Kann DT offensiv?


Moderatoren: Erwin u Helmut, EddieW

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon Liebhaber » Mi 10. Okt 2018, 17:17

naseblauweiß hat geschrieben:Wer es vergessen hat: 00/01 haben wir die meisten Tore geschossen und diverse klare Siege gelandet. Bei seinem zweiten Gastspiel fand Stevens gleich diverse herausragende Offensivspieler vor (Raúl, Farfan, Draxler, Huntelaar) und hat dann entsprechend gleich offensiv agieren lassen. Dennoch wird er vermutlich immer als der Trainer gelten, bei dem die 0 stehen musste. Trainer-Schublade.



Wer es vergessen hat: 00/01 haben wir die wenigsten Tore aller Vereine kassiert. ;)

Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte.

Huub konnte schon ziemlich gut auf die "Null" gehen.
Ich glaube aber, dass besagter Spruch tatsächlich auch durch die Europapokalspiele Futter bekam. Denn zu Hause keinen zu kassieren, war für uns schon mal die halbe Miete.
Ich erinnere mich an unglaublich viele 2:0 in dieser Zeit.

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon naseblauweiß » Mi 10. Okt 2018, 17:46

Liebhaber hat geschrieben:Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte.


D'accord, da liegt sie tatsächlich meistens rum. Ist zwar langweilig, aber nicht zu ändern ;)

Huub sollte nur ein bekanntes Beispiel dafür sein, dass man Trainer nicht nach dem ersten Eindruck beurteilen sollte. Das Schubladen-Denken ist ja leider nicht nur im Fußball sehr verbreitet. Entweder kann ein Trainer nur defensiv oder er kann nur offensiv. Meiner Meinung nach richten sich die meisten Trainer nach dem vorhandenen Spielermaterial und überlegen sich danach die Spielausrichtung. Die kann sich dann auch wieder ändern mit neuen Spielern.

Im Idealfall hat natürlich der Verein eine "Spielidee/-philosophie", kauft die passenden Spieler und den passenden Trainer. Gibt sicherlich auch Ausnahmen, Zorniger wurde ja genannt, wobei ich nicht weiß, wie er aktuell bei Bröndby spielen lässt. Vielleicht sollte man mal eine Trainerrotation einführen. Wäre spannend zu sehen, was ein Trainer wie Guardiola mit einem Verein wie Darmstadt oder Düsseldorf machen würde. Oder meinetwegen Schalke :o
bwg
nbw

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon Tommy » Mi 10. Okt 2018, 19:19

naseblauweiß hat geschrieben:Huub galt bei uns auch lange als Defensiv-Trainer. Die 0 musste halt stehen. Das hat sich dann spätestens in der Saison 00/01 geändert. Da hatte Huub neben starken Defensiv-Akteuren endlich auch die passenden Offensiv-Akteure beisammen. Schlüsselspieler war seinerzeit wohl Andreas Möller, durch den unser Mittelfeld eine neue Qualität erhielt. Wer es vergessen hat: 00/01 haben wir die meisten Tore geschossen und diverse klare Siege gelandet. Bei seinem zweiten Gastspiel fand Stevens gleich diverse herausragende Offensivspieler vor (Raúl, Farfan, Draxler, Huntelaar) und hat dann entsprechend gleich offensiv agieren lassen. Dennoch wird er vermutlich immer als der Trainer gelten, bei dem die 0 stehen musste. Trainer-Schublade.

Ich traue Tedesco Ähnliches zu.
Wie du schon richtig schreibst: Huub hat anfangs defensiv gespielt, später als er das entsprechende Personal hatte aber deutlich offensiver. Nur: Wir haben in meinen Augen bereits das Personal, um offensiv zu spielen, Tedesco tut es allerdings trotzdem nicht. Und ich glaube nicht, dass sich das in Zukunft groß ändern wird.

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon milhousinho » Mi 10. Okt 2018, 19:27

Tommy hat geschrieben:Nur: Wir haben in meinen Augen bereits das Personal, um offensiv zu spielen, Tedesco tut es allerdings trotzdem nicht. Und ich glaube nicht, dass sich das in Zukunft groß ändern wird.


Findest du? Ich sehe das überhaupt nicht so. Für offensiven Fußball fehlen uns technisch starke und schnelle Spieler. Lediglich Konoplyanka und Harit, mit Abstrichen Embolo und Bentlab bringen die Eigenschaften mit, um offensiv spielen zu können.
---------------------Neuer--------------------
Kehrer-----Matip----Höwedes----Kolasinac
-----------Gündogan-------Meyer-----------
Sané---------------Özil---------------Draxler
-------------------Lasogga--------------------

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon milhousinho » Mi 10. Okt 2018, 19:27

Tommy hat geschrieben:Nur: Wir haben in meinen Augen bereits das Personal, um offensiv zu spielen, Tedesco tut es allerdings trotzdem nicht. Und ich glaube nicht, dass sich das in Zukunft groß ändern wird.


Findest du? Ich sehe das überhaupt nicht so. Für offensiven Fußball fehlen uns technisch starke und schnelle Spieler. Lediglich Konoplyanka und Harit, mit Abstrichen Embolo und Bentaleb bringen die Eigenschaften mit, um offensiv spielen zu können.
---------------------Neuer--------------------
Kehrer-----Matip----Höwedes----Kolasinac
-----------Gündogan-------Meyer-----------
Sané---------------Özil---------------Draxler
-------------------Lasogga--------------------

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon Tommy » Mi 10. Okt 2018, 20:07

Machen wir es doch mal so, vergleich mal selbst unsere Kader:

Die Eurofighter waren offensiv fast ausnahmslos limitiert. Die einzigen nennenswerten Offensivspieler waren im Prinzip Wilmots und Max. Die Meister der Herzen, mit denen wir plötzlich offensiver gespielt haben, hatten Möller, Böhme, Mpenza, Sand, Asamoah.

Die Kombination aus Harit, Konoplyanka, Uth, Embolo und Burgstaller ist vom Offensivpotenzial her für mich eher bei den Meistern der Herzen als bei den Eurofightern.

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon IM Friseur » Mi 10. Okt 2018, 20:44

In die 00/01er-Saison starteten wir mit einem soliden 2-1 gegen Köln. da haben wir noch keine Welten bewegt. Das 4-0 auswärts bei Hansa hatte dann schon was von "Hui, da geht was!" und kurz darauf wurde zuhause Cottbus weggefidelt. War jetzt nicht das Hammerprogramm zum Auftakt. Danach gab es zwei blasse Unentschieden und dann das 4-0 bei den Nachbarn. Bezeichnenderweise haben wir am Spieltag darauf zum ersten mal verloren. Natürlich gegen den HSV. Danach wurde Frankfurt dann aber gleich wieder 4-0 besiegt.

Heute wird von manchen, so wie auch Tommy, impliziert, dieses Jahr wäre einem perfiden Masterplan gefolgt. Rudi habe dem Huub das geniale Puzzlestückchen beschert, dass dieser dann mit feiner Akribie eingefügt habe.

Das ist kompletter Blödsinn, denn wir hatten einfach am Anfang ein leichtes Programm mit Erfolgserlebnissen. Danach ein Mega-Selbstvertrauen und auch eine gehörige Portion Glück. danach trug sich die mannschaft selbst. Böhme hat Dinger reingezimmert, die aquch auf die Tribüne hätten gehen können.

90 % von dem was auf dem Platz passiert, passiert im Kopf. Die anderen 10 % sind Matchglück. Wandelst du über Wasser, setzt sich die Idee des Spiels automatisch um.

Heute denkt jeder, die Truppe h#ätte Esprit und Tempo gehabt. Aber Mpenza war nie wieder so gut wie in diesem Jahr. Und Ebbe war weder damals noch später ein schneller Stürmer, sondern einfach ein sehr guter Knipser.

Wären wir in der Lage gewesen, den Lauf von 00/01 zu duplizieren, wären wir irgendwann Meister geworden. Stattdessen hatten wir ein gutes Jahr, dem wir 6 Jahre später mit neuem Trainer und neuem Personal ein weiteres außergewöhnliches Jahr folgen lassen konnten. Dies sind bei uns Ausreißer nach oben, die viel mit Glück und dem daraus erwachsenden Selbstvertrauen zu tun haben. Ein bisschen Plan ist sicher auch dabei, aber ganz ganz sicher hat Huub diese Saison damals so auch nicht kommen sehen, geschweige denn, sie so geplant.

Und genauso wenig ist Tedesco der Überflieger, weil er letztes Jahr Zweiter geworden ist, noch ist er jetzt ein Depp.

Wir spielen derzeit ganz klar unter unseren Möglichkeiten, haben aber letztes Jahr mit viel Glück und jeder menge Selbstvertrauen auch ordentlich drüber gespielt.

Insofern ist schon richtig, was 21 und naseblauweiß sagen: Die Wahrheit liegt in der Mitte.

Und vor allen Dingen: Nachher kann ich auch den Plan erkennen. Aber er war nie einer. Allenfalls eine Hoffnung. Manchmal erfüllt sich diese eben, häufiger allerdings nicht. es sei denn man verfügt über die finanziellen Mittel von Bayern.

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon Der Steiger » Mi 10. Okt 2018, 21:26

Wenn man 00/01 Revue passieren lässt, darf man aber nicht vergessen, dass wir damals übelst beschissen wurden, was die Umparteiischen angeht. Früher konnte ich 10 Punkte aufzählen um die man uns im Laufe der Saison betrogen hat; jeder Einzelne hätte uns die 4:58 Minuten am Ende der Saison erspart. Wenn ich nur an das Hamburg-Spiel im Parkstadion denke: Schalke wird das reguläre 1:0 aberkannt, weil Mpenzas Flanke angeblich im Seitenaus war. Fast im Gegenzug schießt Meijer das 0:1 aus klarer Abseits-Position. Oder das Heimspiel gegen Lautern, nach meiner Erinnerung 2 irreguläre Lauterer Treffer. Oder der nicht gegebene Handelfmeter in Köln (Endstand: 0:0). Weder das Finish in Stuttgart hätte irgendeine Sau interessiert, noch die verdammte Rückgabe auf Schober. Schalke wäre nach normalen Maßstäben drei Spieltage vor Saisonende Meister gewesen.
Lange Rede, kurzer Sinn: auch wenn vieles, was der Friseur da über die Meister der Herzen sagt, richtig ist: der leichte Saisonauftakt, der viele Punkte und eine breite Brust bescherte und uns letztlich durch die Saison trug. Viele knappe Spiele, z.B. gegen Stuttgart vor der Winterpause oder im Endspurt gegen Wolfsburg und Bochum, die recht glücklich gewonnen wurden. Trotzdem würde mir aufgrund der an Betrug grenzenden Schiri-"Leistungen", die regelmäßig uns benachteiligten, die Saison 2000/01 niemals mit "Glück" in Verbindung bringen. Wir waren die beste Mannschaft, aber der DFB wollte die prolligen Gelsenkirchener nicht als Meister. Diese Legende ist mir aus meiner Zeit als leidenschaftlicher Fan Anfang zwanzig von damals hängen geblieben.
Kleine Anekdote zum Abschluss: rund um das 0:4-Derby verbrachte ich mit ein paar Kumpels einen Urlaub in nem Party-Club auf Ibiza. An einem Abend lernten wir in bierseliger Stimmung ne Handvoll Bayern-Fans, original aus dem Süden der Republik, kennen und quatschten mit denen, natürlich, über Fußball. Die ganze Zeit faselten die von der Champions League und dem Titelgewinn dort (was ihnen zu allem Überfluss 2001 ja auch noch vergönnt war), die Liga interessierte die nen Dreck. Und solche Deppen kassieren dann mit Schiris Gnaden im Vorbeigehen die x-te Schale während wir ein solches Trauma (und nichts anderes war es, ich bin mir 1904%ig sicher, mit dem Titel 2001 wären die 00er-Jahre für Schalke deutlich ruhiger umd billiger verlaufen) verwinden mussten. So, und jetzt hör ich lieber auf zu schreiben, bevor ich noch nen Streit mit meiner Frau (Bayern-Fan) anzettel und sie nicht mal weiß warum. :mrgreen:
I am a supporter of the glorious FC Schalke 04 and of ANY team playing against Borussia Dortmund. ;)

Frei nach Marcus P. Cato: "Im übrigen bin ich der Meinung, dass Robert Hartmann keine Spiele mit Schalker Beteiligung pfeifen sollte!"

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon Heidelwizka » Mi 10. Okt 2018, 21:34

Die oftmals attraktive Saison 2001 kann man an einem Namen festmachen: Möller!!

Ohne ihn waren wir aufgrund anderer individuell starken Spieler davor eine gute Mannschaft, durch Möller wurden wir eine sehr gute und daher bleibt Möller für mich der beste Transfer der letzten 20 Jahre, da er mit seiner Qualität eine ganze Mannschaft auf ein höheres Niveau hievte.

Und ein ähnlicher Transfer (Tempo, Technik, Torgefahr, starker Vorbereiter, große individuelle Qualität) wäre daher auch dieses Jahr wesentlich wichtiger und gewinnbringender gewesen, als ein megateurer Rudy Transfer, da wir auf dessen Position mit Bentaleb und Mascarell schon 2 Leute haben, die eigentlich kompletter sind als er und Rudy unser Offensivspiel nicht auf eine andere Stufe stellt, wie es zum Beispiel ein Typ Pepe oder Bergwijn gemacht hätte,wenn diese ihr normales Potential abgerufen hätten.

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon IM Friseur » Mi 10. Okt 2018, 21:51

Heidelwizka hat geschrieben:Die oftmals attraktive Saison 2001 kann man an einem Namen festmachen: Möller!!

Ohne ihn waren wir aufgrund anderer individuell starken Spieler davor eine gute Mannschaft, durch Möller wurden wir eine sehr gute und daher bleibt Möller für mich der beste Transfer der letzten 20 Jahre, da er mit seiner Qualität eine ganze Mannschaft auf ein höheres Niveau hievte.

Und ein ähnlicher Transfer (Tempo, Technik, Torgefahr, starker Vorbereiter, große individuelle Qualität) wäre daher auch dieses Jahr wesentlich wichtiger und gewinnbringender gewesen, als ein megateurer Rudy Transfer, da wir auf dessen Position mit Bentaleb und Mascarell schon 2 Leute haben, die eigentlich kompletter sind als er und Rudy unser Offensivspiel nicht auf eine andere Stufe stellt, wie es zum Beispiel ein Typ Pepe oder Bergwijn gemacht hätte,wenn diese ihr normales Potential abgerufen hätten.


Hach, ich würde jetzt so gerne mal deine Postimngs lesen, BEVOR die ersten 5 Spiele in die Hose gingen? Gab's da überhaupt welche? Falls ja, ich bin sicher sie waren in dieser Art: Uth absolut mega, den besten deutschen Stürmer für Nöppes! Mascarell Kampfschwein für kleine Kohle, Sané die Kopie von Naldo, wir werden unschlagbar sein auf Jahre!

Und: Bevor Pepe mit uns in Verbindung gebracht wurde und dann einen Megasaisonstart hingelegt hat, hattest du von dem noch nie gehört. Aber jetzt kommst du aus deinem kleinen Eckchen gekrochen und hast natürlich vorher alles schon ganz genau gewusst.

Sorry, über solche Typen wie dich muss ich echt schmunzeln. Von nix ne Ahnung, können aber alles erklären.