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Die Sache mit der "Einstellung"

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Die Sache mit der "Einstellung"

BeitragVerfasst: Mi 26. Okt 2011, 19:27
von DerKnipser
Hallo Herr Bergmann,
Ich lege nach reiflicher Überlegung ich hier noch drei kritische und zugegebenermaßen nur schwierig zu beantwortende Fragen nach. Es geht um die negative Entwicklung des VfL Bochum in der jüngsten Vergangenheit, die bei vielen Anhängern dieses Vereins einen Vertrauensverlust, Gleichgültigkeit und letztlich eine massive Abkehr vieler Fans herbeigeführt hat. Die jüngste Entwicklung seit Ihrer Amtsübernahme stimmt mich zuversichtlich, dass die unterhalb skizzierten Probleme bald der Vergangenheit angehören

An dieser Stelle zunächst einmal meine Gratulation zum ersten Erreichen des DFB-Pokal Achtelfinals seit 2006.

Um Vertrauen zurück zu gewinnen ist u. A. die Auseinandersetzung mit den Dingen nötig, die in den vergangenen Jahren schief gelaufen sind- und besagtes Vertrauen zerstört haben.
Wir haben in den vergangenen Jahren den schlimmsten sportlichen Niedergang der Vereinsgeschichte erlebt. Ich denke dass viele Anhänger des VfL meine Ansicht teilen, dass Dieser insbesondere im letzten Drittel der Abstiegssaison 2010 und in der verkorksten Hinrunde der ersten Zweitligasaison weniger stark auf mangelnde Qualität im Kader- oder auf Versicherung von Spielern zurück zu führen war, sondern ausschließlich (!) auf persönliche Eitelkeiten von Spielern in Verbindung mit einer eklatanten Führungsschwäche der beteiligten Verantwortlichen.

Völlig unmotivierte Aufritte, die elementare Eigenschaften beim Fußball - körperlichen Einsatz, Laufbereitschaft, eine entsprechende Körpersprache , Kommunikation und vor Allem Konzentration - vermissen lassen, sind meiner Meinung nach kein Zeichen von Unfähigkeit oder Verunsicherung. Werden Spiele die von Fehlpässen, Bällen ins Nichts, Stockfehlern und Flanken auf die gegenüberliegende Tribüne geprägt sind, zum Regelfall, ist dies wohl vielmehr ein Zeichen dafür, dass innerhalb einer Mannschaft verschiedene Kräfte gegeneinander arbeiten.

Das 0:3 gegen Hannover 96, mit dem der Abstieg 2010 endgültig besiegelt wurde ist wohl ein Paradebeispiel dafür was passiert, wenn eine völlig kaputte Mannschaft auf dem Rasen steht, in der Fußballprofi X keine Lust hat, ausgerechnet für Fußballprofi Y zu laufen oder diesen anzuspielen. Sie haben dieses Spiel mit eigenen Augen gesehen und sich vielleicht auch gefragt, weshalb der VfL es Ihrem (Ex-)Verein derart leicht gemacht hat, die Klasse zu halten.

Sicher ist, dass es unter Ihren drei Vorgängern zahlreiche vergleichbare Auftritte gab, die letztlich nur deshalb keine große Aufmerksamkeit erlangt haben, weil sie nicht die unmittelbare Konsequenz „Abstieg“ hatten- und zeitweise auch von besseren Phasen abgefedert wurden. Ich sehe es als offenes Geheimnis an, dass es in den letzten Jahren massive atmosphärische Störungen in der Mannschaft gegeben hat. Unter jedem einzelnen ihrer drei Vorgänger hat es schließlich ordentlich und gut nach Außen wahrnehmbar gescheppert.

Bei dieser mangelnden Einstellung in viel zu vielen Spielen und Vorkommnissen, deren vollständige Beschreibung hier wirklich den Rahmen sprengen würde, handelt es aber letztlich sich um das Problem welches dazu geführt hat, dass der VfL von einem etablierten Bundesligisten innerhalb von weniger als 2 Jahren völlig unnötig zu einem Abstiegskandidaten in der 2.Liga abgestürzt ist.

Ich will Ihnen hier keine Interna entlocken, da dieser Stachel bei mir und vermutlich vielen Anderen verständlicherweise noch sehr tief sitzt - würde ich Ihnen folgende grundsätzlichen Fragen mit Bezug auf die Entwicklung in der Vergangenheit stellen.

1. Haben sie sich mit Ihren Vorgängern über die Entwicklung des VfL in den letzten Jahren - und die möglicherweise hinter dieser Entwicklung stehenden Gründe ausgetauscht?
(Mir würde hier ein einfaches Ja oder Nein reichen)

2. Warum wird Sie nicht das gleiche Schicksal ereilen, wie Ihre drei Vorgänger (, die nach meinem persönlichen Eindruck in erster Linie an mangelnder Einstellung, bzw. an persönlichen Eitelkeiten gescheitert sind)?

3. Warum wird der VfL unter Ihnen in einem vergleichbar wichtigen Schicksalsspiel niemals so desaströs auftreten in bei dem besagten 0:3 gegen Hannover 96?

Wie gesagt sind das sehr schwierige Fragen, ich denke aber dass eine Antwort oder eine Einschätzung diesbezüglich sehr wichtig ist, weil sie quasi die „Urkatastrophe“ des Vereins betreffen. Die Frage nach der Einstellung muss in diesem Forum zwangsweise thematiisert werden. Letztlich ist mit Ihrer Tätigkeit die große Hoffnung verbunden, dass Sie einen VfL „erschaffen“, bei dem Einstellung, Kampf und Konzentration in jedem Spiel zu 100% stimmen, so dass man sich wieder mit der Mannschaft identifizieren kann, Spaß beim Besuch der Heimspiele hat und stolz, bzw. zufrieden nach Hause geht.

Vielen Dank für die Gelegenheit, sich mit Ihnen austauschen zu können und weiterhin viel Erfolg,
Stefan

Re: Die Sache mit der "Einstellung"

BeitragVerfasst: Mi 2. Nov 2011, 17:39
von Andreas Bergmann
DerKnipser hat geschrieben:
1. Haben sie sich mit Ihren Vorgängern über die Entwicklung des VfL in den letzten Jahren - und die möglicherweise hinter dieser Entwicklung stehenden Gründe ausgetauscht?
(Mir würde hier ein einfaches Ja oder Nein reichen)

2. Warum wird Sie nicht das gleiche Schicksal ereilen, wie Ihre drei Vorgänger (, die nach meinem persönlichen Eindruck in erster Linie an mangelnder Einstellung, bzw. an persönlichen Eitelkeiten gescheitert sind)?

3. Warum wird der VfL unter Ihnen in einem vergleichbar wichtigen Schicksalsspiel niemals so desaströs auftreten in bei dem besagten 0:3 gegen Hannover 96?


Das ist schwierig zu beantworten. Ich bin leidenschaftlich gern Trainer, für mich sind Begeisterung, die Lust Fußball zu spielen, eine gute Einstellung, wichtige Faktoren, um Spiele zu gewinnen.

Sich mit dem Gegner messen zu WOLLEN - das macht die Faszination Fußball aus.

Mit meinen Vorgängern habe ich nicht gesprochen, mit Friedhelm Funkel erst nach dem Aachen-Spiel.

Re: Die Sache mit der "Einstellung"

BeitragVerfasst: Mi 24. Okt 2012, 03:39
von Corso195
Sehr geehrter Herr Bergmann, ebenso an der Knipser...

Ich bin nun zwar etwas fern der Heimat Ruhrgebiet, bekomme aber immer noch mit, was so alles passiert...danke an das Internet.

Nun habe ich viel und oft gelesen, dass die Mannschaft immer mehr und mehr in den Sumpf kommt, vor dem jeder Fan Angst bekommt: dem Sumpf eines drohenden Absturzes...

Ein Schuldenberg, eine Mannschaft, die sich nicht wie eine Mannschaft verhält, ein Transfer, der immer noch in die Kategorie X-Akte gesteckt werden muss ...

Ich habe meine bis dato beste zeit beim VfL Bochum noch in den 90ern gehabt, als hier noch Spieler wie waldoch, michalke oder közle gespielt haben. Habe mitgezittert, mitgehofft, habe gefeiert und mich aufgeregt.

Habe den ein oder anderen Auf- und Abstieg miterlebt und wie sich dieser Verein durch Geschlossenheit und durch den Willen etwas zu bewegen sich immer wieder gerettet hat, sei es in der Liga zu bleiben, sei es aus der 2. Liga aufzusteigen...

Doch nun muss ich mit ansehen, wie dieser Verein zum Schatten seiner selbst verkommt!!!

Es mag schon sein, dass Mannschaften wie Berlin kein Maßstab für unser Team sein können, immerhin haben die andere Möglichkeiten im finanziellem, aber vor allem haben dort alle andere Erwartungen und ein Engagement bei diesem Verein ist immer mit der Portion Angst vor Rausschmiss verbunden... Aber ich schweife ab

Die mir wohl wichtigste Frage, die mir seit den ersten Niederlagen auf den Magen schlägt ist dabei: wie können ALLE, vom Spieler über den Trainer bis hin zum Aufsichtsrat, eigentlich noch morgens in den Spiegel schauen? Ich sehe eine Mannschaft, deren mentale Verfassung nur mit einem Kasten Schnaps für jeden, eine ordentlichen Dosis Urlaub in der Wüste Gobi und einem anschließendem Katertraining in den Alpen enden muss.
Ich kann durchaus nachvollziehen, dass es im Augenblick um die mentale Verfassung der Mannschaft nicht gut bestellt ist. Ein Gelashvilli, der letztes Jahr kam, war nach seinen ersten Einsätzen noch so neben der Spur, dass er nicht mal die zeit hatte sich hier zu festigen.

Dass die Fans nun Ihren Rausschmiss fordern... Okay, sie haben allen Grund besorgt und verärgert zu sein... Immerhin spielt ihr Verein im Moment wie eine bessere Hobbymannschaft und es geht ja nicht nur um den Verein VfL Bochum, sondern auch um eine ganze Region, die dadurch in Vergessenheit geraten wird, selbst wenn wir sehr große Nachbarn haben...
Bochum war nie bekannt für Meisterschaften, nicht für BrasilienFußball oder Takka Tukka Land Fußball a la Spanien, dafür aber für Arbeit für klotzen und holzen.
Dazu sehr spannend ein Zitat, das in vielen Kommentaren Einzug gehalten hat: "wir sind auf dem richtigen weg" <- Weg wohin? Das ein Mensch laufen kann halte ich für selbstverständlich...
Wir sind nur nicht in der Leichtathletik, sondern beim Fußball, also einer Sportart, die Tore braucht um erfolgreich zu sein...

Weniger eine frage (wenn auch gleich mit einem "?" versehen) denn ein Vorschlag:
Wird es einen tritt in den Arsch Ihrerseits geben, anstatt die Spieler zu kraulen und zu streicheln?
Sollte es Ausbleiben... So sehe ich Ihre Zukunft nicht in Bochum...

Freundlich grüßt Sie
Stefan

Re: Die Sache mit der "Einstellung"

BeitragVerfasst: So 28. Okt 2012, 22:31
von DerKnipser
Auf ein neues!
Auf dass der neue sich vor Amtsübernahme gründlich bei allen verfügbaren Quellen (Ex-Trainer eingeschlossen) darüber informiert, was in dieser Mannschaft und in diesem ganzen Verein falsch läuft!

Herr Bergmann,
Ich hätte es nicht für möglich gehalten!
Alles Gute für den weiteren Weg!