Bayern-Diktatur


Moderatoren: Erwin u Helmut, EddieW

Bayern-Diktatur

Beitragvon Blaubär » Mo 22. Jan 2018, 10:50

Der Wechsel von Goretzka führt es einem mal wieder vor Augen: der Profifussball in Deutschland untersteht einer Bayern-Diktatur, die immer beängstiger werdende Ausmaße annimmt.

Mächtig ist der FC Bayern ja schon seit mehr als 40 Jahren, aber der Abstand zu den Konkurrenten wird immer größer - es kommt jetzt noch nicht einmal einer an ihr Bein, um dranzupinkeln. Nur hier werden die Nationalspieler in großer Zahl gezüchtet und dem willfährigen DFB zugeführt. Und der Abstand wird weiter wachsen, zu groß ist der Vorsprung. Bayern, das amazon der Liga, wird nie mehr erreicht werden - die sind in einer anderen Galaxie unterwegs. EIn Spiegelbild der Wirtschaft, wo auch die Großen immer größer werden.

Gegenmittel? Keine. Die Liga ist tot, so ehrlich muss man sein. Was bleibt? Die 17 Claqueure sollten sich in den Spielen gegen die Bayern gnadenlos abschiessen lassen vor möglichst leeren Rängen. Alternativ auf alles treten, was nicht schnell genug auf dem Baum ist - auch nicht gerade nachhaltig.

16 Punkte Vorsprung nach 19 Spieltagen. Wer hat wirklich noch Interesse an einem Käfer-Rennen, wenn ein Ferrari dabei ist? Gute Nacht, Bundesliga!

Re: Bayern-Diktatur

Beitragvon Oppa Pritschikowski » Mo 22. Jan 2018, 11:05

Über kurz oder lang wird es eh die Europaliga geben, wo die Bayerns, Reals, Manchesters usw. exklusiv unter sich sind. Dann hat sich die Sache von allein erledigt.
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In meinem Herzen flattert leise,
ein blau und weißes Fähnelein...

Re: Bayern-Diktatur

Beitragvon altinthon » Mo 22. Jan 2018, 11:36

Warum wird das den Bayern nur immer wieder vorgehalten? Als hätten die übrigen 17 keine Stimme. Müssen z.B. die Fernsehgelder so verteilt werden wie es derzeit erfolgt? Nein. Auch im Sponsoring macht München so ziemlich alles richtig. Die Personalauswahl ist in Summe klug, die Bayern haben einen Anspruch, den sie deutlich formulieren. Auch in den europäischen Gremien steht München ja nicht alleine da. Warum sorgen nur alle dafür, dass die Granden immer mehr vom Kuchen bekommen als die anderen Vereine? Warum z.B. kackt Dortmund derzeit so ab? Hat denen jemand verboten, die Transfererlöse wieder in qualitativ hochwertige Spieler zu investieren? Allein für die Dembele-Kohle hätten sie mind. zwei Hochkaräter bekommen. Mussten wir 5 Jahre unseres sportlichen Daseins mit minderwertigem Personal auf der Trainerbank und auf dem Managerposten fristen? Das alles findet man bei den Bayern nicht. Wird Zeit, dass siech Leute finden, deren Ziel es ist, die Bayern wirklich zu jagen und alles andere diesem Ziel unterordnen. Nur dann wird es in Zukunft wieder Wettbewerb geben.

Re: Bayern-Diktatur

Beitragvon Resser Marker » Mo 22. Jan 2018, 11:59

altinthon hat geschrieben:Auch im Sponsoring macht München so ziemlich alles richtig. Die Personalauswahl ist in Summe klug, die Bayern haben einen Anspruch, den sie deutlich formulieren. Auch in den europäischen Gremien steht München ja nicht alleine da. Warum sorgen nur alle dafür, dass die Granden immer mehr vom Kuchen bekommen als die anderen Vereine?

Mag so sein, aber wie wahrscheinlich ist es, dass bei den Bayern seit Jahren und Jahrzehnten alles richtig und bei 17 oder mehr Vereinen im Grunde alles falsch gemacht wird? Die ziemlich einseitige Fokussierung von Wirtschaft und Medien auf diesen einen "Verein" kompensiert jeden Fehler der dort Verantwortlichen. Wenn ich Kohle bis zum Abwinken habe, kann ich mir so manchen Tranferflop leisten und nach außen hin immer noch gut dastehen.

Wir sind längst an dem Punkt angelangt, an dem es praktisch unmöglich ist, jemals wieder an die Bayern ranzukommen. Die sechste Meisterschaft in Folge ist schon jetzt kaum noch zu verhindern und ich sehe nicht, wer sie bei Nummer 7, 8 , 9 und 10 stören sollte. Einzige Möglichkeit: RB rückt von seinem Dogma ab, nur junge Spieler zu holen und schlägt auf dem Transfermarkt gewaltig zu. Ich vermute, so wirds kommen, denn der Mateschitz dürfte unverdächtig sein, sich bei seinem Sport-Sponsoring dauerhaft mit Platz 2 zufrieden zu geben. Da werden dann die Calmunds, Wontorras und Helmers ganz aus dem Häuschen sein, dass es endlich wieder einen Konkurrenzkampf gibt und sich doch eigentlich ganz Fußballdeutschland darüber freuen könne.

Schöne neue Fußballwelt. Da sind sie wieder, die Zeiten, in denen ich verstärkt drüber nachdenke, mir den Scheiß nicht länger anzutun.
Patriotismus ist die Tugend der Boshaften! (Oscar Wilde)

Re: Bayern-Diktatur

Beitragvon hannover1958 » Mo 22. Jan 2018, 12:00

Inzwischen hoffe ich das die Europaliga kommt. Um was zu ändern müsste Bayern nämlich etwas vom Kuchen abgeben, was in diesem Leben nicht mehr passiert. Bayern bekommt 60 Mio von Adidas im Jahr. Das untere Drittel kann froh sein wenn sie einen Ausrüster finden der sie ausstattet. Selbst wir sind für Adidas uninteressant geworden. Wenn sich etwas radikal ändern soll dann geht's nur wie in der NFL. Gehaltsobergrenzen, dort hat jeder den gleichen Ausrüster, der sich alle paar Jahre nach Ausschreibung ändert. Und jetzt kommst: keiner weiß, wie ein Spiel ausgeht. Das was den Fußball früher mal ausgemacht hat.

Re: Bayern-Diktatur

Beitragvon Olvera » Mo 22. Jan 2018, 12:32

Die Europaliga ausschließlich zu spielen will doch keiner der Topclubs. Das würde sehr schnell totlaufen.

Für mich stellt sich die Frage nach einer Regulierung. Fernsehgelder müssten komplett anders verteilt werden und auch der Salary-Cap muss in einer für die Liga passenden Form eingeführt werden.
Wenn man das Ziel "mehr oder überhaupt wieder Wettbewerb" erreichen möchte, führt kein Weg daran vorbei.

Da muss sich die Liga eben eindeutig zu positionieren und nicht vor der Bayern-Macht kuschen.

Denn selbst eine Öffnung beim Thema Investoren würde kaum einen Verein in Bayern-Sphären kommen lassen, wobei man gerade als BVB, Schalke oder eben Leipzig weiter darüber nachdenken muss.
Blau und weiß wie lieb ich dich

Re: Bayern-Diktatur

Beitragvon Ballbesitz04 » Mo 22. Jan 2018, 13:06

Olvera hat geschrieben:
Denn selbst eine Öffnung beim Thema Investoren würde kaum einen Verein in Bayern-Sphären kommen lassen, wobei man gerade als BVB, Schalke oder eben Leipzig weiter darüber nachdenken muss.


Das ist, denke ich, nicht ganz richtig.Ich hatte lange Zeit Kontakte zu ManCity-Fans und natürlich Abneigung gegen ihren Scheich. Es kam aber das Argument, dass anders kein Verein in England mehr die Chance gehabt hätte, in die großen Vier (United, Arsenal, Chelsea, Liverpool) einzudringen. Hätte England 50+1, wäre es vermutlich eine von United dominierte Liga.
Ist das noch Fußball?

Re: Bayern-Diktatur

Beitragvon Knappenelfer » Mo 22. Jan 2018, 13:17

Bei der Goretzka Verpflichtung würde ich den Bayern keinen Vorwurf machen. Jeder Verein versucht die bestmöglichsten Spieler zu bekommen und lässt die Muskeln entsprechend Spielen.
Das monatelange hinhalten von Goretzka finde ich allerdings überhaupt nicht ehrenvoll. Er hätte klar schon im Sommer sagen sollen; Ich möchte 2018 wechseln.
Das wollte er nach dem Confed Cup - ich denke da gibt es kein Zweifel. Das lange hinhalten, obwohl ich eigentlich schon weiß was ich will, finde ich schäbig.
Glück Auf!

Re: Bayern-Diktatur

Beitragvon altinthon » Mo 22. Jan 2018, 13:20

@Resser:

das ist alles nicht von der Hand zu weisen. Allerdings hat sich kein Verein so kontinuierlich entwickelt wie die Bayern. Die Zwischendurchmeister sind samt und sonders, mit Ausnahme von Borussia Dortmund, abgeschmiert. Gladbach und Stuttgart landeten zwischendurch sogar in der 2. Liga, Kaiserslautern ist demnächst 3.-klassig. Das spricht für mich in erster Linie gegen das Management, was die Vereine hatten. Dass Gladbach und Bremen die Spitze nicht halten konnten, ist strukturell ja noch nachvollziehbar. Aber der HSV mit seiner reichen Hamburger Kaufmannsgesellschaft? Oder Stuttgart mit Mercedes im Hintergrund? Oder auch wir? Alles Missmanagement. Und die Bayern konnten ihre Kreise ziehen...

Warum investiert Dortmund seine Transfermillionen nicht in hochwertiges Personal? Wenn Aubameyang geht, dürften die allein aus dem Dembele- und Aubameyang-Transfer 220 Millionen Einnahmen generiert haben. Was machen die mit dem Geld? Da kriegt man locker drei Hochkaräter für. Yarmolenko und evtl. Giroud? Also bitte. Kein Wunder, dass die jetzt auch den Anschluss verlieren. Man kann nicht den Bayern jahrelang zuschauen und sich verhalten wie das Kaninchen vor der Schlange. Dann passiert das, was wir jetzt haben. Man sollte aber auch jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern angreifen. Ich habe das Gefühl, dass die Bundesliga sich in ihrem Mittelmaß etabliert hat. Das zeigen auch die internationalen Ergebnisse. Aber das kann nicht der Anspruch des Landes sein, das den größten Fussballverband hat. Nur Nationalmannschaft und Bayern ist auf Dauer zu wenig. Wir Zeit, den Kopf wieder hochzunehmen.

Re: Bayern-Diktatur

Beitragvon Der Steiger » Mo 22. Jan 2018, 13:39

altinthon hat geschrieben:@Resser:

das ist alles nicht von der Hand zu weisen. Allerdings hat sich kein Verein so kontinuierlich entwickelt wie die Bayern. Die Zwischendurchmeister sind samt und sonders, mit Ausnahme von Borussia Dortmund, abgeschmiert. Gladbach und Stuttgart landeten zwischendurch sogar in der 2. Liga, Kaiserslautern ist demnächst 3.-klassig. Das spricht für mich in erster Linie gegen das Management, was die Vereine hatten. Dass Gladbach und Bremen die Spitze nicht halten konnten, ist strukturell ja noch nachvollziehbar. Aber der HSV mit seiner reichen Hamburger Kaufmannsgesellschaft? Oder Stuttgart mit Mercedes im Hintergrund? Oder auch wir? Alles Missmanagement. Und die Bayern konnten ihre Kreise ziehen...

Warum investiert Dortmund seine Transfermillionen nicht in hochwertiges Personal? Wenn Aubameyang geht, dürften die allein aus dem Dembele- und Aubameyang-Transfer 220 Millionen Einnahmen generiert haben. Was machen die mit dem Geld? Da kriegt man locker drei Hochkaräter für. Yarmolenko und evtl. Giroud? Also bitte. Kein Wunder, dass die jetzt auch den Anschluss verlieren. Man kann nicht den Bayern jahrelang zuschauen und sich verhalten wie das Kaninchen vor der Schlange. Dann passiert das, was wir jetzt haben. Man sollte aber auch jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern angreifen. Ich habe das Gefühl, dass die Bundesliga sich in ihrem Mittelmaß etabliert hat. Das zeigen auch die internationalen Ergebnisse. Aber das kann nicht der Anspruch des Landes sein, das den größten Fussballverband hat. Nur Nationalmannschaft und Bayern ist auf Dauer zu wenig. Wir Zeit, den Kopf wieder hochzunehmen.


Dass die Bayern jahrzehntelang vorbildlich gearbeitet haben ist unbenommen. Mittlerweile sind sie allerdings in Sphären vorgedrungen, dass selbst mal eine Saison "scheiße arbeiten" die natioalen Titel dennoch nicht gefährdet. Und das war eben früher nicht so. Wenn sie früher mal Knatsch mit dem Trainer hatten, die Mannschaft unausgewogen eingekauft war oder schlicht und ergreifend satt, weil bereits drei Jahre in Folge der Rathausbalkon belegt war, dann hat eine andere Mannschaft die Chance ergriffen und sich mal für ein Jahr an denen vorbeigemogelt.
Oder wenn sie mal ein Spiel schlecht drauf waren, oder keinen Bock hatten. Dann verloren sie halt mal 1:2 in Rostock.
Das ist alles heute vollkommen undenkbar.
Wenn ich mir anschaue, mit welcher Lustlosigkeit die Bayern die Liga angehen und dennoch selbst topmotivierte Gegner wie gestern Werder Bremen im Vorbeigehen schlagen, wie sie selbst nach 5 Meisterschaften in Folge und ausschließlich von der CL schwadronierend kurz nach der Winterpause 16 Punkte Vorsprung vor der Konkurrenz haben, da frage ich mich, wer sie denn irgendwann einmal von Platz eins der Liga stoßen könnte?
Das Schlimme daran ist: so toll arbeiten die gar nicht mehr. Die Granden in der Führungsetage haben ihre beste Zeit hinter sich, regelmäßig werden teure Flops eingekauft, der altersbedingte Umbruch wird seit Jahren hinausgezögert, in der zweiten Reihe hampeln so Typen wie der Salihamidzic rum. Und dennoch erdrücken sie die Liga mit ihrer Übermacht.
Von daher sehe ich es mittlerweile genauso, da muss eine große Revolution her, soll der Wettbewerb nicht auf Dauer langweilig weil nicht existent werden. Möglichkeiten wurden bereits genannt:
-> Europaliga
-> Liga für Investoren öffnen
-> salarycap, drafting-Regeln nach amerikanischem Vorbild

Ich weiß, alle diese Dinge erscheinen komplett abwägig, aber irgendwann müssen die Verantwortlichen begreifen, dass der Goldesel Fußball eben eine gewisse Spannung bieten muss, wenn man ihn weiter bis zum Gehtnichtmehr auspressen will. Von daher werden irgendwann diese heute noch undenkbaren Vorschläge irgendwann diskutiert werden und wahrscheinlich auch umgesetzt werden müssen.
I am a supporter of the glorious FC Schalke 04 and of ANY team playing against Borussia Dortmund. ;)

Frei nach Marcus Porcius Cato: "Im übrigen bin ich der Meinung, dass Deniz Aytekin keine Spiele mit Schalker Beteiligung pfeifen sollte!"