"Ultras sind die Totengräber der Fankultur"


Moderatoren: Erwin u Helmut, EddieW

"Ultras sind die Totengräber der Fankultur"

Beitragvon BuB » Do 27. Apr 2017, 20:27

Erschreckend, was für einen undifferenzierten Unsinn Herr Seifert in seiner Position als DFL-Vorsitzender von sich gibt.

Der Untergang der Fankultur sind nicht Ultras, sondern Funktionäre, die hinter jedem kritischen Banner eine unverzeihliche Beleidigung und hinter jedem Rauchtopf ein schwerkriminelles Attentat sehen. Und sich dann beklagen, dass zu viel Polizei in den Stadien sei.

http://www.kicker.de/news/fussball/bund ... ultur.html
Bild Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen!!!Bild

Re: "Ultras sind die Totengräber der Fankultur"

Beitragvon BuB » Do 27. Apr 2017, 20:43

Bild Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen!!!Bild

Re: "Ultras sind die Totengräber der Fankultur"

Beitragvon Vikin » Do 27. Apr 2017, 20:44

Ich fand die Stimmung in Block 5 und Block I früher im Parkstadion ohne Ultras auch geiler als heute.
Submit or die? What are you? French?
"Crowley in Supernatural"

Re: "Ultras sind die Totengräber der Fankultur"

Beitragvon Strubbel » Do 27. Apr 2017, 21:32

[quote="BuB"]https://www.unserekurve.de/blog/gesetze-und-gerichte-entscheiden-ueber-rechtsverstoesse-nicht-firmen-und-verbaende/[/quote]


Wenn man schon auf Recht und Gesetze verweist (was auch OK ist) warum macht man das dann nicht bei Pyro, oder ist das legal? ;)

Und wenn ich Bilder vom Derby Stuttgart gegen KSC sehe, dann möchte ich nicht wissen, was da passiert wäre, wenn dort nicht soviel Polizei gewesen wäre... Retter der Fankultur waren da zumindest nicht am Werke...

Re: "Ultras sind die Totengräber der Fankultur"

Beitragvon Grevenstein » Fr 28. Apr 2017, 04:46

Vikin hat geschrieben:Ich fand die Stimmung in Block 5 und Block I früher im Parkstadion ohne Ultras auch geiler als heute.


Fakt!

Re: "Ultras sind die Totengräber der Fankultur"

Beitragvon Ballbesitz04 » Fr 28. Apr 2017, 05:18

Nostalgie!
Ist das noch Fußball?

Re: "Ultras sind die Totengräber der Fankultur"

Beitragvon Dickbrettbohrer » Fr 28. Apr 2017, 07:58

Ich bin ein Fußballnostalgieker, aber bei der Gewaltdebatte wird oftmals mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
Meines Erachtens sind die Stadien heute sicherer als je zuvor.
In der romantisierten Zeit der Kutten im Parkstadion gab es in sehr vielen Spielen massive Gewalt. Hinter der Südkurve sah man regelmässig die Reiterstaffel der Polizei zwischen prügelnden Massen. Während des Spiels wurde oft vom Oberrang Haupttribüne mit Leuchtkörpern in die Südkurve geschossen und umgekehrt. Wenn es zu grösseren Auseinandersetzungen kam hat das Stadion nicht gespfiffen sondern gesungen: "Haut drauf Kameraden".
Ich kann heute mit einem guten Gefühl meine Kinder mit ins Stadion nehmen. Auf einer grossen Kirmes oder auf anderen Massenveranstaltungen habe ich oft ein mulmigeres Gefühl, aber diese Gewalt, zB auf dem Oktoberfest, wird von den Medien im Vergleich zur Gewalt in Stadien überhaupt nicht aufgegriffen.
Trotz aller Nostalgie, früher war es weitaus gefährlicher als heute beim Fußball.

Re: "Ultras sind die Totengräber der Fankultur"

Beitragvon Frahe04 » Fr 28. Apr 2017, 09:08

Grevenstein hat geschrieben:
Vikin hat geschrieben:Ich fand die Stimmung in Block 5 und Block I früher im Parkstadion ohne Ultras auch geiler als heute.


Fakt!


volle Zustimmung!
Wer königsblau im Herzen trägt, sieht niemals schwarz!

Re: "Ultras sind die Totengräber der Fankultur"

Beitragvon Klingone » Fr 28. Apr 2017, 09:52

Dickbrettbohrer hat völlig Recht. In allen älteren Stadien kam es ständig zum Blocksturm. Wie oft wurde die Südkurve gestürmt, deftige Prügeleien gehörten zum Spiel. Heute ist es in den Stadien verhältnismäßig sicher. Die, die es wollen, treffen sich woanders, um zu prügeln. Es hört sich tatsächlich ein bisschen so an, als wolle man das Fußballstadion amerikanisch cleanen. Keine Transparente, keine Srüche, nur Popcorn und Softdrinks XXL. Europäisch ist mittlerweile echtes Bier tabu, bei den Preisen kann sich eh kaum jemand leisten, sich "abzuschädeln" (und warum auch, schließlich will man Fußball gucken). Unterschwellig opponiert die DFL auch schon wieder gegen Stehplätze, der "willige, lenkbare Konsument" soll wohl noch stärker angesprochen werden. Ich glaube, wenn man einer bestimmten Altersgruppe Ihren Spaß am "Fansein" (stehen, grölen, ritualisieren...) nimmt, wird man nach kurzer Hochphase keine ausverkauften Stadien mehr sehen. Ein Stadion voller, und das soll jetzt nicht despektierlich klingen, Popcorn und Cola saufender Familien wäre der Untergang des Fußballs. Nicht falsch verstehen, irgendwann setzt sich der Steher von ganz allein mit seiner Familie und guckt mit seinen Kindern Fußball. Bis die Kinder dann zu Stehern werden und den Zyklus aufs neue beleben.
Stadien waren jedenfalls noch nie so sicher wie heute! Der Spruch, da könne man mit Kindern nicht hingehen, ist absolut albern und wird sicherlich nur gezielt oder von Unwissenden propagiert.

Re: "Ultras sind die Totengräber der Fankultur"

Beitragvon Ballbesitz04 » Fr 28. Apr 2017, 10:23

Natürlich war der Stadionbesuch in den 70ern und 80ern weitaus gefährlicher, sowohl auf der Anreise, aber vor allem im Stadion selbst. Allerdings waren die Zuschauerzahlen Ende der 80er auch auf dem Tiefpunkt, daran hatte die Gewalt auch ihren Anteil.

Seitdem hat sich aber sowohl die gesellschaftliche Haltung zur Gewalt als auch die mediale Darstellung des Fußballs komplett geändert. Deswegen lässt sich die alte Zeit als Vergleich nicht mehr heranziehen.

Im übrigen funktioniert Fußball natürlich auch ohne Stehplätze. In England sind die Stadien ja auch voll. Ich denke, auch bei uns würden sich die Leute (leider) daran gewöhnen.
Ist das noch Fußball?