Offensive Ausrichtung


http://www.westline.de/forum/header/Forenheader-Extraforum-VfL-Bochum;art945,1201831

Offensive Ausrichtung

Beitragvon Dem Schlämmer sein Horst » So 9. Dez 2012, 15:23

Hallo Herr Neitzel,

ich habe eine Frage bezüglich Ihrer Vorstellung Fussball spielen zu lassen.
Ich war begeistert, als Sie beim Cottbus Spiel beim Stande von 0:2 bzw. 1:2
einen zusätzlichen dritten Stürmer brachten und mit Aquistapace einen Innenverteidiger raus nahmen und die Abwehr somit völlig bloss legten. Das war Mut zum Risiko, welcher am Ende mit dem Ausgleich auch belohnt wurde. So etwas habe ich unter ihren 3 bis 4 Vorgängern vermisst. Es wurden vorher die Gegner stark geredet und anhand der Taktik versteckte man sich eher, statt zu zeigen, dass man dieses Spiel unbedingt gewinnen will.
Um so erstaunlicher fand ich es dann, dass Sie gegen Sandhausen und den FSV Franfurt wieder nur mit einer echten Spitze spielten. (Iashvilli ist einfach kein Stürmer).
Sollten wir nicht gerade in Heimspielen vor allem gegen Gegner auf Augenhöhe diesen unbedingten Siegeswillen schon mit der Aufstellung deutlich machen ? Ich finde die Gegner sollten hierher kommen und direkt wissen, dass wir die 3 Punkte zwingend hier behalten wollen. Diese Galligkeit fehlt mir leider nicht nur bei einigen Spielern, sondern teilweise auch in der taktischen Ausrichtung.

Desweiteren bitte ich um die Einschätzung wie wichtig Peter Greiber für unsere Keeper ist. Leider haben wir mit unseren aktuellen Torhütern, aber auch mit 2-3 anderen die hier waren (Lastuvka,Fernandez) Torhüter, die von Greiber trainiert wurden und alle durch die Bank wiesen bzw. weisen absolute Unsicherheiten bei hohen Bällen aus. Ich meine wir Fans sehen das, dann muss das doch auch der Trainerstab sehen. Warum bessert sich hier nichts ???

Alles in allem glaube ich, Sie sind der richtige Trainer und wünsche mir, dass die Erfolge schnell zurück kommen, damit über Ihre Person erst gar keine Spekulationen aufkommen.
Mein Wecker kämpft unfair !!! Er greift mich immer an wenn ich schlafe !

Re: Offensive Ausrichtung

Beitragvon Karsten Neitzel » Do 13. Dez 2012, 15:59

Dem Schlämmer sein Horst hat geschrieben:Hallo Herr Neitzel,

ich habe eine Frage bezüglich Ihrer Vorstellung Fussball spielen zu lassen.
Ich war begeistert, als Sie beim Cottbus Spiel beim Stande von 0:2 bzw. 1:2
einen zusätzlichen dritten Stürmer brachten und mit Aquistapace einen Innenverteidiger raus nahmen und die Abwehr somit völlig bloss legten. Das war Mut zum Risiko, welcher am Ende mit dem Ausgleich auch belohnt wurde. So etwas habe ich unter ihren 3 bis 4 Vorgängern vermisst. Es wurden vorher die Gegner stark geredet und anhand der Taktik versteckte man sich eher, statt zu zeigen, dass man dieses Spiel unbedingt gewinnen will.
Um so erstaunlicher fand ich es dann, dass Sie gegen Sandhausen und den FSV Franfurt wieder nur mit einer echten Spitze spielten. (Iashvilli ist einfach kein Stürmer).
Sollten wir nicht gerade in Heimspielen vor allem gegen Gegner auf Augenhöhe diesen unbedingten Siegeswillen schon mit der Aufstellung deutlich machen ? Ich finde die Gegner sollten hierher kommen und direkt wissen, dass wir die 3 Punkte zwingend hier behalten wollen. Diese Galligkeit fehlt mir leider nicht nur bei einigen Spielern, sondern teilweise auch in der taktischen Ausrichtung.

Desweiteren bitte ich um die Einschätzung wie wichtig Peter Greiber für unsere Keeper ist. Leider haben wir mit unseren aktuellen Torhütern, aber auch mit 2-3 anderen die hier waren (Lastuvka,Fernandez) Torhüter, die von Greiber trainiert wurden und alle durch die Bank wiesen bzw. weisen absolute Unsicherheiten bei hohen Bällen aus. Ich meine wir Fans sehen das, dann muss das doch auch der Trainerstab sehen. Warum bessert sich hier nichts ???

Alles in allem glaube ich, Sie sind der richtige Trainer und wünsche mir, dass die Erfolge schnell zurück kommen, damit über Ihre Person erst gar keine Spekulationen aufkommen.



Beispiel: Iashvili ist für mich ein "Neueinhalber".

Aber zur Frage: Gegen Cottbus brauchten wir den Schub nach vorn. Ich habe da aber keinen Stürmer reingebracht, sondern zwei offensivstarke Spieler. Ziel war, über die Kombination mehr oder besser in den Strafraum zu kommen.

Damit kann man sich aber auch drei Gegentore fangen - aber hier lief es besser. Manchmal muss man warten, bis man eine andere Mannschaft bringen kann. Von zehn Mal klappt so etwas dann zwei Mal. Wir haben offensiv umgestellt, verlieren aber dafür nach hinten an Linie. Aber hier gegen Cottbus hat es geklappt.

Die Aufstellung gegen Frankfurt sollte eigentlich auch so ein Signal sein - dass wir sie "wegspielen" wollten.

Man könnte den Fans vermitteln, eine "offensive" Mannschaft aufzustellen. Ich glaube aber, das wäre oft Aktionismus. Am Spiel ändert sich nichts, nur die Mittel sind anders.

Zur zweiten Frage: Klar, es geht um die hohen Bälle. Wir haben einen guten und strukturierten Torwarttrainer. Er bereitet in Absprache mit mir Trainingseinheiten (Flankentraining) vor, die wir umsetzen.

Wir trainieren diese Flanken von der Grundlinie oder aus dem Halbfeld wirklich. Unsicherheiten gibt es immer - und wir arbeiten immer weiter.

Wir üben das regelmäßig in Trainingsspielen - letzten Endes ist ja jede Spielform ein Flankentraining. Peter ist da extrem akribisch, spricht Fehler direkt im Training an.

Interessant aber: In Stress-Situationen fällt ein Spieler oft in gelernte Verhaltensweisen und Bewegungsmuster zurückfallen. Das kann man ganz schlecht abtrainieren. Hier ist gerade die Ausbildung in der Jugend extrem wichtig.

Aber noch einmal: Wir arbeiten da wirklich ständig dran.