Neue Debatte: Pyrotechnik – ein (un-)lösbarer Konflikt?


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Re: Neue Debatte: Pyrotechnik – ein (un-)lösbarer Konflikt?

Beitragvon Toto20111971 » Sa 12. Nov 2016, 19:31

Ja geduldet

Will den Mist nicht haben

Re: Neue Debatte: Pyrotechnik – ein (un-)lösbarer Konflikt?

Beitragvon slig » Sa 12. Nov 2016, 19:55

Toto20111971 hat geschrieben:Ja geduldet

Will den Mist nicht haben


brauchste doch auch nicht. wenn es bereiche gibt wo es erlaubt ist, gehste eben woanders hin.
------------------- Bürki --------------
--------- Pischu - Papa - Bartra ------
- Durm -- Weigl - Castro -- Rapha -
- Dembelè -- Aubameyang -- Reus -

Re: Neue Debatte: Pyrotechnik – ein (un-)lösbarer Konflikt?

Beitragvon 8.5.15 » Sa 12. Nov 2016, 20:08

slig hat geschrieben:brauchste doch auch nicht. wenn es bereiche gibt wo es erlaubt ist, gehste eben woanders hin.



Tolles Schachteldenken. Wo sollen denn die Bereiche sein? Und wie erklärst du dem giftigen Rauch das er sich nur in den erlaubten Bereichen aufhalten darf?

Wenn du zündeln willst geh doch einfach woanders hin.
Manche Menschen möchten glänzen
obwohl sie keinen Schimmer haben.
Wer nicht vom Weg abkommt
bleibt auf der Strecke.

Re: Neue Debatte: Pyrotechnik – ein (un-)lösbarer Konflikt?

Beitragvon BuB » Sa 12. Nov 2016, 20:20

Schachteldenken ist für mich eher, von vornherein eine verträgliche Kompromisslösung für unmöglich zu halten.
Bild Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen!!!Bild

Re: Neue Debatte: Pyrotechnik – ein (un-)lösbarer Konflikt?

Beitragvon 8.5.15 » Sa 12. Nov 2016, 20:41

BuB hat geschrieben:Schachteldenken ist für mich eher, von vornherein eine verträgliche Kompromisslösung für unmöglich zu halten.



Was ist denn für dich eine verträgliche Kompromisslösung?
Manche Menschen möchten glänzen
obwohl sie keinen Schimmer haben.
Wer nicht vom Weg abkommt
bleibt auf der Strecke.

Re: Neue Debatte: Pyrotechnik – ein (un-)lösbarer Konflikt?

Beitragvon Rapor04 » Sa 12. Nov 2016, 20:52

Die gelben Linien der Bahn. Die halten ja auch den Rauch auf den Bahnsteigen ab!

Mit herkömmlichen Pyros ist in unserer Halle nix zu machen. Es gibt Werte, die Maximale Arbeitsplatzkonzentration, die sind damit nicht einzuhalten.
Dann dürfte nur geschultes Personal, z.B. die Feuerwehr damit umgehen und nicht angetrunkene Chaoten.
Nein, kein Pauschalurteil, ich kenne einige von denen. Wenn's erlaubt wäre, hätten die keinen Spaß daran und würden es in verbotenen Bereichen zünden. Ich bin selbst sehr Feuer und Flammen affin, was wir in den 70er mit Chemiekalien "gespielt" haben, wäre heute wahrscheinlich Terrorismus.

Die Sicherheitsbedingungen sind mittlerweile, aus gutem Grund, so scharf, da müsste ich heute als feuerspucker und -schlucker meist einen Brandschutzfachmann der Feuerwehr dabei haben.

Re: Neue Debatte: Pyrotechnik – ein (un-)lösbarer Konflikt?

Beitragvon BuB » Sa 12. Nov 2016, 22:00

Angetrunken? Ultras? Kennst Du?

Alles klar :lol:
Bild Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen!!!Bild

Re: Neue Debatte: Pyrotechnik – ein (un-)lösbarer Konflikt?

Beitragvon driverx » So 13. Nov 2016, 01:09

BuB hat geschrieben:
driverx hat geschrieben:Der Autorin möchte ich noch in zwei Punkten widersprechen : nur weil ein Ultra - Häuptling sagt,man "müsse mal wieder reden"
ist das noch kein Lösungsansatz.
Und die Akzeptanz von Pyrotechnik jenseits der Ultras war noch nie besonders hoch,bestenfalls ist es vielen egal.
Aber geht nicht ohne sagen nur die Ultras.


Ich glaube, es wäre besser, dieses Thema ohne grundsätzliche Ultra-Abneigung zu diskutieren.

1. Ob ein Gesprächsangebot ein Lösungsansatz ist? Auf jeden Fall ist es besser als Nichts und gegenseitiges Ignorieren und Belauern.

2. Ich glaube, dass viele "normale" Zuschauer Pyro schon optisch ansprechend finden (das gilt ja sogar für viele Journalisten - ich sag nur "südländische Begeisterung"), aber nicht eingenebelt geschweige denn beschmissen werden wollen. Und genau das - wie kann man Pyro verantwortungsvoll zünden, dass andere Zuschauer möglichst nicht oder wenig belästigt werden? - möchte das Gespräch ja ausloten.

3. "Geht nicht ohne!" sagen auch die Ultras nicht. Sie finden aber, dass es zur optischen Unterstützung der Mannschaft dazugehört.


Weder habe ich eine grundsätzliche Ultraabneigung, noch krieche ich ihnen kritikfrei in den Hintern oder bejubel alles,wo das Label Ultra draufsteht.

-der Quatsch mit der südländischen Begeisterung hat mittlerweile einen so langen Bart,damit kann man ohne bücken die Straße fegen.Und die zitierten Normalos gehen nach einem Spiel ohne Bengalos nach hause und haben nichts vermisst.

-sowas wie "optische Unterstützung " mittels Pyrotechnik wirkt natürlich ungemein, besonders, wenn wegen zuviel Rauchentwicklung das Spiel unterbrochen wird, da rennen die danach doppelt so schnell. Oder anders ausgedrückt, wenn wunschtraumgemäss vorm Spiel irgendwo was abgebrannt wird,bringt das garnichts an Unterstützung.

-reden ist besser als nicht zu reden,meinetwegen.Also redet, wenn ihr wollt.Ich frage mich nur,wer dann mit welchem Mandat, welchem Vertretungsanspruch was beschließen könnte ?
Was sagt der Gesetzgeber? Wie sehen Brandschutzvorschriften aus? Muss der Bundestag Gesetze ändern?
Geil,diese Erste-Welt-Problematik.

Re: Neue Debatte: Pyrotechnik – ein (un-)lösbarer Konflikt?

Beitragvon Neunzehnnullvier » So 13. Nov 2016, 12:15

Ich liebe es, in der Nordkurve zu stehen und meine Mannschaft anzufeuern.
Danach ist meine Stmmme jedes mal 2 Tage lang völlig am Ende ;)

Leider haben einige Allergien dazu geführt, dass ich mit allergischem Asthma leben muss. Durch mein Spray normalerweise kein großes Thema. Die extreme Rauchentwicklung würde mir jedoch schon Probleme bereiten. Bis jetzt habe ich Glück gehabt, ich war bei jeder Aktion weit genug weg. Die Konzentration die ich abbekommen habe war dann nicht hoch genug um Probleme auszulösen.

Es wurden schon mehrfach Zuschauer dadurch verletzt.

Beispiel vom Lieblingsfeind hier: http://www.reviersport.de/341378---bvb- ... nahme.html

... Nicht angebliche organisatorische Schwächen, sondern das Abbrennen von Pyrotechnik haben Menschen in Gefahr gebracht. So musste eine Besucherin aufgrund ihrer durch den Qualm verursachten Verletzungen vom DRK aus ihrem Block (61) getragen werden.

Ich freue mich darüber, das der Scheißdreck verboten ist. Das gehört nicht ins Stadion.
Da gehört auch nicht "drüber gesprochen". Das ist verboten, es ist durch Gesetze klar geregelt und gut ist.

Glück auf.

Re: Neue Debatte: Pyrotechnik – ein (un-)lösbarer Konflikt?

Beitragvon Jack_1906 » Mo 14. Nov 2016, 11:35

Schade, dass bei diesem Thema zu oft "postfaktisch" argumentiert wird. Denn dadurch wird der Blick auf das versperrt, was eigentlich wichtig sein sollte.

Schauen wir doch erst mal auf die rechtliche Seite: natürlich kann der DFB Pyro nicht legalisieren! Die mögliche oder eben unmögliche legale Nutzung von Feuerwerkskörpern ist in entsprechenden Gesetzen und Verordnungen des Bundes/der Länder geregelt und da hat selbst der DFB keinen Einfluss drauf.
Der DFB hat aber auch eigene Statuten und Sicherheitsordnungen, die derzeit den Vereinen keinen Spielraum lassen, wie sie mit Pyro-Vergehen umzugehen haben. Es gibt immer eine Strafe (Geldstrafe, Sicherheitsauflagen bis hin zu Blocksperren oder Geisterspielen) für den Verein und dieser muss gleichzeitig ein Stadionverbot aussprechen, wenn ein Täter identifiziert wird. Gerade durch die Vereinsstrafe fühlen sich alle Vereine gezwungen, repressiv auf die Fangruppen einzuwirken. Platz für alternative Lösungswege, um die Ultras zum (weitestgehend) freiwilligen Verzicht zu bewegen, sind da nicht möglich.

Der DFB könnte nun durchaus diese Vorschriften, die die Vereine entsprechend einengen in ihrer Fanpolitik aufheben und es eben den Vereinen überlassen, wie sie mit den Übeltätern umgehen wollen.

Davon unbeeinflusst gibt es noch die strafrechtliche Seite. Auf die haben weder Verein noch DFB einen Einfluss und die wird es auch immer geben: illegales Pyro zieht immer ein Ermittlungsverfahren nach Sprengstoffgesetz nach sich, ggf. auch mit anderen Straftatbeständen. Wobei man dabei im Hinterkopf behalten sollte, dass das Abbrennen von Pyro ohne Gefährdung anderer nur dann eine Straftat ist, wenn die Feuerwerkskörper keine Zulassung in Deutschland haben oder nicht zur Klasse T1 gehören (also z.B. osteuropäische Importe). Alles andere ist erst einmal nur eine Ordnungswidrigkeit (die übrigens auch jeder begeht, der zur Gartenparty, Geburtstag oder Hochzeit abends seine Reste von Sylvester in die Luft schießt).

Das schöne an dieser OWi ist, dass man sich vorab für so etwas eine Erlaubnis holen kann. Bei vielen Ordnungsämtern geht dies für oben benannte Feierlichkeiten relativ problemlos und die Auflagen sind dabei auch gering.
So eine Ausnahmegenehmigung kann es auch in Stadien geben. Dabei würden dann Polizei, Feuerwehr und Verein Mitsprache haben und natürlich würde es dann auch andere Auflagen geben. Grundsätzlich bedeutet dies aber nicht, dass dort jemand mit einer Aus- oder Fortbildung als Feuerwerker anwesend sein müsste, die dann verwendeten Feuerwerkskörper darf erst mal jeder zünden. Eher wird es auf nicht-alkoholisierte Personen, Sicherheitsabstände, Vorwarnung anderer Besucher und genügend Löschmaterial heraus laufen. In Erfurt hat dies zum Stadionabschied wunderbar geklappt.

Der DFB verweigert jedoch derzeit selbst solch durch alle Ordnungsbehörden genehmigten Pyroeinsatz die verbandsrechtliche Legitimität!

Was wäre jetzt aber gewonnen, wenn der DFB zumindest verbandsrechtlich auf eine Sanktionierung von Pyroeinsatz verzichten würde?
- man würde den Ultras im rechtlich möglichen Rahmen entgegen kommen und damit mehr als nur guten Willen für ein friedliches Miteinander zeigen
- man würde den Vereinen mehr Freiraum für eine selbstbestimmte Fanpolitik geben
- Es besteht zumindest die Chance, dass die Anzahl der nicht genehmigten Pyroaktionen und damit der Gefährdung anderer Besucher zurück geht
- Pyro könnte (wieder) zu dem werden, wo es seine Stärken hat: ein offen genutzter, toll anzuschauender Teil einer größeren Choreo, da es nicht mehr heimlich im Block verdeckt gezündet und danach schnell weggeschmissen werden muss.

Was hätte man verloren?
Tatsächlich hätte man nichts verloren, denn Pyro ohne Genehmigung ist und bleibt weiterhin verboten und kann weiterhin strafrechtlich verfolgt und ggf. sanktioniert werden. Und wenn der Verein das will, kann es auch weiterhin Stadionverbote geben. Lediglich die Strafzahlungen der Vereine an den DFB würden weg fallen.

Und wenn die Ultras das nicht wollen?
Also zum einen wird es da nicht "die Ultras" geben. Es wird bei einigen Vereinen reibungslos ablaufen, bei anderen wird es Probleme geben. Aber da rechtlich und auch zur Wahrung der Sicherheit mehr nicht drin ist, werden die Fans entweder dieses Angebot annehmen oder eben nicht. Im letzteren Fall bleibt alles, wie bisher: nicht genehmigter Pyroeinsatz wird weiter durch Vereine und Polizei verfolgt und sanktioniert.

Und die Gesundheit?
5 Kilo Rauchpulver, die plötzlich in einem Block hoch gehen, wird es legal nie geben. Sicherheitstechnisch nicht möglich! Wenn überhaupt, dann reden wir hier über den Einsatz von Bengalen und die gibt es durchaus auch in raucharmen Varianten.
Außerdem können empfindliche Personen durch eine frühzeitige Information entsprechend Abstand zum Geschehen wahren oder erst nach der Choreo ihren Platz einnehmen. Zudem sind durch Sicherheitsabstände auch mögliche Verbrennungen eher auf die Personen beschränkt, die aktiv an einer Choreo teil nehmen.
Und durch einen damit verbundenen Rückgang der Polizeiaktionen werden weitere Kollateralschäden vermieden.

Und dort, wo die Fans den teillegalisierten Weg nicht mit gehen, wo es zu Überschreitungen kommt, wo baulich oder aufgrund des hohen Zuschaueraufkommens oder aus sonstigen Gründen keine Ausnahmegenehmigung möglich ist, bleibt alles wie bisher.

Bisher konnte (oder wollte???) mir noch niemand erklären, warum ein solches Konzept nicht umgesetzt werden könnte. Gegenüber der heutigen Situation sehe ich hier nur Vorteile, im schlimmsten Fall bleibt alles, wie es ist.
❤ ⚽