Johnny-Heimes-Stadion am Böllenfalltor: Hut ab, Darmstadt 98



Re: Johnny-Heimes-Stadion am Böllenfalltor: Hut ab, Darmstad

Beitragvon dike77 » Di 6. Sep 2016, 15:30

Bargfrede hat geschrieben:Der Artikel von Jan Ahlers ist rhetorisch einwandfrei, inhaltlich absolut korrekt. Hier wird eine Meldung aufbereitet, bei der sich in der Tat (siehe Westline-Entgegnung oben) die Frage nach "schlecht" oder "gut" geschriebenem Artikel im Grunde gar nicht stellen kann. Ich habe mich über den bodenlosen Stuss des Users Dike bereits heute Morgen nachhaltig geärgert, seine "Richtigstellungen" finden sich ausnahmslos im Artikel/der Meldung wieder und sind mithin komplett überflüssig. Die Folgerung des Users Dike in Richtung Urheberschaft Merck ist überdies grundfalsch. Das Schicksal von Jonathan Heimes nämlich ist vom SV Darmstadt 98 und eben nicht vom Merck-Konzern bereits vor mehr als zwei Jahren erstmals (!!!) thematisiert worden - anlässlich des Relegations-Rückspiels in Bielefeld, der Trainerstab verteilte damals vor dem Spiel die "Du Musst Kämpfen" Bändchen, die von Jonathan Heimes initiiert worden waren. So jedenfalls lässt sich der Vizepräsident Pfitzner vernehmen, und ich wüsste gerade nicht, warum man ihm das nicht glauben sollte.


Aha. Wie gut daß ich nur von der jetzigen Initiative bzgl. des Stadionnamens gesprochen habe, die tatsächlich alleinig von Merck ausgegangen ist (da wie gesagt D98 sowieso die Rechte verkauft hatte) und nicht um die ganzen Aktionen rund um Johnny.

Hättest du aufmerksamer gelesen bevor du in die Tasten haust wäre nicht so ein Stuss rausgekommen.

Re: Johnny-Heimes-Stadion am Böllenfalltor: Hut ab, Darmstad

Beitragvon dike77 » Di 6. Sep 2016, 17:26

westline/cs hat geschrieben:
Wir wollen das so nicht stehen lassen. Der Kollege Ahlers hat nämlich ausdrücklich in seinem Text geschrieben
"Entstanden war die Idee unter anderem durch die Tatsache, dass Heimes‘ Vater lange Jahre bei Merck angestellt ist."
und ebenso klar formuliert, wie das Vorgehen war.

"So muss nicht nur dem Verein, sondern auch dem Pharmakonzern Merck der höchste Respekt für diese Aktion gezollt werden."


Was daran jetzt "richtig schlecht geschrieben" sein soll, ist dein Geheimnis. Aber billige Kritik bei miserablem Textverständnis lasse ich hier auch nicht durchgehen, nix für ungut.


Puh, billige Kritik und miserables Textverständnis vorwerfen ist dann auch etwas hart. Aber da die Diskussion angestoßen wurde kann ich ja mal aufzeigen wo ich beim Lesen mit der Stirn runzeln mußte, weil es inhaltlich halt so formuliert wurde daß es eigentlich die Fakten verdreht.

Ach und bevor hier wieder die Empörungs-User kommen: Es geht um Kritik an der Form des Artikels, nicht Kritik an D98 oder die Aktion etc. Wer also nicht an der Diskussion interessiert ist braucht die Wall of Text nicht weiterlesen.

Aber dann mal von oben runter im Artikel:

Johnny-Heimes-Stadion am Böllenfalltor: Hut ab, Darmstadt 98!


Ja wieso eigentlich im Kontext der Stadionumbenennung "Hut ab, D98"? Was war bei dieser Umbenennung genau die Leistung von D98? Es war nicht die Idee des Vereins, es war nicht die Entscheidung des Vereins (was rechtlich sowieso nicht möglich war), der Verein hat nicht extra die Namensrechte zurückgekauft etc. Entweder kein "Hut ab" oder eben "Hut ab, Merck". So geschrieben ist es so ungefähr als ob man über den Artikel zum damaligen Offenbacher Lizenzentzug schreibt "Saisonziel Klassenerhalt geschafft, Hut ab D98!"

Der SV Darmstadt 98 hat seinem an Krebs verstorbenen, über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Fan Jonathan Heimes das wohl größte Andenken erwiesen, das ein Fußballverein geben kann: Er hat „sein“ Stadion am Böllenfalltor nach ihm benannt


Inhaltlich falsch. Nicht der Verein hat das Stadion umbenannt und somit Johnny das größte Andenken erwiesen, sondern der Inhaber der Namensrechte, die der Verein 2014 verkauft hat.

Und eine Botschaft, dass sich auch im Profifußball der Neuzeit nicht alles um Geld drehen muss.


Ganz komischer Satz in diesem Zusammenhang, keine Ahnung was der Autor damit jetzt konkret aussagen wollte, da die Namensrechte wie überall verkauft worden sind, auch nicht zurückgekauft wurden etc. Das Geld für die Rechte fließen weiterhin an den Verein. Der Rechteinhaber hatte sich nur dazu entschlossen daß Stadion in einer bestimmten Weise zu nennen. Eine schöne Geste, gleichzeitig aber auch keine Wohlfahrtsnummer, denn wenn man das Presseecho gestern gelesen hat wird klar daß Merck damit einen größeren Werbeeffekt hat als mit "Merck" im Stadionnamen.

Der Satz würde stimmen, wenn sich ein Verein bewußt entschließt den Namen nicht zu verkaufen, kostenlos für Unicef zu werben wie Barca früher etc. Aber im D98 Zusammenhang halt unpassend, es sei denn D98 hätte die Namensrechte für das Jahr zurückgekauft um das Stadion von sich umzubenennen. Hat der Verein nicht. Aber der Autor stellt es irgendwie dann doch als ob diese Aktion am Ende "entgangenes Geld" gekostet hätte.Der Verein selber hatte die Idee nicht oder wenn er sie je gehabt hätte, war ihnen die Durchführung zu teuer (Rückkauf der Rechte).

Denn Darmstadt 98 ist einen bemerkenswerten Schritt gegangen, seinem prominentesten wie größten Fan die letzte Ehre zu erweisen.


Auch hier wieder, D98 ist diesen Schritt nicht gegangen, der Rechteinhaber ist ihn gegangen.

Natürlich ist das Ganze nicht ohne die Zusammenarbeit mit einem Sponsor aus dem Technologiebereich entstanden, der auf sein erkauftes Namensrecht zukünftig verzichtet.


Im dritten Absatz dann der erste Hinweis auf den eigentlichen Rechteinhaber. Johnnys Vater/Merck stoßen die Umbenennung von außerhalb an, der Rechteinhalber letztendlich "bezahlt" das ganze, der Verein nickt den tollen Vorschlag (ohne eigene Belastung) natürlich ab und im Artikel ist es formuliert "Natürlich ist das Ganze nicht ohne die Zusammenarbeit mit einem Sponsor entstanden". Uff...

Und es geht gleich weiter:
So muss nicht nur dem Verein, sondern auch dem Pharmakonzern Merck der höchste Respekt für diese Aktion gezollt werden


Ja, dem Verein muß höchsten Respekt gezollt werden diesen kostenlosen Nobrainer-Vorschlag anzunehmen. Ach ja und im hinteren Teil des Satzes ("sondern auch") dann natürlich auch Respekt für das Unternehmen. Komisch, wenn einer eine Idee hat und das ganze am Ende auch noch komplett selber "bezahlt", dann muß der Respekt doch eigentlich ausschließlich an ihn gehen und nicht "unter anderem".

Entstanden war die Idee unter anderem durch die Tatsache, dass Heimes‘ Vater lange Jahre bei Merck angestellt ist.


Ist das extra so komplett schwammig formuliert daß der Leser denken soll die Idee komme von D98 selber? Wieso nicht einfach der klare Satz "Die Initiative für die Umbenennung kam von Johnnys Vater, der als langjähriger Merck-Mitarbeiter mit der idee auf die Unternehmensführung zugegangen ist"

Eigentlich passt diese Aktion überhaupt nicht mehr zur Bundesliga. Sie passt nicht zwischen Diskussionen um die Verwendung von Klublogos auf Fanartikeln von RB Leipzig oder den Millionenpoker um Julian Draxler. Aber Darmstadt 98 ist anders. Um das zu realisieren, hätte es die Umbenennung des Böllenfalltors nach seinem größten Fan eigentlich gar nicht mehr gebraucht.
Und doch ist und bleibt es ein einzigartiger Move, der alles andere als selbstverständlich ist.


Aha. D98 ist anders. D98 mit dem einzigartigen Move. Wieso nicht "Merck ist anders".

So, das waren jetzt ziemlich viele Korinthen, aber mir ist halt sofort ins Auge gesprungen daß der Artikel am Ende wieder ein weiteres nonstop-Loblied auf den Verein D98 sein sollte. Gut möglich daß der Autor Fan ist, kein Problem da mal einen positiven Artikel rauszuhauen, aber wie dann die Fakten formuliert wurden oder dem Verein Taten und Aktionen zugeschoben wurden, die nicht auf seinen Mist gewachsen sind...das war dann für mich etwas zuviel und journalistisch gesehen ziemlicher Mist. Also aus meiner subjektiven Lesersicht.
Zuletzt geändert von dike77 am Di 6. Sep 2016, 19:01, insgesamt 2-mal geändert.

Re: Johnny-Heimes-Stadion am Böllenfalltor: Hut ab, Darmstad

Beitragvon Kleini » Di 6. Sep 2016, 18:10

Deine Einwände teile ich dike.
Wie gesagt, das ist sowohl für Merck als auch für die Lilien eine win-win Situation.
Das erinnert mich an St. Pauli, die ihr "wir sind anders" - Image auch bemerkenswert kommerziell nutzen.

Re: Johnny-Heimes-Stadion am Böllenfalltor: Hut ab, Darmstad

Beitragvon Elfriede » Di 6. Sep 2016, 18:55

Guten Abend in die Runde!
Der User dike hat recht. Der Artikel von Jan Ahlers ist inhaltlich falsch geschrieben und drückt mit falschen Tatsachen auf den emotionalen Knopf.
Es grüßt herzlichst
Elfriede

Re: Johnny-Heimes-Stadion am Böllenfalltor: Hut ab, Darmstad

Beitragvon westline/cs » Di 6. Sep 2016, 19:09

dike77 hat geschrieben:...


Dike, nix für ungut. Ich sage jetzt mal ganz deutlich meine Meinung:

Ich finde deine kleinteilige Argumentation in diesem ganz konkreten Fall extrem unangebracht und das geht für mich vollständig und komplett am eigentlichen Anlass vorbei. Ich habe keine Lust, mit im Detail über Wortwahl und Satzbau zu debattieren.

Es geht hier in allererster Linie um ein emotionales Thema für Darmstadt, den Verein und seine Fans und wenn du das nicht erkennst, ist dir eben nicht zu helfen.

Und dem eigentlichen Thema und dem Anlass tut es keinerlei Abbruch, wenn der Text das nicht in jedem Detail zu 100 Prozent formal korrekt darstellt.

Es ist eine schöne Aktion, das schreibt der Autor und wenn du dich anstatt darüber lieber über Satzbau und Formulierung eines Textes ereifern willst, dann bitte. Aber im weiteren Verlauf eben ohne mich oder uns.
Bei Fragen und Hinweisen schickt uns eine Mail an redaktion@westline.de

Re: Johnny-Heimes-Stadion am Böllenfalltor: Hut ab, Darmstad

Beitragvon dike77 » Di 6. Sep 2016, 19:32

Wenn du jetzt auf der Schiene ankommst dann ich auch einfach sagen daß ein emotionales Thema keine inhaltlichen Fehler entschuldigt. Und ja, das sind inhaltliche Fehler, was da vorallem in den ersten beiden Absätzen geschrieben steht. Kann man einfach so nennen und nicht nur "ereifern am Satzbau" etc.

Mir sind diese Fehler halt aufgefallen und sie haben mich schon gestört und das darf man dann doch auch kritisieren? Scheissegal ob es da um diese Namensaktion geht oder um die Entdeckung einer neuen Pflanzenart in der West.

Allgemein versteh ich auch nicht wieso du auf Artikel-Kritik immer ein wenig dünnhäutig reagierst. Klar das Forum hier zu kontrollieren/moderieren ist grenzwertig nervig und raubt dir sicherlich viel Zeit und Nerven. Aber für die Artikel und Kommentare bekommst du immer durchgehend Lob (auch von mir), von daher darf man dann auch kritisieren, wenn man mit einem Artikel nicht einverstanden ist. Gerade bei deinen Artikeln fällt mir immer auf daß du eben sehr sehr viel Wert auf den korrekten Inhalt legst (weshalb auch jeder WN-Geschädigte froh über westline ist).

Und hier wird halt irgendwas dahingeschrieben damit es am Ende eine schöne Story "vom tollen anderen Verein" gibt weil ja das Thema so emotional ist und da sind inhaltliche Fehler dann ein bißchen okay etc? Sehe ich halt anders und ich dachte mein Punkt wäre mit meinem ersten Kommentar gestern schon ausreichend erklärt (und hatte nicht erwartet noch eine Wall of Text hinterherschicken zu müssen)

Aber damit auch genug. Schön für die Angehörigen von Johnny, schöne win-win-win Situation für Merck/Verein/Stiftung, inhaltlich bleibt dieser Artikel trotzdem mies geschrieben. Ursprünglich wollte ich damit ja Jan Ahlers (falls er es überhaupt liest) auch nur sagen daß er da eben anscheinend über das Ziel hinausgeschossen ist und die Umbenennung komplett um die Artikel-Aussage herumgestrickt wurde was D98 denn für ein toller anderer Verein ist.

Re: Johnny-Heimes-Stadion am Böllenfalltor: Hut ab, Darmstad

Beitragvon westline/cs » Di 6. Sep 2016, 20:47

dike77 hat geschrieben:Wenn du jetzt auf der Schiene ankommst dann ich auch einfach sagen daß ein emotionales Thema keine inhaltlichen Fehler entschuldigt. Und ja, das sind inhaltliche Fehler, was da vorallem in den ersten beiden Absätzen geschrieben steht. Kann man einfach so nennen und nicht nur "ereifern am Satzbau" etc.


Ich habe Jan Ahlers auf den Thread hier aufmerksam gemacht (wenn er ihn nicht ohnehin schon liest).

Aber meine "Dünnhäutigkeit" kommt daher, dass manchmal in diesem Forum übertrieben viel Gewicht auf Wortwahl und Formulierung gelegt wird, wenn es inhaltlich eigentlich völlig unwichtig ist - und auf der anderen Seite auf Stammtischniveau über die wirklich wichtigen Themen palavert wird (siehe die ganzen Themen Gockel, Vorstand etc.)

Ich persönlich finde einfach die Verhältnismäßigkeit zwischen der Kritik in diesem Fall und dem Thema an sich deplatziert. Lassen wir es einfach dabei bewenden.
Bei Fragen und Hinweisen schickt uns eine Mail an redaktion@westline.de

Re: Johnny-Heimes-Stadion am Böllenfalltor: Hut ab, Darmstad

Beitragvon Frahe04 » Di 6. Sep 2016, 20:53

Toller Marketing-Gag von Merck.
Wer königsblau im Herzen trägt, sieht niemals schwarz!


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