OT: Chemnitz und die Bundesliga


Moderatoren: Erwin u Helmut, EddieW

OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon Resser Marker » Di 4. Sep 2018, 13:57

https://www.11freunde.de/artikel/das-ve ... -fussballs

Es gibt tatsächlich diesen Tweet zum Chemnitzer Fanclub, ansonsten scheint das wenig zu sein. Ich wünschte mir schon, dass der deutsche Fußball im Allgemeinen und der S04 im Besonderen deutlicher Stellung bezieht.
Patriotismus ist die Tugend der Boshaften! (Oscar Wilde)

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon RoyalBlue » Di 4. Sep 2018, 15:25

Resser Marker hat geschrieben:Ich wünschte mir schon, dass der deutsche Fußball im Allgemeinen und der S04 im Besonderen deutlicher Stellung bezieht.


Danke, dass sehe ich genauso. Das betrifft die Fan-Initiativen in gleichem Maße, wie die offiziellen Stellen der Vereine.
DT

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon Calimero » Di 4. Sep 2018, 19:17

@Resser Marker: Völlig richtig. Da muss einfach viel mehr kommen. Von uns allen.
Arsch huh, Zäng ussenander!
Reitet weiter, lasst mich liegen!

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Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon BuB » Di 4. Sep 2018, 20:54

Bild Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen!!!Bild

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon IM Friseur » Di 4. Sep 2018, 23:16

Puh, kommt Fußballvereinen da wirklich eine Sonderrolle zu? Haben sie diese nicht ohnehin, indem sie seit Ewigkeiten Horte der Integration sind? Ist eine Fußballmannschaft nicht per se gelebtes Miteinander?

Natürlich ist es beschämend, wie sehr sich der DFB und seine Mannschaft bemühen, das Özil Statement seit Wochen misszuverstehen und es auf sich beziehen. Natürlich ist Chauvinismus, Rassismus und Engstirnigkeit nicht durch ein paar Alibi-Kampagnen wegzuwerben. Natürlich hat kein Müller, Kroos oder Kimmich Özil ausgegrenzt. Ein Teil der so genannten Fans aber sehr wohl.

Aber sind Fußballvereine tatsächlich in der Verantwortung, öffentliche Vervielfältigung zu betreiben oder verstecken wir uns da schon wieder hinter den so genannten Multiplikatoren? Mir wäre es lieber, dass gelebte Vielfalt im Stadion stattfindet, indem die '#wirsindmehr' Mehrheit Stellung bezieht, wenn Fremdenfeindlichkeit registriert wird, wenn es eine Grenze überschreitet, wenn Spieler und gegnerische Fans verunglimpft werden. Wenn sichtbar und hörbar wird, wofür beispielsweise eine Schalker Gemeinschaft steht.

Was die Schweden für einen der ihren gemacht haben, war vorbildlich. Was unsere Spieler und auch einige Fans für Franco DiSanto gemacht haben, war vorbildlich. Aber ich fände es nicht richtig, jetzt die Verantwortung abzugeben an die Vereine. Der erforderliche Multiplikator ist jeder einzelne von uns - in dem, was er selbst äußert und in dem, wie er auf Äußerungen und Aktionen anderer reagiert. Hier im Forum klappt das erstaunlich gut, Rassismus oÄ wird nicht lange geduldet, aber das muss auch dort spürbar werden, wo es Publikum hat, wo ein Verstärker da ist. Die Nachbarn zB haben sich viel zu lange still verhalten – und da meine ich die Fans. Da hat man die Verantwortung an den Verein weitergeschoben anstatt sich den Raum, den die braune Brut eingenommen hat, im Kollektiv zurückzuholen.

Und genauso sehe ich es jetzt: Klar können die Bundesligavereine ein Zeichen setzen, aber zu allererst sollten wir alle zusammen es leben und dort, wo Ressentiments, Fremdenfeindlichkeit, Geschichtsklitterung, Chauvinismus oder Vorbehalte gegen Randgruppen auftreten, entschieden Position beziehen.

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon Ballbesitz04 » Mi 5. Sep 2018, 09:16

Mir wäre lieber, die Vereine würden sich um das Problem "in ihren eigenen Reihen" kümmern. Offensichtlich wären ja auch CFC-Hooligans an den Ausschreitungen beteiligt, wenn auch solche, die bereits Stadionverbot haben. Ich glaube, damit hätten einige Vereine genug zu tun.
Ist das noch Fußball?

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon altinthon » Mi 5. Sep 2018, 09:49

IM Friseur hat geschrieben:Puh, kommt Fußballvereinen da wirklich eine Sonderrolle zu? Haben sie diese nicht ohnehin, indem sie seit Ewigkeiten Horte der Integration sind? Ist eine Fußballmannschaft nicht per se gelebtes Miteinander?

Natürlich ist es beschämend, wie sehr sich der DFB und seine Mannschaft bemühen, das Özil Statement seit Wochen misszuverstehen und es auf sich beziehen. Natürlich ist Chauvinismus, Rassismus und Engstirnigkeit nicht durch ein paar Alibi-Kampagnen wegzuwerben. Natürlich hat kein Müller, Kroos oder Kimmich Özil ausgegrenzt. Ein Teil der so genannten Fans aber sehr wohl.

Aber sind Fußballvereine tatsächlich in der Verantwortung, öffentliche Vervielfältigung zu betreiben oder verstecken wir uns da schon wieder hinter den so genannten Multiplikatoren? Mir wäre es lieber, dass gelebte Vielfalt im Stadion stattfindet, indem die '#wirsindmehr' Mehrheit Stellung bezieht, wenn Fremdenfeindlichkeit registriert wird, wenn es eine Grenze überschreitet, wenn Spieler und gegnerische Fans verunglimpft werden. Wenn sichtbar und hörbar wird, wofür beispielsweise eine Schalker Gemeinschaft steht.

Was die Schweden für einen der ihren gemacht haben, war vorbildlich. Was unsere Spieler und auch einige Fans für Franco DiSanto gemacht haben, war vorbildlich. Aber ich fände es nicht richtig, jetzt die Verantwortung abzugeben an die Vereine. Der erforderliche Multiplikator ist jeder einzelne von uns - in dem, was er selbst äußert und in dem, wie er auf Äußerungen und Aktionen anderer reagiert. Hier im Forum klappt das erstaunlich gut, Rassismus oÄ wird nicht lange geduldet, aber das muss auch dort spürbar werden, wo es Publikum hat, wo ein Verstärker da ist. Die Nachbarn zB haben sich viel zu lange still verhalten – und da meine ich die Fans. Da hat man die Verantwortung an den Verein weitergeschoben anstatt sich den Raum, den die braune Brut eingenommen hat, im Kollektiv zurückzuholen.

Und genauso sehe ich es jetzt: Klar können die Bundesligavereine ein Zeichen setzen, aber zu allererst sollten wir alle zusammen es leben und dort, wo Ressentiments, Fremdenfeindlichkeit, Geschichtsklitterung, Chauvinismus oder Vorbehalte gegen Randgruppen auftreten, entschieden Position beziehen.

Du sprichst mir aus dem Herzen. Ist ja auch einfacher, die Verantwortung an andere abzuschieben als sich selbst in der Rolle zu sehen. Ich finde auch die Wolfsburg-Aktion gut, dass die Kapitänsbinde die Regenbogenfarben trägt. Das ist nur ein kleines Zeichen, aber es ist ein Zeichen. Und die Initiative ging von den Spielern (Damen-Mannschaft) aus. Das z.B. könnten alle Vereine, ja alle Mannschaften übernehmen. Weil man es sieht. Weil derjenige, der das nicht kennt, das hinterfragt. Weil er dann eine Antwort bekommt. Es wäre schön, wenn die Fans Regenbogenchoreos einstreuen würden. Die Wirsindmehr-Bewegung geht von der Basis aus, nicht von irgendwelchen hochoffiziellen Persönlichkeiten. Und dadurch kann sie ihre Glaubwürdigkeit behalten. Ich selbst wünsche mir den Mut, mich in den Weg zu stellen, wenn wieder so ein Schwachkopp daher kommt. Nicht nur mir, sondern uns allen.

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon Resser Marker » Mi 5. Sep 2018, 10:30

@IM Friseur und althinton, eure Sichtweise teile ich einerseits, andererseits finde ich es wichtig, dass den Spaltern von allen Seiten der Gesellschaft gezeigt wird, dass sie nicht willkommen sind, gerade und ganz besonders, wenn eine Gemeinschaft wie der S04 dadurch das Risiko eingeht, ein paar Fans zu verlieren. Sogar Helene Fischer hat sich mittlerweile geäußert, die Luft für Rassisten wird hoffentlich endlich wieder dünner in diesem Land. Ich überlege, mir ein Album von ihr zu kaufen. Muss es ja nicht hören... ;)
Patriotismus ist die Tugend der Boshaften! (Oscar Wilde)

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon altinthon » Mi 5. Sep 2018, 12:38

Resser Marker hat geschrieben: Sogar Helene Fischer hat sich mittlerweile geäußert, die Luft für Rassisten wird hoffentlich endlich wieder dünner in diesem Land. Ich überlege, mir ein Album von ihr zu kaufen. Muss es ja nicht hören... ;)

Sie ist ja schließlich auch Immigrantin ;)

Gleich ein Album? Versuch's doch erstmal mit Spotify.

Re: OT: Chemnitz und die Bundesliga

Beitragvon Calimero » Mi 5. Sep 2018, 15:09

Ich hatte oben ja bereits geschrieben, dass ich uns alle in der Pflicht sehe. Mich selbst also auch.

Wenn die Buli-Vereine und ihre Anhänger ebenfalls Flagge gegen Nazis zeigen, dann wäre dies sicher nicht schädlich.

BWG


Calimero
Reitet weiter, lasst mich liegen!

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