Ausrichtung im Abstiegskampf


http://www.westline.de/forum/header/Forenheader-Extraforum-VfL-Bochum;art945,1201831

Ausrichtung im Abstiegskampf

Beitragvon stachel » Do 6. Dez 2012, 14:02

Hallo Herr Neitzel,

bis einschliesslich zum Spiel gegen Frankfurt hatte ich das Gefühl, dass die Mannschaft, das Trainerteam sowie der Vorstand die derzeitige Lage als "irgendwie vorrübergehend" ansieht. Mit ein, zwei Siegen wäre man wieder im Mittelfeld, da wo man ja eigentlich hingehört. Und so ist man auch aufgetreten. Man wollte "Erlebnisfussball" spielen. Sie sagten ja selbst, dass für Sie das Spielerische auch immer ganz wichtig sei. Gegen Union hat man das erste mal eine Mannschaft gesehen, die den Abstiegskampf angenommen hat. Dazu gehört wohl in erster Linie die Defensive zu verstärken und so Punkt um Punkt zu sammeln. Äußerlichkeiten stehen dann zurück. Meine Frage: Werden Sie diesen Weg nun weitergehen oder sehen wir bald wieder eine Raute, 5 Offensive und schöne Spielzüge, die im Nichts verebben ?

Eine weitere Frage:
Für meine Begriffe müsste die Qualität der Mannschaft ausreichen, um einen Mittelfeldplatz zu belegen. Spieler wie Luthe, Maltritz, Sinkewicz, Tasaka, Rzatkowski, Kramer, Toski und Aydin sollten genug Qualität haben, um der Mannschaft Halt zu geben. Wie konnte es kommen, dass diese Qualität nicht abgerufen werden konnte ? Wie hat sich die Entwicklung aus Ihrer Sicht in den letzten Monaten dargestellt ?

Re: Ausrichtung im Abstiegskampf

Beitragvon Karsten Neitzel » Do 13. Dez 2012, 15:23

Hallo stachel,

wir hatten auch gegen Union fünf Offensive auf dem Platz... Dabro ist ja oft derjenige, der offensiv mit nach vorne geht.

Mir tut es im Augenblick wirlklich weh, dass einer wie Iashwili nicht auf dem Platz steht.

In den jüngsten beiden Spielen ist es uns gut gelungen, eine "Mauer" gegen den Gegner zu bilden. Das macht die Arbeit einfacher in der Arbeit gegen den Ball.

Es geht da oft um die beste Elf, aber nicht immer um die elf besten Spieler.

Zur zweiten Frage:

Ich stimme da zu. Die Qualität der Mannschaft MUSS ausreichen, um einen Mittelfeldplatz in der 2. Liga zu erzielen.

Es hängt manchmal an Kleinigkeiten. Aber: Wenn wir gut spielen, dann erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass du am Ende auch mal gewinnst. Spiele wie das gegen Braunschweig, da schüttelt es mich. In dem Moment war die Qualität im Strafraum nicht da - da sind die Spieler gefragt, ihre Qualität zu erhöhen.

Das Ergebnis in Braunschweig war damals fast tragisch. Wir haben da oft zu viele Fehler gemacht - und immer wieder ein anderer. Da denkt man "Was ist das jetzt wieder für ein Fehler"...

In der Vorrunde ist es so gelaufen, dass wir es verpasst haben, die Hinrunde in eine andere Bahn zu lenken. Wie fängt man das auf? Wir haben an unserem Spiel festgehalten, weil wir Chancen genug herausgespielt haben, die für einen Sieg hätten herausspielen können. Die Spieler können es - sie rufen es nur nicht richtig haben.


Gegen Frankfurt hatten wir umgestellt - damals erstmals mit Iashwili und Ortega. Ist eine eher "attraktive Variante" - ich hatte aber die Trainingseindrücke gesehen und hatte es damals nicht als Risiko empfunden. Zumal wir immer noch defensive Spieler, die das auffangen können oder müssen.

Genau in diesem Spielfeld war das Spielfeld "lang" - weil der Abstand zwischen Offensive und Abwehr sehr groß war. Und da sehen dann auch die Außenbahnen wieder schlecht aus.

Manchmal dreht eine einzige Personalie das Spiel und gibt mehr Stabilität. Jetzt bauen wir erst einmal wieder ganz neu auf . und zwar von hinten.