Was wollen sie besser machen, als Ihre fünf Vorgänger?!


http://www.westline.de/forum/header/Forenheader-Extraforum-VfL-Bochum;art945,1201831

Was wollen sie besser machen, als Ihre fünf Vorgänger?!

Beitragvon DerKnipser » Do 6. Dez 2012, 13:33

Hallo Herr Neitzel,
Vielen Dank, dass Sie sich in dieser prekären Situation unseren Fragen stellen. Ich erwarte dann aber von Ihnen auch ein paar klare und ehrliche Worte zur aktuellen Situation. Ich will versuchen, sachlich zu bleiben, aber sie werden schon herauslesen, wie schwer mir das fällt.

Wir haben kein Problem mit Niederlagen, Abstiegen und existenzbedrohenden Situationen. Und wir sind uns durchaus bewusst, dass es zu Zeiten von Hoffenheim und Wolfsburg – und unsäglichen Anstoßzeiten in der 2.Liga für Vereine wie den VfL immer schwerer wird. Wir erwarten insgesamt weder die Bundesliga, noch Zauberfußball. Was aber völlig indiskutabel ist, das ist die Art und Weise, wie diese Niederlagen entstehen, und der Umstand, dass die Akteue nicht aus ihnen lernen.

Es entsteht mir seit Jahren fast permanent der Eindruck, dass beim VfL keiner mehr weiß, wie er laufen soll, wen er wann anspielen soll - und dass es insgesamt weder ein vernünftig durchdachtes Zusammenspiel-, noch ein Spiel ohne Ball gibt.Es gibt nur ein Wort, um das zu beschreiben, was wir regelmäßig sehen: Hilflosigkeit! Unabhängig vom Trainer und den Spielern.

In viel zu vielen Spielen bleibt der VfL ohne jede Torchance. Dazu leisten sich viele gestandene Profis (ich rede hier von Spielern mit Bundesligaerfahrung oder mehr - und nicht von den so genannten „jungen Dachsen“) quasi reihum katastrophale, spielentscheidende Fehler im Passspiel, im Stellungsspiel und selbst bei der Ballannahme.

Das Spiel gegen den Union Berlin war das achte oder neunte Pflichtspiel in Serie, in dem es spätestens um die 20.Minute herum zu einem Gegentor gekommen ist!

Was sagt das über ein Team aus? Das passiert einer Mannschaft vielleicht 2mal hintereinander – aber spätestens dann nimmt man sich doch zusammen vor, es beim dritten Mal richtig gut zu machen. Den Mitgliedern einer Zweckgemeinschaft ist´s so lange egal, bis es ans Eingemachte geht.

Für mich sind das Anzeichen dafür, dass es innerhalb der Mannschaft nichts stimmt. Die Spielweise, die fehlende Konzentration, die fehlende Konstanz (abgesehen von dem Umstand, dass nach einem guten Spiel zuverlässig eine Klatsche folgt, die eine ganze Serie schlechter Spiele einleitet), die Körpersprache.

Ich glaube, dass die wenigsten unserer Spieler die nötige Einstellung haben, die heute im Profifußball von Nöten ist, und dass sie weder für sich persönlich mehr als den aktuellen Stand erreichen wollen. Noch glaube ich, dass sie als Mannschaft gerne zusammen- und schon mal gar nicht gerne für den VfL Bochum spielen wollen. Ich habe das Gefühl, dass sich viele Spieler mit dem, was sie momentan leisten, zufrieden geben – und dass sie, solange sie in Bochum spielen, weder den Ehrgeiz haben, heute ausnahmsweise mal kein Gegentor in den ersten 5 Minuten zu bekommen, noch dass sie hier einen höheren Anspruch haben, als 14 Punkte aus einer Zweitligahinrunde zu holen, obwohl das Saisonziel einige Etagen (!) höher gesteckt war. Der Verein muss meiner Ansicht nach interne Strukturen aufweisen, die diese Einstellung fördern, denn wir sehen diese Entwicklung bereits seit 2008.

Sensibilität für die bedrohliche Situation ihres Arbeitgebers und Sensibilität für das, was die Leute in Bochum sehen wollen, und was sie vor Allem nicht mehr sehen wollen, ist jedenfalls in keinster Weise zu erkennen. Und das geht in der aktuellen Situation gar nicht!

Genau so entsteht nämlich die Abwärtsspirale, die vor 8.000 Zuschauern und bei 2 Millionen Unterdeckung in der laufenden Saison noch lange nicht endet.

Und wie definieren diese Spieler eigentlich ein gutes, attraktives Fußballspiel? Würden unsere Spieler sich dieses Gewürge, was wir da in 13 von 19 Pflichtspielen ertragen mussten, freiwillig im Stadion ansehen? Nicht mal wenn sie noch Geld dafür bekämen!!!

Nach Marcel Koller, Frank Heinemann, Heiko Herrlich, Friedhelm Funkel und Andreas Bergmann sind Sie nun der nächste Trainer der auf dem Schleudersitz Platz genommen hat:

Ich habe letztlich nur eine einzige Frage an Sie:

Können Sie mir bitte drei Gründe nennen, weshalb sich am Auftreten der Mannschaft, an der eklatanten Schlafmützigkeit nach dem Anstoß (egal ob zur 1. Oder zur 2.HZ, es hagelt (!) ja Gegentore in jeder Anfangsphase) und an der mangelnden Konstanz in der kommenden Rückrunde etwas ändern sollte? Was wollen sie konkret anders machen, als Ihre fünf Vorgänger, damit es in Bochum wieder mehr Spiele gibt, wie das gegen 0:0 München oder das 5:2 gwgen Sandhausen und weniger Spiele wie das 1:6 in Aue, das 0:4 in Paderborn oder das 0:2 gegen Hertha welches ich nur stellvertretend nenne für die Masse an anderen Spielen, in denen man klar gegen eine Mannschaft verliert, die nicht mal richtig gut spielt, sondern nur deshalb weil man es selber in 90 Minuten nicht einmal zustande bringt, aufs Tor zu schießen?

Viele Grüße von der sonnigen Südhalbkugel, wo ich bis März zum Glück kein Spiel des VfL sehen werde.

Nichts für Ungut, es ist ja nicht Ihre Schuld - aber ich glaube nicht mehr an die Wende !!!
Selbst in der dritten Liga würde diese Mannschaft gegen den Abstieg spielen, weil es dort genug Mannschaften gibt, die etwas erreichen wollen.

Stefan!

Abschließend noch einige Links – ich lege Ihnen dringend ans Herz, hier mal regelmäßig rein zu schauen, falls Sie das noch nicht tun sollten…
http://achtzehnachtundvierzig.blogspot.com/
http://andreaswiemers.wordpress.com/
viewtopic.php?f=15&t=883211

Dort finden Sie harte, aber meist treffende und ehrliche Einschätzungen.
--------------------------------------------------------------------------------------
*Anmerkung nach dem 3:0 in Dresden:
Gratulation zu den drei Punkten. Ich halte nichts davon, den Thread nachträglich zu verändern, weil das, was ich kritisiert habe nunmal Eindrücke und Probleme betrifft, die nicht durch ein herausragendes Spiel egalisiert werden können.
Ich hoffe sehr - und das hab ich schon oft vergeblich getan - dass auf diesen Hoffnungsschimmer weitere gute Leistungen folgen und soetwas wie Konstanz einkehrt. Nicht immer im Ergebnis aber wenigstens in Sachen Einstellung und Kampf. Je nachdem, was die Mannschaft im nächsten Spiel so auf den Platz bringt, könnte ich mir vielleicht doch vorstellen, das zum Spiel gegen 1860 im Livestream zu verfolgen...

Re: Was wollen sie besser machen, als Ihre fünf Vorgänger?!

Beitragvon OnkelPommes » Do 13. Dez 2012, 18:50

Schade das hier drauf nicht geantwortet wurde, bzw. nur teilweise in anderen Fragen.

Hatten wahrscheinlich keine Lust so viel zu lesen. ;)

Re: Was wollen sie besser machen, als Ihre fünf Vorgänger?!

Beitragvon DerKnipser » Sa 6. Apr 2013, 16:38

naja... stellvertretend für den trainer hat die mannschaft die antwort auf meine frage auf dem platz gegeben...
insbesondere das thema "gegentore innerhalb der ersten 10 Minuten" scheint ja wieder mal aktuell zu werden...das ist wie schon 2010 immer ein sicheres indiz dafür, dass die akteure den ernst der lage verkennen - oder halt gar nicht "wollen"...