Kann DT offensiv?


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Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon Frahe04 » Do 27. Sep 2018, 09:37

der Threadtitel müsste angesichts der aktuellen Situation eigentlich wie folgt lauten: "Kann DT (noch) gewinnen?" ;)
Wer königsblau im Herzen trägt, sieht niemals schwarz!

Unser Fussball muss sich grundsätzlich ändern !

Beitragvon Oberhaching Schalker » Di 9. Okt 2018, 10:16

Ich stell das hier mal zur Diskussion.

Es tut mir leid - Erfolg ist nicht alles. Mittlerweile ist es wieder eine Qual, sich diesen Fussball anzuschauen. Auch bei nun 3 Siegen in Folge.
Das einzige Mittel scheint der lange Ball auf den zentralen Stürmer zu sein - und alle hinterher. Kein Wunder, dass Uth bislang auch untergeht. Diese spielerische Armut ist auch er aus Hoffenheim nicht gewohnt.

Warum spielen Mannschaften wie Bremen, Mönchengladbach, Hoffenheim oder auch Berlin und Augsburg im Moment attraktiven Fussball und wir versuchen es auf die alt-englische Art mit kick and rush?

Komm mir keiner mit dem Personal. Ganz sicher sind Bentaleb, Rudy, Serdar, Schöpf, Mendyl und Mascarell - um nur einige zu nennen - in der Lage einen flachen kurzen Ball zu spielen. Warum dann permanent der lange, hohe Schlag ?

Auch Tedesco - so sehr ich ihn mag und schätze - muss hier lernen und sich ändern. Das Einstudieren eines attraktiven Offensivfussballs ist alternativlos, um die Zukunft positiv zu gestalten. Auch wenn das zu Lasten des kurzfristigen Erfolgs ginge.

Feuer frei!

Re: Unser Fussball muss sich grundsätzlich ändern !

Beitragvon DerFicher » Di 9. Okt 2018, 10:35

Das ist doch alles schon im Thread "Kann TD offensiv?" Thema: viewtopic.php?f=13&t=915676

TD will anderen Fußball spielen lassen, dann kam die Niederlagenserie, die Mannschaft brauchte Sicherheit und hat sich selber für die simplere Variante ausgesprochen, das Ziel ist aber klar benannt. Also ja: der Fußball soll und wird sich (hoffentlich) ändern, dass sehen auch die Verantwortlichen so.
BWG aus HH
DerFicher
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"Politik kann man in diesem Lande definieren als die Durchsetzung wirtschaftlicher Zwecke mit Hilfe der Gesetzgebung." (Kurt Tucholsky)

Re: Unser Fussball muss sich grundsätzlich ändern !

Beitragvon Calimero » Di 9. Okt 2018, 10:50

Dann hoffe ich sehr, dass wir nur zeitweilig vom als richtig erkannten Weg abweichen, denn unser Fußball muss sich wirklich grundsätzlich ändern.

Das, was wir bislang in dieser Saison sehen, kann jedenfalls nicht unser Anspruch sein.
Reitet weiter, lasst mich liegen!

Bild

Re: Unser Fussball muss sich grundsätzlich ändern !

Beitragvon Oppa Pritschikowski » Di 9. Okt 2018, 10:57

Eine Diskussion, die wir schon sehr oft hatten, und letztlich doch nur jeder für sich individuell beantworten kann. Das fängt doch schon bei der Frage an, wie man "schönen Fußball" definiert und ein jeder bestimmt zu einem anderen Ergebnis kommt.

Also ich persönlich habe bessere Laune wenn wir 1:0 gewinnen als wenn wir 3:4 verlieren. Und ich habe damals bestimmt nicht mein Herz an königsblau verloren, weil die damals (Saison 79/80) so einen tofften Fußball gespielt haben. Ich werde bestimmt nicht meckern, wenn wir wieder die CL-Quali packen und der Fußball noch so unansehnlich ist, was ja wiederum, siehe oben, Definitionssache ist.
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In meinem Herzen flattert leise,
ein blau und weißes Fähnelein...

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon IM Friseur » Di 9. Okt 2018, 12:28

Fußball ist ein Ergebnissport. Schöner Fußball damit also allenfalls ein Wunsch, aber kein Muss.

Schöner Fußball hat aber auch nichts mit Ballbesitz zu tun, sondern in erster Linie mit Toren. Frage also: Erhöhen offensive Bemühungen die Torquote? Landläufig denkt man das schon. Beim 7-1 der Nationalmannschaft gegen Brasilien aber ging kaum einem Tor ein geplanter Spielzug voraus, sondern ein geplanter Ballgewinn in der Hälfte des Gegners. Dennoch würde man heute sagen, es war ein Offensivfeuerwerk, oder?

Also, es ist nicht unbedingt die Spielweise oder die von vielen immer wieder geforderteten "Spielzüge", sondern ein Plan, wie man zu Torabschlüssen kommt, die dann auch zu Toren führen.

In der letzten Saison hatten wir nicht unbedingt mehr Torabschlüsse, waren aber um ein vielfaches effektiver.

Natürlich war auch das noch nicht schön anzusehen, dennoch war ein Plan erkennbar, wie wir zu Toren kommen: Hohes Pressing, zweite Bälle, den Gegner auf dem falschen Fuß erwischen. Dazu eine beängstigende Standardstärke. Aus dem Feld ging auch da schon nicht soooo viel. Diese Saison fehlen uns die Standards spürbar.

Und klar, diese Bälle, die den Gegner überspielen sollen, sind teilweise schon sehr übel anzusehen, weil sie in großer Zahl abgefangen werden. Nun ist aber Länderspielpause und ich habe Vertrauen in Tedescos Fähigkeit, sich konstruktive Rückmeldung in der Mannschaft zu holen. Die Protagonisten wie Caligiuri und Naldo stehen ihm ja zur Verfügung.

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon Der Jörch B. » Di 9. Okt 2018, 12:38

Wäre es bei den Nachbarn am Wochenende beim 3:3 geblieben wäre die Stimmung und Berichterstattung auch eine andere. Nun sind sie Mentalitätsmonster mit einem Alcacer als echten Knipser und Favre wechselt die Siege ein etc.
Schon zu vergleichen mit unserem 4:4 bei denen letztes Jahr. Hätten wir das Dingen 4:3 verloren, wäre auch anders über uns berichtet worden.

Sehe das wie der Friseur, Attraktivität liegt immer im Auge des Betrachters. Und trotz langer Bälle wurde der erste Treffer über den zweiten Ball rausgespielt. Da jetzt wieder nur von Zufall zu reden ist auch immer relativ einfach.

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon Der Steiger » Di 9. Okt 2018, 13:15

Ich glaube, um im modernen Fußball attraktiv UND erfolgreich zu spielen, braucht es ein außergewöhnliches Personal. Darüber verfügen in der Bundesliga lediglich die Bayern und bereits mit leichten Abstrichen die Nachbarn.

Warum?

Im modernen Fußball ist die Mannschaft, die die Initiative ergreift (mMn Voraussetzung für schönen Fußball) in der deutlich anspruchsvolleren Position. Denn der hierfür notwendige Ballbesitzfußball, wie ihn bspw ein Van Gaal oder ein Guardiola präg(t)en, wurde weitgehend entschlüsselt und erfordert somit mehr denn je auf allen 11 Positionen gedanklich wie körperlich schnelle Spieler, die zudem noch sehr genau passen können.

Edit:

Für uns, als ein Team, das trotz dafür nur bedingt geeignetem Personal oft in die Rolle der initiativen Mannschaft gedrängt wird, stellt sich mMn vielmehr die Frage, wie wir auch gegen kleinere Gegner die Initiative oft genug abgeben können um unsere Stärken in Form von z.B. Gegenpressing ausspielen zu können. Ich habe schon öfter gehört, dass wir statt Barcelona oder Real und viel eher Atlético zum Vorbild nehmen sollten, die diesen ekligen Ball, den auch DT oft spielen lässt, perfektioniert haben und dabei dennoch viele Tore schießen, alles andere als unattraktiv spielen und durchaus erfolgreich sind.
I am a supporter of the glorious FC Schalke 04 and of ANY team playing against Borussia Dortmund. ;)

Frei nach Marcus P. Cato: "Im übrigen bin ich der Meinung, dass Robert Hartmann keine Spiele mit Schalker Beteiligung pfeifen sollte!"

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon Topspin04 » Di 9. Okt 2018, 15:00

Es geht mir auch so, dass ich nach einem 1-0 bessere Laune habe, als nach einem 3-4. Noch schlechtere Laune habe ich aber nach einem 0-1 oder 0-2, insbesondere dann, wenn wir wie in den ersten Spielen dieser Saison uns kaum Torchancen rausspielen.

Sicherlich ist es einfach attraktiven Fußball zu spielen, wenn ich zusammen einen Neymar und einen Mbappe in der Mannschaft habe. Da brauche ich gar keine so ausgeklügelte Taktik, denn die beiden bringen Technik und Tempo mit. Wie in den letzten Partien von PSG gibt es dann Torchancen und dann Tore im Minutentakt. Nun, die beiden haben wir aber nicht. Was wir aber wenigstens haben wollten und - das war ein Ziel am Ende der letzten Saison - unser Tempodefizit zu verringern. Mendyl haben wir diesbezüglich geholt und Kono von der Transferliste gestrichen. Das war es aber auch schon. Hier haben wir ein Defizit und dementsprechend fällt es uns schwer Torchancen zu kreieren, wenn der Gegner uns keine Räume anbietet oder Fehler in der eigenen Hälfte produziert. Einen Spieler, der durch sein Tempo eine 4'er Kette sprengt haben wir nicht. Das wussten wir und haben nicht adäquat reagiert. Diese Formel kann heißen, schnell = schön = häufig erfolgreich.

Alternativ kann ich natürlich auch durch technisch starke Spieler den Ball zirkulieren lassen und den Gegner ausspielen. Eine Art "Kreisel-Revival" durch Bentaleb, Harit, Serdar und Mascarell sollte eigentlich möglich sein. Dafür brauche ich aber Selbstvertrauen und nach den anfänglichen Pleiten war das nun überhaupt nicht mehr vorhanden.

Wie können wir aber nun ab Oktober erfolgreichen und attraktiven Fußball spielen?

Das wird ein hartes Stück Arbeit. Wir brauchten schnellstens Punkte und da war natürlich das Mittel der starken Defensive gepaart mit dem langen Hafer das probate Mittel. Wir werden damit aber auch auf Dauer keinen Erfolg haben, denn die Gegner haben sich darauf eingestellt, nehmen wir das Freiburg Spiel. Gehen wir nicht in Führung, sondern der Gegner haben wir ein Problem, denn dann verstärkt der Gegner seine Abwehr und wir haben wie oben beschrieben keine Mittel den Rückstand aufzuholen.

Was wir noch im Köcher haben sind Skrzybski und Goller, die im Florenz Spiel ordentlich Betrieb gemacht haben und sicher mal für einen Überraschungseffekt sorgen könnten. Zusammen mit unserer starken linken Seite könnte das schöne Offensivpower erzeugen. Ansonsten muß in der Winterpause mindestens noch ein schneller Spieler verpflichtet werden. Wir brauchen Tempo gepaart mit Dynamik, der Herr Pepe, den wir Ende August auf der Liste hatten hat dank seines Tempos 6 Tore in 9 Spielen geschossen und etliche Tore vorbereitet. So eine Torquote ist auch für uns attraktiv und schön.

Re: Kann DT offensiv?

Beitragvon pewpewlazorgunz » Di 9. Okt 2018, 17:07

Der Steiger hat geschrieben:Ich glaube, um im modernen Fußball attraktiv UND erfolgreich zu spielen, braucht es ein außergewöhnliches Personal. Darüber verfügen in der Bundesliga lediglich die Bayern und bereits mit leichten Abstrichen die Nachbarn.

Warum?

Im modernen Fußball ist die Mannschaft, die die Initiative ergreift (mMn Voraussetzung für schönen Fußball) in der deutlich anspruchsvolleren Position. Denn der hierfür notwendige Ballbesitzfußball, wie ihn bspw ein Van Gaal oder ein Guardiola präg(t)en, wurde weitgehend entschlüsselt und erfordert somit mehr denn je auf allen 11 Positionen gedanklich wie körperlich schnelle Spieler, die zudem noch sehr genau passen können.


Das impliziert so ein bisschen, dass es zwischen Guardiolas und Tedescos (aktuellem) Fußball ein riesiges Vakuum gibt. Die Art der Argumentation lese ich öfter, wenn Leute ihren Trainer verteidigen wollen - ich persönlich halte das für ein faules Alibi.
Gut strukturierter Aufbau, saubere Ballzirkulation, schnelles Umschalten, kluge Muster in der Offensive, dafür braucht man weder totale Dominanz, noch eine Übermannschaft.
Kohfeldt würde ich zum Beispiel unterstellen, dass er bei Bremen attraktiven und für ihre Verhältnisse erfolgreichen Fußball spielen lässt. Nagelsmann bei Hoffenheim, Tuchel bei Mainz und Favre vor Dortmund sind/waren auch so Trainer, die mit relativ bescheidenen Mitteln zeigen konnten, dass sie guten Fußball im Sinn haben - ohne den durch ihre finanziellen Mittel nötigen Pragmatismus zu verlieren.

Der Steiger hat geschrieben:Für uns, als ein Team, das trotz dafür nur bedingt geeignetem Personal oft in die Rolle der initiativen Mannschaft gedrängt wird, stellt sich mMn vielmehr die Frage, wie wir auch gegen kleinere Gegner die Initiative oft genug abgeben können um unsere Stärken in Form von z.B. Gegenpressing ausspielen zu können. Ich habe schon öfter gehört, dass wir statt Barcelona oder Real und viel eher Atlético zum Vorbild nehmen sollten, die diesen ekligen Ball, den auch DT oft spielen lässt, perfektioniert haben und dabei dennoch viele Tore schießen, alles andere als unattraktiv spielen und durchaus erfolgreich sind.


Costa, Griezmann, Lemar, Koke, Saul, Gelson.. das ist bei denen personell und ergebnistechnisch nun wahrlich keine Anschenputtel-Geschichte mehr, an Bayerns Stelle würde ich wahrscheinlich gerne den Kader mit denen tauschen.