Kann DT offensiv?


Moderatoren: Erwin u Helmut, EddieW

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon IM Friseur » Mi 10. Okt 2018, 23:58

Zitat Markus Sorg:

Nach der WM geht es darum

"Sicherheit zu gewinnen durch ein stabiles Spiel, durch einen kompakten Verbund wieder sauber zu verteidigen, in Ballbesitz zu kommen und dann das Spiel nach vorne zu gestalten".

Manche Rezepte ähneln sich mehr als es zunächst den Anschein hat.

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon Topspin04 » Do 11. Okt 2018, 08:31

IM Friseur hat geschrieben:
Heidelwizka hat geschrieben:Die oftmals attraktive Saison 2001 kann man an einem Namen festmachen: Möller!!

Ohne ihn waren wir aufgrund anderer individuell starken Spieler davor eine gute Mannschaft, durch Möller wurden wir eine sehr gute und daher bleibt Möller für mich der beste Transfer der letzten 20 Jahre, da er mit seiner Qualität eine ganze Mannschaft auf ein höheres Niveau hievte.

Und ein ähnlicher Transfer (Tempo, Technik, Torgefahr, starker Vorbereiter, große individuelle Qualität) wäre daher auch dieses Jahr wesentlich wichtiger und gewinnbringender gewesen, als ein megateurer Rudy Transfer, da wir auf dessen Position mit Bentaleb und Mascarell schon 2 Leute haben, die eigentlich kompletter sind als er und Rudy unser Offensivspiel nicht auf eine andere Stufe stellt, wie es zum Beispiel ein Typ Pepe oder Bergwijn gemacht hätte,wenn diese ihr normales Potential abgerufen hätten.


Hach, ich würde jetzt so gerne mal deine Postimngs lesen, BEVOR die ersten 5 Spiele in die Hose gingen? Gab's da überhaupt welche? Falls ja, ich bin sicher sie waren in dieser Art: Uth absolut mega, den besten deutschen Stürmer für Nöppes! Mascarell Kampfschwein für kleine Kohle, Sané die Kopie von Naldo, wir werden unschlagbar sein auf Jahre!

Und: Bevor Pepe mit uns in Verbindung gebracht wurde und dann einen Megasaisonstart hingelegt hat, hattest du von dem noch nie gehört. Aber jetzt kommst du aus deinem kleinen Eckchen gekrochen und hast natürlich vorher alles schon ganz genau gewusst.

Sorry, über solche Typen wie dich muss ich echt schmunzeln. Von nix ne Ahnung, können aber alles erklären.



Ich bin der Meinung, daß es nicht um den Fußballer Pepe geht, sondern um den Typus Pepe. Dieser Typus verkörpert Tempo, Dynamik und kann durch sein Tempo eine Abwehr destabilisieren. Ich glaube, dieses hat der Kollege Heidelwitzka auch gemeint und da hat er recht. Genau dieses Tempodefizit haben die Verantwortlichen unseres Vereins ja auch vor!!! der Saison benannt...nur leider nicht gehandelt. Natürlich konnte keiner wissen, daß ein Pepe nun zum Überflieger in der Ligue 1 wird und keiner kann wissen, wie er sich bei uns schlagen würde. Definitiv fest steht aber, daß so ein Typus uns sehr gut tun würde und meiner Meinung auch entscheidenden Einfluss auf unser Spiel und die Ergebnisse hätte.

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon IM Friseur » Do 11. Okt 2018, 10:42

Ja, gut dass wir stattdessen den Lahmarsch Uth haben

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon BuB » Do 11. Okt 2018, 11:26

Bild Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen!!!Bild

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon Migge » Do 11. Okt 2018, 11:50

mir kommt Rudy hier mittlerweile etwas zu schlecht weg, er ist zwar ein "Lahmarsch" bzw ihm fehlt die Dynamik, er ist aber ein pressingresistenter sicherer Ballverteiler, er ist stark als alleiniger 6er, benötigt jedoch offensive Anspielsationen im Mittelfeld um zu glänzen (wie seinerzeit bei Hoffenheim mit z.B. Demirbay oder auch Amiri). Er zählt wie viele 6er zu den unauffälligen Spielern, bzw die nur bei eigenen Fehlern auffallen ... wer einen Möller bzw Heilsbringer erwartet hat, dem ist nicht mehr zu helfen.
Auch verstehe ich nicht, wenn jemand jetzt schreibt wir haben ja Bentaleb auf der Position ... waren wir nicht alle einer Meinung, dass Bentaleb eher offensiv seine Stärken hat?
und Rudy als "megateuren" Transfer zu bezeichnen halte ich auch für überzogen, für mich sind 15 Mille peanuts ;o)
BWG,
migge

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon Tommy » Do 11. Okt 2018, 15:25

IM Friseur hat geschrieben:In die 00/01er-Saison starteten wir mit einem soliden 2-1 gegen Köln. da haben wir noch keine Welten bewegt. Das 4-0 auswärts bei Hansa hatte dann schon was von "Hui, da geht was!" und kurz darauf wurde zuhause Cottbus weggefidelt. War jetzt nicht das Hammerprogramm zum Auftakt. Danach gab es zwei blasse Unentschieden und dann das 4-0 bei den Nachbarn. Bezeichnenderweise haben wir am Spieltag darauf zum ersten mal verloren. Natürlich gegen den HSV. Danach wurde Frankfurt dann aber gleich wieder 4-0 besiegt.

Heute wird von manchen, so wie auch Tommy, impliziert, dieses Jahr wäre einem perfiden Masterplan gefolgt. Rudi habe dem Huub das geniale Puzzlestückchen beschert, dass dieser dann mit feiner Akribie eingefügt habe.
Eigentlich habe ich das weder gesagt noch impliziert. Im Prinzip ging es mir darum: Stevens hat mit den Eurofightern sehr defensiv gespielt, und mit der Meister-der-Herzen-Mannschaft demgegenüber deutlich offensiver. Und wenn Stevens mit der Meister-der-Herzen-Mannschaft eher offensiver spielen konnte, müsste das mit unserer aktuellen Mannschaft auch möglich sein.

Das ist kompletter Blödsinn, denn wir hatten einfach am Anfang ein leichtes Programm mit Erfolgserlebnissen. Danach ein Mega-Selbstvertrauen und auch eine gehörige Portion Glück. danach trug sich die mannschaft selbst. Böhme hat Dinger reingezimmert, die aquch auf die Tribüne hätten gehen können.

90 % von dem was auf dem Platz passiert, passiert im Kopf. Die anderen 10 % sind Matchglück. Wandelst du über Wasser, setzt sich die Idee des Spiels automatisch um.
90% von dem was du schreibst passiert vielleicht in deinem Kopf, aber nicht auf dem Platz einer Bundesligamannschaft. Natürlich gibt es positive wie negative Läufe, und damit einhergehend kann es auch mal eine gewisse Eigendynamik geben. Das macht auf eine Saison bezogen dann vielleicht mal fünf Punkte nach oben oder unten aus. Am Ende entscheidet aber größtenteils die sportliche Qualität (was die durch den Trainer vorgegebene Taktik mit einschließt).

Die Konsequenz aus dem was du schreibst wäre: Die Mannschaft setzen wir aus mental starken Amateurspielern zusammen. Training, Aufstellung und Taktik lassen wir von einem x-beliebigen Kreisligatrainer besorgen. Dafür stellen wir für ein Millionengehalt den besten verfügbaren Psychologen ein, der im Kopf (der ja angeblich 90% ausmacht) alles herausholt.

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon IM Friseur » Do 11. Okt 2018, 17:43

Wir beurteilen anhand eines Spiels, dem Kumulationspunkt einer viel längeren Zeit gemeinsamer Arbeit und Vorbereitung. Theorie trifft auf Praxis. Dann muss ein Plan funktionieren. Klappt es, löst das eine Eigendynamik aus, klappt es nicht ebenfalls.

Am Spieltag ist alles besprochen, geübt, verinnerlicht. Was dann passiert, ist aber entscheidend. Das meine ich. Aber ich denke, das verstehst du sogar.

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon ErwinK » Do 11. Okt 2018, 18:49

Wenn ich hier so lese, scheint es für einige Experten irgendwie für alles eine Erklärung zu geben, die aber offenbar selten an den Trainern festgemacht wird. Die überragenden Jahre mit Stevens werden teilweise herunter geredet, ein DT, der erst noch beweisen muss, was er wirklich kann, wird dagegen weitgehend aus der Kritik genommen.
Wer schon mal Fußball gespielt und unterschiedliche Trainertypen erlebt hat, der weiß, wie groß der Einfluss des Trainers tatsächlich ist. Er kann aus einem talentierten Spieler im Training regelmäßig das Letzte rausholen und ihn so Schritt für Schritt erkennbar besser machen. Er kann aus durchschnittlichen Spielern eine verschworene Gemeinschaft formen, die über sich hinaus wächst und er kann allein durch die richtige Mischung einer Mannschaft aus Künstlern und Arbeitern Großes erreichen, wenn die Truppe 100% an ihn glaubt.
Ich habe noch kein Training von DT gesehen. Mich würde interessieren, ob man dabei spürt, dass die Spieler voll mitziehen, ob er einzelne Spieler besonders fördert und ob er eine Hierarchie in der Mannschaft begünstigt. Mein Eindruck bisher ist, dass er taktisch eine Menge drauf hat. Zu den sonstigen, oft viel wichtigeren, eher im Psychologischen angesiedelten Fähigkeiten kann ich nichts sagen. Ich sehe aber bei kaum einen auf dem Platz Fortschritte, wohl aber viele Rückschritte. Es ist eine merkwürdige Diskrepanz vorhanden, wenn ein Bundestrainer Spieler wie Uth oder Rudy zu den Besten zählt, DT sie aber offenbar bisher nicht mal als Stammspieler etablieren kann (oder will?). Auch wundert es mich, dass der in der letzten Saison überragende Naldo nun plötzlich nicht mehr gut genug zu sein scheint. Neben seinen sportlichen Fähigkeiten fehlt auch die Persönlichkeit Naldo auf dem Platz. Mein Eindruck ist, dass DT viel zu sehr auf Taktik und Disziplin setzt und die individuelle Klasse von Spielern geopfert wird. Auch sehe ich nur ansatzweise Spielertypen auf dem Platz, die das Heft so richtig in die Hand nehmen, gerade auch, wenn es mal nicht so läuft.
DT will nicht an den Erfolgen der letzten Saison gemessen werden. Ich sehe das genauso; erst in diesem Jahr wird er beweisen müssen, ob er wirklich ein Großer werden kann. Zarte Anfänge sind letzte Woche gemacht worden, mehr nicht. Noch bin ich eher skeptisch, ob wir aus dem Tief schon heraus sind.
Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen. Voltaire (1694-1778), eigtl. François-Marie Arouet, frz. Philosoph u. Schriftsteller

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon Konrad » Do 11. Okt 2018, 19:44

ErwinK hat geschrieben:Ich sehe aber bei kaum einen auf dem Platz Fortschritte, wohl aber viele Rückschritte.

Das ist einigermaßen seltsam, denn die meisten hier dürften wohl das Gefühl haben, dass Tedesco der erste Trainer seit langem ist, unter dem die Spieler besser und nicht - wie bis dahin - schlechter werden.
Fährmann hat sich verbessert, Caligiuri (extrem), Naldo ist viel besser als unter Weinzierl, der etwas phlegmatische Nastasic hat sich verbessert, McKennie ist überhaupt Tedescos Erfindung, Burgstaller hat sich noch verbessert, der sicherlich schwierige Bentaleb kommt in die Spur, Stambouli hat sich unter Tedesco extrem verbessert, Kono auch, mit di Santo konnte TD was anfangen. Und Meyer hat sich unter ihm erst zu einem Klassespieler entwickelt.
Und Du liest ja schon, was die Spieler über den Trainer sagen, oder?

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon ErwinK » Do 11. Okt 2018, 20:18

Konrad hat geschrieben:
ErwinK hat geschrieben:Ich sehe aber bei kaum einen auf dem Platz Fortschritte, wohl aber viele Rückschritte.

Das ist einigermaßen seltsam, denn die meisten hier dürften wohl das Gefühl haben, dass Tedesco der erste Trainer seit langem ist, unter dem die Spieler besser und nicht - wie bis dahin - schlechter werden.
Fährmann hat sich verbessert, Caligiuri (extrem), Naldo ist viel besser als unter Weinzierl, der etwas phlegmatische Nastasic hat sich verbessert, McKennie ist überhaupt Tedescos Erfindung, Burgstaller hat sich noch verbessert, der sicherlich schwierige Bentaleb kommt in die Spur, Stambouli hat sich unter Tedesco extrem verbessert, Kono auch, mit di Santo konnte TD was anfangen. Und Meyer hat sich unter ihm erst zu einem Klassespieler entwickelt.
Und Du liest ja schon, was die Spieler über den Trainer sagen, oder?

Wenn es so wäre, wie Du schreibst, müsste der Fußball von uns längst attraktiver sein. Stattdessen machen wir diese Saison sogar Rückschritte und wenn man Spieler wie Uth oder Rudy holt und es nicht gelingt, sie in die Mannschaft zu integrieren, dann hat man grundlegend etwas falsch gemacht.
Fährmann war auch vor TD ein sicherer Rückhalt. Ich sehe da keine Verbesserung. Caligiuri hat eine gute Saison gespielt. Ob er dauerhaft so verbessert ist, wie Du schreibst, muss er gerade jetzt beweisen. Naldo war schon weit vor TD ein Klassespieler mit einer herausragenden Ausstrahlung. Dass er unter Weinzierl nicht klar kam und letzte Saison wieder an alte Zeiten anknüpfte, muss man nicht ausschließlich an DT festmachen. Wieso ist er diese Saison häufiger auf der Bank? Offenbar konnte ihn DT nicht mehr besser machen...
Meyers Fortschritt unter DT zu loben, gleichzeitig aber seinen ersten Förderer in der Bundesliga, unter dem er Nationalspieler wurde, nieder zu machen, ist schon fraglich. An was machst Du Deine so unterschiedliche Bewertung fest?
Das Lob der Spieler kann sehr unterschiedliche Gründe haben. Ich würde daraus nicht automatisch den Schluss ziehen, dass er ein herausragender Trainer ist. Trainer werden auch von Spielern gelobt, wenn sie nicht zu hart trainieren müssen, wenn sie Freiheiten haben, wenn sie aufgestellt werden und wenn der Trainer ein sympathischer Typ ist. Es gibt jede Menge Trainer, die von so manchem Spieler heftigst kritisiert werden (meist natürlich erst, wenn es ungefährlich ist) und trotzdem erfolgreich waren. Ich möchte nach einem Spiel das Gefühl haben, dass der Trainer das Optimale aus den Möglichkeiten gemacht hat und dass die Spieler an ihre Grenzen gegangen sind.
Ich bin seit etwa 50 Jahren Fan dieses Clubs und seit bald 30 Jahren Mitglied; das Jahr der Eurofighter war bisher mein absolutes Highlight, weil es Stevens geschafft hat, das Optimale aus der Mannschaft herauszuholen und weil die Spieler an ihre Grenzen gegangen sind. Das habe ich in den letzten Jahren (auch letztes Jahr) so manches Mal vermisst. Die Saison 2000/2001 war ebenfalls so ein Jahr (auch unter Stevens), weil zeitweise zu den genannten Tugenden auch ein guter Fußball gespielt wurde. Ohne das massive Eingreifen des DFB wären wir auch locker Meister geworden. Die beste Mannschaft waren wir in dem Jahr.
Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen. Voltaire (1694-1778), eigtl. François-Marie Arouet, frz. Philosoph u. Schriftsteller