Pro & Contra: Sollen Vereine für Polizeieinsätze zahlen?


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Pro & Contra: Sollen Vereine für Polizeieinsätze zahlen?

Beitragvon westline/cs » Mi 16. Nov 2016, 10:59

Spannendes Thema und vielseitiger Text:

Pro und Contra und die Rechtslage
Sollen Fußballvereine die Kosten für Polizeieinsätze bezahlen müssen?

Spätestens nach jedem Hochrisikospiel unter Beteiligung einer vierstelligen Zahl von Polizeibeamten taucht sie wieder auf: Die Forderung, die Bundesligavereine sollten bitteschön die Kosten der Polizeieinsätze ganz oder zumindest teilweise übernehmen. Was spricht dafür, was spricht dagegen? Ist das in Deutschland überhaupt möglich? Und wie wird es in anderen europäischen Ländern gehandhabt? Susanne Hein-Reipen fasst die Rechtslage zusammen.

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Re: Pro & Contra: Sollen Vereine für Polizeieinsätze zahlen?

Beitragvon Stadionwurst » Mi 16. Nov 2016, 11:24

Alleine die direkten Steuereinnahmen durch den Fußball betragen ungefähr das Achtfache der Kosten. Wo ist also das Problem?

Re: Pro & Contra: Sollen Vereine für Polizeieinsätze zahlen?

Beitragvon águia1906 » Mi 16. Nov 2016, 11:33

Der DFB und/oder DFL sollen sich an den Kosten beteiligen.

Genügend Einnahmen sind doch da.

Re: Pro & Contra: Sollen Vereine für Polizeieinsätze zahlen?

Beitragvon BuB » Mi 16. Nov 2016, 11:59

águia1906 hat geschrieben:Genügend Einnahmen sind doch da.


Steuereinnahmen aber auch...
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Re: Pro & Contra: Sollen Vereine für Polizeieinsätze zahlen?

Beitragvon Jack_1906 » Mi 16. Nov 2016, 12:15

Werden dann zukünftig auch andere Veranstaltungen, die einen erhöhten Bedarf an Polizisten haben, zur Kasse gebeten? Zahlen z.B. die Karnevalsvereine auch?

Und wenn letztendlich die Politik entsprechend entscheidet, haben dann die Vereine auch ein Mitspracherecht auf das Polizeikonzept am Spieltag?
Wenn ich so sehe, was alles in der Vergangenheit als "Hochrisikospiel" mit einem Großaufgebot an Polizei bedacht wurde... da will dann doch kein Verein für die sich langweilende Hundertschaft zahlen!
Und für die unnötigen, einfach nur zum Protzen vorgefahrenen Wasserwerfer in Osnabrück, deren taktischer Einsatz nicht mal zielführen oder gar möglich gewesen wäre auf dem engen Stadionvorplatz zwischen all den Kat.-A-Fans sollte bitte auch kein Verein zahlen müssen.

Ich sehe derzeit keinen Weg, wie man da die Wünsche der Vereine, die wirklich benötigten Kräfte und die Sicherheitsvorkehrungen der Polizei unter einen Hut bringt, so dass am Ende ein fairer, gerechtfertigter Preis steht.
❤ ⚽

Re: Pro & Contra: Sollen Vereine für Polizeieinsätze zahlen?

Beitragvon BuB » Mi 16. Nov 2016, 12:21

Jack_1906 hat geschrieben:Und wenn letztendlich die Politik entsprechend entscheidet, haben dann die Vereine auch ein Mitspracherecht auf das Polizeikonzept am Spieltag?
...
Ich sehe derzeit keinen Weg, wie man da die Wünsche der Vereine, die wirklich benötigten Kräfte und die Sicherheitsvorkehrungen der Polizei unter einen Hut bringt, so dass am Ende ein fairer, gerechtfertigter Preis steht.


Den gibt es auch nicht, weil es eine komplett hoheitliche Aufgabe ist und bleiben muss.

Und deshalb wäre eine Überwälzung der Kosten meiner Meinung nach vollkommen systemwidrig.
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Re: Pro & Contra: Sollen Vereine für Polizeieinsätze zahlen?

Beitragvon Kreisklasse » Mi 16. Nov 2016, 12:25

Mal ganz ohne Wertung:

Was im Text etwas geheimnisvoll "Risikotransporte" genannt wird, sind tatsächlich Schwertransporte, die in erster Linie dazu dienen, Maschinen- und Anlagenteile, die nicht auf normale LKW passen, zum Kunden oder zum Nordseehafen zu transportieren. Diese werden tatsächlich gebührenpflichtig von der Polizei eskortiert.

Derartige Transporte finden arbeitstäglich viele Dutzend Mal in Deutschland statt. Denn der Maschinen- und Anlagenbau ist mit mehr als 1 Millionen Mitarbeitern und mehr als 200 Mrd. € Umsatz, davon über 70% Export mit der Automobilindustrie Deutschlands wichtigste Branche.

Man kann argumentieren wie man möchte. Aber das "Argument", der Fußball verdiene "kostenlose" Behandlung da er ach so viele Steuern erwirtschaftet, geht vor oben geschilderten Hintergrund völlig fehl.
Durch leidenschaftlichen, ehrlichen und erlebnisreichen Fußball
vermitteln wir Freude, Faszination und Begeisterung.

Re: Pro & Contra: Sollen Vereine für Polizeieinsätze zahlen?

Beitragvon BuB » Mi 16. Nov 2016, 12:34

Und Du siehst bei den beiden Situationen - Polizei als Transport-Begleitung, Polizei bei der Sicherung zwischen Bahnhof und Stadion - keinen gravierenden Unterschied in puncto öffentliche Sicherheit...?
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Re: Pro & Contra: Sollen Vereine für Polizeieinsätze zahlen?

Beitragvon Kreisklasse » Mi 16. Nov 2016, 12:56

BuB hat geschrieben:Und Du siehst bei den beiden Situationen - Polizei als Transport-Begleitung, Polizei bei der Sicherung zwischen Bahnhof und Stadion - keinen gravierenden Unterschied in puncto öffentliche Sicherheit...?


Ich kenne beides. Transporte können weitaus gefährlicher sein als ein paar 100 Gewaltbereite/-affine. Ist aber letztlich egal.
In einem Fall schafft der Verursacher, beispielsweise die Maschinenbaufirma KHS GmbH in Dortmund, ein potentielles Risiko und bezahlt die Polizei. KHS ist für Dortmund nicht ganz unwichtig. Im anderen Fall schafft ein Dortmunder Fußballverein ein Risiko Und die Allgemeinheit zahlt.
Beide verdienen Geld mit den Prozessen, die zum Risiko führen. Beide zahlen Steuern. KHS gibt weltweit fast 5000 Menschen Arbeit.

Der Unterschied liegt in der Tradition. KHS hat schon Geschäfte gemacht, da gab es den Fußballverein noch gar nicht. Und die preussischen Beamten waren kreativ.
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Re: Pro & Contra: Sollen Vereine für Polizeieinsätze zahlen?

Beitragvon BuB » Mi 16. Nov 2016, 13:06

Kreisklasse hat geschrieben:In einem Fall schafft der Verursacher, beispielsweise die Maschinenbaufirma KHS GmbH in Dortmund, ein potentielles Risiko und bezahlt die Polizei. KHS ist für Dortmund nicht ganz unwichtig. Im anderen Fall schafft ein Dortmunder Fußballverein ein Risiko Und die Allgemeinheit zahlt.
Beide verdienen Geld mit den Prozessen, die zum Risiko führen. Beide zahlen Steuern. ...


Ich habe eigentlich versucht, in meinem Text darzulegen, dass nicht das Fußballspiel an sich das Risiko ist...
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