Ewald Lienen bittet Domenico Tedesco um Entschuldigung


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Re: Ewald Lienen bittet Domenico Tedesco um Entschuldigung

Beitragvon Frahe04 » Di 31. Jul 2018, 08:09

Ewald Lienen galt während seiner aktiven Profijahre zwar schon als DKP-naher Linker, ist aber dennoch ein authentischer und sympathisch Typ!
Wer königsblau im Herzen trägt, sieht niemals schwarz!

Re: Ewald Lienen bittet Domenico Tedesco um Entschuldigung

Beitragvon altinthon » Di 31. Jul 2018, 10:26

Frahe04 hat geschrieben:Ewald Lienen galt während seiner aktiven Profijahre zwar schon als DKP-naher Linker, ist aber dennoch ein authentischer und sympathisch Typ!

In dem Zusammenhang verstehe ich das "dennoch" nicht.

Re: Ewald Lienen bittet Domenico Tedesco um Entschuldigung

Beitragvon Himmel04 » Di 31. Jul 2018, 14:58

Farfan04 hat geschrieben:Hatte denn Lienen mit seiner Kritik so viel Unrecht ?
Ich sehe das auch so wie er
Er hätte natürlich nicht exemplarisch Tedesco als Beispiel nehmen müssen , aber im Endeffekt stimmt doch vieles was er sagt
Der Fussball ist unter den jungen Laptop Trainern kein Freigeist mehr
Es werden Plan Quadrate auf gezeichnet und wichtig sind Spieler die taktisch die Vorgaben des Trainers am besten aus führen.
Talent zählt nicht mehr viel , sondern mannschaftliche Unterordnung.
Spieler die ins Dribbling gehen sind unerwünscht , Spieler die den Ballbesitz und Defensivarbeit bis zum erbrechen mit ziehen gerne gesehen.
Der Fussball in der Bundesliga ist doch schlimm an zu sehen
15 Teams sind nur auf zerstören aus und ein richtig Offensives Ffeuzerwerk sieht man doch viel zu selten.
Natürlich sind nicht nur die jungen Trainer schuld , aber geradde Tedesco , Nagelsmann oder auch Wolff sezieren den Gegner bis zum Toilettengang.
Mir gefällt die ganze Spielweise der Bundesliga schon seit ein paar Jahren nicht mehr und da gebe ich Lienen recht


Ich finde, dass das Thema zu gross ist, um es in ein paar Zeilen abzuhandeln.

Grundsätzlich werden mir da auch zu oft falsche oder unlogische Schlussfolgerungen gezogen. Gerade Tedesco ist viel zu kurz im Amt, um da schon Trends bewirkt haben zu können. Vielleicht bedient er sie recht gut. Auch das schlechte Abschneiden der Nationalelf bei der WM in Verbindung zu bringen mit den Laptop-Trainern halte ich für Unsinn, da der Kader zu 70% deckungsgleich war. Die Auswirkungen wird man eher in 8 Jahren sehen.

Wenn man das alles analysieren und kritisieren will, muss man im Jugendbereich anfangen, denn hier werden ja die Weichen gestellt. Vielleicht will man hier schon zu sehr den Erfolg und verbietet Dribblings in bestimmten Zonen oder setzt zu sehr auf Teamgeist als auf Individualität. Vielleicht fängt das ja schon in der D-Jugend an?

Für die Bundesliga glaube ich, dass man immer alles am Erfolg ausrichten wird. Und wenn das heute mögliche Sezieren des Spiels des Gegners (was ja erst durch Kameratechnik und big data möglich ist) die Aussichten darauf verbessert, wird das weiterhin passieren. Wenn nicht von Tedesco, dann von einem anderen. Vielleicht ist das die eigentliche Analyse von Scholl. Trainer, die diesem Trend nicht folgen wollen/können, haben im Moment keine Chance, da alle Verantwortlichen die neuen Methoden für Erfolg versprechender ansehen als die alten Modelle. Tedesco spricht es wiederholt als "in Schönheit sterben" aus. Schade ist das allemal, dass im Moment das "kaputt machen" des Spiels eher zum Erfolg führt. Das ist aber vielleicht auch der Schere der individuellen Klasse geschuldet. Die exzellenten Fussballer tummeln sich eben bei wenigen Vereinen. Wir haben mit mehrmals 0:6 in den vergangenen Jahren gesehen, wie man unter die Räder kommen kann, wenn man "mitspielen" will.

Mir gefällt unser Fussball des letzten Jahres auch nicht wirklich. Ich bin aber auch kein Befürworter des Malocherstils und sehe das auch nicht als unseren Markenkern. Ich führe es darauf zurück, dass sehr viele Fans im Stadion eher aus der Eurofighter-Ära kommen. Mein Fansein stützt sich eher auf die 70er-Jahre als noch die Idee des Schalker Kreisels in den Köpfen war, wenn auch nicht mehr immer auf dem Platz. Natürlich erwarte ich Einsatz und von mir aus auch Kampf. Das ist für mich aber eher eine Grundvoraussetzung als ein Spielstil.

Dennoch habe ich letztes Jahr versucht, mich mit unserem Fussball anzufreunden. Es gefällt mir auch wie stark wir in der Balleroberung geworden sind und wie schnell wir den Ball bei Verlust zurück bekommen. Demgegenüber steht aber auch oft Frust, was wir mit den gewonnenen Bällen machen. Sehr häufig schenken wir ihn gleich wieder her. Ja, so häufig, dass ich mich schon gefragt habe, ob das Absicht ist? Eine Art Zermürbungstaktik des Gegners, der ihn ja dann auch gleich wieder verliert. Wer sich weniger "zermürben" lässt, gewinnt dann das Spiel. Andererseits muss doch das Potential, mit dem gewonnenen Ball etwas Konstruktives zu machen viel grösser sein, d.h. ganz andere Möglichkeiten bieten.

Es gibt aber noch einen Punkt in meiner Analyse, der hier hereinspielt. Obwohl wir den Ball so oft verlieren, haben wir in jedem Spiel zahlreiche Möglichkeiten Tore zu erzielen. Es ist ein wenig so, dass es ganz egal ist, dass wir den Ball wieder verlieren, wenn wir ihn uns nur schnell wiederholen. Alles immer im Mittelfeld. So sieht dann das Spiel der Zukunft aus. Wir gewinnen den Ball, verlieren ihn wieder, gewinnen ihn, verlieren ihn und irgendwann (wenn man kaum noch aufpasst) kommt eine Aktion, die Torgefahr auslöst.

Theoretisch (das war schon letzte Saison so) können wir mit diesem System auch hoch gewinnen. Sagt dann nach beispielsweise einem 4:0 noch jemand, dass das Spiel langweilig war? Ich weiss es nicht.
"Und dann sagte der Russe, der ein wenig deutsch konnte, zu mir: Kommst Du aus Schalke?" (Mein Oppa)

Re: Ewald Lienen bittet Domenico Tedesco um Entschuldigung

Beitragvon GuterAlterSchalker » Di 31. Jul 2018, 15:44

Ich kann Deinen Gedanken und Ansichten nur zustimmen. Auch ich hätte mir selbst letztes Jahr noch die ein oder andere offensiv schön herausgespielte Torszene mehr gewünscht.

Jedoch darf man nicht vergessen, dass wir da vorne Stürmer hatten, die allesamt nicht dafür bekannt sind, die tiefen Laufwege anzubieten. Kein di Santo, erst recht kein Burgstaller "kann" tiefe Laufwege, dem Embolo musste Tedesco erstmal überhaupt zeigen, wie und wann er zu laufen hat. Da können noch so gute Mittelfeldspieler da sein, wenn kein Stürmer richtig läuft.

Gerade in diesem Punkt verspreche ich mir von Teuchert und vor allem Uth erhebliche Verbesserungen. Aber das braucht Zeit, da der eine vor seiner ersten richtigen kompletten Erstligasaison steht und der andere ein Neuzugang ist. Aber ich bin sicher, wir werden mit der Zeit mehr und mehr auch schöne offensive Spielzüge, Läufe und Pässe der Mittelfeldspieler zu Gesicht bekommen.

Re: Ewald Lienen bittet Domenico Tedesco um Entschuldigung

Beitragvon 21 » Di 31. Jul 2018, 16:53

Es wird langsam aber sicher nach Ballgewinn auch besserer Fußball gespielt werden. Nur hier kann man eben nicht in einem Jahr soviel verlorenen Boden gutmachen, wie bei der Balleroberung und den Defensivstrategien. Das ist ein stetiger Prozeß, der mit ständigen Wiederholungen und daraus resultierender Vertrautheit auf dem Trainingsplatz wachsen muss. Sollte diese Vertrautheit schon dieses Jahr positiv greifen, wäre ein erneutes Verweilen in der Spitzengruppe möglich. Ansonsten kann man sich auch schnell auf Platz 14, wie schon mal jemand woanders erwähnte, wiederfinden.
bwg
21

Re: Ewald Lienen bittet Domenico Tedesco um Entschuldigung

Beitragvon Frahe04 » Do 2. Aug 2018, 07:49

«Ewald hat an dem Tag zu lange in der Sonne gestanden», sagte Heidel am Mittwoch dem TV-Sender Sport1. «Aber wir haben das ausgeräumt.» :mrgreen:


http://www.reviersport.de/artikel/schal ... gestanden/
Wer königsblau im Herzen trägt, sieht niemals schwarz!