zwischenbilanz nach 30 spielen


Moderatoren: Erwin u Helmut, EddieW

Re: zwischenbilanz nach 8 spielen

Beitragvon EddieW » Mo 22. Okt 2018, 20:33

Ballbesitz04 hat geschrieben:
ErwinK hat geschrieben:
EddieW hat geschrieben:Natürlich freut sich jeder, wenn er den Meister oder Vize schlägt. Noch nie gekickt? Auch in den Niederungen des Fußballs ist sowas Motivation.

Ich habe 25 Jahre aktiv gespielt und Du? Uns hat es nie interessiert, ob der Gegner in der letzten Saison Zweiter geworden ist. Bestenfalls hatten wir etwas mehr Respekt, aber Zusatzmotivation war das nicht.
In der Bundesliga freut man sich, große Namen zu schlagen. Wenn Leipzig oder Hoffenheim Vizemeister werden, ist das für andere Mannschaften keine Zusatzmotivation. Schalke und andere Traditionsvereine haben immer diese besondere Aufmerksamkeit. Ob man Zweiter, Dritter oder Zehnter in der Vorsaison geworden ist, spielt eine eher untergeordnete Rolle. Beim Meister würde ich das noch bedingt als Argument akzeptieren.
Zwischen 2004 und 2008 sind wir zweimal Zweiter geworden und hatten solche Probleme in der folgenden Saison nicht.


Das möchte ich sehen, dass das bei den Bremern am Samstag eine Rolle gespielt hat, ob wir letzte Saison 2. ,3. oder 4. waren


Meinste nicht, das die gegen einen Aufsteiger oder die Bayern einen Unterschied gemacht hätten?
Geboren in Gelsenkirchen-Resse und auch noch stolz drauf!

Re: zwischenbilanz nach 8 spielen

Beitragvon ErwinK » Mo 22. Okt 2018, 20:35

EddieW hat geschrieben:Das sagen doch sogar Profis, das sie gerne höher gewertete Gegner oder Meister schlagen, wo ist denn da dein Problem?

Ich habe noch nie gehört, dass Spieler sich in Sachen Motivation auf die Platzierung der Vorsaison beziehen (außer beim Meister vielleicht). Ich bin sicher, dass ein Traditionsverein wie Schalke immer mit dieser Zusatzmotivation leben muss. Besonders krass war das in dunklen Zweitligazeiten, wo bei einem Heimspiel gegen Schalke bei fast jedem Gegner Volksfest herrschte.
Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen. von Evelyn Beatrice Hall (1868-1956)

Re: zwischenbilanz nach 8 spielen

Beitragvon Ballbesitz04 » Mo 22. Okt 2018, 20:38

Nun ja. Tedesco hat ja auch viel richtig gemacht letzte Saison.

- er hat für Meyer und Stambouli bessere Positionen gefunden.
- wir waren bei Standards richtig gut, vorne und hinten
- er hat die Mannschaft mitgerissen, wie beim 4-4 in Dortmund
- er wurde allerorten für seine akribische Vorbereitung gelobt
- wir hatten richtig Power, Spiele nach hinten raus zu drehen.

Irgendwas ist da schief gelaufen in der Vorbereitung.
- Vielleicht fehlen mit Goretzka und Stambouli wichtige Führungsfiguren.
- Vielleicht wurde auf Standards und Kondition nicht mehr so viel Wert gelegt
- Vielleicht ist sein Fußball vom Gegner mittlerweile entschlüsselt.
- Einige Spieler finden sich mit der Art des Fußballs nicht zurecht. Uth bräuchte wohl eher schnelle Zuspiele in der Spitze. Rudy einen starken Spieler an seiner Seite. Und dann sehe ich da auch einige Schwächen in der Transferpolitik. Nicht bei einzelnen Spielern, sondern eher in der Zusammensetzung und im Zeitpunkt.
Ist das noch Fußball?

Re: zwischenbilanz nach 8 spielen

Beitragvon Ballbesitz04 » Mo 22. Okt 2018, 20:40

ErwinK hat geschrieben:
EddieW hat geschrieben:Das sagen doch sogar Profis, das sie gerne höher gewertete Gegner oder Meister schlagen, wo ist denn da dein Problem?

Ich habe noch nie gehört, dass Spieler sich in Sachen Motivation auf die Platzierung der Vorsaison beziehen (außer beim Meister vielleicht). Ich bin sicher, dass ein Traditionsverein wie Schalke immer mit dieser Zusatzmotivation leben muss. Besonders krass war das in dunklen Zweitligazeiten, wo bei einem Heimspiel gegen Schalke bei fast jedem Gegner Volksfest herrschte.


Wir sind offensiv zu Hause schwach, wir können einen Rückstand gegenwärtig nicht wettmachen. Und wir sind leicht zu verunsichern. Während Werder selbst gerade einen Lauf hat. Das dürfte für die Bremer mehr Motivation gewesen zu sein, als dass sie gegen den Vizemeister spielen.
Ist das noch Fußball?

Re: zwischenbilanz nach 8 spielen

Beitragvon EddieW » Mo 22. Okt 2018, 20:40

ErwinK hat geschrieben:
EddieW hat geschrieben:Das sagen doch sogar Profis, das sie gerne höher gewertete Gegner oder Meister schlagen, wo ist denn da dein Problem?

Ich habe noch nie gehört, dass Spieler sich in Sachen Motivation auf die Platzierung der Vorsaison beziehen (außer beim Meister vielleicht). Ich bin sicher, dass ein Traditionsverein wie Schalke immer mit dieser Zusatzmotivation leben muss. Besonders krass war das in dunklen Zweitligazeiten, wo bei einem Heimspiel gegen Schalke bei fast jedem Gegner Volksfest herrschte.


Ich glaube das schon. Wenn du gegen einen spielst, der weit oben war und zudem noch ein Verein vom Kaliber Schalke ist, gibst du mehr Gas. Als Profi sollte man das vielleicht beiseite schieben, aber es sind alles Menschen.
Geboren in Gelsenkirchen-Resse und auch noch stolz drauf!

Re: zwischenbilanz nach 8 spielen

Beitragvon ErwinK » Mo 22. Okt 2018, 20:46

EddieW hat geschrieben:
ErwinK hat geschrieben:
EddieW hat geschrieben:Das sagen doch sogar Profis, das sie gerne höher gewertete Gegner oder Meister schlagen, wo ist denn da dein Problem?

Ich habe noch nie gehört, dass Spieler sich in Sachen Motivation auf die Platzierung der Vorsaison beziehen (außer beim Meister vielleicht). Ich bin sicher, dass ein Traditionsverein wie Schalke immer mit dieser Zusatzmotivation leben muss. Besonders krass war das in dunklen Zweitligazeiten, wo bei einem Heimspiel gegen Schalke bei fast jedem Gegner Volksfest herrschte.


Ich glaube das schon. Wenn du gegen einen spielst, der weit oben war und zudem noch ein Verein vom Kaliber Schalke ist, gibst du mehr Gas. Als Profi sollte man das vielleicht beiseite schieben, aber es sind alles Menschen.

Da sind wir ja nicht weit auseinander. Motivation ist sicherlich immer eine Kombination mehrerer Faktoren. Manchmal hat man noch eine Rechnung offen und sicherlich ist Schalke als Vizemeister auch Motivation. Ob das nun - wie Du meinst - eher mit der Platzierung zusammenhängt oder - wie ich meine - eher mit dem Traditionsnamen, ist vermutlich nicht wirklich zu klären.
Tatsache ist aber, dass wir - wie ich schon schrieb - mit einer solchen Situation in der Vergangenheit auch schon problemlos klar gekommen sind.
Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen. von Evelyn Beatrice Hall (1868-1956)

Re: zwischenbilanz nach 8 spielen

Beitragvon EddieW » Mo 22. Okt 2018, 20:52

@Erwin
Ich hab mich Mal lange mit einem Ex Profi unterhalten können, da seine Eltern mit uns befreundet sind und der erzählte so ein wenig. Zb erhöhte es die Motivation, welcher Spieler beim Gegner kickte oder ob es ein Ex Club eines Kumpels war. Daher denke ich, Motivation kann man aus mehreren Quellen ziehen.
Und jetzt bitte nichts kompliziertes mehr.. Sitze gerade in Spanien und teste Cocktails ;)
Geboren in Gelsenkirchen-Resse und auch noch stolz drauf!

Re: zwischenbilanz nach 8 spielen

Beitragvon ErwinK » Mo 22. Okt 2018, 20:58

EddieW hat geschrieben:@Erwin
Ich hab mich Mal lange mit einem Ex Profi unterhalten können, da seine Eltern mit uns befreundet sind und der erzählte so ein wenig. Zb erhöhte es die Motivation, welcher Spieler beim Gegner kickte oder ob es ein Ex Club eines Kumpels war. Daher denke ich, Motivation kann man aus mehreren Quellen ziehen.
Und jetzt bitte nichts kompliziertes mehr.. Sitze gerade in Spanien und teste Cocktails ;)

Teste einen Cocktail für mich mit und viel Spaß im Urlaub.
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Re: zwischenbilanz nach 8 spielen

Beitragvon Himmel04 » Mo 22. Okt 2018, 21:16

ErwinK hat geschrieben:
Himmel04 hat geschrieben:Vizemeister ohne Dreifachbelastung. Spieler gehen, weil sie begehrt sind. Spieler kommen, weil CL-Geld da ist. Der Kader ist grösser. Alles ist noch nicht so eingespielt. Es gibt wieder Dreifachbelastung und man will sich in der CL nicht blamieren. Man braucht Rotation. Und in der Buli will jeder gern dem Vizemeister ein Bein stellen, weil es beim Meister fast unmöglich ist. Das ist schon ein besonderes Szenario, das u.U. viel mehr Einfluss hat als die Idee, dass alle neuen Spieler Graupen sind und der Trainer ein(e) Idiot(e).

Wenn ich einige neue Spieler habe, dann tue ich alles, um möglichst schnell ein eingespieltes Team zu formen. Wer in dieser ersten Phase, in der die Dreifachbelastung noch unproblematisch ist, schon mit Rotation beginnt, der macht etwas falsch. Wenn wir die CL-Vorrunde überstehen, kann man immer noch rotieren.
Dass jeder gern dem Vizemeister ein Bein stellen will, ist eine steile These. Schön wäre es gewesen, wenn wir mit dem Selbstvertrauen eines Vizemeisters dem Gegner unser Spiel aufgezwungen und uns nicht taktisch fast ausschließlich auf die Störung des Gegners beschränkt hätten.
Was ist mit unseren Nachbarn, was mit Eintracht Frankfurt oder RB Leipzig? Warum haben die nicht ähnliche Probleme wie wir?
Man kann sicherlich ganz viele Gründe herbeireden, um diesen Grottenkick zu erklären. Die schlüssigsten Erklärungen sind für mich eine schlechte Vorbereitung und damit kein eingespieltes Team, eine zu oft wechselnde Taktik (teilweise mehrfach im Spiel) und die Unfähigkeit des Trainers, auf die für fast jedermann erkennbaren Fehler angemessen zu reagieren. DT ist ein junger und weitgehend unerfahrener Trainer, der mit der aktuellen Situation offenbar völlig überfordert ist. Vielleicht ist er auch viel zu sehr in Taktik und Spielsysteme verliebt und vergisst dabei, dass Fußball ein ganz einfaches Spiel sein kann.


Sorry, aber Dein Ross ist mir da um Einges zu hoch. 25 Jahre aktiv bedeutet ja auch nicht zwangsläufig, dass man dann Ahnung hat. Da kenne ich viele Fälle, ohne Dich jetzt explizit zu meinen. Ich finde eher die These der schlechten Vorbereitung steil, da das objektiv kaum belegbar ist. Wir haben mE sogar 2000 ein paar Testspiele schlecht ausgesehen, um dann richtig guten Fussball zu spielen. Korrelationen sind da nicht wirklich nachweisbar. Taktikwechsel wurden auch schon als Stärke ausgelegt, sowohl bei Tedesco als auch vorher bei z.B. Huub oder Rangnick. Die These der Überforderung ist zudem anmassend. Die Beurteilung steht Dir höchstwahrscheinlich nicht zu.

Niemand behauptet, dass DT nicht auch Fehler macht. Die hier vorgetragenen Analysen sind mir aber deutlich zu oberflächlich. Es sind viel zuviel Variablen im Spiel, um die Komplexität auf so einfache Ergebnisse wie der Trainer ist schuld zu reduzieren. Oder willst Du einfach gegen DT schiessen und suchst Dir was raus?

Der Mann hat uns zu Platz 2 und in die CL geführt. Das sind Fakten nach 34 Spielen. Nach 2 Monaten haust Du und viele andere jetzt drauf. Da möchte ich mal wissen, was das für ein Verständnis von Loyalität ist. Ja, Tedesco ist unerfahren. War er letztes Jahr auch, sogar noch mehr.

Viele hier haben ja ganz einfache Patentrezepte wie "der muss spielen" oder auch "der darf nicht spielen", "der kann nichts" und "der konnte noch nie was".

Am Ende zählt hier nur der Erfolg. Die Eurofighter werden verherrlicht, obwohl der Fussball auch Mist war und es nur über Kampf ging. Von der dem überragenden Fussball 00/01 liest man dagegen selten etwas.

Es dürfte doch klar sein, dass man nach den 4 Niederlagen zum Start, von denen mindestens 2 unglücklich waren, erstmal Ergebnis erzielen will und auch etwas vorsichtiger wird. Und ebenso klar ist es, dass man bei den vielen Stürmern mal den nächsten hereinnimmt, wenn einer nicht trifft. Möchte mal die Sätze hier lesen, wenn z.B. Kono, Embolo und Uth alle Spiele gemacht hätten und es trotzdem keine Tore gegeben hätte. Dann würde Rotation gefordert sowie als Spieler Burgi und wahrscheinlich auch noch di Santo.

Und ja, was ist mit den Nachbarn? Wie sieht die Bilanz nach 8 Spieltagen und nach 34 aus? Dieses Jahr? Letztes Jahr? Was ist mit Hoffenheim, mit Leverkusen? Mit Bayern? Gar nichts ist. Die Messe ist noch lange nicht gelesen.
"Und dann sagte der Russe, der ein wenig deutsch konnte, zu mir: Kommst Du aus Schalke?" (Mein Oppa)

Re: zwischenbilanz nach 8 spielen

Beitragvon ErwinK » Mo 22. Okt 2018, 21:54

@Himmel04
Natürlich wissen wir alle nichts Definitives. Man kann aber durchaus Schlüsse ziehen. Wenn eine Mannschaft komplett uneingespielt wirkt, wenn Standards nicht ansatzweise klappen, wenn ständig die Aufstellung und Taktik - teilweise deutlich - geändert wird, dann deutet das für mich auf eine schlechte Vorbereitung hin. Natürlich ist das nur eine Mutmaßung aber es gibt eben Indizien.
Warum steht mir nicht zu, DT als überfordert zu bezeichnen? Auf mich macht er diesen Eindruck und meine Meinung darf ich doch wohl äußern.
Die gute Platzierung der letzten Saison täuscht nicht darüber hinweg, dass auch da meist kein ansehnlicher Fußball gespielt wurde. Konnte DT als Neuling noch mit der einen oder anderen Variante überraschen, scheint er in dieser Saison bereits entzaubert zu sein. Bisher wirkten die Gegner jedenfalls taktisch nicht überfordert.

Man muss bei der Beurteilung immer berücksichtigen, wo man herkommt und was realistisch möglich ist. In diesem Kontext war der Fußball der Eurofighter großartig, denn es stand eine 104% Einheit auf dem Platz, es wurde gefightet und man hat das Publikum begeistert. Aus der heutigen Perspektive den Fußball von damals herabzuwürdigen, ist sehr fragwürdig. Gerade weil der Erfolg so unerwartet kam, hat es einen Riesenspaß gemacht. Für mich und vermutlich viele, die dabei waren, war es das beste Erlebnis mit diesem Club überhaupt.
Du bestätigst ja beim Thema Stürmer meine These der schlechten Vorbereitung. Wenn es nicht gelungen ist, eine schlagkräftige Mannschaft in die neue Saison zu führen, dann probiert man halt rum. Die besser gestarteten Clubs haben dagegen eine Stammformation, die eingespielt wirkt.
Vielleicht kriegen wir auch mit DT die Kurve und erholen uns. Wenn aber nicht irgendwann in naher Zukunft auch mal ansehnlicher Fußball gespielt wird, dann wird es schwer für DT.
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