Verhältnis zwischen Politik und Bürgern zerrüttet



Re: Verhältnis zwischen Politik und Bürgern zerrüttet

Beitragvon girlie » Fr 8. Okt 2010, 11:01

Vogelhändler hat geschrieben:der davon ausgeht, daß Du als vermutete Deutsche immer in Deutschland wählst, und hoffentlich immer richtig. *grins*


Ich versuche immer zu wählen. Es ist aber schwierig. Postwahl usw.

Gibt es ein falsches Wählen?

Re: Verhältnis zwischen Politik und Bürgern zerrüttet

Beitragvon Vogelhändler » Fr 8. Okt 2010, 12:30

Ahnungsloser hat geschrieben:Meinste, wenn die Ursula regelmäßig zu H4 Veranstaltungen geht um dort ihre Intention zu erklären (also den Kontakt zum Volk sucht), werden die auf einmal alle glücklicher?



Nein, Ahnungsloser,

wenigstens ich glaube das im Falle "Hartz IV" speziell nicht.

Denn: Sollte sie durch begründete Einwände von den "Hartzern" ihre Entscheidungen zu deren Gunsten korrigieren, bekäme sie von den rechtschaffenen, normal bezahlte Arbeit Habenden (und den Höchstverdienenden) ein Mehrfaches an Hiebe zu spüren. Also wählt sie den Weg, der sich für sie, v. d. Leyen, am meisten lohnt - auch in künftigen Stimmgewinnen und Beliebtheitspunkten.

Sollte sie aber z. B. (z. Zt. als Arbeitsministerin unmöglich) den Spitzensteuersatz heraufsetzen, um dadurch ein bißchen mehr "Hartz" zuzugestehen, bekäme sie zwar von den Hartzern mehr Stimmen, von ihrer Partei und den Spitzensteuer Zahlenden jede Menge Gegenwind.

Selbst Brüderle mit seinem Ruf nach Lohnerhöhungen angesichts des Wirtschaftswachstums und damit und damit steigenden Gewinnen der Unternehmen widersprechen sogar die Arbeitgebervertreter vehement, obwohl diese Lohnerhöhungen keinem "Hartzer" zugutekämen, wenn auch dem Lohnabstandsgebot damit Rechnung getragen würde.

MfG - Vogelhändler - ,

der hier nicht noch weiter abschweifen möchte.

Re: Verhältnis zwischen Politik und Bürgern zerrüttet

Beitragvon Vogelhändler » Fr 8. Okt 2010, 12:56

girlie hat geschrieben:
Vogelhändler hat geschrieben:der davon ausgeht, daß Du als vermutete Deutsche immer in Deutschland wählst, und hoffentlich immer richtig. *grins*


Ich versuche immer zu wählen. Es ist aber schwierig. Postwahl usw.

Gibt es ein falsches Wählen?


Hey, girlie!

Gelegenlich stellt sich ein richtiges oder falsches Wählen erst nach der Wahl heraus, wenn wieder einmal diverse Wahlversprechen nicht eingelöst wurden.

Für mich ein deutlicher Beweis die FDP 2009, die volltönend Steuersenkungen versprach, obwohl wir zu der Zeit doch in einer Wirtschaftskrise steckten. Von 14,6 % stürzte sie danach entsprechend laufenden derzeitigen Umfrageergebnissen verschiedener Institute auf real rd. 5 % ab.

Dabei bedenke ich schon, daß diese Umfrageergebnisse deshalb unsicher sind, weil bei Befragungen alles Mögliche erklärt wird, es im übrigen auch davon abhängt, ob alle Befragten auch wirklich zur Wahl gehen.

Da hilft ihr, der FDP, auch bisher nichts, daß - so Christian Lindner, FDP-Generalsekretär, - gestern abend bei "Maybritt Illner", ZDF, sich in die Behauptung verstieg, auch wegen der FDP-Ankündigung, die AKW-Laufzeiten verlängern zu wollen, sei die FDP 2009 gewählt worden.

Natürlich wird nach unterschiedlichen Erwartungen gewählt, was ich auch mit meinem *grins* angedeutet haben wollte.

Darum wünsche ich Dir nach jeder Wahl Zufriedenheit mit dem amtlichen Wahlergebnis! - Mir allerdings auch!

MfG - Vogelhändler -

Re: Verhältnis zwischen Politik und Bürgern zerrüttet

Beitragvon Vogelhändler » Fr 8. Okt 2010, 14:05

girlie hat geschrieben:@sharpo dafür gibt es definitiv gute finanzpolitische gründe. was würde wohl in deutschland passieren wenn plötzlich 3-5 banken pleite gehen?
das problem ist einfach dass die bürger nur direkte konsequenzen sehen und nicht in der lage sind längerfristig zu denken



Hey, girlie!

Ganz vorsichtig, damit mir Stengelmann nicht sofort wieder in die Parade fährt:
Von Hochfinanz und entsprechender "-Industrie" habe ich fast keine Ahnung.

Dennoch "krähe" ich hier mal mit meinen simplen Gedanken mit:

1. Im Falle einer Pleite von 3 - 5 Banken hätte es einen Verlust riesiger Forderungen gegeben. Aber: Wer hätte verloren? Natürlich die vermögenden ehrlichen Anleger - aber auch die Finanzzocker, und zwar erheblich mehr. Zudem wären diese die Rückzahlung der Einlagen der Ehrlichen, Vertrauenden schuldig geblieben, mit deren Einlagen die Zocker ebenfalls gezockt haben.

2. Also hätte es eine Rebellion der Ehrlichen gegeben, die möglicherweise eine Revolution - nicht nur in Deutschland - zur Folge gehabt hätte. Wohlgemerkt: Hier ging es um ehrliche Großanleger, deren Einlagen durch den Bankensicherungs-Fond nicht abgedeckt waren.

3. Die Nichtvermögenden (auch ich) wären davon nur mittelbar getroffen: Unser gesamtes Finanzsystem wäre zusammengebrochen. Das hätte eine totale Wirtschaftskrise zur Folge gehabt und wir hätten Zustände wie in den ärmsten Dritte-Welt-Ländern bekommen.

4. Aber: Wo verloren wird, wird andererseits auch gewonnen, sieht man von aufgeblähten imaginären durch Verbriefungen erzeugten "Kunst"-Geldern (auch Finanzblasen) ohne realen Wert ab. Auch "reale" Geldwerte müssen irgendwo geblieben sein. Nur frage ich mich: Wo?

5. Und wie hätten sich diese real hinterlegten Geldwerte sich dann verhalten?
Nach meiner Vermutung hätten die dann ganze Volkswirtschaften nach ihren Interessen völlig neu belebt; die Vertreter der Volkswirtschaften, Regierungen, wären völlig entmachtet.

6. Um dieses zu vermeiden, schufen Regierungen den so genannten "Bankenrettungsschirm" und "Bad-Banken" - in Deutschland natürlich auf Kosten einer weiteren Verschuldung, für die das ganze Volk, besonders aber nachfolgende Generationen haften werden, auch die, die diese Krise überhaupt nicht zu verantworten haben. Die dafür jetzt Verantwortlichen werden kaum dafür zur Verantwortung gezogen werden (vorzeitig verstorben); und ihre Erben sprechen sich - mit Recht(?) - von jeder Schuld frei, so sie denn von ihren Erblassern nicht eine erkleckliche Summe echter Geldwerte ererbt haben.

7. Und daran wird's in verschiedenen Kreisen nicht mangeln, denke ich daran, daß allein Privatvermögen in Höhe von 2 Billionen(?) vorhanden ist. Allerdings werden sich die Erben dieser 2 Bio. dann darauf berufen, diese "rechtmäßig" ge- oder ererbt zu haben. Also wird man auch die nichterbenden Generationen in die Pflicht nehmen oder es wenigstens versuchen.

8. Und die Regierungen (sh. vorst. 6.) haben nicht "die Eier", jetzt endlich diesem inzwischen neu entstehenden "Kasino" mit weiteren Spekulationen Einhalt zu gebieten. Und das ist für mich das Beängstigende. Ich kann nämlich bisher nicht erkennen, welche deutsche Regierung eine endliche Regelung vorzunehmen bereit, willens und in der Lage ist. Denn überall erkenne ich so genannte "Fettaugen" (die, die immer oben schwimmen), die mit einem "Weiter so" sehr zufrieden zu sein scheinen.

So, das soll mal reichen an revolutionären Gedanken von mir.

MfG - Vogelhändler - ,

auf alle möglichen Beschimpfungen gefaßt, vielleicht aber auch auf wenigstens teilweise Zustimmung.

PS an girlie:
Welcher Normaldenkende (hier nehme ich mich mal bescheiden aus) kann überhaupt die Schliche, Ränke und Intrigen unserer "Finanzgenies" überhaupt durchschauen?

Re: Verhältnis zwischen Politik und Bürgern zerrüttet

Beitragvon Vogelhändler » Fr 8. Okt 2010, 14:37

sharpo hat geschrieben:mein genanntes beispiel war nur mal eins von vielen. das vorab.

dann stell ich mal die frage...: was hat einer davon wenn banken gerettet werden wenn 1. fall: sein geld eh futsch ist...siehe lehmann brothers. 2. fall: er eh kein erspartes hat, weil er von der hand in den mund lebt.

und dann och sehn muss wie die "pleitebanken" anschliessend weiter so agieren wie vor der krise, weitere millionen gehälter oder bankenboni bezahlen?

und anschliessen kein gelder für unsere schulen da sind.

da besteht doch ein erhebliches vermittlungsproblem.

davon ab...ich geb euch beiden recht.

aber was wäre wenn man sagen würd. leXXX mich am popo...geh pleite. wird eine lehre für alle sein. siehe lehmann brothers.
banken lasst dieses sehr risikoreiche spekulieren, es geht auf eure kappe. der staat hilft nicht.

ergebnis: grosse wirtschaftskrise, verlust von arbeitsplätze etc.

wie appeliert man nun an die vernunft aller?


Hey, sharpo!

Wenn ich richtig lese, stimmen wir in etwa überein. Bevor ich mich vor ca. 5 Minuten in meiner Antwort an girlie ausgelassen hatte, hatte ich Deinen Beitrag noch nicht gelesen.

Willkommene Gelegenheit, zu erwähnen, daß gestern abend bei Maybritt Illner der Tunnelbauunternehmer Herrenknecht (Nomen = Omen?) sich ebenfalls auf den aufwändigen Bankenrettungsschirm bezog, als es um die Kosten bei "S21" ging.

Und, ehe ich's vergesse:
Es hat mich schon recht eigenartig berührt (um "skandalös" zu vermeiden), daß sowohl DB-Vorstand Grube, aber auch weitere "S21"-Befürworter, in dem joutub-Link von Dir aus "Frontal21" (leider nicht vorher gesehen) auf Vorhalt, die Kostenschätzungen des Bundesrechnungshofes von 2008(?) überhaupt nicht zu kennen.

Für mich ein "dicker Hund", wenn diese Herren sonst doch immer die Transparenz wie eine Monstranz vor sich hertragen.

Ich glaube denen das absolut nicht. Und wenn sie die nicht gekannt haben und immer noch nicht kennen, sind die allesamt eine absolute Fehlbesetzung.

Grube arwöhnte sogar, bei diesem Vorhalt "in eine Falle gelockt" zu werden. Unglaublich!

MfG - Vogelhändler -

Re: Verhältnis zwischen Politik und Bürgern zerrüttet

Beitragvon girlie » Fr 8. Okt 2010, 14:57

Was wäre passiert wenn ... :) interessant

Dann will ich mich mal anschliessen. Natürlich wäre der Hartz 4 empfänger so gut wie gar nicht davon betroffen. Am härtesten würde eine Bankenpleite wohl den Mittelstand treffen und hier geht es nicht nur um Privatpersonen sondern in erster Linie auch um Firmen. Kredite würden gestundet um die Insolvenzmasse zu verringern usw usw

Die Folge? Mittelstand verliert ihr Kapitel, Firmen können pleite gehen ...

Kann man beliebig weiter spielen

Re: Verhältnis zwischen Politik und Bürgern zerrüttet

Beitragvon sharpo » Fr 8. Okt 2010, 16:01

ein selbstreinigender effekt.

fürher wurde das durch kriege gelöst. heute?

wie sieht der bürger das ganze paket?
der vorstand der banken die pleite sind aalen sich weiterhin in der sonne und könne net zur rechenschaft gezogen werden.
der bürger (verkäuferin) bekommt die entlassungspapiere wenn er (sie) liegen gelassene pfandbons einsteckt.
das passt doch net oder?

Re: Verhältnis zwischen Politik und Bürgern zerrüttet

Beitragvon Jasper1902 » Fr 8. Okt 2010, 20:56

das Gute an den ganzen aktuellen Diskussionen ist, daß es aktuell ENDLICH mal wieder
klare Unterschiede zwischen den Partien geben dürfte.

Stuttgart 21
Atomausstieg
H4 usw

Endlich kann man - wenn man denn will !- wieder zwischen zwei Richtungen wählen.
Ich hoffe nur, da0 im Rahmen der nahezu endlosen Diskussion über bestimmte Themen
auch wirklich die Wahlbeteilugung steigt.

Stuttgart 21 ist das beste Beispiel, nach fast Jahrzehnten gibt jeder seinen Senf dazu
Warum nicht eher?

sgG
Unsere Asozialität - werden wir niemals bereuen
1909

Re: Verhältnis zwischen Politik und Bürgern zerrüttet

Beitragvon tottitom » Sa 9. Okt 2010, 19:23

Also girlie, Dein erster Beitrag zu diesem Thema hat mir gefallen, Dein letzter ist leider etwas falsch! Natürlich wären die Hartler von einer Bankenpleite betroffen, schlimmer wohl noch, als so manch´anderer! Es wird häufig vergessen, dass Hartz aus Steuermitteln finanziert wird und es ist doch sicher, dass bei best. Bankenpleiten vor allen Dingen der Mittelstand tief in den Abgrund gerissen würde! Es heißt ja auch "Systemrelevant" wenn auf die Gründe für Unterstützung der Banken verwiesen wird.
Ob das Verhältnis zwischen Politik u. Bürger zerüttet ist vermag ich nicht zu sagen, wohl aber, dass Entscheidungen der Politik oft nicht nachvollzogen werden können weil der Bürger oft nur sein "kleines Umfeld" sieht und Entscheidungen mit Auswirkungen meist gar nicht sieht. Machen wir uns nichts vor, wenn man Stuttgart 21 betrachtet, so gab es vorher 200 (!!!) Anhörungen. Die Frage sei erlaubt, wo denn da viele der heute demonstrierenden waren?! Ist es nicht so, dass erst wenn es ernst wird viele wach werden? Dann ist allerdings der Meinungsbildungsprozess der Verantwortlichen schon abgeschlossen und sind auch die parlamentarischen Hürden genommen! Ich glaube das beide Seiten - Politik und Bürger - das Problem haben verständlich miteinander zu sprechen. Die Politiker wissen zunächst auch oft nicht mehr als der einfache Bürger und lassen sich bei der Meinungsbildung von den Lobbyisten "beraten"(zumindest wird so von den meisten die Anwesenheit der Lobby begründet)! Der Bürger aber, der diese Beratung nicht hat soll dann später verstehen und zustimmen und da beginnt es manchmal auseinander zu driften. Andererseits glaube ich, dass bevor über ein besseres Verhältnis zwischen beiden gesprochen wird der überwiegende Teil der Bürger einmal wieder auf das besinnen, was er an Pflichten einzubringen hat bevor er Kritik übt: die Wahlpflicht! Sich abzuwenden und nicht zu wählen ist für mich (!!!) gleichbleibend mit dem Verlust der Kritikfähigkeit!

Re: Verhältnis zwischen Politik und Bürgern zerrüttet

Beitragvon girlie » Sa 9. Okt 2010, 19:52

du schreibst doch nur was ich schon geschrieben habe

und es geht um direkt betroffen. den rest verstehen die meisten doch eh nicht