Starkes Stück statt starkes Schalke!


Moderatoren: Erwin u Helmut, EddieW

Re: Starkes Stück statt starkes Schalke!

Beitragvon youri » Fr 21. Feb 2014, 00:14

Ja, wo hier schon alle wild posten, dann eben auch hier. Mein Bekannter hat sich mit dem Schreiben echt Mühe gegeben :-)

Lieber Aufsichtsrat,

vielen Dank für die wirklich kreative Begründung der Ablehnung meines Antrages auf Satzungsänderung. Ich möchte mich nun Punkt für Punkt mit der Argumentation auseinandersetzen:

"Der Wahlausschuss soll die Kandidaten zum Aufsichtsrat auf ihre Eignung hin überprüfen und nur diejenigen zulassen, von denen er überzeugt ist. Trotzdem können Kandidaten, die diese Prüfung nicht bestanden haben, wieder zugelassen werden. Da könnte man auch den Wahlausschuss ganz abschaffen. Und wir sind ganz klar für die Beibehaltung des Wahlausschusses (siehe Antrag von Günther Reipen)."

Es gibt in meinem Verständnis von Demokratie und Vereinsleben durchaus Abstufungen zwischen totaler Abschaffung und der Besetzung von Vereinsgremien durch Mitglieder anderer Vereinsgremien oder Organisationen im direkten Zugriff der Vereinsführung. Ich halte meinen Antrag für berechtigt und ausgewogen, weil er der Mitgliederversammlung als höchster Instanz im Verein die Möglichkeit gibt, bei einem
eventuellen Vertrauensverlust in die Arbeit des Wahlausschusses trotzdem ihre Rechte wahrzunehmen und zu verhindern, dass der Wahlausschuss seine eigentliche Aufgabe aus den Augen verliert.

"Dieser Antrag impliziert, dass die Mitglieder des Wahlausschusses unfähig sind, die Qualität der Bewerber zu überprüfen, oder dass sie dies nicht im Sinne der Mitglieder der JHV tun."

Diesen Satz würde ich ändern durch "...des Wahlausschusses nicht automatisch hinreichend unabhängig sind, um die Qualität der Bewerber nur im Sinne der durch die Mitglieder auf der Mitgliederversammlung geäußerten Willensbekundung zu überprüfen...", dann trifft das exakt meine Absicht!

"Soll heißen: Die Mitglieder auf der JHV haben die falschen Leute in den Wahlausschuss gewählt. Diese Bewertung ist abwertend den Mitgliedern gegenüber.."

Richtig und falsch! Es ist geradezu herzerfrischend naiv, wenn man der Meinung ist, dass eine mehrheitlich getroffene Entscheidung automatisch richtig ist. Ich bin mir relativ sicher, dass bei den Mitgliedern ein sehr große Mehrheit nicht unbedingt zufrieden mit jeder ihrer Entscheidungen bei den letzten Wahlen (Bundestag/Landtag/Kommunalwahlen) ist und sich plötzlich so gar nicht mehr vertreten oder verstanden fühlt. Im Nachgang zu Wahlen passieren oft Dinge, die die getroffene Entscheidung relativieren oder den Wähler nachdenklich machen. Es ist genau deshalb eben nicht abwertend, den Mitgliedern nun eine Möglichkeit in die Hand zu geben, zu überprüfen, ob der Wahlausschuss in ihrem Sinne - und NUR in ihrem Sinne - seine Aufgabe erledigt hat oder ob aus der Aufgabe, die "Ungeeigneten" auszusieben, nicht vielmehr die "Unbequemen" auszusieben geworden ist. Mit ein wenig mehr unbequemen Mitgliedern im Aufsichtsrat wäre die Mitgliederversammlung im Vorjahr vermutlich ganz ohne Rahmenprogramm ausgekommen.

Wenn Sie wirklich meinen, was Sie da schreiben, dann erstaunt mich doch sehr, dass Sie eine Abschaffung des Wahlausschusses überhaupt ablehnen. Sie unterstellen ja einerseits, dass die Mitglieder nicht in der Lage sind, falsche Entscheidungen zu treffen (und wenn ich mir die letzten Jahre anschaue, dann kann man dem auch zustimmen, schließlich hat die Mitgliederversammlung Ihre kruden Entscheidungen zur Lex Magath und viagogo schmerzhaft korrigiert), andererseits fühlen Sie sich berufen, die Versammlung vor ihren eigenen Entscheidungen zu schützen, sei es durch einen Wahlausschuss oder durch juristische Floskeln und inhaltliche Offenbarungseide wie "missbräuchliche Gestaltungsmöglichkeiten".

"...und widerspricht unserem Verständnis von Demokratie."
Ja Gottseidank! Meine Konsequenz aus den oben geschilderten Sachverhalten ist, dass ich den Mitglieder einen Teil ihrer Rechte zurückgeben will, sofern sie diese nicht mehr abgebildet sehen, Sie hingegen wollen diese weiter beschneiden und noch weniger Auswahl in den Wahlausschuss entsenden! Mein Bild der funktionierenden Demokratie ist eben ein wehrhaftes, streitbares. Auch wenn ich Ihr Harmoniebedürfnis als zutiefst menschlich empfinde, verweigere ich mich der Ausdehnung der bereits bestehenden Komfortzonen für die Vereinsführung.

"Die Satzung hat auch die Aufgabe...zu schützen".
Das empfinde ich als juristischen Blindtext, mit dem man sich beschäftigen kann, wenn das Amtsgericht die Eintragung einer Änderung verweigert.

Zur Praktikabilität: "Im Extremfall, den eine Satzung auch berücksichtigen muss, könnten 100 Personen kandidieren, die sich alle auf der JHV vorstellen. Wie soll das funktionieren? Das sprengt jeden zeitlichen Rahmen."

Da kontere ich doch mit einem anderen Extremfall: Was, wenn sich 2.000 Leute für den Wahlausschuss bewerben? Das ist per Satzung ebenfalls nicht ausgeschlossen und müsste ganz ohne Wahlausschuss-Wahlausschuss organisiert werden und von dem wahren "worst case scenario", dass die alle gar nicht dem SFCV angehören, will ich gar nicht erst anfangen. Lassen wir aber mal die Polemik weg und den Himmel an unserem Kopf vorbeisausen, dann sieht die Statistik doch ganz nüchtern aus. Im Jahr 2009 gab es einen Spitzenwert mit 22 Bewerbern, im Jahr 2013 waren es, neben Clemens Tönnies und Andres Schollmeier, ganze drei. Selbst wenn man den Extremwert nimmt und von den 2009 nicht zugelassenen 18 Personen vielleicht die Hälfte die Kandidatur aufrechterhalten wird und die jeweils 5 Minuten Redezeit bekommen, geht es hier um 45 Minuten, die die Vorstellung zur Wahl zum wichtigsten Vereinsgremium dauert. Das ist, angesichts des immer ausgedehnteren Rahmenterminprogramms und der zusätzlichen Zeit für das Ausladen der Busse, immer noch ein hinnehmbarer Zustand und entspricht in etwa dem Zeitaufwand, den Clemens Tönnies - sofern er wiedergewählt werden muss - beim Bericht des Aufsichtsrates Werbung in eigener Sache macht. Bei 130.000 Mitglieder würde ich mir perspektivisch auch mehr Sorgen um den Punkt "Ehrungen" machen, der im Jahr 2040 wohl allein an die 3 Stunden dauern dürfte.

Ein starkes Schalke braucht eben auch starkes Sitzfleisch.
"Well the blue and the white of the flag shines bright and it's blowing
there for me. With my hand on my heart, the honest truth there's nowhere I'd rather be." Amy McDonald "Pride"

Re: Starkes Stück statt starkes Schalke!

Beitragvon BlauWegenOppa » Fr 21. Feb 2014, 01:53

BuB hat geschrieben:Ich finde es UNFASSBAR, mit welcher Arroganz unser Verein mit demokratischen Anträgen umgeht - und wie systematisch versucht wird, die Mitglieder für dumm zu verkaufen!

http://www.fankultur.com/blog/kurvensta ... st%C3%BCck


<schluck>
Ich glaube ich muss mir den ganzen Kram nomma in Ruhe durchlesen, bevor ich dazu was schreiben kann.
Aber zumindest weiß ich getz warum Du ne "Westline-Legende" bis ;)
Lieber 4-Minuten-Meister, als eine Sekunde Bayern-Fan

Re: Starkes Stück statt starkes Schalke!

Beitragvon schwarzgelbcolonia » Fr 21. Feb 2014, 07:39

BuB hat geschrieben:Ich finde es UNFASSBAR, mit welcher Arroganz unser Verein mit demokratischen Anträgen umgeht - und wie systematisch versucht wird, die Mitglieder für dumm zu verkaufen!

http://www.fankultur.com/blog/kurvensta ... st%C3%BCck


Sorry, wenn ich mich hier einmische. Aber steht das

"Je mehr Kandidaten zur Wahl stehen, desto weniger Stimmen können… ausreichen, um als Aufsichtsratsmitglied gewählt zu werden, weil sich die gleiche Stimmenanzahl auf mehr Kandidaten verteilt. So stellen wir uns ein Aufsichtsratsmandat nicht vor"

tatsächlich irgendwo offiziell? Das liest sich ja wie aus Putins Handbuch des aufrechten Demokraten abgeschrieben. Nicht, dass bei Euch auch noch Tote wahlen dürfen....
Wird ein harter Weg für Euch. Drücke die Daumen. Leider zeigt ja die Erfahrung, gerade auch bei uns, dass sportliche Erfolge solche Anträge noch leichter durchkommen lassen. Vor allem wenn man sie schön mit blühenden Zukunftsvisionen untermalt. Bleibt die Frage, wieviele von den Mitgliedern bei Euch das andere wie demokratische Strukturen etc. tatsächlich interessiert. Dazu kommt vermutlich bei Euch die Sorge vieler vor den wirtschaftlichen Konsequenzen, wenn man CT ans Bein pinkelt...

Re: Starkes Stück statt starkes Schalke!

Beitragvon BuB » Fr 21. Feb 2014, 07:44

schwarzgelbcolonia hat geschrieben:
BuB hat geschrieben:Ich finde es UNFASSBAR, mit welcher Arroganz unser Verein mit demokratischen Anträgen umgeht - und wie systematisch versucht wird, die Mitglieder für dumm zu verkaufen!

http://www.fankultur.com/blog/kurvensta ... st%C3%BCck


Sorry, wenn ich mich hier einmische. Aber steht das

"Je mehr Kandidaten zur Wahl stehen, desto weniger Stimmen können… ausreichen, um als Aufsichtsratsmitglied gewählt zu werden, weil sich die gleiche Stimmenanzahl auf mehr Kandidaten verteilt. So stellen wir uns ein Aufsichtsratsmandat nicht vor"

tatsächlich irgendwo offiziell? Das liest sich ja wie aus Putins Handbuch des aufrechten Demokraten abgeschrieben. Nicht, dass bei Euch auch noch Tote wahlen dürfen....


Ja, das ist das Originalzitat der Begründung aus dem Kreisel, warum der Antrag, mehr Bewerber für die AR-Wahl zuzulassen, gar nicht erst zugelassen wird. :cry:

schwarzgelbcolonia hat geschrieben:Wird ein harter Weg für Euch. Drücke die Daumen. Leider zeigt ja die Erfahrung, gerade auch bei uns, dass sportliche Erfolge solche Anträge noch leichter durchkommen lassen. Vor allem wenn man sie schön mit blühenden Zukunftsvisionen untermalt. Bleibt die Frage, wieviele von den Mitgliedern bei Euch das andere wie demokratische Strukturen etc. tatsächlich interessiert. Dazu kommt vermutlich bei Euch die Sorge vieler vor den wirtschaftlichen Konsequenzen, wenn man CT ans Bein pinkelt...


Das Problem ist einfach das Kräfteverhältnis - der Verein nutzt seine mediale Reichweite gnadenlos aus, um seine teilweise grotesken Ansichten zu verbreiten und die Kritiker müssen krabbeln, um sich Gehör zu verschaffen. Hat man letztes Jahr schon bei viagogo gesehen.

Ich gebe die Hoffnung trotzdem nicht auf, dass trotz Vernebelungstaktik und Ringelpiez um die JHV genug Vereinsmitglieder gegenüber dieser "lupenreinen Demokratie" kritisch bleiben.
Bild Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen!!!Bild

Re: Starkes Stück statt starkes Schalke!

Beitragvon schwarzgelbcolonia » Fr 21. Feb 2014, 08:13

BuB hat geschrieben:Das Problem ist einfach das Kräfteverhältnis - der Verein nutzt seine mediale Reichweite gnadenlos aus, um seine teilweise grotesken Ansichten zu verbreiten und die Kritiker müssen krabbeln, um sich Gehör zu verschaffen. Hat man letztes Jahr schon bei viagogo gesehen.

Ich gebe die Hoffnung trotzdem nicht auf, dass trotz Vernebelungstaktik und Ringelpiez um die JHV genug Vereinsmitglieder gegenüber dieser "lupenreinen Demokratie" kritisch bleiben.


Ich vermute dazu leider, und nicht nur auf Euren Verien sondern auf die Gesellschaft bezogen, dass die meisten sich wirklich keine Gedanken machen, wodurch es für kritische Stimmen noch schwerer wird, sich eine Mehrheit zu organisieren. Brot und Spiele, letzteres erfolgreich und man kann schon mal die Demokratie ein wenig aushöhlen. Andererseits hat es ja bei Euch bei Viagogo auch geklappt....

Re: Starkes Stück statt starkes Schalke!

Beitragvon dukesabo » Fr 21. Feb 2014, 08:33

schwarzgelbcolonia hat geschrieben:[. Andererseits hat es ja bei Euch bei Viagogo auch geklappt....


Kurz dazu: Diesmal ist es etwas anders gelagert. Vianogo war greifbar, hatte ein "Gesicht des Bösen" und betraf im Prinzip fast alle Gruppierungen.

Jetzt wird allerdings durche gezielte Manipulation von Vereinsseite versucht, ein Riß durch das Schalker Fanlager zu provozieren.

Glaub mir, es gibt Anschreiben an Fanclubs, da schlackerst du mit den Ohren, welche Lügen dort verbreitet werden um uns "verblendete Nestbeschmutzer" zu diffamieren und gezielt Stimmung zu machen.
Wamama auf Schalke, wathatdatda geplästert!

Re: Starkes Stück statt starkes Schalke!

Beitragvon Calimero » Fr 21. Feb 2014, 08:38

Gewisse - selbstverständlich rein optische - Ähnlichkeiten sind in der Tat unverkennbar:

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Ein starkes Stück Schalke!

BWG


Calimero

PS: Man munkelt, dass sich eine chinesische Funktionärsdelegation sogar kürzlich bei Kotelettkaiser CT Tipps zur Organisation des nächsten Parteitags holte.
Reitet weiter, lasst mich liegen!

Bild

Re: Starkes Stück statt starkes Schalke!

Beitragvon BuB » Fr 21. Feb 2014, 08:58

dukesabo hat geschrieben:Glaub mir, es gibt Anschreiben an Fanclubs, da schlackerst du mit den Ohren, welche Lügen dort verbreitet werden um uns "verblendete Nestbeschmutzer" zu diffamieren und gezielt Stimmung zu machen.


Ist das belegbar? :?
Bild Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen!!!Bild

Re: Starkes Stück statt starkes Schalke!

Beitragvon dukesabo » Fr 21. Feb 2014, 09:02

BuB hat geschrieben:
dukesabo hat geschrieben:Glaub mir, es gibt Anschreiben an Fanclubs, da schlackerst du mit den Ohren, welche Lügen dort verbreitet werden um uns "verblendete Nestbeschmutzer" zu diffamieren und gezielt Stimmung zu machen.


Ist das belegbar? :?


Schwierig. Aber schon allein dieses Schreiben auf Blog 04 hat ordentlich "Charisma"!

https://www.facebook.com/Blog04#!/photo ... =1&theater
Wamama auf Schalke, wathatdatda geplästert!

Re: Starkes Stück statt starkes Schalke!

Beitragvon Herr Wieland » Fr 21. Feb 2014, 10:01

Aus BuBs Text unter fankultur.com hat geschrieben:„Diese Satzungsänderungen treten mit der nächsten regulären Wahl zum Wahlausschuss (voraussichtlich 2017) in Kraft“. - Ach? Tun sie das? Ich hätte schwören können, dass dies nur der Fall ist, wenn sie auf der JHV mit der Zweidrittelmehrheit der anwesenden Mitglieder beschlossen werden.

Dieser Teil ist m.E. von Dir falsch dargestellt.

Auf den Seiten 64/65 des Kreisels werden die vom Verein unterstützten "Kernpunkte" dargestellt, jeweils in Fettschrift und mit Erklärung in Normalschrift. Das, was Du in Anführungsstriche gesetzt hast, ist keine Aussage, sondern ein vom Verein unterstützter Antrag (in Fettschrift), der zum vorherigen (bezieht sich auf die Neustrukturierung des Wahlausschusses) passt.
KÖNIGSBLOG
Über König Fußball im Allgemeinen und Königsblau im Besonderen