Statt sozialem Wohnungsbau perfide Gentrifizierung


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Re: Statt sozialem Wohnungsbau perfide Gentrifizierung

Beitragvon Schorsch » Di 27. Jun 2017, 10:19

Sträfling schrieb:

An der Wohnungsnot und der Immobilienblase sind weder die Linken, noch die
Flüchtlinge schuld!


Über Schuld redet Lieschen Müller in der Kirche. Über die angebliche Schuld der Linken hat auch niemand geredet, das erwähnten wir jetzt mehrfach. Dass aber gewaltige Mengen an Zuwanderern, die auf den Wohnungsmarkt drängen, die von Angebot und Nachfrage geprägten Mietpreise erheblich mit(!) beeinflussen, ist so offensichtlich, dass ich es ernsthaft mit niemandem diskutieren werde.

Und mit der DDR lohnt kein Vergleich.


In der Tat. Deshalb kommt man mit ein wenige Erfahrung im Wirtschaftsleben nicht auf die Idee, die Linke mit ihren ewig gestrigen Konzepten als ernsthafte Alternative in Erwägung zu ziehen. Leider.

Man muß sich nur mal an die 70er und 80er Jahre in der BRD erinnern!
Da gab es gezielten öffentlichen Wohnungsbau, Eigenheimzulage und
massenweise städtische Wohnungen und Werkswohnungen.


Die 70er und 80er waren 2 Jahrzehnte, die von diversen, vollkommen unterschiedlichen wirtschaftlichen Situationen auf dem Bausektor geprägt waren. Die 70er zudem noch von kapitalsten Bausünden. Man kann sie ganz sicher nicht als eine Phase subsumieren. Und wenn es in D jemals enorme Preissteigerungen gegeben hat, dann zu dieser Zeit. Das Thema ist allerdings so komplex, dass es mindestens eines dicken Buches bedarf, diese Zeit zu analysieren. Keines Postings.

Ich war als junger Mann ein "Fan" der Eigenheimzulage. Später habe ich erkannt, dass diese Subventionen nur die Grundstückspreise nach oben treiben. Weil ("normale") Neubauten (sehr vereinfacht ausgedrückt) so viel kosten, wie potenzielle Käufer zu finanzieren in der Lage sind. Ich verstehe nicht, wieso du hier die Zulage positiv erwähnst, in deinem Nachbarthread aber vergleichbare Instrumente zerreißt. Das ist in sich unlogisch.

Damals waren Wohnungsnot oder Immobilienblasen Fremdwörter!


Abgesehen davon, dass das falsch ist, waren die Ansprüche deutlich geringer und die Standards um Längen einfacher. Vergleiche sind müßig. Ob wir überhaupt eine Immobilienblase haben, dieses Modewort taucht in gleichmäßigen Abständen seit Jahrzehnten immer wieder auf, ist zudem äußerst umstritten. Das wird erst die Zukunft zeigen. Im internationalen Vergleich muten auch als exorbitant empfundene Großstadtpreise noch weitgehend moderat an.

Sogenannte "Expertenprognosen" waren früher schon genau so regelmäßig falsch wie heute. Das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind. Die (Preis-)Entwicklung auf dem Immobilienmarkt ist in weiten Teilen auch die Folge allgemeiner ökonomischer Entwicklungen, und somit nicht nur aus sich selbst heraus berechenbar.

Neoliberal eben!


Der Begriff "neoliberal" ist in seiner inflationären Anwendung ähnlich präzise wie früher die Begriffe "Hölle" und "Teufel". Sie standen für alles was böse war. Nur Klerikern und Mitläufern war das präzise genug. Gerade wer für offene Grenzen oder "eine Welt" plädiert, das sind vornehmlich die, die alles "Neoliberale", was auch immer das ist, verteufeln, werden sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass bei diesen offenen Grenzen die Regeln nicht von gemeinhin relativ wohlversorgten Deutschen bestimmt werden, die 1 % der Weltbevölkerung ausmachen. Eher schon von den Haien in dem riesigen Becken, das außerhalb unserer Grenzen auf uns wartet.
"Queen ruft Notfall-Meeting ein - Heiratet Prinz Harry?" (Focus online)

Re: Statt sozialem Wohnungsbau perfide Gentrifizierung

Beitragvon Standfußballer » Di 27. Jun 2017, 11:43

In MS zum Beispiele gab es schon vor dem "Flüchtlingsproblem" enorme Mietsteigerungen.
Insofern spielen die Flüchtlinge bei der Entwicklung wohl eine untergeordnete Rolle!

Re: Statt sozialem Wohnungsbau perfide Gentrifizierung

Beitragvon haumichblau » Di 27. Jun 2017, 12:05

...also hat die Ansiedlung von Millionen zusätzlicher Menschen, weitgehend ohne eigene finanzielle Mittel, keinen Einfluss mehr auf das Preisniveau (im unteren Segment!) des hiesigen Immobilienmarktes :?:

Selbst wenn ich mich dumm stelle und versuche, links zu denken, lande ich automatisch beim Thema Migration. Wer sich sozialen Wohnungsbau, Eigenheimzulage und andere Stimmfang-Taschenspieler-Tricks wünscht, der muss sich auch fragen, wo die 94 Milliarden € zur Versorgung sogenannter Flüchtlinge (bis 2020) herkommen. Erst im Februar sind 6,2 Mrd. € vollständig in die "Flüchtlingsrücklage" geflossen, weil man sich nicht auf eine sinnvolle Verwendung einigen konnte :lol:
Je freier die Wirtschaft, umso sozialer ist sie auch. Ludwig Erhard, Begründer der sozialen Marktwirtschaft

Re: Statt sozialem Wohnungsbau perfide Gentrifizierung

Beitragvon Resser Marker » Di 27. Jun 2017, 16:03

Wer bestreitet, dass die hohe Zahl an Flüchtlingen seit 2015 ("Millionen" :lol: :lol: :lol: ) Einfluß auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen hat? Wenn man aber keine Gelegenheit ausläßt, Flüchtlinge / Migranten als Grundübel für so ziemlich alles, was nicht gut läuft, an erster Stelle zu nennen, muss sich schon fragen lassen, wes Geistes Kind man ist.

Wobei mir das bei dir und Schorsch längst klar ist...
Zuletzt geändert von Resser Marker am Di 27. Jun 2017, 20:36, insgesamt 1-mal geändert.
Patriotismus ist die Tugend der Boshaften! (Oscar Wilde)

Re: Statt sozialem Wohnungsbau perfide Gentrifizierung

Beitragvon Sträfling » Di 27. Jun 2017, 19:15

Schorsch hat geschrieben:Sträfling schrieb:

An der Wohnungsnot und der Immobilienblase sind weder die Linken, noch die
Flüchtlinge schuld!


Über Schuld redet Lieschen Müller in der Kirche. Über die angebliche Schuld der Linken hat auch niemand geredet, das erwähnten wir jetzt mehrfach. Dass aber gewaltige Mengen an Zuwanderern, die auf den Wohnungsmarkt drängen, die von Angebot und Nachfrage geprägten Mietpreise erheblich mit(!) beeinflussen, ist so offensichtlich, dass ich es ernsthaft mit niemandem diskutieren werde.

Und mit der DDR lohnt kein Vergleich.


In der Tat. Deshalb kommt man mit ein wenige Erfahrung im Wirtschaftsleben nicht auf die Idee, die Linke mit ihren ewig gestrigen Konzepten als ernsthafte Alternative in Erwägung zu ziehen. Leider.

Man muß sich nur mal an die 70er und 80er Jahre in der BRD erinnern!
Da gab es gezielten öffentlichen Wohnungsbau, Eigenheimzulage und
massenweise städtische Wohnungen und Werkswohnungen.


Die 70er und 80er waren 2 Jahrzehnte, die von diversen, vollkommen unterschiedlichen wirtschaftlichen Situationen auf dem Bausektor geprägt waren. Die 70er zudem noch von kapitalsten Bausünden. Man kann sie ganz sicher nicht als eine Phase subsumieren. Und wenn es in D jemals enorme Preissteigerungen gegeben hat, dann zu dieser Zeit. Das Thema ist allerdings so komplex, dass es mindestens eines dicken Buches bedarf, diese Zeit zu analysieren. Keines Postings.

Ich war als junger Mann ein "Fan" der Eigenheimzulage. Später habe ich erkannt, dass diese Subventionen nur die Grundstückspreise nach oben treiben. Weil ("normale") Neubauten (sehr vereinfacht ausgedrückt) so viel kosten, wie potenzielle Käufer zu finanzieren in der Lage sind. Ich verstehe nicht, wieso du hier die Zulage positiv erwähnst, in deinem Nachbarthread aber vergleichbare Instrumente zerreißt. Das ist in sich unlogisch.

Damals waren Wohnungsnot oder Immobilienblasen Fremdwörter!


Abgesehen davon, dass das falsch ist, waren die Ansprüche deutlich geringer und die Standards um Längen einfacher. Vergleiche sind müßig. Ob wir überhaupt eine Immobilienblase haben, dieses Modewort taucht in gleichmäßigen Abständen seit Jahrzehnten immer wieder auf, ist zudem äußerst umstritten. Das wird erst die Zukunft zeigen. Im internationalen Vergleich muten auch als exorbitant empfundene Großstadtpreise noch weitgehend moderat an.

Sogenannte "Expertenprognosen" waren früher schon genau so regelmäßig falsch wie heute. Das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind. Die (Preis-)Entwicklung auf dem Immobilienmarkt ist in weiten Teilen auch die Folge allgemeiner ökonomischer Entwicklungen, und somit nicht nur aus sich selbst heraus berechenbar.

Neoliberal eben!


Der Begriff "neoliberal" ist in seiner inflationären Anwendung ähnlich präzise wie früher die Begriffe "Hölle" und "Teufel". Sie standen für alles was böse war. Nur Klerikern und Mitläufern war das präzise genug. Gerade wer für offene Grenzen oder "eine Welt" plädiert, das sind vornehmlich die, die alles "Neoliberale", was auch immer das ist, verteufeln, werden sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass bei diesen offenen Grenzen die Regeln nicht von gemeinhin relativ wohlversorgten Deutschen bestimmt werden, die 1 % der Weltbevölkerung ausmachen. Eher schon von den Haien in dem riesigen Becken, das außerhalb unserer Grenzen auf uns wartet.


Danke für die ausführliche Erläuterung deines Standpunkts.
Ich bin allerdings diametral anderer Ansicht!

Ich wundere mich sehr, daß du keine Immobilienblase sehen willst, obwohl
doch bereits die Bundesbank und der IWF davor warnte!
Na gut, spätestens wenn die Blase platzt, wirst auch du sie zur Kenntnis nehmen müssen.
Die Ansprüche waren früher auch keinesfalls geringer! Im Gegenteil,
der Lebenstandard und die Löhne steigen kontinuierlich und ermöglichten
auch Facharbeitern bescheidenen Wohlstand in Form von Wohneigentum.

Nach dem Zusammenbruch der DDR hat die BRD ihre Antipode verloren,
die Bevölkerung nur noch als Masse, deren Arbeitskraft man ausbeuten kann,
gesehen und so war die Vollendung der "geistig-moralischen Wende",
also die Verstetigung der Ausbeutung der Arbeiterklasse durch neoliberale
selbsternannte Eliten und der Agenda 2010 nicht weiter verwunderlich.

Nun sehen wir die Folgen in Form von Immobilienblasen, Massenarmut,
Fremdenhaß und einer erodierenden Demokratie.
Betrüger Republik Deutschland - Arbeit macht arm!

Bauern wehrt euch oder Glyphosat-Merkel verzehrt euch!

Re: Statt sozialem Wohnungsbau perfide Gentrifizierung

Beitragvon Gelber Tyrion » Di 27. Jun 2017, 20:39

Schorsch hat geschrieben:
Letzteres frage (nicht nur ich) mich bei dir, da du offensichtlich keine Ahnung von der Materie hast, aber wieder mal von oben herab contra gibst. Offensichtlich vollkommen substanzlos.

1. Das mit den Linken bezieht sich, wie Olaf richtig schrieb, ganz deutlich auf den sozialistisch verwalteten Immobilienbestand der DDR. An dem man die Ineffektivität staatlicher Handlungshoheit auf diesem Segment deutlichst ablesen konnte.

2. Wenn es dir entgangen ist, dass die Mietpreise aufgrund der Zuwanderung stark gestiegen sind, und du meine "These" gar "absurd" findest, hast du keinerlei Ahnung von der Immobilienbranche. Nicht die leiseste. Gerade hier im Ruhrgebiet, zwischen Hamm und Duisburg, wird seit 15 Monaten, als der große Run der Flüchtlinge die Jobcenter erreichte und zusätzlich noch viele Flüchtlinge vom Land in Richtung Ruhrpott abwanderten, auch das letzte Loch vermietet. Die Bundesregierung hat deswegen sogar zum 6.8.16 eine Aufenthaltsbestimmungsverordnung erlassen. Vorher schon hatten die Sozialämter Unmengen von Wohnungen angemietet. Es sind nur sehr wenige Wohnungen zu bekommen. Alles was einigermaßen in Schuss und frei finanziert ist, wird seitdem zu stark erhöhten Preisen an den Mann gebracht. Vermieter, die bis vor 1,5 Jahren noch messbare Leerstände hatten, verfügen jetzt über Wartelisten.

Wo vor 2 Jahren noch 4-5 Euro verlangt wurden, sind es jetzt locker 6-7. Bei Kleinwohnungen erlebe ich Summen von bis zu 9 oder 10 Euro. Kalt. Vor Kurzem noch undenkbar. Ich brauche da keine polemischen Belehrungen, weil ich fast täglich damit zu tun habe. Auch und vor allem für Flüchtlinge, die sich reihenweise an mich wenden, weil ich schon etlichen eine Wohnung nebst gebrauchten Möbeln besorgen konnte. Anders als ihre "gläubigen" Landsleute nicht für horrende Provisionen, sondern gratis. Ich mache seit über einem Jahr zwei mal die Woche Beratungen in einer kirchlichen Einrichtung und weiß deshalb, wovon ich rede.



Ich glaub die jedes (geschriebene) Wort !

Eine Freundin von mir ist seit halben Ewigkeiten als Immobilientante unterwegs,
so eine Goldgräberstimmung habe ich in ihren Augen noch nie gesehen.

Ohne Quatsch, die bekommt seit 2 Jahren wirklich das letzte Dreckloch zu Highend Preisen vermietet 8-)

Naja, leider sind wir erst im Anfangsstadium diesen ganzen Wahnsinns- Merkels "wir schaffen das" Invasion wird uns noch komplett überfluten, nur Geduld :?

Re: Statt sozialem Wohnungsbau perfide Gentrifizierung

Beitragvon Standfußballer » Mi 28. Jun 2017, 08:17

Gelber Tyrion hat geschrieben:...
Ohne Quatsch, die bekommt seit 2 Jahren wirklich das letzte Dreckloch zu Highend Preisen vermietet 8-)

Naja, leider sind wir erst im Anfangsstadium diesen ganzen Wahnsinns- Merkels "wir schaffen das" Invasion wird uns noch komplett überfluten, nur Geduld :?


Die Preise steigen seit vielen Jahren drastisch und nicht erst seit 2 Jahren.
Aber das Leben ist halt einfacher, wenn man ein Feindbild hat!

Re: Statt sozialem Wohnungsbau perfide Gentrifizierung

Beitragvon Schorsch » Mi 28. Jun 2017, 09:57

Die Preise steigen seit vielen Jahren drastisch und nicht erst seit 2 Jahren.


In der "Regionalmetropole" Münster stimmt das. In allen angesagten Großstädten. Allgemein in begehrten Wohnlagen. In weniger exklusiven Wohnlagen des Ruhrgebiets definitiv nicht. Dort war es bis vor 15 Monaten ein Leichtes, eine ordentliche Wohnung für 4-5 Euro kalt zu bekommen. Bis vor 12 Monaten hatten alle großen Gesellschaften vor Ort auch noch Büros für Mieterangelegenheiten. Seit ziemlich exakt 12 Monaten sind die allesamt dicht. Service haben sie nicht mehr nötig.
"Queen ruft Notfall-Meeting ein - Heiratet Prinz Harry?" (Focus online)

Re: Statt sozialem Wohnungsbau perfide Gentrifizierung

Beitragvon Resser Marker » Mi 28. Jun 2017, 10:05

Schorsch hat geschrieben:
In der "Regionalmetropole" Münster stimmt das. In allen angesagten Großstädten. Allgemein in begehrten Wohnlagen. In weniger exklusiven Wohnlagen des Ruhrgebiets definitiv nicht. Dort war es bis vor 15 Monaten ein Leichtes, eine ordentliche Wohnung für 4-5 Euro kalt zu bekommen. Bis vor 12 Monaten hatten alle großen Gesellschaften vor Ort auch noch Büros für Mieterangelegenheiten. Seit ziemlich exakt 12 Monaten sind die allesamt dicht. Service haben sie nicht mehr nötig.

Das ist schlicht falsch. In dem Ort, der Pate für meinen Nick stand, hat sich daran nichts geändert, um die 4,50,-/qm ist normal und dennoch gibt es einige Leerstände. Das Servicebüro gibt's immer noch, dass jedoch die Verwaltung verschlankt und z.B. der Telefonservice bei Reparaturen ausgelagert wurde, ist schon seit Jahren so und hat nullkommanichts mit Flüchtlingen zu tun.
Patriotismus ist die Tugend der Boshaften! (Oscar Wilde)

Re: Statt sozialem Wohnungsbau perfide Gentrifizierung

Beitragvon Schorsch » Mi 28. Jun 2017, 10:56

Es mag nach wie vor kleine Orte und abgelegene Ortsteile geben, wo man locker Wohnraum bekommt. Hier im Büro habe ich eine ellenlange Warteliste liegen. Für den gesamten Kreis Unna, Dortmund und auch andere Städte an der Bahntrasse des Ruhrgebiets. Jede Wohnung, die ich rein bekomme, ist schneller weg als ich gucken kann. Jobcenterfähige Wohnungsangebote herzlich gerne per PN.
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