Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung



Re: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

Beitragvon Schwejk Josef » Fr 25. Jul 2014, 18:50

On Tour:

Bild

Re: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

Beitragvon Olof Sommervogel » Fr 25. Jul 2014, 21:04

SIMON DACH

Anno1647 des Nachts, da ich vor Engbrüstikeit nicht schlaffen können auff dem Bette gemacht:

Wie? ist es denn nicht gnug, gern einmal sterben wollen?
Natur, Verhängnis, Gott, waß haltet ihr mich auff ?
Kein Säumnüss ist bey mir, vollendet ist mein Lauff,
Soll ich die Durchfahrt euch denn tausendmal verzollen ?

Waß kränckt es, fertig seynund sich verweilen sollen !
Ist Sterben ein Gewin? o mir ein thewrer Kauff,
Mich tödten so viel Jahr vnd Kranckheite zu hauff,
Ich lebe nochvnd bin wohl zehnmahl tod erschollen.

Weib, Kinder, macht es ihr ? Verlängert ihr mein Licht ?
Seht meinen Jammer an, ist dieses LiebesPflicht,
Zu schlechtem Vortheil euch mein Vortheil mir nicht gönnen?

Ach kräncket mich nicht mehr durch ewer Angesicht!
Die allerletzte Pein ist, gläub ich ärger nicht,
Alß leben müssen, todt seyn wollen vnd nicht können.


Man sieht, Sterben ist nicht leicht
Aber der Dichter hat es inzwischen auch geschafft ;)

Re: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

Beitragvon Schwejk Josef » So 27. Jul 2014, 10:18

"Höflich ist der Russe nicht"
Harald Martenstein hat ein Jahr für diese Kolumne recherchiert. Sein Ergebnis: Man ist auf jeder Party auf der sicheren Seite, wenn man über Russen lästert.

"Liebe Russen, ihr seid etwas ganz Besonderes. Wenn die sensiblen und nachhaltigen Deutschen unter den Völkern das Über-Ich repräsentieren, dann repräsentiert ihr das Es. (...)"

Weiter auf der Audio-Datei ( 4 Min.):
http://www.ndr.de/ndrkultur/Martenstein ... 10512.html

Re: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

Beitragvon Olof Sommervogel » So 27. Jul 2014, 21:05

David und Salomon waren große Sünder,
sie hatten schöne Weiber lieb und zeugten viele Kinder;
da kamen sie ins Alter,
macht der eine Sprüch und der andere Psalter :lol:

Re: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

Beitragvon Schwejk Josef » Di 12. Aug 2014, 22:21

Onanierender Kragenbär: Einen hoch auf Robert Gernhardt

"Der Kragenbär, der holt sich munter/ einen nach dem anderen runter." In Anlehnung an diese Zeilen soll Satiriker Robert Gernhardt nun ein Denkmal bekommen: einen onanierenden Kragenbär. Das findet nicht jeder gleich erhebend.

http://www.spiegel.de/panorama/leute/ro ... 85774.html

Nur zur Erinnerung:
Bild

Re: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

Beitragvon Schwejk Josef » Mi 13. Aug 2014, 10:27

Der Unbeherrschte hat geschrieben:Marco Tschirpke - VANITAS

Tief im Mischwald kreischt die Säge,
Frißt sich durch des Baumes Mark.
In dem Höllenlärm fällt krachend
Holz für deinen Eichensarg.

Oder Holz für jene Wiege,
Drin dein Nachwuchs sich bepißt,
Der die Pflege deines Grabes,
Wenn es soweit ist, vergißt.


Sorry, ich vergaß. Spät kommt er also, doch er kommt,... der Kommentar:

Bild

Re: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

Beitragvon Der Unbeherrschte » Mi 3. Sep 2014, 05:25

„Was für eine Philosophie man wähle, hängt sonach davon ab, was man für ein Mensch ist..." (J.G. Fichte)

Re: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

Beitragvon Schwejk Josef » Mo 22. Sep 2014, 09:24

Nicht die einzige Episode aus dem sehr lesenswerten Buch Roger Willemsens "Das Hohe Haus. Ein Jahr im Parlament" (2014), die eigentlich nur als Realburleske durchgehen kann:

Doch ein besonderes Vorkommnis hat der Tag noch in petto. Cornelia Behm (B 90/DIE GRÜNEN) wünscht unter dem Tagesordnungspunkt »Gründe und Auswirkungen der Verschiebung der Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg« zu wissen, »welche Informationen zur möglichen Verschiebung des Eröffnungstermins des Berliner Flughafens Herr Horst Amann dem Bundesminister Herrn Dr. Ramsauer und dem Staatssekretär Rainer Bomba in ihrem gemeinsamen Gespräch am 19. Dezem¬ber 2012 mitgeteilt hat und inwieweit zum Inhalt dieses Gesprächs ein Protokoll existiert«.

Der Parlamentarische Staatssekretär Jan Mücke berichtet von einem ungeplanten Zusammentreffen ohne Protokoll. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE) ruft: »Haben Sie gewichtelt, oder was?« Es folgen zu diesem »kurzen Kennenlernen« ungläubige Nachfragen, die der Staatssekretär, weil er nicht zugegen war, nicht beantworten kann.

Folglich beantragt die Fraktion der Grünen, zur weiteren Befragung den Minister selbst einzubestellen. Die Abstimmung darüber ergibt keine klaren Mehrheitsverhältnisse. Es folgt ein Hammelsprung zur Frage, ob Minister Ramsauer zur Auskunft über jenes informelle Treffen herzitiert werden solle. Die Tribüne lacht. Alle Abgeordneten müssen den Saal verlassen, nur die Protokollführer wieseln umher. Zu den Abstimmungen tröpfeln die Delegierten einzeln in den Saal. Es herrscht ein Geschrei wie auf dem Pausen-hof, »ein Affentheater«, sagt ein Sicherheitsbeamter, »das können Sie schreiben«.

Mitten im Hammelsprung ist Ramsauer plötzlich da, nimmt sogar auf der Regierungsbank Platz. Der Hammelsprung aber, der darüber befinden soll, ob er einbestellt werden muss, geht weiter. Das akustische Signal ruft die Abstimmungsberechtigten aus den benachbarten Gebäuden.

Die schweigenden Zuschauer auf den Tribünen sehen mäßig belustigt zu, wie sich die Arena langsam wie-der füllt. Kopfschütteln überall, jemand nennt es »Farce«. Das Plenum ist nun erheblich voller. Alle drängen herein, nur damit entschieden werde, ob Peter Ramsauer mitzuteilen habe, was er bei einem vermeintlich eher zufälligen, nicht protokollierten Gespräch mit Herrn Amann über mögliche Terminschwierigkeiten beim Bau des Flughafens Berlin-Brandenburg erfahren oder nicht erfahren habe.

Erst wird die Rechtmäßigkeit der Abstimmung festgestellt, dann übermitteln Schriftführer der Präsidentin das Ergebnis: »der Antrag, auf Herbeizitierung des Herrn Ministers« ist abgelehnt. Da Minister Ramsauer aber auch ohne Herbeizitierung auf der Regierungsbank sitzt und sich zur Antwort bereit erklärt hat, kann er nun trotzdem befragt werden. Das wird er, und er antwortet: »Eine derartige Situation habe ich in über 22 Jahren Mitgliedschaft in diesem Hohen Hause noch nie erlebt. Wie kann man bei einer solch absolut banalen Frage (...) die Geschäftsordnung des Hohen Hauses derartig missbrauchen!«

Was folgt, ist das zu Erwartende: Die einen nennen die Frage nicht banal, die anderen bezeichnen es als eine »Unverschämtheit«, einen geschäftsordnungsgemäßen Vorgang als »Missbrauch« zu bezeichnen. Die Dritten beklagen, der Minister sei in der Ausschusssitzung nicht da gewesen, erfahren aber von Ramsauer: »Ich habe dann in der Ausschusssitzung festgestellt, dass ich da bin.« Die Erregungen schaukeln sich hoch zu Turbulenzen, bis jemand fordert: »Frau Präsidentin, vielleicht können Sie hier die Arbeitsfähigkeit herstellen!« Er hält aber an, der Sturm ums Da-Sein oder Nicht-da-Sein.
(S 36ff. eingescannt).

Re: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

Beitragvon Schwejk Josef » Mo 13. Okt 2014, 11:49

Harald Martenstein:
Über Gott und die Welt der Journalisten

Ich bin nach wie vor Agnostiker. Gibt es Gott? Ich weiß es nicht. Am 22. August habe ich auf meinem Laptop die Seite von ZEIT ONLINE angeschaut. Dort fand ich, ein bisschen versteckt, die Meldung, dass nunmehr ein mathematischer Beweis für die Existenz Gottes gelungen sei. Der Beweis ist von einem Computer überprüft worden und ist wasserdicht. Gott existiert. Der Autor, der diese Nachricht überbracht hat, heißt Christian Hesse.


http://www.zeit.de/zeit-magazin/2014/39 ... urnalismus

Re: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

Beitragvon Der Unbeherrschte » Di 14. Okt 2014, 01:21

„Was für eine Philosophie man wähle, hängt sonach davon ab, was man für ein Mensch ist..." (J.G. Fichte)