Erst kämpfen, dann spielen!


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Erst kämpfen, dann spielen!

Beitragvon Reihe 12 » Do 6. Dez 2012, 16:52

Sehr geehrter Herr Neitzel,

meine Frage ist eigentlich keine Frage, sondern eher eine Aufforderung!
Hier in Bochum hatte eines stets Priorität, was unser Team angeht. Wir wollen, dass die Jungs kämpfen, beißen und sich für den Verein den A... aufreißen. Das reicht hier, um viele Fans hinter der Mannschaft zu bringen. Das wollen wir in erster Linie noch vor spielerischer Klasse sehen.

Ich habe nie von Ihnen oder von Ihrem Vorgänger Herr Bergmann den Satz gehört, dass die Jungs kämpfen müssen. Dass sie vom Kampf ins Spiel finden müssen. Bei Ihnen heißt es immer man müsse sich spielerisch befreien. Kämpfen heißt bei Ihnen gegen den Ball arbeiten. Das Ergebnis sehen wir Woche für Woche! Nämlich, dass jeglicher Kampgeist, Biss und Aggressivität verlorengegangen ist. Unser Spiel besteht meistens aus vielen netten (Fehl)Pässen bis zur Strafraumgrenze des Gegners gemixt mit ganz vie Ungefahr und Harmlosigkeit.

Dies muss sich ändern. Die Prioritäten auf dem Platz müssen sich ändern.

Sollten Sie das Glück haben über die Winterpause hinaus noch die Verantwortung zu tragen, bitte ich Sie dringenst um ein Umdenken. Wir sind hier nicht in Freiburg. Wir freuen uns zwar über offensiven und attraktiven Fußball aber in erstr Linie wollen wir die Jungs kämpfen sehen. Wenn Sie eine Bindung zu den Fans, die zur Zeit absolut nicht besteht, finden wollen, müssen Sie diese Mentalität annehmen, vorleben und den Spielern eintrichtern.

Viel Glück dabei!
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Wir stehen zu dir
Um jeden Preis

Re: Erst kämpfen, dann spielen!

Beitragvon Karsten Neitzel » Do 13. Dez 2012, 14:29

Hallo Reihe 12,

ich glaube, dass die Aussage so nicht ganz glücklich ist. Wenn man genau hinhört, was ich gesagt habe: Dass jemand rausgeht und kämpft, ist eine Voraussetzung. Wer nicht kämpft, verliert 0:25, Punkt.

Das ist für mich selbstverständlich, dass ich darüber nicht immer spreche. Ich sehe es doch nach dem Spiel - wenn da einer nur acht statt 12 Kilometer läuft, dann weiß ich Bescheid.

Dieses Gefühl ist häufig vom Ergebnis des Spiels abhängig. Das wissen wir.

Es gibt beim VfL Bochum niemanden, der nicht kämpft. Das mag manchmal von den Rängen aus anders wirken. Das ist immer mit dem Spiel auf dem Rasen verknüpft - wenn man da acht statt drei Metern auseinandersteht, dann kommt der Gegner besser ins Spiel und wir sehen nicht gut aus.

Da stelle ich mich deutlich vor meine Jungs. Das "Kämpfen" immer wieder öffentlich anzusprechen, ist eigentlich ein Armutszeugnis, das ist Populismus.

Die Jungs kriegen das alle zu hören, ganz sicher. Da fliegt auch schon mal der Stift durch die Kabine. Ich spiele hier aber nicht den Zampano.

Was uns ganz fern liegt: Wir reden hier nichts schön. Aber die klare Ansprache oder die klare Kritik kommt in der Kabine. Da kann ich aber jeden beruhigen: Die Jungs bekommen das zu hören.