Die Qualität der Bundesliga


Moderatoren: Erwin u Helmut, EddieW

Re: Die Qualität der Bundesliga

Beitragvon elTribe » Fr 6. Apr 2018, 23:21

Ich fand dieses Jahr erstaunlich, dass gerade die Vereine, die sich zum ersten Mal seit langem fuer einen internationalen Wettbewerb qualifiziert haben (Leipzig, Hoffenheim, Koeln, Hertha, Freiburg) alle nicht wirklich in ihren Kader investiert haben. Das ist dann fuer mich ein bisschen zu konservativ. Natuerlich will man nicht direkt vor dem Abgrund stehen wenn die Investitionen nicht einschlagen, aber man muss doch zumindest etwas Risiko gehen um dann international bestehen zu koennen.

Es war fuer mich komplett absehbar, dass von den oben genannten einzig und allein Leipzig das Potential fuer internationalen Erfolg hatte.

Re: Die Qualität der Bundesliga

Beitragvon BuB » Fr 6. Apr 2018, 23:25

Am krassesten finde ich, dass Köln offenbar dachte, sich irgendwie ohne Modeste-Ersatz durchmogeln zu können.

Epic Fail.
Bild Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen!!!Bild

Re: Die Qualität der Bundesliga

Beitragvon saihttaM » Fr 6. Apr 2018, 23:55

BuB hat geschrieben:Am krassesten finde ich, dass Köln offenbar dachte, sich irgendwie ohne Modeste-Ersatz durchmogeln zu können.

Epic Fail.


Das trifft so nicht zu. Schließlich hatte der 1. Fußballclub aus Köln immense 17 Millionen für Jhon Cordoba nach Mainz überwiesen. Das Geld wurde ja nicht angelegt, um einen Bankderücker zu verpflichten. Dass dieser auch nicht nur annährend an die Tor-Erfolge eines Modeste hat anknüpfen können, hat zuletzt nicht nur dem Manager den Job gekostet, sondern auch dem Trainer.
Mit CH Zukunft königsblau gestalten.

Re: Die Qualität der Bundesliga

Beitragvon Der Steiger » Sa 7. Apr 2018, 08:39

Wobei 17 Mio für einen Cordoba auch geradezu aberwitzig sind. Da hätten die finanziell ohnehin gesunden Kölner lieber richtig Geld in die Hand nehmen und jemanden mit zweistelliger Torgarantie verpflichten sollen. So wird der Abstieg sie empfindlich mehr Geld kosten, vom langfristigen Schaden durch die Trennung von der eigentlich erfolgreichen und kompetenten sportlichen Leitung mal ganz abgesehen.
I am a supporter of the glorious FC Schalke 04 and of ANY team playing against Borussia Dortmund. ;)

Frei nach Marcus P. Cato: "Im übrigen bin ich der Meinung, dass Robert Hartmann keine Spiele mit Schalker Beteiligung pfeifen sollte!"

Re: Die Qualität der Bundesliga

Beitragvon 21 » Sa 7. Apr 2018, 10:27

Der Steiger hat geschrieben:Wobei 17 Mio für einen Cordoba auch geradezu aberwitzig sind. Da hätten die finanziell ohnehin gesunden Kölner lieber richtig Geld in die Hand nehmen und jemanden mit zweistelliger Torgarantie verpflichten sollen. So wird der Abstieg sie empfindlich mehr Geld kosten, vom langfristigen Schaden durch die Trennung von der eigentlich erfolgreichen und kompetenten sportlichen Leitung mal ganz abgesehen.

ich fand Cordoba, wenn man von Mainz Zusammenfassungen gesehen hat auch interesssant und hätte gedacht für 12-15 Bulitreffer ist der je Saison gut, wenn er gut "gefüttert" wird. Modeste hätte man auf mehrere Schultern verteilen sollen, aber dann bist du die Einnahmen auch schon wieder los.
bwg
21

Re: Die Qualität der Bundesliga

Beitragvon Der Steiger » Sa 7. Apr 2018, 11:40

21 hat geschrieben:
Der Steiger hat geschrieben:Wobei 17 Mio für einen Cordoba auch geradezu aberwitzig sind. Da hätten die finanziell ohnehin gesunden Kölner lieber richtig Geld in die Hand nehmen und jemanden mit zweistelliger Torgarantie verpflichten sollen. So wird der Abstieg sie empfindlich mehr Geld kosten, vom langfristigen Schaden durch die Trennung von der eigentlich erfolgreichen und kompetenten sportlichen Leitung mal ganz abgesehen.

ich fand Cordoba, wenn man von Mainz Zusammenfassungen gesehen hat auch interesssant und hätte gedacht für 12-15 Bulitreffer ist der je Saison gut, wenn er gut "gefüttert" wird. Modeste hätte man auf mehrere Schultern verteilen sollen, aber dann bist du die Einnahmen auch schon wieder los.
bwg
21


Dann wäre man sie halt los gewesen. Köln ist nahezu schuldenfrei, hätte sich das also leisten können. Dafür wäre dann ein konkurrenzfähiges Team da gewesen, dass den FC näher an die Spitzengruppe um Dortmund, Schalke, Leverkusen etc hätte bringen können. Aber gut, nicht unser Problem.
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Frei nach Marcus P. Cato: "Im übrigen bin ich der Meinung, dass Robert Hartmann keine Spiele mit Schalker Beteiligung pfeifen sollte!"

Re: Die Qualität der Bundesliga

Beitragvon Der Steiger » Sa 7. Apr 2018, 11:40

21 hat geschrieben:
Der Steiger hat geschrieben:Wobei 17 Mio für einen Cordoba auch geradezu aberwitzig sind. Da hätten die finanziell ohnehin gesunden Kölner lieber richtig Geld in die Hand nehmen und jemanden mit zweistelliger Torgarantie verpflichten sollen. So wird der Abstieg sie empfindlich mehr Geld kosten, vom langfristigen Schaden durch die Trennung von der eigentlich erfolgreichen und kompetenten sportlichen Leitung mal ganz abgesehen.

ich fand Cordoba, wenn man von Mainz Zusammenfassungen gesehen hat auch interesssant und hätte gedacht für 12-15 Bulitreffer ist der je Saison gut, wenn er gut "gefüttert" wird. Modeste hätte man auf mehrere Schultern verteilen sollen, aber dann bist du die Einnahmen auch schon wieder los.
bwg
21


Dann wäre man sie halt los gewesen. Köln ist nahezu schuldenfrei, hätte sich das also leisten können. Dafür wäre dann ein konkurrenzfähiges Team da gewesen, dass den FC näher an die Spitzengruppe um Dortmund, Schalke, Leverkusen etc hätte bringen können. Aber gut, nicht unser Problem.
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Frei nach Marcus P. Cato: "Im übrigen bin ich der Meinung, dass Robert Hartmann keine Spiele mit Schalker Beteiligung pfeifen sollte!"

Re: Die Qualität der Bundesliga

Beitragvon saihttaM » Sa 7. Apr 2018, 12:30

Das Beispiel Köln zeigt einmal mehr, dass es vielen Clubs gelingen kann, von unten kommend, ein Jahr lang im oberen Drittel der Liga mitzumischen.
Es dann auch noch im Jahr danach zu schaffen, ist wesentlich schwerer, weil es, u. a., wieder einen anderen Club gibt, der in die Fußstapfen tritt und Überraschungsteam der Saison wird.
All diese "Überraschungen" haben in den letzten Jahren, im Jahr danach, regelmäßig vergeigt ( Berlin, Mainz, Freiburg, etc. ) und schon in der Quali für die EL gegen kleinere Teams aus eigentlich schwächeren Ländern, die Segel streichen müssen.
Mit CH Zukunft königsblau gestalten.

Re: Die Qualität der Bundesliga

Beitragvon pewpewlazorgunz » Sa 7. Apr 2018, 12:32

21 hat geschrieben:
Der Steiger hat geschrieben:Wobei 17 Mio für einen Cordoba auch geradezu aberwitzig sind. Da hätten die finanziell ohnehin gesunden Kölner lieber richtig Geld in die Hand nehmen und jemanden mit zweistelliger Torgarantie verpflichten sollen. So wird der Abstieg sie empfindlich mehr Geld kosten, vom langfristigen Schaden durch die Trennung von der eigentlich erfolgreichen und kompetenten sportlichen Leitung mal ganz abgesehen.

ich fand Cordoba, wenn man von Mainz Zusammenfassungen gesehen hat auch interesssant und hätte gedacht für 12-15 Bulitreffer ist der je Saison gut, wenn er gut "gefüttert" wird. Modeste hätte man auf mehrere Schultern verteilen sollen, aber dann bist du die Einnahmen auch schon wieder los.
bwg
21


Also sein Karriere-Höchstwert sind 6 Saisontore, das allerdings noch in der Heimat. Für mich ist er ein Arbeiter, der gut ist, um anderen Spieler, die Zug zum Tor haben, die Räume zu öffnen.
Bestes Beispiel dafür dürfte dann auch Malli in Mainz sein.
Von so einem Spielertyp (ob Halbstürmer, beweglicher Torjäger oder invester Außen sei erstmal egal) hat Köln aber gefühlt null im Kader.
Generell erscheint es mir ziemlich unseriös als Köln 17mio (mehr als doppelt so viel wieder zweitteuerste) in einen einzelnen Spieler zu investieren, denn selbst wenn der das Geld am Ende wert ist hat man doch ein riesen Problem, wenn er sich mal länger verletzt.

Re: Die Qualität der Bundesliga

Beitragvon Himmel04 » Mo 9. Apr 2018, 14:28

Ich fand den Artikel von der Struktur, Aussage und Länge erstmal gar nicht schlecht im Vergleich zu denen, die man sonst so serviert bekommt. :) Auch wenn ich Konrad bzgl. der Statistik Recht gebe, wurde wenigstens mal versucht zu recherchieren und ein paar Fakten zu verknüpfen. ;)

Inhaltlich sehe ich vieles ähnlich. Das Spiel gegen den Ball hat sich in den letzten Jahren als das Erfolg versprechende bewährt. Wir selbst haben das einige Male zu spüren bekommen, wenn eine gut stehende Kontermannschaft in den letzten 3-5 Jahren wieder mal gegen uns gewonnen hat.

Für die vorderen Mannschaften kommt hinzu, dass man international -zumindest in der CL- auch eher defensive Qualitäten haben muss, um nicht unterzugehen.

Wenn man mal mit der Lupe schaut, findet man ja schnell ein paar deutliche Ursachen für die Buli. Die deutschen Spieler, die den Unterschied ausmachen, landen recht schnell bei den Bayern. Das betrifft sogar den zuletzt ärgsten Konkurrenten BXB. Falls das mal nicht gilt, gehen sie ins Ausland.

Kommende Spitzenspieler aus dem europäischen Nachwuchs sind oft schon an PL-Clubs gebunden und spielen als verliehene Spieler quer durch Europa. Machen sie einen Sprung geht es in die PL.

Für die anderen Buli-Vereine bleibt der Rest. Hier ist der Unterschied im Kader dann eben auch nicht mehr signifikant. Eine gute Taktik, Form und System kann viel ausmachen. Gerade für offensive Systeme fehlen die Spieler, die die Ruhe und das Auge haben. Da hat der Autor doch Recht. Verteidigen ist ideologisch viel einfacher als Angreifen. Die Metapher mit den zwei Kaninchen finde ich gut gewählt.

Am Ende sieht man dann diese zähen Mittelfeldschlachten mit all den Fehlpässen, Stockfehlern und Sicherheitspässen. Da fällt es dann schwer, fussballerisches Niveau zu erkennen. Das internationale Abschneiden ist dann nur das Sahnehäubchen, das noch gefehlt hat.

Mit dieser ganzen Entwicklung einhergehend hat sich dann noch die Schere zwischen Einnahmen und Transferausgaben geöffnet. Während die prognostizierten CL-Einnahmen bei 45 Mios liegen, kann das schnell mal ein aufkommendes Talent an Ablöse kosten. Also: ein Spieler! Bei Embolo haben wir gesehen wie schnell durch Verletzung die beste Verstärkung wegbrechen kann.

Solange die finanziellen Unterschiede so hoch sind, dass die Top-CL Clubs und die Bayern jeden haben können, wird es leider weiter auseinandergehen.

Der einzige Grund für die Rotation auf den CL- und EL-Plätzen ist ja auch die Doppelbelastung. Die Mehreinnahmen -gerade in der EL- stehen für ein Minimalinvestment und jede Störvariable wie Verletzung eines Leistungsträgers führt schnell in den GAU. So wäre mE Leipzig ohne die Doppelbelastung klar wieder in die CL-Ränge gekommen.

ME wird es in 2-3 Jahren so sein, dass es für die Nicht-CL-Teilnehmer automatisch um den Abstieg geht. Gerade auch EL-Quali wird immer mehr zum Schritt in die 2. Liga. Man hat einfach lange nicht genug Geld für einen grossen, guten Kader. Was wir in der zweiten Liga sehen, wird auch für die 1. BL kommen. Und vielleicht ist das auch ein Grund, dass z.B. Hertha die EL eher heruntergespielt hat. So sind sie wenigstens nicht in Abstiegsnot.

Auch die finanzielle Lücke zur PL zu schließen wird kaum möglich sein. Vergessen wird in der Diskussion oft, dass die Briten ein Volk von Wettern sind und dadurch auch enorm Kohle in die Liga getragen wird.

Der 50+1 Weg wird auch nichts nützen, da die absoluten Geldbeträge des Anteilsverkaufs kaum mehr als 1-2 gute Ablösen sind. Die Kohle wäre schneller weg als man "Meister" sagen kann.

ME müsste man ganz schnell die EL finanziell deutlich aufwerten, da sonst die Vereine hier die B-Elf aufbieten müssen, um in der Liga nicht abzurutschen. Und bei Ablösen, die zwischen 25-100 Mio Euro liegen, muss wohl auch nochmal mehr Geld für die CL-Teilnahme gezahlt werden.

Ach so. Gute Spieler ablösefrei gehen lassen ist auch ganz schlecht. Die Manager müssen ihre Strategien mal wieder an die neuen Gegebenheiten anpassen. Alte Rezepte wirken nicht mehr.
"Und dann sagte der Russe, der ein wenig deutsch konnte, zu mir: Kommst Du aus Schalke?" (Mein Oppa)