Mertesacker über Druck...


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Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon BuB » So 11. Mär 2018, 17:52

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Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon danny04 » So 11. Mär 2018, 18:54

Wenn ich so eine Heulsuse schon lese, Druck ist es wenn man 10 Stunden arbeiten geht und eine Familie zu ernähren hat. Nicht 90 minuten am Tag zu trainieren und dann Golf spielen zu gehen, hauptsache Millionen kassieren..
Sollen mal einen normalen Job ausüben, wenn ich sowas schon lese hab noch nie jemand auf den Bau erlebt, der 1000 Steine am Tag mauern muss und rumheult. Die arbeiten nicht jeden Tag 8-10Stunden. Genauso wenn man sagt Spieler sind müde, ich kenne so viele die 10 Stunden arbeiten und dann noch zum Fussballtraining fahren die sind auch nicht müde, die Profis haben doch alles Ärzte usw.. Da kriegt man einfach Hass wenn man sowas liest nicht nachvollziehbar.. Ich bin 24 und finde es abscheulich sich zu beschweren obwohl man Millionen bekommt..

Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon 21 » So 11. Mär 2018, 19:05

Es dürfte doch außer Frage stehen, dass Druck keine Frage des Geldes ist. Wieso sollten Maurer nicht auch rumheulen, wenn es ihnen zuviel wird? Außerdem ist der Maurerjob verkannt und ist ein astreiner toller Job.
bwg
21

Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon BuB » So 11. Mär 2018, 20:39

danny04 hat geschrieben:Wenn ich so eine Heulsuse schon lese, ...(...). Da kriegt man einfach Hass wenn man sowas liest nicht nachvollziehbar.. Ich bin 24 und finde es abscheulich sich zu beschweren obwohl man Millionen bekommt..


*seufz*

Das ist wahrscheinlich genau das Problem.
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Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon IM Friseur » So 11. Mär 2018, 21:10

Wenn man Millionen verdient, hat man gefälligst keine menschlichen Regungen mehr zu haben? Wenn ich die Reaktionen auf den Artikel hier so lese, wird klar, dass weder aus Deisler noch Enke irgendjemand irgendwas gelernt hat.

Ich denke auch mal, dass die meisten den Artikel, um den es geht, gar nicht gelesen haben. Denn dann wüssten sie, dass Mertesacker die Ursache für den Druck nicht ausschließlich von denFans gesehen, sondern aus den Umständen des Leistungssports heraus. Aufwachsen damit, ständig gemessen zu werden. Mit schwerwiegenden Verletzungen zu spielen, von der Presse immer nur nach dem letzten Spiel beurteilt zu werden. Vieles war wohl auch das, was ein Schauspieler Lampenfieber nennt.

Aber er kriegt ja Millionen, da hat er gefälligst zu funktionieren und dankbar zu sein. Wisst ihr was? Das ist er sogar, er reflektiert sehr gut, dass er priviligiert war und ist. Sagt aber auch, dass ihm das nicht hilft. Sein Körper ist durch, seine Psyche auch.

Dass er das ausspricht, finde ich gut und richtig. Und ich kann nur hoffen, wenn hier die „der soll sich nicht so anstellen“-Fraktion ihren kurzsichtigen Dünnpfiff demnächst auf einem 19_Jährigen auskübelt, jemand daneben steht und ihnen einen kleinen Denkanstoß auf den Hinterkopf gibt. Gerne auch mit Anlauf, damit die empathielose Birne das überhaupt mitbekommt.

Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon matze04 » So 11. Mär 2018, 23:13

Danke Friseur. Volle Zustimmung.

Ich kann nur jedem empfehlen, einmal die Originalstory bei SpOn zu lesen, die 39 Cent (oder meinetwegen das böse Plugin installieren) ist sie allemal wert. Dann wüsste man auch, dass es Mertesacker sogar das Wichtigste war, dass die Story nicht weinerlich oder voller Selbstmitleid rüberkommt und er sich auch seiner privilegierten Stellung jederzeit voll bewusst war. Kann man sich nur auch nichts für kaufen, wenn Körper und/oder Psyche nicht mehr mitspielen.

Und natürlich gibt es härtere Schicksale, das bestreitet doch gar keiner. Vieles ist im Fußball aber hausgemacht und wenn jeder, bevor er die Finger zum Pfeifen in den Mund steckt, vielleicht mal kurz darüber nachdenkt was er damit eigentlich erreichen will, wäre schon viel gewonnen.

Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon hannover1958 » Mo 12. Mär 2018, 01:29

IM Friseur hat geschrieben:Wenn man Millionen verdient, hat man gefälligst keine menschlichen Regungen mehr zu haben? Wenn ich die Reaktionen auf den Artikel hier so lese, wird klar, dass weder aus Deisler noch Enke irgendjemand irgendwas gelernt hat.

Ich denke auch mal, dass die meisten den Artikel, um den es geht, gar nicht gelesen haben. Denn dann wüssten sie, dass Mertesacker die Ursache für den Druck nicht ausschließlich von denFans gesehen, sondern aus den Umständen des Leistungssports heraus. Aufwachsen damit, ständig gemessen zu werden. Mit schwerwiegenden Verletzungen zu spielen, von der Presse immer nur nach dem letzten Spiel beurteilt zu werden. Vieles war wohl auch das, was ein Schauspieler Lampenfieber nennt.

Aber er kriegt ja Millionen, da hat er gefälligst zu funktionieren und dankbar zu sein. Wisst ihr was? Das ist er sogar, er reflektiert sehr gut, dass er priviligiert war und ist. Sagt aber auch, dass ihm das nicht hilft. Sein Körper ist durch, seine Psyche auch.

Dass er das ausspricht, finde ich gut und richtig. Und ich kann nur hoffen, wenn hier die „der soll sich nicht so anstellen“-Fraktion ihren kurzsichtigen Dünnpfiff demnächst auf einem 19_Jährigen auskübelt, jemand daneben steht und ihnen einen kleinen Denkanstoß auf den Hinterkopf gibt. Gerne auch mit Anlauf, damit die empathielose Birne das überhaupt mitbekommt.


Menschen als "empathielose Birnen" zu bezeichnen ist nicht sehr empathisch.

Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon Rapor04 » Mo 12. Mär 2018, 08:35

Das persönliche Leiden und der Leidensdruck sind bei einem Hartzer und einem Rockstar oder Fußballer jeweils individell und schlimm.
Aber, die Möglichkeiten zur Behandlungsind doch sehr unterschiedlich. Wie lange wartet man jeweils auf eine Behandlungsmöglichkeit? In wieweit habe ich die Chance, die für mich beste Behandlung zu wählen? Gut, dass es Krankenhäuser für Betroffene gibt, aber der Unterschied zwischen einer privaten Einrichtung und einer öffentlichen können beträchtlich sein.
Nichts gegen ein normales Krankenhaus mit Ärzten und medizinischem Fachpersonal, die oft hervorragende Arbeit leisten. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Und die sind in unserem Gesundheitssystem oft suboptimal.
Ich habe verschiedene Einrichtungen von beiden Seiten, als Betroffener und als therapeutisch Tätiger kennen gelernt.
Der Eine lässt sich hinfahren, der Andere bekommt keinen Transport bewilligt oder kann bestimmte Zeiten nicht einhalten.
Das sind die Unterschiede, neben der Möglichkeit eine eventuelle Beschäftigung aufzugeben und trotzdem nicht in Armut leben zu müssen, nebst Angehörigen.

Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon IM Friseur » Mo 12. Mär 2018, 09:08

Schon richtig. Dazu müsste man aber in der Lage sein, seine Beeinträchtigung als solche zu erkennen und anzunehmen. Wenn du auch therapeutisch tätig warst/bist, werden die genügend Fälle begegnet sein, bei denen das größte Hindernis die Bereitschaft des Betroffenen ist, sich überhaupt eine Beeinträchtigung einzugestehen.

Jedes Leiden ist individuell, egal wie gut gefüllt die Geldbörse ist. Was mich ankotzt ist, wenn sich Fußballer oder von mir aus auch Schauspieler oder Politiker mal hinter die Fassade gucken lassen und dann Sprüche kommen in der Art, niemand würde sie zwingen in der Öffentlichkeit zu stehen. Und sie hätten genug Geld, sich zurückzuziehen. Diese selbstgerechte Denke ( wohl eher das nicht vorhanden sein eines Denkens) führt dazu, dass ein junger Sportler sich übelsten Anfeindungen in der Öffentlichkeit odergerne auch anonym im Netz ausgesetzt sieht. Die Schamgrenze sinkt und sinkt. Die meisten von uns haben wohl die unterirdischen Videos der Vollpfosten beim ersten Goretzka Training nach dem Wechsel gesehen. Solch ein Verhalten erzeugt in mir nur noch Brechreiz.

Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon altinthon » Mo 12. Mär 2018, 14:12

Ich habe "nur" die Zusammenfassung in der WAZ gelesen. Ich habe auch keine Lust, mehr darüber zu lesen. Jeder ist seines Glückes Schmied, auch Mertesacker. Es zwingt ihn niemand dazu im Rampenlicht zu stehen. Er hätte auch Fussball auf kleinerem Niveau spielen können. Hat er aber nicht, er hat es lieber durchlitten. Durch mind. 15 Jahre Profi-Fussball 3 Weltmeisterschaften und 2(?) EM. Er ist Weltmeister geworden, das wollte er dann doch.

Sorry, nix dagegen, dass der Druck durch die Öffentlichkeit bei Promis bekanntermaßen um ein vielfaches höher ist als der von Nicht- Promis. Allerdings werden Sie auch mit einem Gehalt abgefunden, das ebenfalls deutlich höher ist als das eines Normalbürgers. Der Unterschied zwischen beiden ist, dass keiner Promi werden muss, ein Normalbürger die Wahl aber gar nicht erst hat. Und wenn jemand 15 Jahre den Druck gegen seinen Willen, gegen seine körperlichen Signale durchsteht, dann darf die Frage erlaubt sein, warum er sich das antut. Übrigens leben viele Normalbürger selbst unter einem solchen hohen Druck, dass sie zu Drogen greifen, Alkoholiker werden oder irgendwann rot sehen und ihre Familie umbringen. Das geht es Mertesacker vergleichsweise gut, denn er hätte schon nach fünf Jahren in den Sack hauen können und niemals mehr wieder arbeiten müssen. Da stellt sich mir die Frage, warum er das tut und die o.g. Signale übersehen hat.

Udn man möge ihn bitte nicht mit Enke vergleichen. Enke war schwer krank, Mertesacker musste nur kotzen.