Buchempfehlung


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Re: Buchempfehlung

Beitragvon Lily the Pink » Fr 21. Okt 2016, 10:04

Hat etwas von einem Popanz, wenn die moralisch wohl kaum zu beanstandende Forderung eines "Aufstandes der Anständigen" als Kamikazehaltung, als Einsatz von Leib und Leben, d.h. als Aktualisierung des vielzitierten und nationalistisch-chauvinistisch missbrauchten Horaz-Verses „Dulce et decorum est pro patria mori“ („Süß und ehrenvoll ist's, fürs Vaterland zu sterben“) verfälschend "hochsterilisiert" wird, wie diese Worte des Autors indizieren.: "Und wenn wir vernünftigerweise nicht mehr wie einst sagen: "Süß ist es für das Vaterland zu sterben" - dann bitte auch kein "Aufstand der Anständigen". Dann müssen nicht Sie und ich uns mit Schlägern schlagen, sondern der Staat muss dafür sorgen, dass die Schläger mit polizeilichen oder anderen Sicherheitskräften überhaupt nicht wirksam schlagen können."
http://www.ndr.de/kultur/Michael-Wolffs ... al382.html
Diese groteske Deutung jenes Appells möchte ich mal aus dem Munde dessen lesen (hören), der diesen Leitsatz aufstellte. Im Gegenzug könnte locker daraus das quietistische Kernstück jeder Spießerideologie abgeleitet werden: "Halte besser die Schnauze, schau weg, misch dich nicht ein". Der Volksmund hält hierfür den Kommentar bereit: "Da wird mal wieder ein Kind mit dem Bade ausgeschüttet". In einem hat Wolffsohn natürlich Recht: Den Bürgern dürfen nicht originäre Staatsaufgaben aufgebürdet werden, eine Konsequenz mancher Programme eines "Rückzuges des Staates", so auch nicht Aufgaben der Polizei. Dies sei aktuell auch und gerade in Richtung Sachsen zu betonen.

Re: Buchempfehlung

Beitragvon Lily the Pink » So 23. Okt 2016, 20:08

Eine im doppelten Wortsinn ausgezeichnete Position, auch die apekthaft als Einspruch gegen (verfälschende?) Deutungen Wolffsohns gelesen werden kann:
Friedenspreisträgerin Carolin Emcke: "Freiheit ist etwas, das man tut"
Die Publizistin Carolin Emcke kämpft mit Worten gegen Fanatismus. Bei der Verleihung des Friedenspreises forderte sie die Bürger auf, sich einzumischen.
"Wir dürfen uns nicht wehrlos und sprachlos machen lassen", sagte die neue Friedenspreisträgerin des Deutschen Buchhandels, Carolin Emcke am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche, wo sie den Preis entgegennahm. Emcke rief zu Widerstand der Zivilgesellschaft gegen Hass und Gewalt auf. Allein sei dies nicht möglich, räumte sie ein. "Dazu braucht es alle in der Zivilgesellschaft. Demokratische Geschichte wird von allen gemacht."

http://www.spiegel.de/kultur/literatur/ ... 17914.html
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Carolin Emcke, eine der wichtigsten Intellektuellen der Gegenwart, äußert sich in ihrem engagierten Essay ›Gegen den Hass‹ zu den großen Themen unserer Zeit: Rassismus, Fanatismus, Demokratiefeindlichkeit. In der zunehmend polarisierten, fragmentierten Öffentlichkeit dominiert vor allem jenes Denken, das Zweifel nur an den Positionen der anderen, aber nicht an den eigenen zulässt. Diesem dogmatischen Denken, das keine Schattierungen berücksichtigt, setzt Carolin Emcke ein Lob des Vielstimmigen, des »Unreinen« entgegen ― weil so die Freiheit des Individuellen und auch Abweichenden zu schützen ist. Allein mit dem Mut, dem Hass zu widersprechen, und der Lust, die Pluralität auszuhalten und zu verhandeln, lässt sich Demokratie verwirklichen. Nur so können wir den religiösen und nationalistischen Fanatikern erfolgreich begegnen, weil Differenzierung und Genauigkeit das sind, was sie am meisten ablehnen.
Für alle, die überzeugende Argumente und Denkanstöße suchen, um eine humanistische Haltung und eine offene Gesellschaft zu verteidigen
. (fischerverlage.de)

Re: Buchempfehlung

Beitragvon Lily the Pink » Mo 24. Okt 2016, 11:37

Carolin Emckes Dankesrede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises 2016 - Es gilt das gesprochene Wort:
http://www.friedenspreis-des-deutschen- ... e/1244997/

Re: Buchempfehlung

Beitragvon Lily the Pink » Di 8. Nov 2016, 01:13

Gerade lief bei "Phoenix" eine mich interessierende Diskussion: "Trump, Le Pen, Petry - Die Stunde der Populisten?" U.a. kam man dabei im Zusammenhang von Populismus und Verrohung der öffentlichen Rede auf das lesenswerte Interview des britischen Historikers Timothy Garton Ash in der aktuellen Printausgabe des "Spiegel" zu sprechen:
"Auch die anstößigste Meinung diskutieren" - Populismus und politische Korrektheit bedrohen die Redefreiheit gleichermaßen, meint der Historiker Timothy Garton Ash. Er fordert eine Streitkultur fürs Shitstorm-Zeitalter (...), in dem das Internet die "größte Kloake der Weltgeschichte" darstelle und "ungeheuer viel Scheiße (...) um die Welt" fließe.
Und als Buchtipp:
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Darf man auf Facebook alles posten? Ist Böhmermann zu weit gegangen? Timothy Garton Ashs Standardwerk zur Rede- und Meinungsfreiheit im 21. Jahrhundert
Noch nie konnten so viele Menschen wie heute ihre Meinung auf der ganzen Welt verbreiten. Internet und Globalisierung haben eine neue Epoche der Redefreiheit möglich gemacht, gleichzeitig provozieren sie neue kulturelle und religiöse Konflikte. Müssen wir rassistische Kommentare auf Facebook hinnehmen? Darf Satire den Propheten Mohammed verhöhnen? 2011 hat Timothy Garton Ash eine Debatte angestoßen, seitdem diskutieren Teilnehmer aus der ganzen Welt die Frage, wie wir in Zukunft vernünftig unsere Standpunkte austauschen, wie wir das Recht auf Redefreiheit genauso wie die Würde Andersdenkender sichern können. Es ist der Stoff für sein neues Buch: Ein Standardwerk zur Redefreiheit im 21. Jahrhundert.

https://www.hanser-literaturverlage.de/ ... 6-24494-8/

Re: Buchempfehlung

Beitragvon Lily the Pink » Mi 16. Nov 2016, 19:37

Calimero hat geschrieben:Buchtipp (nicht mehr ganz neu, doch immer lesenswert):

Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein

Der Mensch ist dem Menschen ein Verdacht

Abstufungen der Verkommenheit: Hans Falladas großes Werk „Jeder stirbt für sich allein“ liegt erstmals ungekürzt vor. 1947 hatte man in der DDR aus politischen Gründen verändernd eingegriffen.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/b ... ageIndex_2

Bibliographische Angaben:

Hans Fallada: „Jeder stirbt für sich allein“. Roman. Aufbau Verlag, Berlin 2011. 704 S., geb., 19,95 €.


Widerstand im NS-Regime - Mit Postkarten gegen die Todesmaschine
Auf Karten und Handzetteln riefen sie zum Sturz der Nazis auf. 1943 wurden Elise und Otto Hampel in Berlin hingerichtet. Ein Roman machte ihr Schicksal weltbekannt - und kommt nun als Neuverfilmung in die Kinos.

http://www.spiegel.de/einestages/widers ... 21314.html

Re: Buchempfehlung

Beitragvon Lily the Pink » So 4. Dez 2016, 17:37

Ich bin mal so mutig, das Risiko bei Strafe eines shitstorms ;-) erneut einzugehen, einen weiteren Hinweis auf einen Beitrag in einem Kulturmagazin (sic!) zu geben:
ttt - titel thesen temperamente, Das Erste, heute: 23:05 - 23.35 Uhr:
Die Abstiegsgesellschaft und die Super-Reichen

Warum der Ultrakapitalismus unsere Demokratie an die Wand fährt
Der Westen steckt in einer krachenden Krise – unsere lebenswerten, fortschrittlichen Demokratien sind dramatisch bedroht. Ungläubig beobachten die meisten Europäer die massiven Erfolge der Rechten, die autoritäre Denkmuster als Protest verkaufen, die versuchen, die kulturelle Hegemonie zu gewinnen, indem sie das berechtigte Unbehagen am Zustand unserer Gesellschaften kanalisieren. Dreht sich das Rad der Geschichte vielleicht doch zurück? Was ist da nur so schief gelaufen?
Oliver Nachtwey liefert in seinem Buch "Die Abstiegsgesellschaft – Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne" eine schlüssige Erklärung. Wir sehen gerade die Auswirkungen von drei Jahrzehnten neoliberaler Politik, sagt der Frankfurter Soziologe. Sein Bild: Wir fahren nicht mehr alle gemeinsam auf der Rolltreppe nach oben – so, wie noch zu Zeiten der sozialen Marktwirtschaft. Seit die Politik in den 80er Jahren den Märkten und der Finanzwirtschaft das Sagen überlassen habe, so Nachtweys Untersuchungen, fahren viele Mitglieder dieser Gesellschaft nach unten, einige laufen gegen die Fahrtrichtung an, um auf der Stelle zu bleiben, und einige fahren selbstverständlich weiter nach oben.
Wir leben in einer neuen Klassengesellschaft, sagt Nachtwey. Das zu thematisieren, sei aber nahezu tabu. Obwohl genau hier die wirklichen Ursachen für die rechte Revolte zu finden seien. Die soziale Frage sei in Vergessenheit geraten, auch bei den Sozialdemokraten und Linken.
Vor dieser Entwicklung warnen mittlerweile sogar die Superreichen. Einige der mächtigsten Ultrakapitalisten fürchten um den sozialen Frieden, sagt die New Yorker Finanzexpertin Sandra Navidi. In ihrem Buch "Superhubs – Wie die Finanzelite und ihre Netzwerke die Welt regieren" gibt sie tiefe Einblicke in die Machtzirkel der internationalen Finanzelite und warnt: Wenn wir nicht bald für eine gerechtere Verteilung von Reichtum sorgen, wird nicht nur unser komplettes Finanzsystem, sondern auch unsere Demokratie kollabieren.
"ttt" spricht mit Oliver Nachtwey und Sandra Navidi darüber, warum die soziale Frage dringend wieder zurück auf die politische Bühne muss und weshalb es noch immer ein solches Tabu ist, über Reichtum zu sprechen.

http://www.daserste.de/information/wiss ... 6-104.html

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Die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs war eines der zentralen Versprechen der »alten« BRD – und tatsächlich wurde es meistens eingelöst: Aus dem Käfer wurde ein Audi, aus Facharbeiterkindern Akademiker. Mittlerweile ist der gesellschaftliche Fahrstuhl stecken geblieben: Uniabschlüsse bedeuten nicht mehr automatisch Status und Sicherheit, Arbeitnehmer bekommen immer weniger ab vom großen Kuchen. Oliver Nachtwey analysiert die Ursachen dieses Bruchs und befasst sich mit dem Konfliktpotenzial, das dadurch entsteht: Selbst wenn Deutschland bislang relativ glimpflich durch die Krise gekommen sein mag, könnten auch hierzulande bald soziale Auseinandersetzungen auf uns zukommen, die heute bereits die Gesellschaften Südeuropas erschüttern (Suhrkamp).

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$uper-hubs enthüllt, wie die Finanzelite und ihre mächtigen Netzwerke das Weltgeschehen – und damit unser aller Leben – beherrschen.

Super-hubs sind die am besten vernetzten Knotenpunkte innerhalb des Finanznetzwerks, wie Milliardär George Soros, JP-Morgan-Chef Jamie Dimon und Blackrock-Boss Larry Fink. Ihre persönlichen Beziehungen und globalen Netzwerke verleihen ihnen finanzielle, wirtschaftliche und politische »Super-Macht«. Mit ihren Entscheidungen bewegen sie täglich Billionen auf den Finanzmärkten und haben somit direkten Einfluss auf Industrien, Arbeitsplätze, Wechselkurse, Rohstoffe oder sogar den Preis unserer Lebensmittel.

Als Insiderin der Hochfinanz nimmt Sandra Navidi Sie mit hinter die Kulissen dieses Mikrokosmos der Macht: zum Weltwirtschaftsforum in Davos, zum Internationalen Währungsfonds, zu Thinktanks, Benefizgalas und glamourösen Partys. Sie beleuchtet die Menschen, die hinter abstrakten Institutionen und Billionen an Kapital stehen, ihr Erfolgsgeheimnis, ihre privilegierte Existenz und die Auswirkungen auf unser Finanzsystem und damit auch auf die Zukunft unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Erstmals überhaupt gibt Sandra Navidi damit einen Einblick in die sonst hermetisch abgeriegelte Machtelite.
(Finanzbuchverlag)

Re: Buchempfehlung

Beitragvon Lily the Pink » Mi 7. Dez 2016, 17:41

Wie sich Wörter von Rechtspopulisten in unsere Sprache einschleichen
Politikwissenschaftler Robert Feustel und sein Team haben das "Wörterbuch des besorgten Bürgers" geschrieben

Ob "Schießbefehl" oder "völkisch" – neue Rechte wie AfD und Pegida fallen mit nationalistischen Entgleisungen auf. Oft bedienen sie sich dabei eines Vokabulars, das in der Tradition der Nationalsozialisten steht. Aber auch Neologismen werden geschaffen, denen man ihre Menschenfeindlichkeit auf den ersten Blick nicht anmerkt.
http://www.bento.de/politik/woerterbuch ... /#refsponi
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In Kreisen besorgter Bürger machen dieser Tage Begriffe die Runde, deren Unsinn nicht selbstverständlich ist. Dieses Wörterbuch kartografiert und kritisiert unvollständig und selbst wertend in 150 Einträgen den sprachlichen Zauber, der weite Teile der politischen Öffentlichkeit erfasst hat und der beharrlich mit stilisierten Ängsten spielt. Konsequent aus einer falschen Opferperspektive werden Tabubrüche inszeniert, um noch so derbe Zumutungen als verkannte Wahrheit zu deklarieren. Neben der politischen Schärfe, welche die Aufarbeitung besorgter Sprache unweigerlich zeigt, kommt auch (ungewollt) Komisches zum Vorschein ...
Von »Asylindustrie« über »Merkeljugend« bis »Volkstod«: In Kreisen besorgter Bürger machen dieser Tage Begriffe die Runde, deren Unsinn nicht selbstverständlich ist. (...)

Konsequent aus einer falschen Opferperspektive werden Tabubrüche inszeniert, um noch so derbe Zumutungen als verkannte Wahrheit zu deklarieren. Neben der politischen Schärfe, welche die Aufarbeitung besorgter Sprache unweigerlich zeigt, kommt auch (ungewollt) Komisches zum Vorschein: Wer etwa von »Volksverdünnern« spricht, hat nicht darüber nachgedacht, dass Besorgte – um im Bild zu bleiben – dann die Arterien der Gesellschaft verstopfen (...)

https://www.ventil-verlag.de/titel/1770 ... n-buergers

Re: Buchempfehlung

Beitragvon Lily the Pink » Do 22. Dez 2016, 00:08

Dem Schriftsteller Anatole France gelingt - auch parabolisch zu lesen - bereits im Jahr 1908 ein bemerkenswert weitsichtiger Blick auf unsere Gegenwart:
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Im achten Buch (dieses Romans) unternimmt France einen kühnen Sprung in die Zukunft. Über eine Gesellschaft, die sich technologisch immer weiter entwickelt, kulturell jedoch verkümmert, herrscht eine Schicht von Plutokraten, deren einziges Ziel es ist, immer mehr Reichtümer anzuhäufen. Dieses Regime, „das auf die stärksten Pfeiler der menschlichen Natur gebaut war, auf Dünkel und auf Gier“, ruft jedoch eine Revolte von terroristischen Attentätern hervor, denen es gelingt, mit hochentwickelten Sprengstoffen Zerstörungen unvorstellbaren Ausmaßes anzurichten. Das Ergebnis ist, dass nicht nur die Zivilisation, sondern ebenfalls die Erinnerung an sie verschwindet. (wiki).

Re: Buchempfehlung

Beitragvon Lily the Pink » Mo 9. Jan 2017, 19:50

Mit 91 Jahren - Soziologe Zygmunt Bauman gestorben
Er war einer der großen Gegenwartsanalytiker, beschrieb unsere Zeit als "flüchtige Moderne". Nun ist der polnische Sozialwissenschaftler Zygmunt Bauman in England gestorben. Er wurde 91 Jahre alt.
"Liquid Modernity", heißt sein zentrales Werk im Original, es erschien 2003 unter dem deutschen Titel "Flüchtige Moderne", aber es könnte auch verflüssigte Moderne heißen. Beschrieben hat der Soziologe Zygmunt Bauman darin die Schattenseiten der postmodernen Gesellschaft: Überbetonung des Marktes, ungefilterte Kommunikation, Fehlen von Gemeinsamkeiten.
Die Metapher von der liquiden Gesellschaft buchstabierte Bauman noch in mehreren weiteren Büchern durch, sie zeigten den bereits betagten Wissenschaftler auf der Höhe der Zeit. Zuvor hatte er häufig mit dem Begriff Postmoderne gearbeitet, ihr Verhältnis zur Moral und das Unbehagen an ihr analysiert.
(...)
http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 29246.html

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Zygmunt Bauman entwirft das Bild einer Moderne, die sich durch exterritorial und mobil gewordene Machtstrukturen auszeichnet. Das Individuum ist zwar in die Freiheit entlassen, muß das soziale Gewebe jedoch in Heimarbeit selbst herstellen. Es gibt kein Schaltzentrum der Macht mehr, die Strukturen sind flüchtig, die Freiheit beliebig. In seiner mitreißenden Analyse wagt Zygmunt Bauman einen Ausblick auf eine Zeit nach der Zweiten Moderne; die Risikogesellschaft mit ihren flexiblen Menschen läuft auf eine flüchtige Moderne zu, in der Revolutionen, die ja etwas Bestehendes auflösen sollen, keinen Ansatzpunkt mehr haben.
http://www.suhrkamp.de/buecher/fluechti ... 12447.html

Seine jüngste Publikation, wie man wohl liest, von durchaus aktuellem Rang (9/2016):
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Wenn in kurzer Zeit Hunderttausende Menschen ins Land kommen, stellt das für jede Nation eine gewaltige Herausforderung dar. Und dennoch wirkt es befremdlich, dass Migration praktisch alle anderen Themen von den Titelseiten verdrängt. Den Klimawandel. Die Ungleichheit. Zerfallende Staaten. Also die eigentlichen Ursachen der Migration. Zygmunt Bauman spricht angesichts der emotionalen Debatte von einer moralischen Panik. Und er stellt die Frage, wer von dieser Panik (oder Panikmache?) profitiert. Nicht zuletzt, so der Soziologe, populistische Politiker, die endlich klare Kante zeigen können – zumindest solange sie nicht in der Verantwortung stehen.
Inmitten der Hysterie und der zunehmenden Xenophobie plädiert Bauman für Gelassenheit und Empathie. In einer Welt, in der Geld, Bilder und Waren frei zirkulieren und ob deren Kugelform sich die Menschen »nicht ins Unendliche zerstreuen können« (Kant), werden wir lernen müssen, mit den anderen zusammenzuleben.
(Suhrkamp)

Re: Buchempfehlung

Beitragvon masafakka » Mo 9. Jan 2017, 23:18

yo nur mal so... habt ihr die bücher, die ihr hier recommendet auch wirklich gelesen? die meisten postn ja einfach klappentext oder quoten ne rezension... dann ist es ja keine wirklich empfehlung unless der rezensent ist eine person, deren urteil ihr 100% trusted.

manchmal wirkt hier wie so ein pretentious signalisieren von intellektualität und so... no offense

wenn der thread "buchempfehlung" sein soll und nicht "yo was gibts neues bei meyersche" wäre eine revision des thread-formats appropriate, sodass submitter mit paar cliff notes und wieso _ICH_ als empfehlende/r dieses buch recommende contributed.

wenn tatsächlich gelesen wurde und dann empfohlen, dann weiß ich auch sofort "aah.. gomez liket weil culitvated latinas erotica" oder "aah some philosphicl shit by lily" oder "über the importance of speaking german by erwink" und kann mir aus meinem vorurteil über den forumuser und dessen zusatzinfo aus rezension eine bessere vorstellung machen, ob das buch ein goodread ist.