, 22:21

@ Rogerg

Natürlich haben wir im Sommer überwiegend gute Spieler verpflichtet. Daher konnte ich die massive Kritik an Heidel auch nie verstehen. Ich wäre froh gewesen, wenn Heldt mal solche guten Spieler verpflichtet hätte.
Tedesco wollte den Fußball entwickeln und das Spiel mit Ball verbessern. Dafür hat er mit Rudy, Mascarell und vor allem Uth 3 Spieler mit größerer Qualität und mit Serdar einen Spieler mit großem Potential bekommen.
Aber natürlich können solche Spieler ihre großen Stärken nur dann einbringen, wenn man auch den Fußball spielen lässt, für den sie geholt wurden.
Diesen hat Tedesco aber nicht spielen lassen und auch nicht spielen lassen wollen, weil es seine Trainer DNA gar nicht hergibt.
Ein Trainer, der auch eine DNA hat, die ein strukturiertes offensivspiel vorsieht, hat so schon Spieler, die er gebrauchen kann.
Aber man muss zusätzlich Spieler mit Tempo und Führungsqualitäten verpflichten. Und Tempo alleine reicht auch nicht, da man variabel und spielintelligent sein muss. Und dazu noch auch bereit sein muss, auch Wege nach hinten zu machen. Spieler mit der Qualität und der Mentalität von Konoplyanka braucht man jedenfalls nicht. So ein Spieler ist für eine Liga wie der deutschen Bundesliga nicht geeignet. Egal, in welchem System, egal unter welchem Trainer.

Re: Wir backen uns einen neuen Cheftrainer

Beitragvon IM Friseur » Di 16. Apr 2019, 01:39

Das ist mir zu simpel. Es ist so ein Idealvorstellungsgezeter gepaart mit selbstgerechter Ich-habs-ja-schon-immer-gesagt-Attitüde. Himmel04 hat völlig recht, wenn er das in den jeweiligen Kontext setzt.

Keiner weiß, wie man‘s richtig macht, aber jeder wusste schon immer, wie man es nicht macht.

Frag mal bei Emery nach, ob ein Kono unter keinem Trainer funktioniert. Letztendlich ist eine Mannschaft ein Gebilde aus ca. 22 Spielern und einem Trainerteam, bei dem es auf beiden Seiten eine hohe Fluktuation gibt. Manchmal passt es besser, manchmal schlechter. Manchmal ergibt sich durch unerwarteten Erfolg eine Eigendynamik, ebenso durch unerwarteten Misserfolg. Die einzigen, die sich - verhältnismäßig - häufig dieser unkalkulierbaren Dynamik entziehen können, sind die Bayern. Die werden dann dreiundsiebzig Mal Meister, scheitern aber international immer wieder. Anderer Erwartungshorizont.

Letztendlich betreiben wir nur eine wiederkehrende Ostereiersuche in der Hoffnung, irgendein Überraschungsei zu erwischen, in dem mehr drin ist als der Preis vermuten lässt. Und warum? Weil andere auch schon Glück hatten. Dann werden nacheinander die besten Ostereiersucher verpflichtet (Magath, Heidel), damit sie ihre Coups für mehr Geld und mit mehr Geld wiederholen. Letztendlich reicht das für Teilerfolge, aber machen wir uns nix vor. Die Liga hat Bayern so lange gewähren lassen, dass es eigentlich keinen Konkurrenten mehr gibt, weshalb jedes Jahr die Suche nach dem David, der den Goliath schlägt, wieder von vorn beginnt. Und am Ende des Tages erklärt uns hier irgendjemand, warum es dieses Mal wieder nicht funktioniert hat. die ganz besonders Beflissenen lassen uns dann wissen, dass sie das ja schon vorher wussten. Das ist nicht weniger langweilig als jede Bundesligasaison.

Re: Wir backen uns einen neuen Cheftrainer

Beitragvon elTribe » Di 16. Apr 2019, 07:08

IM Friseur hat geschrieben:Das ist nicht weniger langweilig als jede Bundesligasaison.


Warum gucken wir es uns dann ueberhaupt noch an?

Re: Wir backen uns einen neuen Cheftrainer

Beitragvon candle » Di 16. Apr 2019, 08:14

[quote="elTribe"][quote="IM Friseur"]Das ist nicht weniger langweilig als jede Bundesligasaison.[/quote]

Warum gucken wir es uns dann ueberhaupt noch an?[/quote]


Die Hoffnung stirbt zuletzt.

BWG

candle