Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB beginnt


Moderator: amoroso2008

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon westline/cs » Di 27. Nov 2018, 14:51

URTEIL
14 Jahre Haft für BVB-Attentäter wegen versuchten Mordes

Der spektakuläre Prozess um den Bombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund ist zu Ende. Der Angeklagte Sergej W. muss wegen versuchten Mordes 14 Jahre lang in Haft.

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Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon Zubitoni » Di 27. Nov 2018, 20:26

tja, und nun? muss ich auswandern? nein. eigentlich war das ein gutes urteil.

warum? das oberziel ist ruhe in der sache für die opfer. 14 jahre ist zwar nicht lebenslänglich, aber m.w. gleichzeitig auch nur ein jahr darunter. wenn damit beide seiten leben können, gibt es keine revision und das ding ist durch. endlich.
BVB o9

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon amoroso2008 » Di 27. Nov 2018, 20:47

Zubitoni hat geschrieben:tja, und nun? muss ich auswandern? nein. eigentlich war das ein gutes urteil.

warum? das oberziel ist ruhe in der sache für die opfer. 14 jahre ist zwar nicht lebenslänglich, aber m.w. gleichzeitig auch nur ein jahr darunter. wenn damit beide seiten leben können, gibt es keine revision und das ding ist durch. endlich.


Hört sich zwar im ersten Moment fast gleich an, allerdings kann er nun nach ein paar Jahren rauskommen und der Rest auf Bewährung ausgesetzt werden, bei "lebenslänglich" wäre das nicht so einfach möglich
Dortmund, Dortmund
Dortmund, Dortmund
Und wir werden IMMER Borussen sein,
Es gibt NIE NIE NIE einen anderen Verein........

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon Zubitoni » Di 27. Nov 2018, 20:56

aber da behaupte ich, dass so einer kaum ne chance auf vorzeitige entlassung hat. keine lobby (wie UH), keine gute prognose (geldgier als motiv). warum sollte der viel früher raus. nur weil er in der anstalt brav seinen haferbrei aufisst? reicht nicht.
BVB o9

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon Bart65 » Di 27. Nov 2018, 21:09

Meine Meinung:

Viel zu mildes Urteil. Meinswegen soll der Typ im Knast verfaulen!

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon DeathAngel » Di 27. Nov 2018, 22:33

Ich finde 14 Jahre, als nicht emotional involvierter, okay. Nach 2/3 der Strafe (also etwas über 9 Jahre) darf er einen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen. Dieser kann abgelehnt werden oder bewilligt. Ich vertraue unseren Strafvollzugsbeamten und allen Personen, die da eine Einflussnahme drauf haben, so zu entscheiden, wie es für die Allgemeinheit am besten ist. Wenn sich der Junge seines Fehlers bewusst ist und eine Therapie anfängt, die ihn in eine positive Richtung entwickelt, wieso nicht drüber nachdenken, ihm eine zweite Chance zu geben? Unser Rechtssystem ist nicht auf Rache aus, sondern auf Rehabilitation. Er ist gerade 29 Jahre alt. Ich denke, die nächsten 10 Jahren im Gefängnis schmoren ist schon eine richtige Strafe. Die 30er können ziemlich gute Jahre sein, die man nicht so einfach aufholen kann. Wobei ich bei seiner Verteidigung (zugeben, die Bomben gebaut zu haben, aber gehauptet er wollte nur erschrecken für etwas Geld), nicht sehe, dass er sich positiv entwickelt. Der hat noch einiges einzusehen, bevor er dazu in der Lage ist.

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon pauli74 » Mi 28. Nov 2018, 00:13

Ich finde das Urteil ehrlicherweise ebenso zu milde. Klar war da viel Glück im Spiel, das keiner ernsthaft zu schaden gekommen ist. Allerdings war es halt nur Glück und es stand m.M. eine klare Tötungsabsicht dahinter, denn man hätte die Bombe auch ohne Splitter bauen können. Hoffentlich kommt er in eine Dortmunder JVA.

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon Schorsch » Mi 28. Nov 2018, 09:38

Der Mann hat mit gemeingefährlichen Mitteln einen heimtückischen Sprengstoffanschlag auf einen Bus mit 28 Menschen verübt, um sich dadurch einen Vorteil im 5- bis 6-stelligen Bereich zu verschaffen. Er hat, ernsthaft kann das niemand in Zweifel ziehen, dabei mindestens in Kauf genommen, dass ein bedeutender Teil der 28 Insassen ums Leben kommt. Zufällige Begleiter des Busses nicht mit eingerechnet. Es war ihm vollkommen egal, wer von den Spielern und Begleitern für dieses an Perfidität kaum zu toppende Gewinnstreben sein Leben lassen musste.

Ganz "nebenbei" hat er bei einigen Beteiligten psychische Erkrankungen verursacht, die sich lebenlang auswirken und zumindest in Einzelfällen die beruflichen Karrieren erheblich zum Negativen beeinflusst haben dürften. Für diese Menschen entstand dadurch, genau wie für Borussia Dortmund als Verein, Millionenschäden. Die erheblichen Sachschäden, der enorme Ermittlungsaufwand der Polizei, die Kosten seines Prozesses und der Haftunterbringung, die indirekte Manipulation eines Sportwettbewerbs von weltweiter Bedeutung nebst Folgen für die Wettanbieter und ihre Kunden, den Aufwand von 80.000 Fans sowie Hunderttausenden vor den TV-Geräten, denen er einen schönen Sportabend versaut hat, auch das ergibt addiert einen Millionenschaden, de man angesichts dessen, was hätte passieren können, kaum erwähnen mag.

Angesichts dessen ist eine Zeitstrafe von 14 Jahren, deren weitere Vollstreckung mit hoher Wahrscheinlichkeit in knapp 8 Jahren in eine Bewährungsstrafe umgewandelt wird, ein deutlich zu mildes Urteil. Wer ein so unglaublich perfides Verbrechen zu planen und zu begehen in der Lage ist, ist auch in der Lage vorher die Folgen abzusehen.
2,3,4, marschieren wir ...
im schnellen Lauf, Tabelle rauf ...

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon daysleeper18783 » Mi 28. Nov 2018, 09:48

pauli74 hat geschrieben:Ich finde das Urteil ehrlicherweise ebenso zu milde. Klar war da viel Glück im Spiel, das keiner ernsthaft zu schaden gekommen ist. Allerdings war es halt nur Glück und es stand m.M. eine klare Tötungsabsicht dahinter, denn man hätte die Bombe auch ohne Splitter bauen können. Hoffentlich kommt er in eine Dortmunder JVA.


Hier spielen halt viele Fakten mit rein. Er war teilgeständig, reumütig (zumindest tut er so), bemüht sich um Täter-Opfer-Ausgleich, es handelt sich "nur" um einen Versuch, nicht um ein Vollendungsdelikt, heißt es ist keiner in dem Maße zu Schaden gekommen, wie es bei einem Mord sonst üblich wäre, die persönliche Vorgeschichte des Täters, keine Vorstrafen.

Das Höchstmaß einer zeitigen Freiheitsstrafe ist 15 Jahre. Ein Versuch wird in der Regel auch milder bestraft als ein Vollendungsdelikt. Geht man bei einem versuchten Mord also von einer Milderung nach 49 StGB aus, ist die zu vergebene Strafspanne 3 bis 15 Jahre. Bedenkt man das sehen die 14 Jahre sicherlich nicht mehr so wenig aus. Ohne eine Statistik zu kennen, bin ich mir sicher, dass es kaum Fälle eines versuchten Mordes gibt, bei dem lebenslange Haft ausgesprochen wird. Zumal bei einem recht jungen Menschen mit ordentlicher Sozialprognose und ohne Vorstrafen. Für jemanden der sich etwas mit Strafrecht auseinander gesetzt hat und vll das ganze nicht durch die schwarz-gelbe Brille betrachtet, sind die 14 Jahre fast das Höchstmaß des zu erwartenden.

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon daysleeper18783 » Mi 28. Nov 2018, 10:10

Schorsch hat geschrieben:Der Mann hat mit gemeingefährlichen Mitteln einen heimtückischen Sprengstoffanschlag auf einen Bus mit 28 Menschen verübt, um sich dadurch einen Vorteil im 5- bis 6-stelligen Bereich zu verschaffen. Er hat, ernsthaft kann das niemand in Zweifel ziehen, dabei mindestens in Kauf genommen, dass ein bedeutender Teil der 28 Insassen ums Leben kommt. Zufällige Begleiter des Busses nicht mit eingerechnet. Es war ihm vollkommen egal, wer von den Spielern und Begleitern für dieses an Perfidität kaum zu toppende Gewinnstreben sein Leben lassen musste.

Ganz "nebenbei" hat er bei einigen Beteiligten psychische Erkrankungen verursacht, die sich lebenlang auswirken und zumindest in Einzelfällen die beruflichen Karrieren erheblich zum Negativen beeinflusst haben dürften. Für diese Menschen entstand dadurch, genau wie für Borussia Dortmund als Verein, Millionenschäden. Die erheblichen Sachschäden, der enorme Ermittlungsaufwand der Polizei, die Kosten seines Prozesses und der Haftunterbringung, die indirekte Manipulation eines Sportwettbewerbs von weltweiter Bedeutung nebst Folgen für die Wettanbieter und ihre Kunden, den Aufwand von 80.000 Fans sowie Hunderttausenden vor den TV-Geräten, denen er einen schönen Sportabend versaut hat, auch das ergibt addiert einen Millionenschaden, de man angesichts dessen, was hätte passieren können, kaum erwähnen mag.

Angesichts dessen ist eine Zeitstrafe von 14 Jahren, deren weitere Vollstreckung mit hoher Wahrscheinlichkeit in knapp 8 Jahren in eine Bewährungsstrafe umgewandelt wird, ein deutlich zu mildes Urteil. Wer ein so unglaublich perfides Verbrechen zu planen und zu begehen in der Lage ist, ist auch in der Lage vorher die Folgen abzusehen.


3/4 dessen was du da aufzählst ist juristisch bei der Beurteilung eines versuchten Mordes schlicht irrelevant (und sollte es auch sein). Hätten die Richter auch nur ein Argumnent davon aufgenommen, würde eine Revision ziemlich sicher Erfolg haben. Man kann verstehen, dass man als Dortmund-Fan das ganze etwas emotionaler sieht, aber nüchtern betrachtet geht das Urteil nach unserem Recht insgesamt auf. Man darf auch nicht nur das "was hätte passieren können" sehen, sondern muss auch das "was ist passiert" in Betracht ziehen. Und da haben wir faktisch eigentlich nur mehrfache gefährliche KV und Sachbeschädigung. Die anderen Sachen wie "Millionenschäden" (die erstmal nachzuweisen wären, denn entgangener Gewinn aus der CL wird es mangels sicherer Siegprognose nicht geben), "Manipulation eines Sportwettbewerbes" (hat in strafrechtlicher Hinsicht mangels Vorsatzes nicht stattgefunden) und Enttäuschung der Zuschauer (ich war je selbst betroffen, aber das sind reine, unbeachtliche Kollateralschäden) sin bei der Beurteilung egal. Enormer Ermittlunsgaufwand und Haftunterbingungskosten sind hoffentlich nicht dein Ernst.

Und mal im Ernst: 14 Jahre Knast (und seien es am Ende nur 9 oder 10) ist verdammt lang und versaut dir so ziemlich dein ganzes Leben. Du bist für immer gebrandmarkt. Deine ganze Zukunft ist eigentlich futsch. Fraglich ist, ob er die 14 Jahre überhaupt überlebt, wenn er tatsächlich schon vor der Tat Selbstmordgedanken hatte. Der Junge ist Anfang/Mitte 40 wenn er rauskommt. Hatte nie die Möglichkeit eine Familie zu gründen, wird keine guten Job finden, wird überall geächtet und ist finanziell für sein Leben ruiniert. Und das alles (vom Resultat betrachtet), weil er einem Menschen einen gebrochenen Arm zugefügt hat, einen Bus beschädigt hat und einigen Leute schwere psychische Schäden davon getragen haben. Ich hab mit ihm kein Mitleid und will die Folgen nicht kleinreden, vor allem die psychischen Folgen nicht (hierbei sei vor allem an den Polizisten mit Knalltrauma gedacht, der heute noch arbeitsunfähig ist) und die kriminelle Energie, die da hinter steckte ist beachtenswert, aber es gibt Raser auf der Autobahn, die verursachen größere Schäden, ohne dass auch nur irgendjemand über eine derartige Bestrafung nachdenkt (Wäre es übrigens auch dann Wettbewerbsmanipulation, wenn der Bus im Stau stecken bleibt? Und wer denkt an die armen Pendler, die im Stau warten müssen und ihren Feierabend versaut bekommen).