OT: Chemnitz und die Bundesliga


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Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon IM Friseur » Fr 7. Sep 2018, 09:03

ErwinK hat geschrieben:Ich habe eine Reihe von Beispielen geliefert, die viele Menschen bewegen und die etablierten Parteien zucken nur mit den Schultern oder führen Scheingefechte. Gefährder laufen hier frei rum und müssen aufwändig überwacht werden (was nicht immer funktioniert). Mehrfach straffällige Flüchtlinge sitzen weder in Haft noch werden sie abgeschoben. Sexuelle Übergriffe werden entweder nahezu überhaupt nicht sanktioniert (Silvester Köln) oder unsere Kuscheljustiz fällt Skandalurteile. In nahezu jeder Großstadt gibt es (man gewöhnt sich langsam daran) regelmäßig Messerattacken. Jede Abschiebung wird zu einem juristischen und anschließend einem von Protesten begleiteten Abenteuer. weigen im Walde. Sind die eigenen Landsleute es nicht wert, sich mit ihnen zu solidarisieren?


Hm, nachdem ich jetzt mal ein paar Tage hier nachgeholt habe, picke ich mir das mal hier raus. ErwinK hat ja nicht unrecht, wenn er sagt, dass die bisherigen Methoden untauglich geworden zu sein scheinen. Den Schluss, dass man deshalb, wie Sigmar Gabriel es mal sagte, mit den "besorgten Bürgern" reden müsse, kann ich daraus aber so lange nicht ziehen, wie diese "Ängste" auf diese Art und Weise beschrieben werden.

Ich versuchem, nur diesen Teil mal auseinander zu dröseln, denn er strotzt geradezu von Halbwahrheiten und Vorurteilen. Wie soll man da in ein ernsthafztes Gespräch kommen? Klar, Ängste sind irrational und fast immer überzogen. Viele haben Angst vorm Fliegen, obwohl es statistisch gesehen eine der sichersten Fortbewegungsarten ist. Andersrum hält ein schwerer Unfall auf der Autobahn nuur die wenigsten Aiutofahrer davon ab, ihre Geschwindigleit zu drosseln. Was ich damit sagen will: der Mensch ist nicht unbedingt ein von Vernunft getriebenes Wesen. Der Wunsch nach einer ernsthaften Auseinandersetzung von ErwinK impliziert ja aber, man möge Vernunft über Ressentiments stellen. leider garniert mit einer Unzahl von Ressentiments, was es schwer macht.

Gefährder laufen frei rum und müssen überwacht werden. Das lässt ja in ErwinKs Zusammenhang denken, dass jeder Gefährder (von was eigentlich?) von außen kommt. es bedient das alte Angstbild, das nach 9/11 entstanden ist, dass irgendeine Macht von außen Leute zu uns schickt, um Attentate zu begehen. Ist das denn so? In Einzelfällen sicher. Würde es diese weniger geben, wenn weniger Menschen ins Land kämen? Möglicherweise, denn die gute Tarnung wäre weg. Komischewrweise kamen aber auch zuvor die Mohammend Attas nach Hamburg. Und das ist auch nur ein Teil der Gefahr. Hier wird das Symptom mit der Krankheit verwechselt. Warum kommen denn Leute nach Westeuropa, um Attentate zu verüben (wobei davon London, Brüssel und Paris deutlich häufiger betroffen sind als Berlin oder München)? Und ist es nicht besser, dass diese Menschen überwacht werden? Ich als Düsseldorfer bin froh, dass eine Terrorzelle ausgehoben wurde, bevor sie eine Bombe in der Altstadt zünden konnte und die Flüchtenden mit Maaschinengewehren erschießen konnte. Aber jetzt zum eigentlichen Punkt: Haben irgendwelche "Migranten" (schon das Wort ist irreführend in diesem Kontext) daran einen Anteil? Eigentlich nicht, denn eij Großteil der so genannten Gefährder sind teilweise schon ewig hier, sogar hier geboren und in Deutschland radikalsiert worden!

Teil 2: Mehrfach straffällige Flüchtlinge sitzen weder in Haft noch werden sie abgeschoben. Sexuelle Übergriffe werden entweder nahezu überhaupt nicht sanktioniert (Silvester Köln) oder unsere Kuscheljustiz fällt Skandalurteile.

Hm, ok, auch das suggeriert ja, dass hier nachlässig verfahren wird. Einer der Gründe, warum Menschen bei uns Schutz suchen, ist ja, dass es in deutschland einen tatsächlich halbwegs funktionierenden Rechtsstaat gibt! Im Gegensatz zB zur Türkei und zu Russland. Ein Grundsatz lautet: Vor dem Gesetz sind alle gleich. Die rechtsstaatlichen Prinzipien gelten also auch für Zuwanderer. Und jetzt werde ich nochmal rabulistisch. "mehrfach straffällige Flüchtlinge" sagte ErwinK ja. Also nicht Zuwanderer, sondern nur Flüchtlinge, die in vielen Fällen vor Krieg und Zerstörung geflohen sind und von denen einige, die übergriffig geworden sind, schwer traumatisiert waren. Das ist keine Entschuldigung, aber wenn psychologische Aspekte für jeden Bürger gelten dann auch für diese. Aber, da bin ich sicher, das meint ErwinK nicht. er meint, wer was getan hat, muss abgeschoben werden. Also jemand, der aus seiner Sicht zu Unrecht einen Aufenthaltsstatus in Deutschland hat. Und für den sollen andere rechtsstaatliche prinzipien gelten als für deutsche Bürger. Das zeigt ein sonderbares Rechtsverständnis. Dass es in Einzelfällen Versäumnisse gegeben hat in der konkreten Anwendung des Rechts, das passiert nicht nur, wenn der Angeklagte Mohammed heißt, sondern auch bei Stefans und Günters.

Silvester in Köln war sicher eine Zäsur, das gebe ich zu. Möglich wurde das in diesem Ausmaß aber erst durch Kompetenzstreitigkeiten der Bundes- und Kölnerpolizei, die natürlich unvorbereitet waren. Aber anstatt sich improvisiert zu koordinieren, haben sie Verantwortung weitergereicht an den jeweils anderen. So konnten in vielen Fällen kurzfristig keine Täter festgesetzt werden, obwohl Opfer sie eindeutig identifiziertt hatten. So war überhaupt keine juristische ASufarbeitung möglich, da viel zu wenig Täter identifiziert werden konnten. Und Skandalurteiule hat es mW auch nicht gegeben, sondern Mangel an Beweisen. Da sind wir wieder bei unserem Rechtsstaat. Kuscheljustiz ist sie dann, wenn sie sich an eines ihrer ehernen Grundprinzipien hält? Im Zweifel für den Angeklagten? Das mag manchmal ungerecht wirken, aber auch Zuhälter, Steuersünder, Autodiebe und Verkehrsraser kommen immer wieder davon, selbst wenn sie Menschen getötet haben. Das ist nicht immer leicht zu ertragen, aber rechtsstaatlich.


Teil 3:
In nahezu jeder Großstadt gibt es (man gewöhnt sich langsam daran) regelmäßig Messerattacken.

Puh, das wird jetzt kürzer. Da würde ich gerne ErwinK mal bitten, die aufzuzählen. Und vor allem die Steigerung zu belegen. Ja, hier in Düsseldorf gab es zuletzt zwei oder drei Messerattacken. Eine wurde, glaube ich, sogar von einem Zuwanderer begangen. Hatte aber nichts radikales, sondern war ein völlig durchgeknallte Eifersuchtsgeschichte. Wenn man natürlich nur den Teil der Meldung liest, der einem ins Weltbild passt ...

Ok, Ich weiß, Angst differenziert nicht. Aber dann müssen es eben unermüdlich die tun, die keine Angst haben. Einem verängstigten Kind haut man ja auch nicht auf den Kopp, sondern erklärt es ihm wieder, dass es keinen Grund für Angst gibt. Bei Erwachsenen ist das deutlich schwieriger und manchmal auch hoffnungslos. Aber deswegen kann man ja nicht aufgeben

Angst ist allerdings nicht ok, und da finde ich muss man auch vehement widersprechen, wenn sie zB als Alibi dafür dient, Ressentiments zu schüren, alles über einen Löffel zu balbieren udn sichg die Mühe des Nchdenkens zu schenken! Wenn meine Nachbarin plötzlich meint, sie könne offen Leute als Kanaken bezeichnen, nur weil sie das Gefühl hat, nicht mehr in der Minderheit zu sein. Dann kann man das nicht mit Angst entschuldigen.

Und als ich vorgestern nach Aue reinfuhr, wollte ich mich nicht von meinen Vorurteilen leiten lassen. In der Innenstadt kam mir allerdings ein Typ mit einem offenen Nazisymbol auf dem T-Shirt entgegen. Und niemanden störte es anscheinend, es ist offensichtlich dort unbehelligt möglich. Und so lange das so ist und die Zivilbevölkerung es in ihrer "Angst" zulässt, dass sowas durchgeht, solange ist ein wahrhafte Diskussion nicht machbar und solange glaube ich auch nicht, dass es um Ängste geht. Da geht es um ein fest gefügtes Bild, dass man selbst irgendwie besser sei als der andere.

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon RoyalBlue » Fr 7. Sep 2018, 09:19

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Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon Matthias04 » Fr 7. Sep 2018, 12:00

IM Friseur hat geschrieben:
ErwinK hat geschrieben:Ich habe eine Reihe von Beispielen geliefert, die viele Menschen bewegen und die etablierten Parteien zucken nur mit den Schultern oder führen Scheingefechte. Gefährder laufen hier frei rum und müssen aufwändig überwacht werden (was nicht immer funktioniert). Mehrfach straffällige Flüchtlinge sitzen weder in Haft noch werden sie abgeschoben. Sexuelle Übergriffe werden entweder nahezu überhaupt nicht sanktioniert (Silvester Köln) oder unsere Kuscheljustiz fällt Skandalurteile. In nahezu jeder Großstadt gibt es (man gewöhnt sich langsam daran) regelmäßig Messerattacken. Jede Abschiebung wird zu einem juristischen und anschließend einem von Protesten begleiteten Abenteuer. weigen im Walde. Sind die eigenen Landsleute es nicht wert, sich mit ihnen zu solidarisieren?


Hm, nachdem ich jetzt mal ein paar Tage hier nachgeholt habe, picke ich mir das mal hier raus. ErwinK hat ja nicht unrecht, wenn er sagt, dass die bisherigen Methoden untauglich geworden zu sein scheinen. Den Schluss, dass man deshalb, wie Sigmar Gabriel es mal sagte, mit den "besorgten Bürgern" reden müsse, kann ich daraus aber so lange nicht ziehen, wie diese "Ängste" auf diese Art und Weise beschrieben werden.

Ich versuchem, nur diesen Teil mal auseinander zu dröseln, denn ........



Vielen Dank für deinen Beitrag und 100% Zustimmung

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon ErwinK » Fr 7. Sep 2018, 12:23

@IM Friseur
Wenn Du es nicht für notwendig hältst, mit den Bürgern zu sprechen, wie sieht denn Deine Strategie aus, damit wir nicht in wenigen Jahren die AfD in Regierungsverantwortung haben?
Was hat es mit Vorurteilen und Halbwahrheiten zu tun, wenn die Straftaten von Migranten und Flüchtlingen gerade bei schweren Straftaten bis zum 10-fachen ihres Bevölkerungsanteils gehen? Wie kommt es, dass viele unserer Gefängnisse schon heute überfüllt sind und der Anteil an Migranten und Flüchtlingen extrem hoch ist? In Hamburg sind allein 58% der Insassen Ausländer und damit sind Migranten mit deutscher Staatsbürgerschaft nicht enthalten. In Berlin sind es immerhin 47%. In den letzten Jahren sind diese Zahlen dramatisch angestiegen. Vermutlich sind aber auch nackte Zahlen ein Wahrnehmungsproblem von mir.
Laut Bundeskriminalamt gibt es in Deutschland 760 bekannte islamistische Gefährder, die sehr aufwändig rund um die Uhr überwacht werden müssen. Viele dieser Gefährder pendeln regelmässig zwischen Staaten im Nahen Osten und hier. 26 Gefährder werden der rechtsextremistischen Szene zugeordnet. Wir reden bei Gefährdern nur über die Personen, denen man erhebliche, politisch motivierte Straftaten zutraut.
Überwachen ist sicherlich richtig und wichtig, besser wäre es aber, diese Leute - soweit möglich - auszuweisen oder in Haft zu nehmen, wann immer es die Rechtslage erlaubt. Notfalls muss man auch Gesetze anpassen, um die eigene Bevölkerung besser zu schützen.
Schon mit Deiner Formulierung, dass es sich um Schutzsuchende handelt, habe ich ein Problem, denn das ist ein recht kleiner Teil. Weitaus mehr Menschen aus anderen Ländern kommen als Wirtschaftsflüchtlinge. Dein Verständnis für deren schwierige psychische Situation teile ich nicht. Die Politik ist dem deutschen Volke verpflichtet und im Zweifelsfall ist das höher zu bewerten. Wenn wir also Menschen in unser Land lassen, die besondere Betreuung benötigen, dann dürfen das nur so viele sein, wie unser System verkraftet. Psychisch stark angeschlagene Personen unbetreut hier leben zu lassen, ist fahrlässig und gefährdet die eigene Bevölkerung unangemessen.
Die Silvesternacht in Köln war in erster Linie ein massenhaftes Verbrechen von Flüchtlingen und Migranten. Die Versäumnisse der Polizei mögen mehr Strafverfolgung vereitelt haben aber wir wollen darauf doch nicht das Hauptaugenmerk richten.
In Hessen sind die Messerattacken in den letzten 4 Jahren um knapp 30% gestiegen. Die Bundesländer, die zu der Statistik der Messerattacken auch Nationalitäten benennen, sprechen von deutlich angestiegenen Anteilen von Flüchtlingen.

Wir können sicherlich über die einzelnen Themen diskutieren und uns streiten, an meinem Hauptthema geht das aber vorbei. Die Menschen sind in wachsender Zahl unzufrieden und die AfD wächst und wächst. Wo sind die Strategien, dem entgegen zu wirken? Mit der Nazikeule, mit mundtot machen oder verfälschter Berichterstattung scheint es ja nicht mehr zu funktionieren.
Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen. Voltaire (1694-1778), eigtl. François-Marie Arouet, frz. Philosoph u. Schriftsteller

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon Resser Marker » Fr 7. Sep 2018, 14:19

@Erwin

Himmel, das ist genau das, was totti mit "alles in einen Topf und dann kräftig umrühren" gemeint hat.

Ich versuch mal, wenigstens auf einen Teil dieses Durcheinanders zu antworten.

Weder die Kölner Silvesternacht, noch die Übergriffe auf allen möglichen Volksfesten sind mit irgendwas zu rechtfertigen und verdienen ohne Frage eine gründliche Strafverfolgung, wenn man aber anfängt, die Vorfälle je nach Tätergruppe, und hier konkret nach Herkunft, unterschiedlich zu bewerten, ist das nichts anderes als Rassismus. Das hat bis hierhin nicht mal was mit der AfD zu tun, die springen nur selber auf den Zug und versuchen, diese Ereignisse für die eigene Agenda zu instrumentalisieren. Sorry, Erwin, auch dein Wortschwall nebst den Beteuerungen, dass es ganz schlimm wäre, wenn die AfD Zugang zur Macht bekäme, kann nicht darüber hinweg täuschen, dass du auf diesem, dem rechten Auge zumindest eine ausgeprägte Sehschwäche hast. Eigentlich eine gute Vorausssetzung, mal 'ne Bewerbung beim Verfassungsschutz einzureichen...

Würdest du die These teilen, dass die Bereitschaft, Verbrechen zu begehen, vor allem vom sozialen Status und weniger von Staatsangehörigkeit, Herkunft, Hautfarbe und Religion abhängt? Und würdest du weiterhin bereit sein, das zumindest als (Teil-)Erklärung für die höhere Zahl von Migranten / Nichtdeutschen in den Gefängnissen gelten zu lassen?

Hast du eigentlich den Part verstanden, bei dem der Friseur versucht, dir zu erklären, das manches in einem Rechtsstaat bisweilen schwer erträglich, aber dennoch genau das ist, was eine zivilisierte Gesellschaft von der Barberei unterscheidet und dass wir alle davon profitieren, weil dadurch die Gefahr von Behördenwillkür nicht völlig ausgeschlossen, doch aber deutlich reduziert wird?

Nazikeule, mundtot machen, verfälschte Berichterstattung? Echt jetzt? Ich glaube, keine Partei hat gemessen an ihrer Wählerquote in den letzten drei Jahren eine solche Aufmerksamkeit erhalten wie die AfD. Keine hat sich dabei dermaßen selbst demaskiert, unlängst noch der Gauland in seinem Slapstick-Sommerinterview, was deren Wählern allerdings vollkommen gleichgültig ist, so lange man ihnen nur weiterhin einfache Lösungen für schlichte Gemüter anbietet und für so ziemlich jeden Scheiß Flüchtlinge und Migranten verantwortlich macht.

Den Pegida-Leuten wurden von Anfang Mikros vor die Nase gehalten, da kam kaum was außer "Hau ab, Lügenpresse!". Wieviel mehr muss man wissen, um zu erkennen, dass es hier Wählerpotenzial gibt, die sich von den Rattenfängern verführen lassen, wie weit neben der Spur muss man sein, das Ganze auch noch als "Sorgen und Nöte" zu deklarieren, wenn solche Leute was von "demnächst Weihnachten in der Moschee feiern" schwafeln, zu doof sind, sich die Schuhe zuzubinden, trotzdem erwarten, einen Job mit 2000,- netto zu bekommen und dabei behaupten, dass Ausländer ihnen den Job wegnehmen?

Das, was die anderen versucht haben, dir mehr oder weniger durch die Blume zu sagen, ist, dass du nicht nur vollkommen ungeniert die Sprache der AfD-Pegida-Besorgtbürger-Fraktion übernimmst, sondern teilweise auch deren Positionen und vor allem deren Übertreibungen. Hinzu kommt eine Faktenresistenz, die ihresgleichen eben nur bei den Verpeilten in Dresden findet, die montags auf die Straße rennen und die Islamisierung des Abendlandes beklagen. Ach ja, und der obligatorische Verweis nach links darf nicht fehlen, da erscheint das rechte Geschmeiss gleich gar nicht mehr so schlimm...
Patriotismus ist die Tugend der Boshaften! (Oscar Wilde)

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon DerFicher » Fr 7. Sep 2018, 15:19

ErwinK hat geschrieben: [...] Dein Verständnis für deren schwierige psychische Situation teile ich nicht. Die Politik ist dem deutschen Volke verpflichtet und im Zweifelsfall ist das höher zu bewerten. Wenn wir also Menschen in unser Land lassen, die besondere Betreuung benötigen, dann dürfen das nur so viele sein, wie unser System verkraftet. Psychisch stark angeschlagene Personen unbetreut hier leben zu lassen, ist fahrlässig und gefährdet die eigene Bevölkerung unangemessen. [...]

Wenn ich sowas lese, dann geht mir aber die Hutschnur hoch. Es ist vielleicht ein bißchen zu abstrakt für Viele, dass unser Lebensstil das Leben woanders auf der Welt unmöglich macht und zwar nicht nur durch Klimaveränderung, sondern auch durch eine Wirtschaftspolititk, die es hiesigen Unternehmen erlaubt, Waren woanders zu Konditionen anzubieten, die die dortige Wirtschaft zerstören.
Aber ganz konkret liegen wir in Syrien Arm in Arm mit den USA und Saudi-Arabien im Krieg und vertreiben die Bevölkerung. Jene, die vor uns in Nachbarländer fliehen, harren dort in Lagern aus, in der Hoffnung zurück kehren zu können. Aber dann streichen wir dem Welternährungsprogramm der UNO die Gelder mit denen die Menschen in den Lagern notdürftig versorgt werden.
Sich jetzt hier hin zu stellen und zu sagen, "Hab ich nix mit zu tun, wenn die psychische Probleme haben ist das nicht mein Ding, Deutsche gehen vor", dann ist das menschenverachtend.
Fluchtursachen erkennen heißt, an die eigene Nase fassen und Verantwortung übernehmen.
BWG aus HH
DerFicher
---
"Politik kann man in diesem Lande definieren als die Durchsetzung wirtschaftlicher Zwecke mit Hilfe der Gesetzgebung." (Kurt Tucholsky)

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon ErwinK » Fr 7. Sep 2018, 15:50

Lieber Resser Marker, es begeistert mich immer wieder, wie respektvoll, ja fast schon herzlich Du diskutierst, dem anderen viel Raum für eine eigene Meinung lässt und dabei nie belehrend oder gar oberlehrerhaft rüber kommst. Beleidigen, Leute in eine Schublade stecken, sie gar in die Ecke zu drängen oder Deinen überragenden Intellekt zu betonen, das ist nicht Deine Sache.
Ich habe mir mal die Mühe gemacht, zwischen den Verleumdungen, Beleidigungen und Unterstellungen die wenigen Inhalte herauszufiltern und gehe gerne darauf ein.
An keiner Stelle bewerte ich schwere Straftaten nach Herkunft, Religion oder ähnlichem. Das entspringt komplett Deiner Fantasie. Ich verurteile jeden, der solche Straftaten begeht, gleichermaßen. Mir ist allerdings rätselhaft, wieso Du nicht verstehen willst, dass man sich diese Probleme, die wir genug im Land haben, nicht noch massenhaft importieren möchte.
Deine Erklärung, warum 5-10 mal so viele Ausländer im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungszahl straffällig werden, unterstreicht nur den Wunsch vieler Menschen, dass die Menschen diese Kriminalität, die natürlich keine Ursachen in der Nationalität und nur bedingt in der Religion hat, nicht akzeptieren und man folglich auf solche Menschen verzichten möchte.
Wieso verbindest Du meinen Vorwurf "Nazikeule, mundtot machen, verfälschte Berichterstattung" mit der AfD oder Pegida? Auch diese Interpretation entspringt ausschließlich Deiner Fantasie. Ich spreche von den ganz normalen Menschen, die so langsam die Nase voll haben und gegen Ungerechtigkeiten protestieren. Die sind es, die von Leuten wie Dir in die rechtsradikale Ecke gesteckt werden und mundtot gemacht werden sollen. Die Presse spielt dabei leider regelmäßig eine sehr unrühmliche Rolle. Die Vorkommnisse zur Silvesternacht in Köln wollte sie am liebsten totschweigen. Wie gerne ist sie auf den Zug "Hetzjagd" in Chemnitz aufgesprungen, obwohl es dafür keine ernst zunehmenden Hinweise gab und gibt. Wo sind denn die vielen Videos zu dieser Hetzjagd, die zahlreichen Anzeigen, die Körperverletzungen oder Strafverfolgungen? Nach meiner Kenntnis beziehen sich die Vorwürfe im wesentlichen auf ein Video und eine in dem Zusammenhang gemachte Anzeige. Rechtfertigt das die hyperventilierende Berichterstattung?

Leute wie Du sind es, die jede noch so berechtigte Kritik an bestehenden Verhältnissen im Keime ersticken wollen, sobald sie Dein linkes Weltbild erschüttern könnten. Dass das nun nicht mehr funktioniert, sollte Dir eigentlich zu denken geben. Stattdessen machst Du genauso weiter und sorgst damit mit dafür, dass eine AfD und in ihrer Gefolgschaft Rechtsradikale mehr und mehr an Boden gewinnen, denn die berechtigte Kritik vieler Menschen wird sich ihren Weg suchen, wenn unsere Gesellschaft und die Politik diese weiterhin nicht ernst nimmt.
Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen. Voltaire (1694-1778), eigtl. François-Marie Arouet, frz. Philosoph u. Schriftsteller

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon ErwinK » Fr 7. Sep 2018, 15:56

DerFicher hat geschrieben:
ErwinK hat geschrieben: [...] Dein Verständnis für deren schwierige psychische Situation teile ich nicht. Die Politik ist dem deutschen Volke verpflichtet und im Zweifelsfall ist das höher zu bewerten. Wenn wir also Menschen in unser Land lassen, die besondere Betreuung benötigen, dann dürfen das nur so viele sein, wie unser System verkraftet. Psychisch stark angeschlagene Personen unbetreut hier leben zu lassen, ist fahrlässig und gefährdet die eigene Bevölkerung unangemessen. [...]

Wenn ich sowas lese, dann geht mir aber die Hutschnur hoch. Es ist vielleicht ein bißchen zu abstrakt für Viele, dass unser Lebensstil das Leben woanders auf der Welt unmöglich macht und zwar nicht nur durch Klimaveränderung, sondern auch durch eine Wirtschaftspolititk, die es hiesigen Unternehmen erlaubt, Waren woanders zu Konditionen anzubieten, die die dortige Wirtschaft zerstören.
Aber ganz konkret liegen wir in Syrien Arm in Arm mit den USA und Saudi-Arabien im Krieg und vertreiben die Bevölkerung. Jene, die vor uns in Nachbarländer fliehen, harren dort in Lagern aus, in der Hoffnung zurück kehren zu können. Aber dann streichen wir dem Welternährungsprogramm der UNO die Gelder mit denen die Menschen in den Lagern notdürftig versorgt werden.
Sich jetzt hier hin zu stellen und zu sagen, "Hab ich nix mit zu tun, wenn die psychische Probleme haben ist das nicht mein Ding, Deutsche gehen vor", dann ist das menschenverachtend.
Fluchtursachen erkennen heißt, an die eigene Nase fassen und Verantwortung übernehmen.

Ich teile im Gegensatz zu Merkel und Co. Deine Kritik an den wirklichen Fluchtursachen. Allerdings ziehe ich daraus nicht den Schluss, dass wir vor lauter Schuldgefühlen nun alles über uns ergehen lassen müssen. Wenn wir hier zu einer halbwegs gerechten Verteilung kommen wollten, müssten die USA zunächst einmal einige Millionen Flüchtlinge aufnehmen. Vor Deutschland sehe ich da auch noch Großbritannien oder Frankreich.
Ich verbitte mir das "Wir" im Zusammenhang mit der verbrecherischen Politik im Nahen Osten oder Afrika. Nicht der normale Durchschnittsbürger gehört hier an den Pranger, sondern die Drahtzieher in der Finanzwelt, Wirtschaft und Politik.
Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen. Voltaire (1694-1778), eigtl. François-Marie Arouet, frz. Philosoph u. Schriftsteller

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon Oppa Pritschikowski » Fr 7. Sep 2018, 16:05

Ein Banker, ein BILD-Leser und ein Vertriebener sitzen am gleichen Tisch. Auf dem Tisch liegen 12 Kekse. Der Banker nimmt 11 davon und sagt zum BILD-Leser: „Pass auf, der Asylant will dir deinen Keks wegnehmen.“
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In meinem Herzen flattert leise,
ein blau und weißes Fähnelein...

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon IM Friseur » Fr 7. Sep 2018, 18:24

@ErwinK, es ist schwer auf diese Weise mit jemandem zu diskutieren. Es ist schon die ganze Sprache, die mich ehrlich zurückschrecken lässt. Denn es fehlt hier völlig die Differenzierung. Das ist aber kein Wunder, da du ja selbst sagst, dass die Mehrzahl der Migranten Wirtschaftsflüchtlinge sind, was nichts weiter als eine Behauptung ist. Was qualifiziert denn einen Menschen für dich als Wirtschaftsflüchtling? Dass er es besser haben möchte als seine Eltern? Familiennachzügler? Oder ist es eher so, dass du diejenigen meinst, die von unseren Sozialsystemen derart profitieren möchten, dass sie sich unverholen Leistungen erschleichen? Da wäre ich dann mal gespannt auf deine Statistik, diese ziehst du ja gern zu Rate.

Auch, wenn du sagst, es wäre fahrlässig, Menschen ins Land zu lassen, die aufgrund von Traumatisierungen Betreuung benötige. Puh, da gruselt's mich. Denn was anderes sind Flüchtlinge? Nicht alle benötigen Betreeung, aber ganz sicher Hilfsbereitschaft, Empathie und einfach eine humane Haltung.

Zudem unterscheidest du schon wieder zwischen dem "deutschen Volk" und den diffusen anderen. Da du es mit der Politik begründest, meinst du also das deutsche Wahlvolk – und das möge bitte in seinen Interessen bevorzugt behandelt werden. Nun, da ich auch zum deutschen Wahlvolk gehöre wie auch Mesut Özil oder ein in Polen geborener Arbeitskollege weiß ich nicht, ob du da über eine homogene menge sprichst, die deine Positionen teilen. Ich denke, du bist da nicht mehr so allein wie vor 5 Jahren, aber immer noch ziemlich in der Minderheit. ich muss nicht von den Politikern bevorzugt behandelt werden, sorry. Wir haben alle mehr als genug – und ich bin da völlig bei DerFicher. Wir haben uns Unmengen unter den Nagel gerissen und Konflikte überall auf der Welt zu unserem wirtschaftlichen Vorteil genutzt. Dann müssen wir uns nicht wundern.

Dann noch dieses: "Die Silvesternacht in Köln war in erster Linie ein massenhaftes Verbrechen von Flüchtlingen und Migranten. Die Versäumnisse der Polizei mögen mehr Strafverfolgung vereitelt haben aber wir wollen darauf doch nicht das Hauptaugenmerk richten."

Nicht? Warum eigentlich nicht? Gutachter sagen, dass es erst zu diesen massenhaften Übergriffen kam, WEIL die Polizei nicht eingegriffen habe und die Täter sich in der Menge anonym gefühlt hätten. Bei den allermeisten Tätern konnte der Aufenthaltsstatus übrigens überhaupt nicht ermittelt werden. es ist also ziemlich wagemütig von der Beschreibung "Täter aus dem nordafrikanische Raum" auf Flüchtlinge und Migranten zu schließen, wenn es genauso gut auch in Deutschland geborene Männer südländischen Aussehens sein könnten.

Du wirfst mit Begrifflichkeiten wild um dich, ohne verlässliche Belege zu haben – und das ist es, was mich am meiten irritiert, da es dir ja nicht an Eloquenz fehlt.

Und zugleich gibst du vor, dich von der AfD bedroht zu fühlen, vertrittst aber allein durch deine irritierende Wortwahl deren Weltbild. Und wie du siehst, spreche ich mit Bürgern wie dir. Und bleibe dabei sogar sehr sachlich. was ich nicht tue, ist Verständnis für diese so genannten "Ängste" zu zeigen. Denn das ist mir fremd.

Ich weiß nicht, wo du wohnst, aber ich habe mich nie unsicher in meiner Großstadt gefühlt – und auch nicht in der noch größeren, in der ich davor gewohnt habe. Ich meide auch keine Viertel. Was angeblich an Düsseldorf gefährlicher sein soll als an Bamberg oder Buxtehude erschließt sich mir nicht.