Die neue Achse des Autoritären


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Re: Die neue Achse des Autoritären

Beitragvon Der Bast » Fr 6. Feb 2015, 00:08

... richtiger könnte es heißen: Die neue Achse der (Dauer-)Langweiler:
faz.net hat geschrieben:... IS, kontrolliert mittlerweile schon ein Gebiet im Irak und Syrien, das größer als Großbritannien ist. Seine Einnahmen dürften sich auf mehr als 2 Millionen Dollar am Tag belaufen, schätzen amerikanische Geheimdienstmitarbeiter und Experten für Terrorfinanzierungen. Die Gelder stammen ihrer Einschätzung nach aus Ölverkäufen, aus Erpressung, Steuern und Schmuggelgeschäften. (*)...


Angesichts solcher Daten wäre es doch schön, wenn in diesem milliardenverschlingenden 'Operettenstadel Europa' mal wenigestens irgendwer annähernd an einen Staatsmann wie Putin heranreichen würde.

Und was sagt 'der Ami' dazu: "Take their gas and nuke their ass."
Kurz und bündig.

Edith meint, wenn "der Grieche" jetzt einknickt, sind wir verloren... :?
Europaschafftsichab.

(*): http://www.faz.net/aktuell/finanzen/devisen-rohstoffe/islamischer-staat-die-oelgeschaefte-der-is-terroristen-13122673.html

Re: Die neue Achse des Autoritären

Beitragvon Lily the Pink » So 10. Apr 2016, 10:34

Ebenfalls lesenswert dieses (dieser) Essay des klugen Thomas Assheuer:
Konservatismus: Alles wie früher
Ende der Geschichte? Von wegen: Rechte Intellektuelle verkünden den Untergang des Liberalismus
(...) Die Rechte werde beweisen, dass die Zeit "umkehrbar" ist – dass es ein Zurück gibt in das gute Alte ohne Menschenrechte und liberale Freiheit, dafür mit einer bruchfesten, unerschütterlichen Gemeinschaft. "Wenn wir das Individuum als konstitutive Figur des ganzen Systems untergraben, können wir dem Liberalismus ein Ende machen." Man ahnt: Gemessen an Dugins Visionen, ist Orbáns Präsidialregime ein Hort von Freiheit und Demokratie. (...) Rechte Denker kommen und gehen, gerade kommen sie wieder. Schon vor fünfzehn Jahren prophezeite der Soziologe Ulrich Beck einer "stillgestellten Politik", dass früher oder später rechte Bewegungen ungeahnten Zulauf erhalten und ein Erdbeben auslösen würden. Die Quelle ihrer Macht liege darin, "dass die Motive und Themen der in der europäischen Moderne angelegten Gegenaufklärung – der Kampf gegen den Verfall, die Wiedergeburt der alten Werte und Gemeinschaften – auf die aktuellen Tabus radikalisierter Modernisierung angewendet werden". Genau so ist es gekommen. Nicht ahnen konnte Beck, mit welcher Geschwindigkeit sich autoritäre Politikmuster weltweit durchsetzen. Angenommen, die europäische Rechte erhielte weiter Aufwind und Donald Trump würde US-Präsident, dann könnte man sich durchaus ein neues, postliberales Zeitalter vorstellen, eine Ära der Halbdemokratien mit autoritären Regierungen, staatsfrommen Medien und gegängelten Gerichten. Nur in den Antiquariaten fände man sie noch, die Bücher über die goldene Zukunft des Liberalismus. "Ermäßigter Bezug bei Abnahme aller Teilbände."

http://www.zeit.de/2016/13/konservatism ... ettansicht

Re: Die neue Achse des Autoritären

Beitragvon Der Olaf » So 10. Apr 2016, 10:57

Zum Thema Lechts und Rinks.


Neue Ortungspolitik
Die politischen Koordinaten verschieben sich
Früher war vielleicht nicht alles besser, aber einfacher. Linke waren links und Rechte rechts, man wusste, wo man stand, und wo der Gegner, den es zu bekämpfen galt. Die Einwanderungspolitik einer Blockparteienregierung zeigt nun endgültig, dass ein schleichender Paradigmenwechsel die alten Kriterien der politischen Einordnung außer Kraft gesetzt hat. Leider hat ein Großteil der politischen Akteure dies noch nicht begriffen und lebt daher im ständigen Widerstreit der eigenen ideologischen Grundprogrammierung mit den neu herangewachsenen Erfordernissen des Überlebens in den Apparaten der Niedergangsgesellschaft. Auch in etlichen Texten von Konrad Kustos ging es mit den politischen Himmelsrichtungen bisweilen durcheinander, weil angesichts mangelnder Begrifflichkeiten nicht immer der ganze Erklärungsapparat für die neuen politischen Himmelsrichtungen mitgeliefert werden konnte. Deshalb werden die nächsten beiden Posts sich der aufregenden Aufgabe zuwenden zu beschreiben, was aus dem alten politischen Ver-Ortungssystem neues, wie sollte es anders sein: Ungutes, geworden ist.


Der Problematik hatte sich schon 1966 Ernst Jandl genähert, als er schrieb: „manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern. werch ein illtum!“ Wir wissen nicht, was der Poet genau meinte, nur, dass er damals recht hatte und heute erst recht recht hat. Aber recht haben hat mit rechts sein nicht zwangsläufig zu tun. Die Volksweisheit „Rechts ist da, wo der Daumen links ist“ hilft uns ebenfalls nicht weiter, auch wenn wir davon ausgehen können, dass diese Aussage auch im verirrten oder irren neuen Deutschland noch immer zutrifft.

Man würde es sich auch zu einfach machen, die Sitzordnung im Parlament zu bemühen. Diese Einordnung scheiterte schon daran, dass manche rechten oder linken oder sonst welche Parteien und Individuen zurecht oder zu Unrecht gar nicht im Parlament sitzen oder sitzen können werden. Versuchen wir also, die konventionellen Einordnungsmöglichkeiten von rechts und links zusammenzufassen und diese dann mit der heutigen Realität zu vergleichen.

Das linke Weltbild alter Prägung ist nach eigener Wahrnehmung antikapitalistisch, agiert im Interesse der Werktätigen oder anderweitig Benachteiligten, folgt mehr oder weniger der Leitidee des Sozialismus, hält sich für den Sachwalter des Fortschritts, ist internationalistisch oder auch antinational orientiert. Zugrunde liegt in jedem Fall der Interessengegensatz von Kapital und den davon Abhängigen. Als selbstbescheinigter Erfolgsbeweis der Aufklärung glaubt der Linke an das Gute im Menschen („Urgesellschaft“), das durch ein böses oder dysfunktionales System unterdrückt wird und nur freigesetzt werden muss. Nennt man das Idealismus oder Positivismus ist das nicht einmal despektierlich, denn diese Begriffe sind in unserer Kultur tatsächlich positiv besetzt. Der klassische Linke (solange er nicht an der Macht ist) betrachtet sich als eine Vorhut des Volkes.

Das überkommene rechte Weltbild orientiert sich dagegen am Vorhandenen und versucht dieses zu übersteigern und zu verabsolutieren. Es ist demzufolge national orientiert, eher konservativ oder sogar traditionalistisch und sieht internationale Zusammenarbeit eher oder nur als Mittel zum Zweck, der eigenen Lebensgemeinschaft Vorteile zu verschaffen. Fortschritt wird eher skeptisch betrachtet. Zwar bedarf es auch der Unterstützung durch die Massen, doch spielen diese in der rechten Lehre keine große Rolle. Dies liegt natürlich an der Orientierung an einer „richtigen“, den rechten Weg weisenden Obrigkeit. Deshalb wird hier auch ein zur Finalisierung jeder Ideologie zu errichtendes totalitäres Regime offener vertreten. Der klassische Rechte sieht sich als Sachwalter des Volkes.

Rechte und linke Überzeugungen sind, wenn sie sich in der Nähe der weltanschaulichen Mitte aufhalten, kaum auffällig und dienen letztlich dem konstruktiven Austausch von Ideen in einer offenen Gesellschaft. Problematisch wird es, wenn die zugrundeliegenden Ideen zu Ideologien werden und in den Vordergrund treten, wenn sie Alleinvertretungsansprüche reklamieren. Jenseits der Mitte, also von Freiheit und Vernunft, nimmt früher wie heute auf beiden Seiten der Hang zum Totalitären gesetzmäßig zu. Immer geht es darum, andere zum vermeintlich Guten zu zwingen. Die Absichten sind dabei so gut, wie der Horizont beschränkt und das Tun verwerflich ist.

Der Radikale muss naiv sein, um in der vereinfachten Weltsicht eine Lösung der komplexen Probleme des menschlichen Zusammenlebens zu sehen. Es wird dabei spätestens dann gefährlich, wenn diese Naivität sich organisiert und an die Macht kommt. Die fehlende korrigierende Skepsis hinsichtlich der eigenen Ansichten (die ja jeden Machtapparat schnell befällt, aber hier eben schon in der ideologischen DNA verankert ist) verhindert Toleranz, Akzeptanz, sogar schon die Fähigkeit des Zuhörens gegenüber Andersdenkenden.

Bei solchen grundsätzlichen Ähnlichkeiten liegt der Unterschied im klassischen Rechts-Links-Schema im Detail. Ist bei den rechten Wahrheiten die nationale Orientierung im kleinen Maßstab durchaus im Interesse evolutionärer Gesetzmäßigkeiten, tendiert es in größeren Maßstäben dahin, ideologische Wert- und Weltmodelle zu konstruieren, die naturgegebene qualitative Unterschiede zwischen Völkern und Nationen, Lebensweisen und Kulturen unreflektiert voraussetzen. Äußerlichkeiten werden überbetont, intellektuelle Leistungen und Leistungsfähigkeit mit Skepsis betrachtet. Die Stärke wird im Kollektiv gesehen. Am Ende einer solchen Gedankenkette steht die Missachtung von und schließlich die offene Gewalt an Andersdenkenden, deren Unterdrückung und schlimmstenfalls der Krieg.

Auch bei den linken Wahrheiten steht das Kollektiv im Mittelpunkt. Hier ist die ungebremste Fortschrittlichkeitsvermutung der Motor, gegen Gegner rigoros vorzugehen - und je mehr das eigene Modell scheitert, desto rigoroser werden die Maßnahmen. Schließlich, da die Grundidee ja als richtig gesehen wird, hat man nur noch nicht genug dafür getan, sie umzusetzen. Wir merken uns das für später, weil es eine der Altlasten ist, die die neue Linke übernommen hat.

Durch die scheinbare Verfügungsgewalt über kosmische Wahrheiten sorgen Linke wie Rechte in der Nähe oder im Besitz der Macht für rigide Gesetzgebung sowie die Kontrolle über die Justiz und die Medien. Andersdenkende werden durch den Aufbau von Feindbildern, schamfreie Lügenpropaganda und schließlich Verfolgung ausgegrenzt.

Während für den Rechtsradikalen der Feind jenseits der Grenzen lauert, ist es bei den Linksradikalen die herrschende Klasse innerhalb des eigenen Volkes. Was nicht ganz stimmt, weil der klassische Rechte natürlich auch noch gegen die Liberalen und Intellektuellen im eigenen Lande vorgeht und der klassische Linke gegen das internationale Kapital. Es ist eben kompliziert.

Und mit dem hier besprochenen Paradigmenwechsel wird es noch komplizierter. Das zeigt sich, wenn eine konservative Hardcore-Linke wie Sahra Wagenknecht plötzlich in der Flüchtlingsfrage scheinbar rechte Themen besetzt. „Wer sein Gastrecht missbraucht, der hat sein Gastrecht eben auch verwirkt“, sagte sie nach den Vorfällen von Köln und wurde prompt von der eigenen Partei (und natürlich dem hämisch lachenden Rest des Establishments) angezählt. Nicht einmal die Faschismuskeule („… wie in den 30er-Jahren…“) blieb ihr erspart. Wagenknecht votiert im übrigen auch gegen den Euro und sagt über den Vater des Wirtschaftswunders „Ludwig Erhards Anspruch, Wohlstand für alle zu schaffen, das ist für mich linke Politik“, auch wenn der CDU-Kanzler nun wahrlich kein Linker gewesen sei.

Wagenknecht formuliert alte linke Positionen und steht damit in ihrer Partei plötzlich weitgehend allein. Was ist da passiert, warum ist das passiert, und was bedeutet das für uns? Es hat zu tun mit Machtpolitik, Dekadenz und dem allgemeinen Niedergang, doch dazu ist so viel zu sagen, dass ich meine Leser schweren Herzens aus Platzgründen mit einem FORTSETZUNG FOLGT auf den nächsten Sonnabend vertagen muss. Bitte schon mal die heute besprochenen Fakten dafür im Hinterkopf bereitlegen.

http://chaosmitsystem.blogspot.de/2016/04/neue-ortungspolitik.html
Deutscher Meister: 1956, 1957, 1963, 1995, 1996, 2002, 2011, 2012
DFB-Pokalsieger: 1965, 1989, 2012
Supercup-Sieger: 1989, 1995, 1996, 2013, 2014
Champions-League-Sieger: 1997
Europacup der Pokalsieger: 1966
Weltpokal-Sieger: 1997

Re: Die neue Achse des Autoritären

Beitragvon Lily the Pink » So 10. Apr 2016, 11:03

Diese eingespurte Üblichkeit ist ja aber wohl kaum als ein Einwand gegen Assheuers Thesen oder als Gegentext zu lesen.

Re: Die neue Achse des Autoritären

Beitragvon Der Olaf » So 10. Apr 2016, 11:19

Lily the Pink hat geschrieben:Diese eingespurte Üblichkeit ist ja aber wohl kaum als ein Einwand gegen Assheuers Thesen oder als Gegentext zu lesen.

Habe ich auch nicht Behauptet.
Aber so wie du wieder direkt reagierst scheint der Einwand ja berechtigt.
Deutscher Meister: 1956, 1957, 1963, 1995, 1996, 2002, 2011, 2012
DFB-Pokalsieger: 1965, 1989, 2012
Supercup-Sieger: 1989, 1995, 1996, 2013, 2014
Champions-League-Sieger: 1997
Europacup der Pokalsieger: 1966
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Re: Die neue Achse des Autoritären

Beitragvon Ruhrpottrabauke » So 10. Apr 2016, 11:27

:lol: :lol: köstlich

Re: Die neue Achse des Autoritären

Beitragvon Lily the Pink » So 10. Apr 2016, 11:33

Der Olaf hat geschrieben:
Lily the Pink hat geschrieben:Diese eingespurte Üblichkeit ist ja aber wohl kaum als ein Einwand gegen Assheuers Thesen oder als Gegentext zu lesen.

Habe ich auch nicht Behauptet.
Aber so wie du wieder direkt reagierst scheint der Einwand ja berechtigt.


Ach, du wolltest nur mal wieder was (Langes) zitieren. Schön. Im Übrigen gehört es - man denke - zum Wesen von Foren, auf das zu reagieren, was Widerspruch oder Einspruch verlangt. So what? Ansonsten feierte man sich nur gegenseitig ab oder betrieb gar einen Wettbewerb, wer noch die kühnsten und die meisten Texte verlinken kann, um Gleichgesinnte in Verzückung zu treiben. ;-) Oder Foren implodierten. Und das schließlich wollen wir und westline nicht.

Re: Die neue Achse des Autoritären

Beitragvon Der Olaf » So 10. Apr 2016, 11:37

Lily the Pink hat geschrieben:
Der Olaf hat geschrieben:
Lily the Pink hat geschrieben:Diese eingespurte Üblichkeit ist ja aber wohl kaum als ein Einwand gegen Assheuers Thesen oder als Gegentext zu lesen.

Habe ich auch nicht Behauptet.
Aber so wie du wieder direkt reagierst scheint der Einwand ja berechtigt.


Ach, du wolltest nur mal wieder was (Langes) zitieren. Schön. Im Übrigen gehört es - man denke - zum Wesen von Foren, auf das zu reagieren, was Widerspruch oder Einspruch verlangt. So what? Ansonsten feierte man sich nur gegenseitig ab oder betrieb gar einen Wettbewerb, wer noch die kühnsten und die meisten Texte verlinken kann, um Gleichgesinnte in Verzückung zu treiben. ;-) Oder Foren implodierten. Und das schließlich wollen wir und westline nicht.


Sagt die Person ohne eigene Meinung, die perfekt die Copy Paste Funktion verinnerlicht hat und bei der man die eigene Meinung vergeblich sucht, bzw diese aus ihren kopierten Texten herausdeuten muss.
Deutscher Meister: 1956, 1957, 1963, 1995, 1996, 2002, 2011, 2012
DFB-Pokalsieger: 1965, 1989, 2012
Supercup-Sieger: 1989, 1995, 1996, 2013, 2014
Champions-League-Sieger: 1997
Europacup der Pokalsieger: 1966
Weltpokal-Sieger: 1997

Re: Die neue Achse des Autoritären

Beitragvon Lily the Pink » So 10. Apr 2016, 11:58

Ach, Olaf, warum wieder so ad personam? *tztz+ Im Übrigen changieren die hier bereits gelesenen Urteile: Keine Meinung vs. gegen alles zu sein vs. dogmatisch an ihrer Meinung festzuhalten. Very interesting,ey? Die Wahrheit liegt gemäß der guten alten - nicht mehr zeitgemäßen - Bürgerlichkeit oft in der Mitte. Wie es sich für Skeptiker und Skeptikerinnen gehört. Sie haben viele Meinungen, viele Seelen wohnen in ihrer Brust. Sie scheuen Urteile nach dem Redestil des Autoritären "Weiß oder Schwarz" und schätzen Werte abendländischer Kultur, die z.B. durch Zitieren eben dessen Bildungsgutes - auch dekorativ - zum Ausdruck kommen. Und Zitate stehen auch nie gleichsam wie erratische Blöcke ohne Bezug zu Eigenaussagen. Im Übrigen - darauf weise ich erneut hin - sind die hier äußerst beliebten Verlinkungen nix anderes als eine Form des Zitierens. Sogar eher noch leserunfreundlicher. ,-) Eigentlich eine Binse und auch ein Wesensmerkmal von Foren. Please, back to topic.

Re: Die neue Achse des Autoritären

Beitragvon Lily the Pink » So 22. Mai 2016, 21:05

Bürgertum und Rechtsruck: Sie taten liberal
Der Mittelstand sah dem Aufstieg Hitlers tatenlos zu - heute geifern die Rechten wieder. Und das Bürgertum? Schweigt und versagt abermals.
Das "feine Schweigen" also. Das trifft es eigentlich ganz gut. Wie kippt ein Land? Wie kippt eine Gesellschaft? Wie entstehen rechte Diktaturen? Und was ist die Rolle des Bürgertums?
Fritz Stern hat diese Formulierung benutzt, der große Historiker, der diese Woche gestorben ist, er hat sie benutzt, um das Versagen jener Schichten zu beschreiben, die die Gesellschaft eigentlich tragen sollten.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 93312.html
Georg Diez meets Fritz Stern meets Odo Marquard ("Verweigerte Bürgerlichkeit") meets Peter Sloterdijk (vgl. den oft zitierten Strang "Leid der FDP" ("Verrat des Liberalismus"),
Ich sehe noch eine weitere historische Parallele, die noch weiter zurückgreift. Nämlich die Spaltung des Liberalismus während des Verfassungskonflikts 1862-1866 in Preußen in einen nationalliberalen Flügel, der unter dem Eindruck von Bismarcks außenpolitischen Erfolgen die bisherige liberale Opposition gegen dessen verfassungswidrige autoritäre Politik aufgab und nun mit dem "eisernen Kanzler" und den Konservativen zusammenarbeitete, und in einen Flügel der "Freisinnigen und der Fortschrittspartei", der an seiner opponierenden Haltung festhielt.