Die Border Adjustment Tax kommt!


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Re: Die Border Adjustment Tax kommt!

Beitragvon Lily the Pink » Sa 15. Jul 2017, 11:46

Schorsch hat geschrieben:
Lily schrieb:
Mir ist aber noch deine Sympathie für (para-)neoliberale Wirtschaftskonzepte in Erinnerung, die sich mit Sträflings Vorschlägen zur Eingrenzung der deutschen Exportüberschüsse "beißen".


Grundsätzlich sind Exporte ein Merkmal einer funktionierenden, fortschrittlichen Wirtschaft und vollkommen ok. Allerdings nur, wenn die exportierende Volkswirtschaft sie auch bezahlt bekommt. Und sich nicht mit wertlosen "Deckeln", die sich Target-Salden nennen, abspeisen lässt und selber in den Ruin treibt.


Exporte: ja, extreme Ungleichgewichte durch riesige Exportüberschüsse: nein. Im Übrigen neigen hingegen andere Autoren, eine Analyseebene tiefer ansetzend, zu einer anderen Auffassung, nämlich: welche Gründe :!: die extrem hohen deutschen Exportüberschüsse überhaupt verursachen. Ich meine, sogar hier bei einigen einiges gelesen zu haben ;-), was nicht unter das auf das vermeintliche Ergebnis abzielende Mantra "verschenkte Erlöse"/"wertlose Deckel" zu subsumieren ist.

Re: Die Border Adjustment Tax kommt!

Beitragvon Schorsch » Sa 15. Jul 2017, 12:48

. Im Übrigen neigen hingegen andere Autoren, eine Analyseebene tiefer ansetzend, zu einer anderen Auffassung, nämlich: welche Gründe :!: die extrem hohen deutschen Exportüberschüsse überhaupt verursachen.


Das "nämlich" irritiert mich beim Versuch, den Satz zu verstehen, ein wenig.

Welcher Autoren haben welche "Auffassung" zu den Ursachen deutscher Exportüberschüsse?

Schaue ich mir technische Standards in vielen Ländern an, wundern mich deutsche Exportüberschüsse grundsätzlich nicht wirklich.
"Queen ruft Notfall-Meeting ein - Heiratet Prinz Harry?" (Focus online)

Re: Die Border Adjustment Tax kommt!

Beitragvon Lily the Pink » Sa 15. Jul 2017, 16:51

Schorsch hat geschrieben:
. Im Übrigen neigen hingegen andere Autoren, eine Analyseebene tiefer ansetzend, zu einer anderen Auffassung, nämlich: welche Gründe :!: die extrem hohen deutschen Exportüberschüsse überhaupt verursachen.


Das "nämlich" irritiert mich beim Versuch, den Satz zu verstehen, ein wenig.


Really? Das irritiert mich wiederum. Vorschlag: Ersetz die in ihrer verstärkt verweisenden Funktion verwendete kausale Konjunktion "nämlich" doch einfach durch eine "Nullkonjunktion", vulgo: streich sie doch einfach. ;-)

Welcher Autoren haben welche "Auffassung" zu den Ursachen deutscher Exportüberschüsse?


Kann doch nicht dein Ernst sein. Oder sicherlich nur rhetorisch gefragt. ;) Bist du, ein Volkswirt (?), wirklich darauf angewiesen, dass dir eine Kultur- und Sozialwissenschaftlerin Hinweise darauf gibt, welche auch hier bereits zitierten und am öffentlichen Diskurs beteiligten Autoren sich mit der Hervorhebung welcher Verursachungsfaktoren der deutschen Exportüberschüsse und der damit verbundenen weltwirtschaftlichen und politischen Risiken einschließlich von Lösungsvorschlägen zu Wort meldeten? Die Wirtschaftskolumnen der von dir geschätzten "Qualitätspresse" ;) werden doch beinahe täglich, auch durch Gastkommentare von Ökonomen, Politologen (und Politikern) angereichert. Sogar im "Handelsblatt" und in der "FAZ" wurde ich mal fündig. Erwarte jedoch nicht unbedingt, dass du jene unter Vertretern einer (para-)neoliberalen oder neoklassischen Wirtschaftsdoktrin findest. Eher unter Politökonomen oder unter von ihnen inspirierten Autoren, die auch einen Blick für Interdependenzen von Ökonomie und Politik haben und die - statt sich mit dem Abfeiern oder Bejammern von Ergebnissen zu bescheiden - ihre Analyse auf vorgängige Prozesse - auch im Dienste einer Politikberatung - richten, vulgo: auf Gründe, unter denen die Entwicklung der Lohnstückkosten nicht der unbedeutendste Faktor ist. So profitierten die deutschen Exporte in den letzten zehn Jahren massiv von der günstigen Entwicklung der Lohnstückkosten. Diese sind von 2002 bis 2010 mit Ausnahme der Krisenjahre 2008/2009 nur moderat gestiegen oder sogar gefallen, während sie im Euroraum insgesamt um 22 Prozent und in Frankreich um 26 Prozent anzogen. Der Anstieg in Deutschland betrug hingegen nur 6 Prozent (FAZ).
Warum wir alle mehr verdienen sollten
Gerechtigkeitsdebatte hin oder her - deutsche Arbeitnehmer leiden an den Spätfolgen der Agenda 2010: Ihre Löhne sind zu niedrig. Dabei gibt es ernste wirtschaftliche Gründe, den Menschen im Land mehr zu zahlen
.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 42225.html

Schaue ich mir technische Standards in vielen Ländern an, wundern mich deutsche Exportüberschüsse grundsätzlich nicht wirklich.


Nun, das Niveau und die Fortschritte der Produktivität der deutschen Exportwirtschaft stehen ja gar nicht in Frage. Aber was spricht dagegen, die deutschen Arbeitnehmer hieran stärker zu beteiligen? Mit dem Effekt einer Stärkung der Binnennachfrage, struktureller Veränderung der Binnenwirtschaft v.a. durch veränderte Ressourcenallokation, einer geringeren Abhängigkeit vom Weltmarkt mit seinen Fluktuationen und dem damit verbundenen Potential an wirtschaftlichen, politischen und sozialen Krisen etc. pp. Warum aber noch weiter (auch Sträflings verschiedene Posts) paraphrasieren, was doch längst Gemeingut in ernstzunehmenden wirtschaftstheoretischen und politologischen Kreisen ist? Alles bei Interesse im Netz viel ausführlicher und grundlegender nachlesbar bei authentischem Interesse. :-)

Re: Die Border Adjustment Tax kommt!

Beitragvon Sträfling » So 16. Jul 2017, 00:46

Schorsch hat geschrieben:
Wann hört diese verdammte Heuchelei in diesem Lande auf?
Das ist hier ja schon wie in der DDR!
Hier wird gelogen, daß sich die Balken biegen!


Man erkennt im Groben, was du sagen willst. Du liegst in weiten Teilen auch nicht ganz daneben. Nur wirst du mir in diesem Leben nicht mehr vermitteln können, warum du uns ausgerechnet die nicht minder inkompetente Nachfahrenschaft des sächselnden Witzfigurenkabinetts, welches seinerzeit die DDR in jahrzehntelang kaum zu kompensierende Rückständigkeit und ein System perfider Unterdrückung getrieben hat, als Lösung allen Übels verkaufen willst.


Wieso? Ich verkaufe doch die CDU überhaupt nicht als Lösung allen Übels?
Betrüger Republik Deutschland - Arbeit macht arm!

Bauern wehrt euch oder Glyphosat-Merkel verzehrt euch!

Re: Die Border Adjustment Tax kommt!

Beitragvon Der Olaf » So 16. Jul 2017, 07:18

Lily the Pink hat geschrieben:Nun, das Niveau und die Fortschritte der Produktivität der deutschen Exportwirtschaft stehen ja gar nicht in Frage. Aber was spricht dagegen, die deutschen Arbeitnehmer hieran stärker zu beteiligen? Mit dem Effekt einer Stärkung der Binnennachfrage, struktureller Veränderung der Binnenwirtschaft v.a. durch veränderte Ressourcenallokation, einer geringeren Abhängigkeit vom Weltmarkt mit seinen Fluktuationen und dem damit verbundenen Potential an wirtschaftlichen, politischen und sozialen Krisen etc. pp. Warum aber noch weiter (auch Sträflings verschiedene Posts) paraphrasieren, was doch längst Gemeingut in ernstzunehmenden wirtschaftstheoretischen und politologischen Kreisen ist? Alles bei Interesse im Netz viel ausführlicher und grundlegender nachlesbar bei authentischem Interesse. :-)


1. Kfz 228 Mrd
2. Maschinen 170 Mrd
3. chem. Erzeugnisse 107 Mrd
4 Datentechnik 100 Mrd

Das sind die Exportschlager, wie willst du da Umstrukturieren bzw. die Binnennachfrage steigern ? Sollen die Bürger alle 2 Autos fahren, wobei der Zweitwagen schon zum guten Ton gehört Die Maschinen die verkauft werden dienen der Produktion von Rohstoffen bzw. Stahlgütern, die im Anschluß Importiert werden, soll das selber erzeugt werden und Bergwerke neu erschlossen werden und somit das Ungleichgewicht noch weiter ausgebaut werden ?

Datenverarbeitungstechnik hält sich im Vergleich Import Export die Waage.
Deutscher Meister: 1956, 1957, 1963, 1995, 1996, 2002, 2011, 2012
DFB-Pokalsieger: 1965, 1989, 2012, 2017
Supercup-Sieger: 1989, 1995, 1996, 2013, 2014
Champions-League-Sieger: 1997
Europacup der Pokalsieger: 1966
Weltpokal-Sieger: 1997

Re: Die Border Adjustment Tax kommt!

Beitragvon Sträfling » So 16. Jul 2017, 07:34

Der Olaf hat geschrieben:
Lily the Pink hat geschrieben:Nun, das Niveau und die Fortschritte der Produktivität der deutschen Exportwirtschaft stehen ja gar nicht in Frage. Aber was spricht dagegen, die deutschen Arbeitnehmer hieran stärker zu beteiligen? Mit dem Effekt einer Stärkung der Binnennachfrage, struktureller Veränderung der Binnenwirtschaft v.a. durch veränderte Ressourcenallokation, einer geringeren Abhängigkeit vom Weltmarkt mit seinen Fluktuationen und dem damit verbundenen Potential an wirtschaftlichen, politischen und sozialen Krisen etc. pp. Warum aber noch weiter (auch Sträflings verschiedene Posts) paraphrasieren, was doch längst Gemeingut in ernstzunehmenden wirtschaftstheoretischen und politologischen Kreisen ist? Alles bei Interesse im Netz viel ausführlicher und grundlegender nachlesbar bei authentischem Interesse. :-)


1. Kfz 228 Mrd
2. Maschinen 170 Mrd
3. chem. Erzeugnisse 107 Mrd
4 Datentechnik 100 Mrd

Das sind die Exportschlager, wie willst du da Umstrukturieren bzw. die Binnennachfrage steigern ? Sollen die Bürger alle 2 Autos fahren, wobei der Zweitwagen schon zum guten Ton gehört Die Maschinen die verkauft werden dienen der Produktion von Rohstoffen bzw. Stahlgütern, die im Anschluß Importiert werden, soll das selber erzeugt werden und Bergwerke neu erschlossen werden und somit das Ungleichgewicht noch weiter ausgebaut werden ?

Datenverarbeitungstechnik hält sich im Vergleich Import Export die Waage.

Hey, mehr Lohn bedeutet mehr Konsum UND Vermögensaufbau, also Wohnungsbau, Modernisierungen an bestehenden Immobilien usw. auch und insbesondere bei Privatleuten! Die Eigenheimqoute in Deutschland ist im internationalen Vergleich
erbärmlich!
Die kleinen Leute müssen Vermögen aufbauen können, sonst resignieren sie und sind
verloren! Die berühmten "forgotten people"!
Aber nicht mit faulen Krediten finanziert, sondern durch Löhne!

Genau das braucht die Republik!
Das Gibt einen Schub für die Bauindustrie und schafft Jobs!
Betrüger Republik Deutschland - Arbeit macht arm!

Bauern wehrt euch oder Glyphosat-Merkel verzehrt euch!

Re: Die Border Adjustment Tax kommt!

Beitragvon Schorsch » So 16. Jul 2017, 10:53

Die kleinen Leute müssen Vermögen aufbauen können, sonst resignieren sie und sind verloren! Die berühmten "forgotten people"!
Aber nicht mit faulen Krediten finanziert, sondern durch Löhne!


Der Vermögensaufbau wird ihnen, leider nicht den ganz Armen, momentan durchaus erleichtert. Kredite zur Wohnbaufinanzierung werden einem hinterher geworfen. Selbst bei 2-Jahres-Forward-Darlehen unter 2 %. Bei der Hausbank um die Ecke. Zumindest hier kann man (zumindest auch!) mal Ansätze einer Verteilung von oben nach unten erkennen. Man könnte hier in der Tat aber noch eine Menge machen, um die Binnennachfrage anzuregen.

Tipp für junge Häuslebauer: Bei derart günstigen Konditionen niemals(!) die anonyme und nur noch marginal billigere "Internetbank" nehmen. Die dich, ändern sich die Verhältnisse, deutlich skrupelloser über den Jordan gehen lässt.

@ Lily: Ich antworte morgen mal. Getreu Nike Arabia:Just do it. Tomorrow! ;)
"Queen ruft Notfall-Meeting ein - Heiratet Prinz Harry?" (Focus online)

Re: Die Border Adjustment Tax kommt!

Beitragvon Sträfling » So 16. Jul 2017, 18:35

Schorsch hat geschrieben:
Die kleinen Leute müssen Vermögen aufbauen können, sonst resignieren sie und sind verloren! Die berühmten "forgotten people"!
Aber nicht mit faulen Krediten finanziert, sondern durch Löhne!


Der Vermögensaufbau wird ihnen, leider nicht den ganz Armen, momentan durchaus erleichtert. Kredite zur Wohnbaufinanzierung werden einem hinterher geworfen. Selbst bei 2-Jahres-Forward-Darlehen unter 2 %. Bei der Hausbank um die Ecke. Zumindest hier kann man (zumindest auch!) mal Ansätze einer Verteilung von oben nach unten erkennen. Man könnte hier in der Tat aber noch eine Menge machen, um die Binnennachfrage anzuregen.

Dieser Vermögensaufbau ist doch mehr ein Mietwohnen bei der jeweiligen Bank! Es ist eine Kreditgetriebene, selbst verursachte Immobilienblase, die platzen wird,wenn in den USA die Zinsen steigen, in Europa die Löhne aber kaum.
Betrüger Republik Deutschland - Arbeit macht arm!

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