Wird der BvB mit Favre glücklich?



Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon cloud88 » Fr 24. Mai 2019, 00:42

@ignazius5

1. Wie ich schon sagte war es ne starke Saison, allerdings muss man dann auch berücksichtigen das wir in der Rückrunde nur noch das 4 beste Team waren.
Es war doch am ende offensichtlich das wir mit einer Führung in der Hinrunde weiter gespielt haben (ohne sehr tiefes stehen) und in der Rückrunde uns zurück gezogen haben bis wir nicht mehr hinaus kamen.
Wir haben in der Rückrunde einige Führungen verspielt.

2. Es geht sich hier mehr darum das wir egal ob der Gegner hoch stand oder gemauert hat trotzdem mit einer defensiveren doppel 6 gespielt haben. Es kann nicht dauerhaft die Lösung sein darauf zu bauen mit ein paar Veränderung in der 65min das Spiel zu den eigenen gunsten zu drehen. Z.b. gegen Nürnberg spielten wir mit einer doppel 6 obwohl klar war das es ein Spiel auf ein Tor werden würde.

Ich sagte ja das dass in game coaching oft gut war, aber halt auch oft einer ungünstigen stark Variante vorausging.

3. Weigl spielte als alle Verletzt waren, wurde nach guten Leistungen erst wieder aussortiert bis die anderne ne klar schlechtere Form hatten.
Sancho war doch eigentlich nie in der 2 reihe.
Die Abwehr hatte bei Standardprobleme, hier hätte ein erfahren Spieler wie Toprak helfen können. Für Akanji war es vllt noch zu früh als Chef zu agieren.
Schmelzer hätte auch die chance bekommen können als Diallo links wirklich schlecht gespielt hatte.

Man kann nicht erwarten das Spieler sofort liefern wenn sie fast keine Spielzeit vorher bekommen haben.

4. Ich bin mir da schon recht sicher das man anders auf den Platz geht wenn man vorher z.b. eine Rede von Klopp gehört hat, der einen wie man immer wieder von Spielern hört, einfach den glauben gibt. Bei Favre scheint es mehr aufs reine Taktische abzulaufen, was meiner meinung nach zu Verspannungen führen kann, da man mehr Nachdenkt.

5.Ich sage ja nicht das ich damit ein Problem habe, sondern das es auch dazu führen kann das man den Schalter nicht schnell umgelegt bekommt. Am ende waren wir oft stark wenn wir schnell Kombiniert haben (oft mit Götze mitten drinnen).

Das die Querpässe auch dafür sorgen das man Ballsicherheit gewinnt und der Gegner irgendwann die Geduld verliert würde ich nie bestreiten.

6. Nicht Konsequent heißt in diesem fall aber auch das wir nicht schnell nachrücken, oder den Ball noch mal Querpassen. Gerade mit Hakimi fand ich uns bei Kontern deutlich schneller und Zielstrebiger. Wie gegen Gladbach z.b. haben wir gute Gelegenheiten versaut weil der Pass nicht gespielt wurde, oder einige nicht richtig nachgerückt sind.


Ich habe nie davon gesprochen den Trainer jetzt zu wechseln, ich finde aber das man auch akzeptieren muss das er nicht fehlerfrei agiert und er meiner Meinung nach oft den Mut vermissen lässt, das die Jungs mit einer breiten Brust das Spiel zu ende spielen. Wir haben ja nicht nur 1 mal eine >Führung verspielt sondern häufiger und immer wieder wurde meiner Meinung nach zu spät von außen reagiert.

Tottenham Hinspiel: Hakimi verschuldet ein Tor und baut danach nur noch Böcke, wieso schützt man nicht Spieler und Team und holt ihn runter?
Gegen Hoffenheim wurden wir rein gedrängt und nach dem 2-3 nimmt er mit Götze eine der wenigen Optionen runter für Entlastung zu sorgen.
Gegen Bayern fängt er das Dahoud Experiment an. Der davor gut gespielte Wolf muss für einen unfitten Piszczek auf die Bank.
Gegen Nürnberg im Rückspiel lief bei uns fast nix und es wird erst spät gewechselt.

Sind jetzt nur die dinge die mir direkt eingefallen sind. Ich hoffe wirklich darauf das es daran lag das er den anderen nix zugetraut hat.

@Shafirion

Mir geht es in erster Linie darum das Spieler wie Weigl oder Wolf nach guten Leistungen erst mal wieder aus waren. Das Philipp lange als MS spielen musste obwohl er es nicht konnte. Er ist ein Spieler der wie Müller aus der tiefe kommt.
Wir dürfen nicht vergessen das man einigen dieser Spieler im Winter verboten hatte zu Wechseln.

Er hat Philipp gegen Nürnberg rein geworfen allerdings wie die anderen ohne Spielpraxis. Ich selber bin eigentlich ein freund von rotationen, da wir so frische Spieler haben die 90min dagegen halten können und nicht so leicht ausrechenbar sind wie wir spielen. Nur Spieler mit regelmäßiger Spielzeit können fast 100% abrufen, andere denen das fehlt brauchen Zeit.

Eines ist zumindest klar, die Verantwortlichen verstärken den Kader in der breite, womit Favre jetzt rotieren wird müssen. Man stelle sich den Druck von außen vor Brand oder Hazard oder sonst wer spielt mal 3 spiele nicht.

Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon ignazius5 » Fr 24. Mai 2019, 19:27

@Cloud:

Punkt 1: Die Führungen haben wir weniger hergegeben, weil wir uns taktisch bedingt "zurückgezogen" haben, sondern eher, weil wir im Aufbau unter Druck zu leichtferig agierten und dem jeweiligen Gegner durch zahlreiche, eigene Ballverluste zurück ins Spiel geholt haben. Genau dadurch dann zunehmend unter Druck gerieten.

Wenn man zu Hause oder auch Auswärts führt, muss man nicht mehr zwanghaft Powerplay spielen. Da ist es normal, dass man sich ein Stück weit zurücknimmt bzw. der Gegner einen Ticken aggressiver zu Werke geht. (eigentlich gegen fast alle Gegner in der Rückrunde)

Und wir haben in solchen Phasen schlicht zu viele Unsicherheiten angeboten, wenn der Gegner früh attakiert hat. Das war vor allem in der Rückrunde unsere Achillesferse. Wie man dann die Tore bekommt, spielt letztlich kaum eine Rolle, weil sie unter solchen Bedingungen, "eigene Fehler", fast zwangsläufig sind. Ob und in wie weit das auch auf den Meisterkampf zurückzuführen ist, kann man so nicht messen. Aber die Nervosität konnte man schon spüren.

Punkt 2: Naja, das mit den Eingriffen durch den Trainer ist immer so eine Sache. Nimm das Spiel gegen Mainz. Erste Halbzeit mehr oder weniger Top. Nicht viel zugelaasen, Gegner im Griff gehabt, mit eigener Führung in die Halbzeit. Eigene Ballzirkulation alles soweit okay. In der zweiten Halbzeit agiert Mainz ob des knappen Rückstanbdes deutlich mutiger. Attakierte früher.

Und statt an dem Punkt unsere Passmaschine anzuwerfen, um letzte Zweifel zu beseitigen, fangen wir an Fehler zu machen. Machen leichtfertige Abspielfehler, verstricken uns in unnötige Zweikämpfe, öffnen damit dem Gegner Räume und lassen uns auf einen Schlagabtausch ein, um zum Ende hin nur mehr den Vorsprung übers Ziel zu retten. Gegen Düsseldorf, Bremen oder Hoffenheim war das ähnlich.

Das kann man als Trainer, und die sind in der Regel nicht blind, durch Wechsel kaum von Außen beeinflussen. Zumal wenn die Optionen dann eher aus Spielern bestehen, die auf dem Platz eher anders agieren. Eher Umschaltspieler sind.

Punkt 3: Nochmal, wie wir unter Druck am Ende die Tore kassiert haben, ist in gewisser Weise irrelevant, weil Tore relativ selten aus dem Nichts fallen. Die Tore, die wir in solchen Phasen hinnnehmen mussten, waren mehrheitlich alle mit Ansage. Da konnte man fast die Uhr danach stellen. Und solche Dinge kriegen die Gegner auf dem Platz relativ schnell mit bzw. spricht sich das in der Liga rum, ob und wie nach Rückständen noch was geht oder nicht. Ob der Gegner (in dem Fall der BVB) unsicher ist bzw. wird oder nicht. Und wir sind unsicher geworden.

Und genau das ist der Lernprozess oder sind auch fehlende Erfahrungswerte.

Punkt 5: Absolut. Klar ist das auch der berühmt berüchtigte Schalter im Kopf gewesen. Absolut.

Punkt 6: Konter können helfen, wenn man sie erfolgreich abschliesst. Machen wir gegen Hoffenheim z.B. das vierte Tor, hätte Hoffenheim wahrscheinlich auch nicht weiter zum Angriff geblasen. Der "Kardinalfehler" im Spiel war aus meiner Sicht aber eher, dass wir uns durch eigene Unzulässigkeiten auf einen Schlagabtausch eingelassen haben bzw. einlassen mussten, statt dem Gegner durch eigene Sicherheit keinen Raum mehr zu geben. Wir kriegen in dem Spiel das erste Gegentor durch einen Konter. Zu Hause, nach einer 3:0 Führung!

Abschluss: Absolut. Klar fehlt in manchen Bereichen noch die Abgeklärtheit oder in bestimmten Phasen ein gewisses Maß an Souveränität bzw. auch die Selbstverständlichkeit, Ball und Gegner auch unter Druck laufen zu lassen bzw. das als Mittel zu nutzen, um dem Gegner im Zweifel zu signalisieren, dass er auch damit keinen Erfolg hat.

Das schliesst Gegentore nicht völlig aus. Erhöht bzw. festigt aber den eigenen Zugriff auf das Spielgeschehen und damit die Chance auf einen entsprechende Antwort. Dafür brauchts aber auch entsprechende Spieler, klar.

Gruß Ignazius

Wird der BVB mit Favre glücklich?

Beitragvon xSchwattGelbx » Fr 24. Mai 2019, 22:20

Nach dem knappen Platz 4 in der Vorsaison unter Stöger, hat Favre sein System sehr schnell, mit einer teils neuen Mannschaft, souverän umgesetzt.

Diejenigen, die am lautesten wegen der "verkorksten" Rückrunde schreien, sollten dann aber auch bitte bedenken, in welchem Zustand diese Mannschaft unter Klopp in seiner letzten Saison war, in welchem Zustand sie in der letzten Saison von Tuchel war und in welchem Zustand sie nach dem Abschmieren unter Bosz und dem "Feuerwehrmann" Stöger war.

Es ist ja nicht so gewesen, dass Favre ein riesen große Kader mit erfahrenen und teuren Spielern zur Verfügung stand.

Vor der Saison war die Meisterschaft NICHT das Ziel von Zorc + Watzke. Es wurde ganz klar kommuniziert, dass wir mit Favre in eine Umbruchsaison gehen und wesentliche Veränderungen des Kaders mindestens 2 Sommer dauern werden. Ziel war ein CL Platz, was wir souverän geschafft haben.

Ich finde es nach wie vor unfair und diesen thread auch stupide, dass die gute Arbeit der Hinrunde von Favre zum Anlass genommen wird, ihm Vorwürfe zu machen und ihn für die schwächere Rückrunde an den Pranger zu stellen.

Favre war ganz sicher nicht fehlerfrei und es waren einige Entscheidungen und Aufstellungen dabei, die sich im Nachhinein als falsch rausgestellt haben. Es waren aber auch viele Aufstellungen und Entscheidungen dabei, wozu Favre gezwungen wurde, auf Grund von Verletzungen und Formtiefs.

Die gute Hinrunde konnte er u.a. auch deswegen spielen, weil ihm alle Spieler zur Verfügung standen. Zu Saisonbeginn konnte er noch eine Bestaufstellung von fitten Spielern aufs Feld schicken, viel rotieren und frische Spieler wie Sancho, Guerreiro, Paco, Götze usw. von der Bank einwechseln und noch einige Spiele drehen bzw. mit Jokern die Siege einwechseln.

Vielleicht war es auch ein Fehler, Rode, Kagawa oder Toljan zu verleihen, weil diese in der Rückrunde bei den ganzen Verletzungen evtl. noch eine Hilfe gewesen wären, zumindest die Sinne der Bankspieler noch ein wenig geschärft hätten.

Letztendlich war die Rückrunde nicht deswegen so "schwach" (-8 Punkte), weil die Spieler ne schlechte Mentalität haben, der Favre keine Ahnung hat oder sonst was.

Der Hauptgrund für die schwache Rückrunde lag in den vielen Ausfällen, Schwächephasen und Umstellungen in der Abwehr und darin, dass Leistungsträgern wie Witsel, Reus, Akanji, Piszczek, Paco oder Delaney auf lange Strecke die Puste ausgegangen ist, sie sich verletzt haben und somit Fehler von jungen Spielern wie Hakimi, Larsen, Diallo oder Dahoud nicht mehr ausbügeln und Spiele nicht mehr drehen konnten. Dafür war der Kader auch gar nicht ausgelegt und das ist auch der Knackpunkt, warum es gegen eine besser bestückte Buy€rn Mannschaft nicht gereicht hat.

Die Buy€rn mögen diese Saison zu schlagen gewesen sein, wenn 78 Punkte für sie ne schwache Saison gewesen sein soll. Sie mögen eine nicht ideale Hinrunde gespielt haben. Sie waren aber immer noch gut genug, um eine Rückrunde zu spielen, die genau so gut war wie unsere Hinrunde (42 Punkte).

Um den Bogen zum Textanfang zu spannen. Favre hat nach Klopp, Tuchel, Bosz, Stöger und deren ganzen Spielern, die sie geholt haben + dem knappen 4. Platz zuvor, das Maximale aus den Spielern, die ihm zur Verfügung standen, rausgeholt. Gruppensieger in der CL, im Pokal weiter und Herbstmeister in der Liga. Wer hätte denn damit gerechnet, dass das so schnell geht? Stehen ihm mehr Spieler mit Qualität und Erfahrung zur Verfügung, dann kann er diese gute Leistung evtl. über die ganz Saison halten.

So aber muss man akzeptieren, dass der Kader für 3 Wettbewerbe nicht ausgelegt war. Vor allem nicht am Ende im Pokal + CL Finale zu stehen und auch noch Meister zu werden.

Mir kommt es eher so vor, als ob die überragende Arbeit, die Favre mit fitten Spielern in der Hinrunde geleistet hat, einigen hier die Sinne vernebelt und Erwartungen in die Höhe schießen lassen hat, die wir nie hätten bedienen können. Zumindest waren wir noch nicht soweit, dass wir gegen den CL Finalisten Tottenham eine realistische Chance hatten oder mit den Buy€rn auf Augenhöhe standen, die nun mal über Jahrzehnte einen Vorsprung in der Liga haben, an die wir nicht auf die Schnelle dran kommen.

Spätestens die Ausfälle von Bürki, Akanji, Sancho, Hitz, Piszczek und Schmelzer gegen Bremen im Pokal, waren des Guten zu viel und danach haben wir gegen Hoffenheim (3:3), Nürnberg (0:0) und Augsburg (1:2) die nötigen Punkte für die Meisterschaft nicht mehr holen können.

Diese Saison scheint uns nur Pulisic zu verlassen. Hazard + Brandt könnten ihn nicht nur ersetzen, sondern den Kader in Breite + Qualität wahrscheinlich verbessern. Dazu noch Schulz, damit die große Baustelle linker Außenverteidiger endlich geschlossen wird. Somit könnte es dann für Hin- + Rückrunde reichen. Mal abwarten, wer noch so an Neuzugängen kommen könnte.
Nur der BVB

Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon Happy09 » Sa 25. Mai 2019, 09:43

Guter Beitrag.

Es war eine überdurchschnittlich gute Saison, auch wenn evtl. etwas mehr drin gewesen wäre.

Aufgrund der Umstrukturierungen, der Neuverpflichtungen und der gesteigerten Erwartungshaltung wird sich Favre in der neuen Saison an den Ergebnissen messen lassen müssen!

Das wird schwer genug, allerdings wer hat es im Leben schon leicht ;).

Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon xSchwattGelbx » Sa 25. Mai 2019, 10:15

Wenn man die Meisterschaft allein betrachtet, dann gleichen sich unsere 42 Punkte der Hinrunde mit den 42 Punkten der Buy€rn der Rückrunde aus.

Die Buy€rn lagen deswegen am Ende auf dem 1. Platz, weil sie die 2 Punkte mehr in der angeblich "schwachen" Hinrunde (36 Punkte) geholt haben, als wir in unseren Rückrunde, wo es nur 34 Punkte waren.

Die Buy€rn hatten in der Hinrunde ihre "Probleme" und ihre angeblichen Schwächephase, die aber trotzdem ein Tick besser war als unsere Rückrunde, wo wir unsere Verletzungsprobleme und Spieler hatten, die außer Form waren.

In der CL sind beide an starken Engländern ausgeschieden.

Im Pokal hat sich der große Kader von den Buy€rn ausgezahlt. Für uns hat es knapp nicht gereicht.

Es gilt für die neue Saison, sich weiter zu verbessern und zu schauen, was in der Rückrunde nicht so gut geklappt hat wie in der Hinrunde. Mit Kehl + Sammer wurden bereits 2 Fachleute als Hilfe hinzugeholt. Mit Skibbe und Addo wird das im Jugendbereich noch weiter ausgebaut.
Nur der BVB

Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon cloud88 » Sa 25. Mai 2019, 22:11

Ich bin da auch zu 90% bei euch. Trotzdem finde ich das man nicht einfach blauäugig werden darf.

Das wir einige Verletzungen hatten habe ich (hoffentlich) auch erwähnt gehabt und diese sorgten zumindest immer wieder dafür das die Stabilität fehlte.
Trotzdem hätten zum ende der Saison hin wenigstens die Stadtart Gegentore weniger werden müssen da Akanji, Diallo und Weigl fast konstant fit waren. Ich bin mir sogar relative sicher das diese 3 plus Witsel die meisten verschuldet haben.

In der Hinrunde war es unsere größte stärke bis zur letzten Sekunde das Spiel gewinnen zu wollen und auch können, in der Rückrunde war genau das unsere größte schwäche. Wir können Meister werden und bekommen das große bibbern, spielen unkonzentriert und teilweise chaotisch. gegen Bremen hatten wir sogar Probleme nach dem 2-2 wieder den Gang nach vorne einzulegen.

Ich will dir ignazius5 deswegen in soweit widersprechen als das es unser Problem war uns zurück zu nehmen. In dem moment wo du dich zurück nimmst und versuchst auf Konter zu gehen verlierst du den flow und die Kontrolle. Der Unterschied zwischen z.b. den Bayern und uns ist das wir versuchen das Ergebnis zu halten und sie normalerweise es noch zu erhöhen.

Gegen Bremen haben wir 2 mal Führungen verspielt, gegen Hoffenheim und gegen Schalke. Dazu haben wir es gegen B04, Düsseldorf und Mainz fast verspielt.

Sicherlich fehlt hier etwas Erfahrung aber es standen ja auch meistens noch Witsel, Reus, Delaney, Götze, Paco oder Piszczek mit auf dem Platz. Dazu haben Akanji und Diallo schon ihre Erfahrungen mit Druck Situationen gemacht.

Da ich aber merke das dass ganze langsam abdriftet lasse ich es erst mal so und bin der Meinung das man mehr die frage stellen muss wie kann man Favre unterstützen. Der Mann hat ahnung von Fußball und kann Spieler besser machen, was ihm fehlt ist wie von mir erwähnt die Motivations Fähigkeit eines Klopps oder Simone. Gleichzeitig fehlt der Mannschaft ein Mentaltrainer (falls sie keinen haben).
Der Kader wiederum wird in der Breite verstärkt wodurch ab nächste Saison auch Rotiert werden sollte.

Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon ignazius5 » So 26. Mai 2019, 09:43

Ich will dir ignazius5 deswegen in soweit widersprechen als das es unser Problem war uns zurück zu nehmen. In dem moment wo du dich zurück nimmst und versuchst auf Konter zu gehen verlierst du den flow und die Kontrolle. Der Unterschied zwischen z.b. den Bayern und uns ist das wir versuchen das Ergebnis zu halten und sie normalerweise es noch zu erhöhen.


Da spielen aber noch andere Dinge eine Rolle, nicht nur das reine Ergebnis. Das ist genau der Punkt, den ich gerne mit Souveränität bzw. Selbstverständlichkeit umschreibe. M.Sammer würde das vielleicht "Ernsthaftigkeit" nennen.

Sobald München in Führung geht, spielen sie souverän und mit einer gewissen Selbstverständlichkeit, machen schlichtweg wenig bis keine Fehler im Aufbau. Lassen Ball und Gegner laufen. Insofern läuft dann auch das gegnerische Pressing ins Leere.

München powert auch keine 90 Minuten lang durchweg. Die sind in den "Ruhephasen" nur deutlich souveräne und ziehen dem Gegner damit den Zahn. Setzen den Gegner mit relativ "einfachen" Mitteln permanent unter Stress, weil man ständig damit rechnen muss, dass sie situativ plötzlich anziehen.

Bei uns ist es eher so, dass wir in "Ruhephasen" hin und wieder zu viele Leichtfertigkeiten im Spiel haben. Wo wir Bälle teilweise über kurze Passwege im Kleinklein am Mittelkreis verlieren und dem Gegner damit Räume öffnen. Das kann ein Team dann völlig aus dem Rhythmus bringen oder unnötig für noch mehr Nervosität sorgen.

Und wenn die in deinem Spiel einmal drin ist, wird das schwierig. Siehe Hoffenheim oder Bremen. Hoffenheim hat doch nicht den Ausgleich erzielt, weil sie den Verlauf im Voraus so geplant haben. Die sind nur zurückgekommen, weil wir in der zweiten Halbzeit überall auf dem Platz zu viele Fehler angeboten haben. Trotz deutlicher Führung am Hinterherlaufen waren.

Und glaub mir, solche Dinge sehen auch die Verantwortlichen. Das abzustellen, benötigt aber auch Entwicklung. Das beseitigt man nicht einfach mal im laufenden Prozess, weil man es anspricht.

Gruß Ignazius

Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon Wegbier » So 26. Mai 2019, 11:55

@xschattgelb
Guter Beitrag von Dir.
Der Fluch der guten Arbeit lastete direkt schwer auf unserem Trainer. Ich finde er hat uns wieder einen Stil vermittelt und den Anspruch oben mitmachen zu können.
@cloud
Ich finde eine gute Mannschaft muss sich zurückziehen und auf Konter warten können. In der Hinrunde haben wir das ein oder andere Spiel genau so gewonnen. Ich glaube zweimal haben wir ein 2:1 sehr souverän verteidigt und über die Zeit gebracht.
Der Vergleich mit den Bayern tut uns insgesamt nicht gut. Ich will auch nicht Fan eines Teams sein, welches wie die Bazzen ist mit dem ganzen drum rum.
Wir sollten unser eigenes Ding machen. Die Bazzen haben seit 10 Jahren keinen Leistungsträger außer Kroos ( und das auch eher freiwillig) abgegeben. D.h. Das Team wurde immer nur in die Spitze verstärkt und wir mussten immer wieder Abgänge kompensieren. Das Favre es geschafft hat direkt ein Team zu formen und mit Larsen einen Jugendspieler zu integrieren ist eine herausragende Leistung.
An den nächsten beiden Saisons kann man ihn messen, den Anspruch hat sich selber mit der vergangenen Saison weit nach oben gesteckt.

Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon xSchwattGelbx » So 26. Mai 2019, 14:58

cloud88 hat geschrieben:Das wir einige Verletzungen hatten habe ich (hoffentlich) auch erwähnt gehabt und diese sorgten zumindest immer wieder dafür das die Stabilität fehlte.
Trotzdem hätten zum ende der Saison hin wenigstens die Standard Gegentore weniger werden müssen da Akanji, Diallo und Weigl fast konstant fit waren. Ich bin mir sogar relative sicher das diese 3 plus Witsel die meisten verschuldet haben.

In der Hinrunde war es unsere größte stärke bis zur letzten Sekunde das Spiel gewinnen zu wollen und auch können, in der Rückrunde war genau das unsere größte schwäche. Wir können Meister werden und bekommen das große bibbern, spielen unkonzentriert und teilweise chaotisch. gegen Bremen hatten wir sogar Probleme nach dem 2-2 wieder den Gang nach vorne einzulegen.

Akanji hat sich in der Hinrunde in Düsseldorf verletzt und ist 6 Ligaspiele ausgefallen. Darunter waren die Spiele gegen Frankfurt (1:1), Hoffenheim (3:3) und Nürnberg (0:0), die wir alle nicht gewonnen haben. Bei Akanji war nicht klar, ob er diese Saison zurück kommt oder die Hüft OP sein Saison Aus bedeutet.
Diallo musste in der Rückrunde 9 x als Linksverteidiger ran, darunter die Spiele gegen Nürnberg (0:0), Augsburg (1:2), Buy€rn (0:5) und Schlacke (2:4). Nicht gerade ideal.
Weigl musste zur Rückrunde 13 x als IV ran, obwohl er keiner ist und außer der Ballverteilung aus der Abwehr keine wirklichen Stärken als IV hat. Da waren Spiele dabei wie gegen Frankfurt (1:1), Hoffenheim (3:3), Nürnberg (0:0), Buy€rn (0:5), Schlacke (2:4) und Bremen (2:2).

Finde den Artikel leider nicht, aber wir waren letzte Saison einer der Vereine mit den meisten Gegentreffern nach Standards. Die Ursachen gilt es raus zu finden und daran zu arbeiten.

Es muss nix heißen, aber dass wir oft mit einer anderen 4er Abwehrkette gespielt haben oder spielen mussten, wahr wahrscheinlich nicht hilfreich für die Abstimmung unter den Spielern in der Abwehr.

Hinrunde

Gegen Fürth im Pokal: Schmelle - Diallo - Akanji - Piszczek
Gegen Dosen in der Liga: Schmelle - Diallo - Akanji - Piszczek
Gegen Hannover in der Liga: Schmelle - Diallo - Akanji - Piszczek
Gegen Frankfurt in der Liga: Schmelle - Diallo - Akanji - Piszczek
Gegen Brügge in der CL: Schmelle - Diallo - Akanji - Piszczek
Gegen Hupen in der Liga: Schmelle - Diallo - Akanji - Piszczek
Gegen Nürnberg in der Liga: Schmelle - Zagadou - Akanji - Hakimi
Gegen Pillen in der Liga: Diallo - Zagadou - Akanji - Hakimi
Gegen Monaco in der CL: Diallo - Zagadou - Akanji - Piszczek
Gegen Augsburg in der Liga: Diallo - Zagadou - Akanji - Hakimi
Gegen Stuttgart in der Liga: Hakimi - Zagadou - Diallo - Piszczek
Gegen Monaco in der CL: Hakimi - Zagadou - Diallo - Piszczek
Gegen Berlin in der Liga: Hakimi - Zagadou - Diallo - Piszczek
Gegen U. Berlin im Pokal: Diallo - Zagadou - Toprak - Hakimi
Gegen Wolfsburg in der Liga: Guerreiro - Zagadou - Akanji - Hakimi
Gegen Monaco in der CL: Hakimi - Akanji - Toprak - Piszczek
Gegen Buy€rn in der Liga: Hakimi - Zagadou - Akanji - Piszczek
Gegen Mainz in der Liga: Hakimi - Zagadou - Akanji - Piszczek
Gegen Brügge in der CL: Diallo - Zagadou - Akanji - Piszczek
Gegen Freiburg in der Liga: Hakimi - Zagadou - Diallo - Piszczek
Gegen Schlacke in der Liga: Hakimi - Diallo - Akanji - Piszczek
Gegen Monaco in der CL: Schmelle - Diallo - Toprak - Hakimi
Gegen Bremen in der Liga: Hakimi - Diallo - Akanji - Piszczek
Gegen Düsseldorf in der Liga: Schmelle - Diallo - Akanji - Piszczek
Gegen Gladbach in der Liga: Hakimi - Toprak - Weigl - Piszczek

Rückrunde

Gegen Dosen in der Liga: Hakimi - Diallo - Weigl - Piszczek
Gegen Hannover in der Liga: Hakimi - Diallo - Weigl - Piszczek
Gegen Frankfurt in der Liga: Hakimi - Diallo - Weigl - Piszczek
Gegen Bremen im Pokal: Diallo - Toprak - Weigl - Hakimi
Gegen Hupen in der Liga: Hakimi - Diallo - Weigl - Piszczek
Gegen Tottenham in der CL: Diallo - Zagadou - Toprak - Hakimi
Gegen Nürnberg in der Liga: Diallo - Zagadou - Weigl - Wolf
Gegen Pillen in der Liga: Diallo - Zagadou - Akanji - Hakimi
Gegen Augsburg in der Liga: Diallo - Zagadou - Akanji - Hakimi
Gegen Tottenham in der CL: Diallo - Akanji - Weigl - Wolf
Gegen Stuttgart in der Liga: Hakimi - Diallo - Akanji - Wolf
Gegen Berlin in der Liga: Diallo - Zagadou - Akanji - Wolf
Gegen Wolfsburg in der Liga: Diallo - Zagadou - Akanji - Wolf
Gegen Buy€rn in der Liga: Diallo - Zagadou - Akanji - Piszczek
Gegen Mainz in der Liga: Diallo - Akanji - Weigl - Wolf
Gegen Freiburg in der Liga: Diallo - Akanji - Weigl - Wolf
Gegen Schlacke in der Liga: Diallo - Akanji - Weigl - Wolf
Gegen Bremen in der Liga: Guerreiro - Diallo - Weigl - Akanji
Gegen Düsseldorf in der Liga: Guerreiro - Akanji - Weigl - Piszczek
Gegen Gladbach in der Liga: Guerreiro - Akanji - Weigl - Piszczek



4er Abwehrkette der Buy€rn

Gegen Augsburg 1:1 Goretzka - Hummels - Süle - Kimmich
Gegen Berlin 0:2 Alaba - Boateng - Süle - Kimmich
Gegen Gladbach 0:3 Alaba - Hummels - Süle - Kimmich
Gegen uns 2:3 Alaba - Hummels - Boateng - Kimmich
Gegen Düsseldorf 3:3 Alaba - Boateng - Süle - Kimmich
Gegen Leverkusen 1:3 Alaba - Hummels - Süle - Rafinha
Gegen Freiburg 1:1 Rafinha - Hummels - Boateng - Kimmich
Gegen Nürnberg 1:1 Alaba - Hummels - Süle - Kimmich
Gegen Leipzig 0:0 Alaba - Hummels - Süle - Kimmich


Das sind die 9 Spiele, in denen die Buy€rn in der Liga nicht gewonnen haben.

Wenn man vergleicht, wie eingespielt die Buy€rn mit fast immer den gleichen Spielern in der Abwehr war und wie wir mit 29 unterschiedlichen Abwehrketten in die Spiele gegangen sind, dann kann man die knappen 2 Punkte Abstand von uns gar nicht hoch genug anrechnen.
Nur der BVB

Re: Wird der BvB mit Favre glücklich?

Beitragvon art_vandelay » So 26. Mai 2019, 15:21

Wahrscheinlich hätte man auch so Ausreden für einen Abstieg gefunden!

Die Hinrunde lief sehr gut, in der Rückrunde keine Spielkultur und fast nur glückliche Siege, nachdem unsere Spielidee mit einfachen taktischen Kniffen direkt komplett durchschaut wurde.

Aufgrund der mangelnden Alternativen würde ich ihm noch eine Chance geben. Wenn es aber nicht besser wird: Blumenstrauß in die Hand und danke für alles!