Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB beginnt


Moderator: amoroso2008

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon Herb » Mo 26. Nov 2018, 22:13

Da die Anträge von Staatsanwaltschaft und Verteidigung sehr weit auseinander liegen, muss man aber leider davon ausgehen, dass nach dem Urteil eine der beiden Seiten in Revision gehen wird. Heißt: Vorbei ist es morgen wohl noch nicht.

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon Zubitoni » Mo 26. Nov 2018, 22:17

dem typen nimmt ja wohl kein richter der welt ab, dass er nicht mindestens ein paar spieler töten wollte.

lebenslänglich, sonst wandere ich aus!
BVB o9

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon Herb » Mo 26. Nov 2018, 22:24

Alles andere als eine Verurteilung wegen versuchten Mordes und lebenslängliche Haft würde mich auch sehr wundern. Aber wenn der Angeklagte in Revision geht, kann es sich noch Monate hinziehen, bis das Urteil rechtskräftig ist.

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon Zubitoni » Mo 26. Nov 2018, 22:29

Herb hat geschrieben:Alles andere als eine Verurteilung wegen versuchten Mordes und lebenslängliche Haft würde mich auch sehr wundern. Aber wenn der Angeklagte in Revision geht, kann es sich noch Monate hinziehen, bis das Urteil rechtskräftig ist.


klar, schon verstanden. aber das wird ihm nicht helfen. ein anderes gericht wird nicht zu einer anderen sicht führen.
BVB o9

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon westline/cs » Di 27. Nov 2018, 10:13

URTEIL AM DIENSTAG ERWARTET
Dortmunder Schwurgericht will über BVB-Attentäter urteilen

Nach elf Monaten Verhandlung steht der Prozess um den Bombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund vor dem Ende. Dem Angeklagten droht eine Verurteilung wegen versuchten Mordes. Die Verteidiger präsentierten dem Gericht eine andere Version.

https://www.westline.de/fussball/boruss ... len?ref=fo
Bei Fragen und Hinweisen schickt uns eine Mail an redaktion@westline.de

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon Schorsch » Di 27. Nov 2018, 10:52

Der kann und darf eigentlich nur eine lebenslange Haftstrafe wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit versuchtem Mord kriegen, wenn das Gericht sich nicht der Lächerlichkeit preisgeben will.

Einerseits nimmt so einem Täter niemand, der einigermaßen gerecht und billig denkt, ab, Bomben so präzise bauen zu können, dass sie nur erschrecken. Das ist theoretisch zwar möglich. Allerdings erzeugt man dann nur einen Knall und versetzt den Sprengsatz nicht mit Splittern, deren Ziel ausschließlich Zerstörung ist. Damit nimmt er die Tötung von Menschen zumindest billigend in Kauf. Nur ein Täter mit erheblich verminderter Intelligenz wäre nicht in der Lage so weit zu denken. Ein solcher Täter wäre wiederum nicht in der Lage einen derart perfiden Plan auszuhecken und umzusetzen. So außergewöhnlich durchtrieben, dass von sich aus zunächst niemand auf ein solch abartiges Motiv auch nur gekommen ist.

Die Absicht, mit Optionsscheinen Gewinne zu erzielen, untermauert die These vom versuchten Mord erheblich. Erschreckte Spieler lassen den Wert der BVB-Aktie nicht in den Keller sinken. Wirkliche Aussicht Gewinn zu erzielen bestand also nur dann, wenn er Spieler getötet hätte.

Die konstruierten Ausreden der Verteidigung sind ein "netter Versuch". Ernsthaft glauben wird sie nur der, der sie glauben will.
2,3,4, marschieren wir ...
im schnellen Lauf, Tabelle rauf ...

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon Sun_seeker » Di 27. Nov 2018, 10:59

Ich denke, die thin red line (aus juristischer Sicht) liegt zwischen "Tote billigend in Kauf zu nehmen", was womöglich noch in den Bereich Totschlag gehen könnte und aus niederen Beweggründen gezielt zu töten (Mord).
SgG
Sun

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon Schorsch » Di 27. Nov 2018, 11:23

Imho muss man, wie oben geschrieben, wegen der Motivlage von einer Tötungsabsicht ausgehen. Und da kann es dann kein versuchter Totschlag sein, weil gleich mehrere Mordmerkmale vorliegen. Mindestens Habgier, Heimtücke und der Einsatz gemeingefährlicher Mittel.
2,3,4, marschieren wir ...
im schnellen Lauf, Tabelle rauf ...

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon Bölkstoff09 » Di 27. Nov 2018, 14:24

Urteil: 14 Jahre Haft.

Re: Sergej W. vor Gericht - Prozess um Anschlag auf BVB begi

Beitragvon daysleeper18783 » Di 27. Nov 2018, 14:25

Hier wird doch einiges durcheinander geworfen. Es gibt Totschlag, Mord und fahrlässige Tötung. Bei fahrlässiger Tötung läge kein Vorsatz vor (also auch kein billigend in Kauf nehmen oder absichtliches oder wissentliches Töten). Bei Totschlag muss die Tötung vorsätzlich geschehen, also die Tötung zumindest billigend in Kauf genommen worden sein. Bei Mord muss zusätzlich zu den objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmalen des Totschlags noch ein Morkmerkmal verwirklicht worden sein (hier gemeingefährliches Mittel, Heimtücke oder Habgier).

Problematisch ist hier, dass die Tat im vorligenden Fall auch nach seinen Vorstellungen dazu geeignet sein muss jemanden (mit oder ohne Mordmerkmal) zu töten. Das Mordmerkmal dürfte allein wegen des gemeingefährlichen Mittels (die Bombe ist der Klassiker desselben) kein Problem darstellen. Auch Heimtücke und Habgier sind relativ unproblematisch. Die Frage ist allein, wollte er nach seiner Vorstellung des Tatplanes tatsächlich jemanden töten, bzw. hat er dies billigend in Kauf genommen. Bejaht man dies, wird es versuchter Mord. Wenn nicht nur eine gefährliche KV. Versuchten Totschlag kann es meiner Meinung nach nicht geben. Fahrlässige Tötung sowieso mangels Todesfalls nicht. Da das technische Gutachten wohl recht eindeutig war, wird es wohl versuchter Mord.