Mertesacker über Druck...


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Mertesacker über Druck...

Beitragvon BuB » Sa 10. Mär 2018, 22:10

Hoffentlich gibt das denen, die immer meinen "das bisschen Pfeifen müssen sie abkönnen für das viele Geld!" etwas zu denken.

https://www.bild.de/sport/fussball/prem ... .bild.html
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Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon Ralle04 » So 11. Mär 2018, 00:09

Klingt für mich nach falscher Berufswahl oder einen heftigen Burnout

Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon ichsachma » So 11. Mär 2018, 00:18

Ich habe den Bild-„Bericht“ nicht gelesen, habe aber einen Bericht zum Thema bei der FAZ gelesen (http://www.faz.net/aktuell/sport/doch-n ... 87998.html). Bild-Links anklicken verbietet mir mein gesunder Menschenverstand.

Mein erster (zugegeben ein wenig polemischer) Gedanke war: ‚Ach Per, heul leise!‘

Ich bin sicherlich einer der letzten, der einem Fußballprofi etwas neidet. So ist das nun mal, dass Fußballern heutzutage so unendlich viel Geld hinterhergeworfen wird. Der Preis dafür ist, dass sie eine Menge Zeit ihrer Jugend opfern und nicht so eine Jugend leben können, wie es die meisten tun. Der Preis dafür ist auch, dass sie unter Druck stehen und bei vermeintlicher Minderleistungen ausgepfiffen und auch mal persönlich angegriffen werden, sei es von der anonymen Masse der Zuschauer oder auch von den Medien, die damit wiederum die anonyme Masse anstachelt.

Der Preis ist dafür aber eben auch, dass sie Ruhm und Ehre erleben, ihnen durch die Vereine der Hintern hinterhergetragen wird und dass sie im Falle z. b. eines Per Mertesacker derzeit ein Gehalt von ca. 4,3 Mio pro Jahr (!) (https://www.vermoegenmagazin.de/per-mer ... nd-gehalt/) plus Werbeinnahmen erhalten (auf die Schnelle habe ich hier keine Summe zu den Werbeinnahmen gefunden, ist aber auch im Grunde egal).

Ein deutscher Arbeitnehmer müsste für die 4,3 Mio €, die Per Mertesacker im Jahr (!) erhält, ca. 97 Jahre (!) arbeiten. (durchschnittlicher Bruttojahresverdienst in 2016 = 44.436 € https://de.statista.com/statistik/daten ... utschland/).
Eine Rechnung zu seinem geschätzten Vermögen von derzeit ca. 17 Mio. € mache ich erst gar nicht auf.

Ich will das nicht falsch verstanden wissen: niemand hat es verdient, für die Ausübung seines Berufes ausgepfiffen und angefeindet zu werden. Dass ein Fußballprofi im Rampenlicht steht und dass ihm genau das passieren kann, wusste ein Per Mertesacker aber sicher vorher, dafür ist er intelligent genug.

Bei der Ausübung eines anderen, normalen Berufes geht es ebenso darum, „dass du abliefern musst, ohne Wenn und Aber“. Und in einem normalen Beruf ist es oftmals auch so, dass es ebenfalls „null mehr um Spaß geht“. Gelegentlichen Brechreiz und Durchfall im Beruf kenne ich auch von mir und anderen. Und das für einen Bruchteil dessen, was ein Per Mertesacker erhält. Ich habe bei und wegen der Ausübung meines Berufes übrigens niemals noch zusätzliche Werbeinnahmen generieren können.
Hey, wenn dem armen Per das alles zuviel war und ist, dann hätte er ja einen Beruf wählen sollen, bei dem er nicht so im Rampenlicht steht. Schlosser oder Schreiner oder Einzelhandelskaufmann oder so. Dann hätte er aber auch nicht so ein Vermögen anhäufen können. So ist das nun mal.

Das ganze Geld, das beim Profifußball im Umlauf ist, hat mich emotional von dem Ganzen im Laufe der Jahre auch sehr entfernt. Noch immer freue ich mich sehr, wenn mein Verein FC Schalke 04 Erfolg hat, aber die Spieler und viel von dem ganzen Drumherum sind mir recht egal geworden.

Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon Rapor04 » So 11. Mär 2018, 09:23

Natürlich ist das heftig und schmerzhaft, aber da könnte man es sich leisten, jederzeit aus gesundheitlichen Gründen aufzuhören. Musste ich auch schon, bei 800,-€ Krankengeld.
Da geht es um persönliche Entscheidungen und bei dem Schmerzensgeld kann man sich vieles ermöglichen. Anders als ein einfacher Arbeitnehmer oder Kleinunternehmer. Da geht es um die Existenz, bzw. um ein Leben auf niedrigsten finanziellen Niveau.
Ich würde auch gern so abgesichert über meine psychischen Probleme reden können.

Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon 21 » So 11. Mär 2018, 09:57

Man ist angreifbar, wenn man seine vermeintlichen Schwächen zur Diskussion stellt. Ich würde allerdings denken, dass diese Art von Ängsten nichts mit Geld zu tun haben. Ob ich die Ängste auf der schmucklosen Bettkante erlebe oder in einer Sänfte ist eigentlich egal.
bwg
21

Beitragvon tottitom » So 11. Mär 2018, 11:51

Da soll er sich doch einmal mit (Hoch-)Leistungssportlern aus anderen Bereichen unterhalten! Die quälen sich nicht minder (im Gegenteil) und erleben selbigen Druck. Nur werden sie für ihre Mühen oft nicht einmal annähernd so entlohnt wie die HH Fußballer!!! Solche Aussagen kann ich im Familienkreis oder unter Freunden machen aber so öffentlich muß ich mir bewusst sein viel Kopfschütteln zu ernten???? (Kenne die Aussagen allerdings auch nur aus der FAZ)
Kein Kölsch für Nazis! Der nächste Tanz ist wieder mit Musik!
"Was passiert, wenn in der Sahara der Sozialismus eingeführt wird?
Zehn Jahre überhaupt nichts, und dann wird der Sand knapp."
(F.J. Strauss 1983)

Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon BuB » So 11. Mär 2018, 11:53

Das mit demselben Druck bezweifle ich, da das öffentliche Interesse jedenfalls in Europa bei keiner anderen Sportart auch nur annähernd so groß ist wie beim Fußball.
Bild Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen!!!Bild

Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon tottitom » So 11. Mär 2018, 12:02

BuB hat geschrieben:Das mit demselben Druck bezweifle ich, da das öffentliche Interesse jedenfalls in Europa bei keiner anderen Sportart auch nur annähernd so groß ist wie beim Fußball.


Das könnte man annehmen - aber - der Druck auf die Spieler wird ja wohl am stärksten von ihren Fans erzeugt!? Da sehe ich dann keinen Unterscheid ob ich z. B. Eishockey- oder Fussballspieler bin!? Was den Einsatz angeht allerdings schon ;)
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Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon BuB » So 11. Mär 2018, 13:07

Oh doch. Nirgends werden Niederlagen so emotional-hysterisch verdammt wie beim Fußball.
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Re: Mertesacker über Druck...

Beitragvon Miles » So 11. Mär 2018, 13:39

Das erinnert ein wenig an die Aussagen von Yves Eigenrauch, dass er in seinem Profileben vor allem die Trainingseinheiten genossen hat, nicht die Spiele.
Scio nescio