Kicker-Sonderheft + mein Abschied, gleich 2 Themen in einem!


Moderatoren: Erwin u Helmut, S04ever, EddieW

Kicker-Sonderheft + mein Abschied, gleich 2 Themen in einem!

Beitragvon MaultierS04 » Di 16. Mai 2017, 14:13

Meine lieben blau-weißen Freunde,

ich habe mich extra noch mal angemeldet, um euch diese Zeilen zu schreiben. Sie kommen aus meinem tiefsten Herzen und sie kommen auch von einem schweren, sogar gebrochenem Herzen. Ich will auch niemanden von irgendwas überzeugen, nur mein Herz ausschütten und mein Denken und Handeln darlegen.

Und für das muss ich ausholen, es geht nicht anders...es wird etwas länger, ich warne vor!

Ich will euch erst etwas von mir erzählen, möglichst kurz. Habe ja früher hier auch mitgeschrieben, daher kennen mich ja etliche noch. Darum geht es aber hier nicht. Sondern um meine persönliche Geschichte.

Ich bin 1977 in Gelsenkirchen-Schaffrath geboren, ein Miniortsteil, liegt direkt neben Buer, gehört aber zu Beckhausen, also schon in Reichweite des Stadions. Eine Gegend zwischen normal und gutbürgerlich, wie die meisten im Stadtnorden. Schalke-Fan natürlich von klein auf, auch wenn die Eltern nicht mehr als Sympathisanten waren und mein Vater immer auch dumme Sprüche brachte über unseren Verein. Aber irgendwie fing es halt an und so richtig dann Anfang/Mitte der 80er – mit 8 oder 9 war ich wohl das erste Mal im Stadion mit meinen Brüdern - und zwar noch zu Zweitligazeiten. Blau-Weiß 90, Unterhaching, Meppen, teilweise mit Freikarten aus der Schule als es um die Mobilisierung ging gegen den drohenden Drittligabstieg.

Ich kann mich noch an einige Dinge aus dieser Zeit erinnern, aber es ist schon lange her, deshalb vieles nur noch skizzenhaft. Aber an eines kann ich mich genau erinnern: An diese Magie, an das Knistern, an die Ankunft am Parkstadion, an die Menschenmassen, an die Gesänge und an den Zusammenhalt.

Mit meinen Brüdern fuhr ich mit dem Rad 4 Kilometer zum Stadion und es war ein unglaubliches Ritual. Als wenn man in eine andere Welt eintauchte. In eine Welt des Stolzes und Zusammenhalts. Ob klug oder doof, ob schön oder häßlich, ob reich oder arm, ob mit Zähnen oder ohne. Hier waren wir alle nur Schalker und eine große Familie und ich mit meinen beiden großen Brüdern mittendrin (natürlich immer Nordkurve!). Dieses Gefühl gehörte von da an zu den schönsten Gefühlen in meinem Leben und ließ mich nicht mehr los.

Ich will auch gar nicht zu sehr ins Detail gehen, nur meine Anfänge aufzeigen. Die werde ich hier sicherlich mit vielen teilen. Andere haben andere Anfänge, aber die Emotionen werden die gleichen sein.

Durch Erfolg und Niederlage, Freude und Schmerz, seit über 3 Jahrzehnten. Aber Niederlagen und Schmerz waren mir egal, denn wir waren Schalker und haben zusammengehalten. Und die Sonne ging immer wieder unter und danach auch wieder auf.

Ein Erfolg hat sich bei uns allen eingebrannt. Zu dieser Zeit hat alles was diesen Verein ausmacht wie bei einer Krönungsmesse zusammengepasst, seine Werte und sein Wirken. Die Zeit des Uefa-Cup-Triumphs.

Das ist auch der Anlass, warum ich euch schreibe: Ich habe ja mit dem Fußball komplett abgeschlossen, außer mit Schalke nicht, das ging bisher einfach zu tief.

Und dann stand ich gestern im Laden und durchblätterte das Kicker-Sonderheft „20 Jahre Eurofighter“. Erst dachte ich ja, bestimmt oberflächliche Geldabzocke. Aber beim Blättern sofort gemerkt, das ist richtig mit Liebe gemacht.

Und dann habe ich es jetzt in wenigen Stunden verschlungen und ich muss sagen, jeder echte Schalker muss sich dieses Heft besorgen. Es ist sowas von brilliant, ich hätte nie gedacht, dass der Kicker zu sowas im Stande ist. Ich kann nicht genug Lob über die ausschütten!

Unzählige fantastische Interviews (ein Lob an jeden einzelnen Interviewten!), Berichte, Rückblicke (nicht nur in die Eurofighter-Zeit, sondern weit darüber hinaus), Statistiken, Bilder. Es nimmt kein Ende. Alleine die Interviews verursachen eine Gänsehaut nach der Anderen. Und nicht nur die. Ihr bekommt Interna zu lesen, es ist der Wahnsinn. Ihr werdet es verschlingen, staunen, lachen (Müller über Yves), weinen (Huub und Müller über Rudi), nachdenken, nachfühlen. Und es geht nicht nur um Rückblicke, es geht auch viel um die Gegenwart, man erfährt unheimlich viel über die ehemaligen Spieler und ihr heutiges Leben.

Besonders toll finde ich noch das Interview mit Zamorano, ein ganz toller und kluger Typ. Der hat unter anderem gesagt, Eurofighter, das wären nicht nur die Schalker Spieler gewesen, sondern auch wir Fans. Auch uns bezeichnet er als Eurofighter. Das habe ich noch nie gehört und aus dieser Perspektive gesehen und finde es super und auch passend.

Besser und liebevoller kann man so ein Sonderheft nicht machen (kostet auch nur lächerliche 4 Euro, ist jeden Cent wert). Den Kicker habe ich mit einer gewaltigen Lobesmail angeschrieben.

Behauptet nie wieder anderes: Die (oder zumindest die Leute, die daran gearbeitet haben), haben die Schalker Seele zu 100% verstanden. Zumindest in diesem Heft.

Und das ist aber auch für mich traurigerweise der Anlass nach Jahrens des Zweifelns mein Schalke-Fan-Dasein nun abzulegen, denn ich sehe was verloren gegangen ist. Lest euch bitte jeden Artikel in diesem Sonderheft durch und ihr wisst, warum das für mich der akute, der letzte Anlass ist. Alles steht in diesem Sonderheft, ich kann nicht mehr anders als diese Entscheidung zu treffen. Hier versuche ich es mit möglichst wenigen und präzisen Worten auf den Punkt zu bringen. Aber es wird nicht so gelingen, wie es durch den Eindruck des Sonderhefts gekommen ist. Trotzdem probiere ich es. Also:

Zum einen ist der Fußball durchkommerzialisiert, dass es einfach nur noch unschön ist. Ich brauche euch nichts erklären, ihr wisst alle Bescheid.

Zum anderen hat es uns auch getroffen. Wir unterscheiden uns bis auf minimale Ausnahmen nicht von anderen Vereinen. Nur die Fans drumherum sind noch weitgehend wie früher und das macht mich auch stolz, das ist mit hauptsächlich das, was an Schalke so toll ist.

Aber sonst ist alles wofür der FC Schalke steht, zerstört worden. Und einem einseitigem Erfolgsstreben geopfert worden. Auch hier will ich nicht zu sehr ins Detail gehen, denn jeder der sieht und hört, kann es sehen und hören. Aber wenn Geld und Kommerz über Tradition und Zusammenhalt und Freude siegen, dann sind die Werte des FC Schalke kaputt. Man traf sich in den Anfängen - und bis Mitte der 00er Jahre blieb das auch so – zum Fußball spielen und dem ganzen drumherum, also allem was das Leben lebenswert macht, Spieler, Verantwortliche und Fans. Kicken, Freunde treffen, quatschen, feiern, anfeuern. Aber im Leistungs-Fußball – und das war es natürlich - war von Anfang an auch immer Arbeit und Engagement erforderlich. Von Spielern, Verantwortlichen und Fans. Und das ging alles nur über Zusammenhalt. Und das sind für mich die Grundwerte des FC Schalke 04 und auch der Stadt Gelsenkirchen (die dominierenden Kohle- + Stahlindustrien ließen der Stadt ja keine andere Wahl). Und dieser Verein kommt aus Gelsenkirchen und steht für diese Stadt. Und umgekehrt. Das lässt sich überhaupt nicht trennen. Sowohl Stadt als auch Verein haben schon eine ziemlich krasse Geschichte, die sehr eng miteinander verwoben ist. Diese besondere Geschichte von Schalke und Gelsenkirchen entwickelte sich sehr dynamisch und war so faszinierend, dass der Verein schnell weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt wurde und das hat sich nicht geändert, im Lauf der Zeit eher noch verstärkt (außer vielleicht in den letzten 10 Jahren nach meinem Gefühl). Es gibt weltweit Millionen Schalke-Fans, die alles das liebten und lieben und dafür einstehen, was ich beschrieben habe.

Aber seit circa 10 Jahren (+- ein bißchen) ist unser Verein gekapert von Menschen, die dafür weder Gefühl haben, noch bereit sind so zu leben. Spieler, Verantwortliche, die überhaupt nicht mehr in Gelsenkirchen leben, lieber im ach so tollen Düsseldorf. Wo Scheiße anscheinend nicht stinkt, um jetzt mal ausnahmsweise ordinär zu werden. Hier Millionen abgreifen, aber bloß nicht hier wohnen wollen.

Stichwort Kicker-Sonderheft: Undenkbar bei den Euro-Fightern. Da schließt sich wieder der Kreis. Viele von denen leben heute noch in der Stadt oder direkt nebenan im Ruhrgebiet, sind hier heimisch geworden. Oder auch Ehemalige wie Fischer, Nigbur, etc., sind hier geblieben, selbst wenn sie aus Bayern kamen wie Fischer.

Das alleine ist für mich der Grund zu sagen: Es reicht mir!

Schalke ist Gelsenkirchen und Gelsenkirchen ist Schalke.

Wer hier spielt und sein Geld verdient, der hat auch hier zu wohnen.

Hier könnten noch andere Gründe stehen und später nenne ich auch noch ein paar andere. Ich fokussiere mich hier aber erst mal auf den einen, denn das ist der Stärkste und illustriert die Zerstörung des Vereins uns seiner Werte perfekt.

Der FC Schalke 04 stand mal für authentische Werte, Heimatverbundenheit, Treue, Stolz, Zusammenhalt, grade auch in schweren Zeiten und die durchleb(t)en wir im Ruhrgebiet und in Gelsenkirchen nach dem Niedergang von Kohle und Stahl (auch wenn der Strukturwandel jetzt schon weit gediehen ist). Der Verein ist ein Produkt und Kind des Lebens dieser Stadt und nicht der Stadt Düsseldorf.

Historischer Exkurs zur Erläuterung der Situation (wider der Aogo-isierung meines Vereins).

Gelsenkirchen war lange eine sehr wohlhabende/reiche Stadt mit einem fantastischem Rathaus (googlet mal nach dem alten Rathaus, da kann Düsseldorf einpacken, leider hat die SPD wie viele Revierstädte es in den den 70ern kaputtgebombt) und mit einer wirklich wunder-, wunderschönen Altstadt. Damals hatte man viel Geld und konnte sich das leisten Unmengen von wunderschönen Gebäuden, Villen und Häusern zu bauen. Alles kaputtgebombt im Krieg, das Rathaus wie gesagt dann von Politiker-Dummköpfen später. Zum Glück stehen aber immer noch tausende wunderschöne Gebäude und Häuser in der Stadt, achtet mal gezielt darauf.

Danach wurden wir von der Kohle- und Stahlkrise mehr als stark gebeutelt und haben uns davon auch nie wieder so richtig erholt. Wie die anderen Revierstädte auch. Trotzdem blieb es hier trotz aller Probleme immer lebenswert. Und der Norden von Gelsenkirchen ist sogar sehr wohlhabend und weitgehend intakt, u.a. Buer, Resse, Resser Mark. Alleine die Villendichte in und um Buer ist schon unheimlich beeindruckend, dazu gibt es dort eine richtig schöne Gastronomieszene, die für JEDEN etwas bietet.

Gelsenkirchen hat natürlich Probleme und nicht so schöne Ecken (für mich am schlimmsten die Leerstände im Süden der Stadt). Aber auf der anderen Seite hat Gelsenkirchen viel mehr Schönes und Gutes als Schlechtes zu bieten.

Sei es der ZOOM (bester Zoo Deutschlands), der Nordsternpark mit dem unglaublich schönen Amphitheater und den ganzen anderen Attraktionen, die Arena mit ihren Top-Acts (in diesen beiden Locations traten/treten die größten Künstler de Welt auf, egal ob Michael Jackson, Pink Floyd, AC/DC, Bob Dylan oder noch hunderte andere) und im Prinzip auch dem Verein Schalke natürlich, ein erstklassiges Theater mit erstklassigem Orchester, das erstklassige Kunstmuseum in Buer, die Galeriemeile in Ückendorf (höchste Galeriendichte in ganz NRW!), Wohnzimmer+Kaue und noch viele andere Locations für Kunst und Kultur, Stadtgarten, Stadtwald, der unglaubliche Emscherbruch mit fantastischer Tierwelt (inklusive Schlangen, Eulen und Co), die Toskana-artigen Gegenden in Resse, wir haben das größte Bowling-Center NRW‘s in Buer, den supertollen Schalker Sportpark (haben u.a. den Indoor-Fußball in Deutschland als Erste vorangetrieben), die beste Trabrennbahn Deutschlands, mit dem Activarium im Revierpark Nienhausen ein tolles Saunabad, in Ückendorf die größte Sport-Event-Halle NRW‘s (Paintball und sowas), Schloß Berge mit seinem wunderschönen und riesigen Park, in Graf Bismarck ist ein neuer Yachthafen angelegt worden inklusive noch kommender Gastronomie, hinter dem HBF am Schalker Verein kommt bald ein weiteres Kreativquartier, eine erstklassige Fachhochschule in Buer, das mittelalterliche Prachtschloß Schloß Horst (leider nicht mehr ganz erhalten, gehörte seinerzeit zu den opulentesten seiner Art! Im Inneren sieht man noch die Prachtelemente) und hier könnte ich auch noch hundert andere Dinge aufzählen.

Wie auch, dass es immer mehr städtebauliche positive Veränderungen in der Stadt gibt. Jetzt kann man z.B. bald im „Buerschen Waldbogen“ wohnen, ein absolutes Traumgebiet zwischen Resse und Buer. Nur ein herausragendes Beispiel für die Erschließung neuer Wohngebiete. In die Schandflecken der Stadt (Bochumer Straße z.B., einst eine Prachtstraße, mittlerweile leider sehr runtergekommen in einem Abschnitt) fließt sehr viel Geld zur Sanierung und Verbesserung der Situation. Alleine zweistelliger Betrag (Fördermittel!) in die Bochumer Straße. Dort wird auch die Heilig-Kreuz-Kirche zum Veranstaltungsort umgebaut, da finden Konzerte, Kabarett und Co statt. Dann befinden sich mit dem neuen Justizzentrum, dem Wissenschaftspark und der Heilig-Kreuz-Kirche 3 herausragende Institutionen an diesem Problemort, zugleich wird dort ganz fett saniert und verbessert. Es tut sich sehr, sehr viel positives hier. Unter anderem wurde grade eben auch der zentrale Platz in der Altstadt umgebaut und das ist echt gut geworden.

Und gleichzeitig wird die Stadt immer grüner. Sie gehört nun zu den 10 grünsten Städten Deutschlands und liegt damit vor Düsseldorf (!). Vor Jahrzehnten noch undenkbar. Jetzt Realität.

Dazu kommen dann noch die ganzen tollen Städte und Gegenden in der Nachbarschaft. Wir leben ja eigentlich in einer riesigen Großstadt namens Ruhrgebiet. Direkt an Buer grenzt das Alte Dorf Westerholt (Herten), ein komplett erhaltenes mittelalterliches Dorf, wunderschön, da läuft man durch den Stadtwald Buer in 10 Minuten hin, ein Traumspaziergang, ein Stück weiter der Schloßpark in Herten und dahinter das Spargeldorf Scherlebeck, da wähnt man sich in der Provence oder so. Bottrop-Kirchhellen und Dorsten sind auch direkt nebenan. Beides ganz toll. Dorsten alleine hat 2 herausragende Sterneköche (Rosin + Freitag), mit dem Auto von Buer 5 Minuten entfernt. Und was in Bochum, Essen, Dortmund kulturell los ist, brauche ich keinem erzählen. Gegen das alles kann Düsseldorf 100x einpacken. Recklinghausen und Hattingen mit ihren wunderschönen Altstädten, der Baldeneysee in Essen undundund. Zudem wird es immer grüner hier im ganzen Revier. Essen ist gerade Grüne Haupstadt Europas, sagt alles. Und im Ruhrgebiet gibt es bei allen Problemem so viele Reiche und so viel Reichtum, ein Narr, wer anderes behauptet.

Jetzt zum Punkt und worauf ich hinaus will: Gelsenkirchen hat Probleme, aber

a.) das Positive überwiegt und mittlerweile gibt es sogar auch einen positiven wirtschaftlichen Aufschwung. Besonders erfreulich: Im Ruhrgebiet selbst hat die Stadt sogar die besten Werte in den letzten Jahren. Zwar sind wir immer noch letzter bei der Arbeitslosigkeit (wir hatten aber auch die meisten Zechen im Vergleich zur Einwohnerzahl, nämlich insgesamt unglaubliche 40 seit Beginn des Kohleabbaus bei uns), aber wir haben auf ALLE anderen Städte hier aufgeholt und zwar teilweise deutlich und kommen in Schlagdistanz

und

b.) die hat jede Großstadt

Ich glaube kaum, dass sich ein Bueraner oder ein Gelsenkirchener aus Resse in Düsseldorf-Oberbilk wohlfühlen würde.

Natürlich gibt es deutlich mehr Reichtum und weniger Armut in Düsseldorf als in Gelsenkirchen (ist ja auch kein Wunder, wenn man sich die tragische Geschichte des Ruhrgebiets anschaut, erst für alle den Arsch aufgrissen und zum Dank nie echte Hilfe bekommen für einen echten Strukturwandel wie der Osten oder Bayern nach dem Krieg), aber es gibt auch viel Reichtum in Gelsenkirchen und genug Armut in Düsseldorf. Und Kriminalität und Dreck und unschöne Ecken und nervigen Verkehr, das gibt es da auch alles und zwar mehr als genug.

Ich will auch niemandem vorschreiben, wo er zu leben hat. Ich erwarte aber von Verantwortlichen des FC Schalke 04 und auch von seinen Spielern, dass sie sich der Geschichte des Vereins und damit auch der Stadt bewusst sind und sich damit zu 100% identifizieren und HIER auch ihren Lebensmittelpunkt haben (es sei denn es gibt einen wirklich guten Grund, der dagegen spricht) und zwar aus Überzeugung. In Buer und Umgebung kann man prima wohnen und leben, da gibt es sogar Läden auf der Hochstraße da kann man einen Schal für 400 Euro kaufen, wenn man es denn unbedingt braucht.

Sonst sollen sie halt hier nicht spielen bzw. arbeiten. Der Verantwortliche dafür ist der Manager. Aber der wohnt ja selbst nicht hier, wohnt im Essener Süden. Ist schön da, bin auch gerne mit Freundin selber da. Aber was zur Hölle hat der Manager des FC Schalke 04 da zu suchen. In Buer wie gesagt ist es auch schön und grün und es gibt dort gute Gastronomie und auch die tollsten Gebäude und Villen und auch Superreiche wohnen da.

Dies nicht zu wollen und stattdessen weit entfernt zu wohnen. So ein Verhalten hat mit dem Verein Schalke und seiner Heimatstadt Gelsenkirchen und deren Geschichte aus meiner Sicht NICHTS zu tun.

Wie es anders geht, lest ihr dann im Sonderheft es Kickers. Ein Nemec hat noch ein Haus in Buer und kommt immer wieder hierhin zurück (das Interview ist übrigens besonders gelungen, ein sehr kluger Kopf!). Waldoch, Thon, Max, Eigenrauch oder von früher Fischer und Co, die leben alle noch in Gelsenkirchen oder wirklich in engster Umgebung = Nachbarstadt, was auch ok ist für mich. Ein Yves wohnt z.B. in Herne. Ingo wohnt in Datteln, ist ein kleines Stück weiter (hinter Recklinghausen), ABER: Das ist halt seine Geburtsstadt und er ist immer noch sehr fest in GE verwurzelt!

Der Essener Süden gehört aber nicht mehr für mich dazu, weder geographisch noch von der Mentalität/Kultur her.

Ich sage das jetzt explizit aus folgendem Grund:

Als Heidel hier anfing hat er auf die Frage warum er denn in den Essener Süden ziehe geantwortet:

„Weil ich noch echte Schalker Fans treffen will, echte Fans, die auch in‘s Stadion gehen“.

Seitdem ist der Mann bei mit unten durch. Sicher gibt es auch da Schalke-Fans, aber eine Schalke-Hochburg ist das ganz sicher nicht. Aber unabhängig davon, wenn ich solch eine Aussage tätige und das ernst meine, dann ziehe ich nach Gelsenkirchen und nicht in den Essener Süden. Pure Heuchelei. Ihm ist Gelsenkirchen einfach zu schmuddelig. Dabei gibt es nicht DAS Gelsenkirchen. Wie die meisten Revierstädte hat GE einen reicheren Norden und einen ärmeren Süden (in den Essener Norden zieht er ja nicht, obwohl das deutlich näher ist, warum wohl?). Aber selbst das ist alles zu pauschel, auch im Süden von Gelsenkirchen gibt es Reichtum und wunderschöne Gegenden und erstklassige Sachen. Also eine Mischung aus Nichtwissen und Arroganz und Luxuseinstellung bei Heidel. Damit ist der Mann beim FC Schalke 04 aus meiner Sicht fehl am Platze.

Jetzt mal was persönliches als Gegenbeispiel: Habe sieben Jahre in Münster gewohnt als Student und es ist auch schön dort. Aber auch dort gibt es unschöne Sachen und ich bin wieder hierhin gezogen, weil ich mich hier wohler fühle. Ich fühle mich sogar nur hier richtig wohl, weil hier meine Heimat ist. Ich selber wohne im Süden und meine Freundin im Norden, mitten im Wald. Wir unternehmen ständig schöne Dinge in der ganzen Stadt von Gelsenkirchen und in der Umgebung. Was für eine Einstellung muss man haben, um damit nicht „konfrontiert“ werden zu wollen.

Es ist mir eigentlich ja auch egal, jeder soll machen, was er will. Aber eins kann ich sagen: ES IST EINE EINSTELLUNG DIE NICHT ZUM FC SCHALKE 04 PASST. Meiner Meinung nach.

Und das ist auch der Grund, warum Schalke seit über einem Jahrzehnt „underperformed“. Alle fragen, warum ist das eigentlich so? Dabei ist die Antwort ganz einfach. Weil nach den bodenständigen Rudi, Ebbe, Jiri, Huub und anderen, die die Mentalität von Verein und Stadt verinnerlicht und gelebt haben, dann Heldt, Boateng, Stambouli, Aogo und Co kamen. Leute, denen die Stadt und der Verein in Wahrheit scheißegal sind. Die hier einfach nur zum Geld verdienen hin kommen. Trainieren, Spiele und dann wieder ab nach Düsseldorf, denn da findet deren wahres Leben statt. DAS ist deren Lebensmittelpunkt. Das hat nicht wirklich was mit Schalke und seiner Heimat, der Stadt Gelsenkirchen zu tun. Einen Caligiuri kann ich nur zitieren, nachdem er vor ein paar Wochen in die nächste Nähe von natürlich Düsseldorf gezogen ist: „Endlich fühle ich mich angekommen, war vorher nicht der Fall“.

So sieht es mittlerweile aus, wenn Spieler bei uns "ankommen".

Ich fühle mich so, als ob unser Verein von Abzockern und Betrügern gekapert wurde. Sind nicht hier für unseren Verein und unsere Stadt, sondern für sich selbst.

Die wollen nicht den Verein und die Stadt nach vorne bringen, die wollen sich selbst nach vorne bringen und die Heimatstadt unseres Vereins ist denen scheißegal, dabei gehört das untrennbar zusammen. Nehmen hier Millionen pro Jahr ein, geben es dann aber woanders aus. Das widert mich sogar richtig an. Sollen sie doch bei Fortuna Düsseldorf spielen, da können sie sehen, wo sie ihr hohes Gehalt her kriegen. Und kriegen hier Riesensummen und spielen dann auch noch so einen Mist zusammen, teilweise noch nicht mal 100% Einsatz, von Spielwitz und Leidenschaft ganz zu schweigen. Aber ist ja auch klar, denn das Shopping mit der Freundin auf der Kö ist ja so anstrengend.

Ich weiß auch, es ist Teil der Kommerzialisierung des Fußballs diese Entwicklung, aber wir müssen doch nicht jeden Scheiß mitmachen. Dann spielen wir halt nur noch Mittelfeld oder zweite Liga, aber ich bin mir sicher, jeder Schalke-Fan würde damit leben können, wenn wir eine kampfstarke Truppe hätten, die sich mit Verein und Stadt identifiziert.

Der Manager hat es in der Hand die entsprechenden Spieler zu holen. Aber er ist ja selbst so einer. Spuckt auf unsere Heimatstadt. Tut mir leid, aber ich kann es nicht anders nennen. Bekommt hier sicher auch seine 3-4 Mio, aber lebt nicht hier. Einfach nur lächerlich und maximal demütigend.

Für mich persönlich hat das jetzt nach einem langen Abwägungsprozess Auswirkungen, denkt an den Beginn meines Beitrags und mehr lest ihr gleich auch noch am Ende. Ein Rudi hätte keinen einzigen von diesen Leuten verpflichtet, wegen fehlendes Charakters (das könnt ihr alles im Sonderheft des Kickers nachlesen). Und trotzdem hatte er sehr guten Erfolg als Manager. Nein, andersherum wird ein Schuh draus, eben genau deshalb hatte er Erfolg! Er hatte ein Gefühl für den Charakter eines Spielers und ob er in den Verein und die Stadt passt.

Manche Spieler heute sind glaube ich ok (Embolo macht einen ganz tollen Eindruck, ist auch nach Buer gezogen), selbst Axel Schulz ist nach GE gezogen, deshalb verstehe ich das beim Heidel umso weniger. Weinzierl wohnt glaube ich auch hier. Mir reicht das aber nicht. Ich verlange, dass alle oder quasi alle hier wohnen. Kriegen ja auch alle gutes Gehalt, selbst wenn es luxusverwöhnte Deppen sind (und manche von denen sind Deppen, kann man nicht anders sagen, vergleicht die mal mit den Eurofightern von damals, das waren fast alles helle Köpfe!), sollte das doch ein angemessenes „Schmerzensgeld“ sein.

Ich als Manager würde solche Leute aber gar nicht erst verpflichten. Denn dann kommt das raus, was wir hier seit über einem Jahrzehnt sehen. Underperformer und Showbusiness statt ehrlicher Arbeit und (zugleich!) authentische Lebensfreude. Und das sollte Fußball auf Schalke sein. Harte Arbeit (natürlich gerne garniert mit fußballerischem Können, schließt sich ja nicht aus) und echte Lebensfreude.

Fragt nie wieder nach dem Grund, warum auf Schalke underperformed wird trotz des gewaltigen Aufwands. Ich habe ihn euch 2x genannt. Es ist genau der Grund, es gibt keinen anderen und da gibt es auch kein Mysterium, wie manche immer sagen. Das gibt es auch in dem Ausmaß nur bei Schalke, dass nur ganz wenige Spieler in der eigenen Stadt des ansässigen Vereins leben.

Soll ja auch jeder machen, was er will. Nur Schalke ist das alles nicht mehr. Die Kommerzialisierung hat viel, eigentlich so gut wie alles am Fußball kaputt gemacht und wir haben mitgemacht, indem wir nach Rudi Leute geholt haben, die die Werte unseres Vereins mit Füßen traten und treten. Zu den Werten des FC Schalke gehört auch, dass Gelsenkirchen seine Heimat ist und man sich damit identifiziert. Wer das nicht tut, der braucht nicht hierher zu kommen, sondern soll woanders hingehen. Und gilt auch für den
Heidel, der soll doch dann Manager beim FC Kettwig werden und sich seine Millionen von denen geben lassen.

Das mit dem „nicht in Gelsenkirchen wohnen“ ist ja nur ein Beispiel. Ihr kennt ja die ganzen Sachen, Abzocke überall und bei Tickets, alles was hier im Forum in den letzten Jahren zu lesen war. Die gehen mir auch gegen den Strich die Sachen. Habe nur das wichtigste Problem aus meiner Sicht mal explizit geschildert.

Nur mal jetzt noch ein Gegen-Beispiel zu dem Thema und das könnt ihr dann auch im Kicker-Sonderheft lesen:

Mike Büskens ist in Düsseldorf geboren und aufgewachsen. Und kam dann hierhin und hat hier sein Glück gefunden. Beruflich und privat (hat seine Frau auf der Geschäftsstelle kennen gelernt). Er lebt seit 25 Jahren in der Stadt und nimmt rege am Stadtleben teil. Letztens war er zur ganz tollen „20 Jahre Bundesgartenschau-Feier“ im Nordsternpark zusammen mit Ingo supersympathisch zu Gast im Interview. Er ist nach seiner aktiven Karriere hier in Gelsenkirchen geblieben und ich meine er wohnt sogar in Ückendorf, dem verrufensten Teil der Stadt und da ist wirklich nicht alles toll. Aber ich sage euch, auch da gibt es wunderschöne Gegegenden und tolle Dinge (Halde Rheinelbe – super!!, Skulpturenwald, von-Wedelstaedt-Park – ein Traum!!!. Erzbahntrasse, Galeriemeile, Künstlersiedlung) und an den Problemen wird gearbeitet, Stichwort Sanierung Bochumer Straße.

Das macht den Unterschied zu einem Boateng oder Aogo aus (nur als Beispiele). Hier Fußball-Underperformer und Showmaster mit Hang zum Luxusleben. Und da der bodenständige, ehrliche Typ, der sich für Verein UND (!!!) Stadt den Arsch aufgerissen hat und danach nicht wieder nach Düsseldorf zurückgekehrt ist, was bei ihm ja sogar verständlich gewesen wäre, da es ja seine Geburtsstadt ist. Er hat sich hier eingelebt und fühlt sich hier wohl. Und das kann man auch in Gelsenkirchen, wenn man kein Luxusboy ist wie Heidel, Aogo, Caligiuri und Co.

Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Und deshalb lieben und liebten wir auch die Eurofighter so. Nicht weil die Erfolg hatten (wie man es von Dortmundern und anderen teilweise hört), sondern weil die Erfolg hatten UND normal blieben UND welche von uns waren und Schalke 1:1 verkörperten, so wie es sein soll. Und die waren alle so, keiner hatte Allüren (Lehmann vielleicht mal ausgenommen) und die lebten quasi alle in Gelsenkirchen oder nächster Umgebung. Da traf man sich nach dem Training zum Mannschaftsessen im La Scala in Buer oder auch privat zum Karten spielen.

Wir lieben und liebten sie, weil wir alle eins waren, Schalker, Gelsenkirchener, ja, sogar auch Menschen. Und dafür stand der FC Schalke 04 mal.

Und nicht hier die besonderen Fußball-Millionarios mit Luxuskante aus Düsseldorf und dort die dummen, wertlosen Fans aus dem abgehängten Revier.

Ich habe übrigens letztens einen Bericht über Neven Subotic gesehen, ein ganz toller Typ. Auch so einer wie unsere Eurofighter. Es gibt sie noch solche Leute, auch im Kommerzfußball.

Und ich sagte ja, es gibt auch bei uns positive Ansätze, Embolo, Höwedes (jetzt nach Düsseldorf gezogen, aber die Freundin studiert auch in Köln, das ist natürlich dann auch ok, liegt ja genau in der Mitte!), Fährmann (Recklinghausen, ok), Burgstaller. Aber mir ist das viel zu wenig. Ich will, dass sich alle zu 100% mit dem Verein und der Stadt identifizieren und hier auch leben. Auch die Verantwortlichen, wenn es denn geht (ein Tönnies kann das ja nicht, hat ja einen Betrieb in einer anderen Stadt).

Und ich will auch nicht, dass es Abzocke gibt bei den Fans, dass Ticket-Schmu geschieht, dass alles ausgeschlachtet wird, dass Gazprom Sponsor ist und solche Sachen. Lest mal im Kicker-Sonderheft, wie der Rudi auf alle diese Dinge seine Hand gehalten hat damals. Der hat abends die Frau beim Ticketverkauf angerufen und gefragt wie ihr Tag war und was die Fans so im Alltag für Lob und Kritik haben, wo es Probleme gibt usw..

Verhindert diese Menchlichkeit sportlichen Erfolg. Vielleicht.

Und wenn? Lieber ein authentisches, schönes, Werte hochhaltendes Schalke als 15. in der Bundesliga oder von mir aus auch in der 2. Liga als das, was ich jetzt sehe. Das brauche ich nicht, das will ich nicht. Und das Stadion wäre trotzdem voll, auch in der 2. Liga. Denn Schalke liebt den Erfolg, aber ist darauf nicht angewiesen. Es ist angewiesen auf Zusammenhalt und Lebensfreude und das geht weit über das Thema Erfolg hinaus. Alleine die Auswärtsfahrten der Fans sind doch wirklich einmalig, DAS macht den Verein aus und ist heute auch das vielleicht letzte schöne Überbleibsel aus der Zeit von früher für mich.

Ich weiß, das wurde jetzt sehr lang. Aber für mich ist das ein tiefer Einschnitt in mein Leben mein Schalke-Fansein abzugeben. Und darauf läuft es jetzt hinaus. Es geht leider nicht mehr anders. Es ist nicht mehr das Gleiche oder wenigstens zumindest noch vom Grundsatz her so wie früher. Ich weiß ja auch, einige andere denken auch so und denken auch über diesen Schritt nach.

Von dukesabo liest man hier schon länger nichts mehr. Auch ein beinharter Schalker, der die gleichen Kritikpunkte immer wieder angebracht hat. Eine Wohltat seine Beiträge und ganze Art. Anscheinend auch innerlich gekündigt.

Ich habe für Sonntag zwei Karten für das Huub-/Eurofighterspiel gekauft, für meine Freundin und mich. Mit dem alten Feuer im Herzen und viel Freude werden wir dort hingehen und den Tag genießen. Ansonsten ist Schalke für mich gestorben und das wird sich erst wieder ändern, wenn alle oder quasi alle Spieler und Verantwortlichen in Gelsenkirchen wohnen, Gazprom kein Sponsor mehr ist, die Fans wieder Partner und keine Melkkühe sind und die anderen negativen Dinge auch verschwunden sind.

Es ist sehr, sehr traurig kann ich euch sagen das zu schreiben. Da was man sein ganzes Leben lang geliebt hat, soll/muss man gehen lassen. Es fließen auch jetzt grade Tränen. Aber es geht nicht anders. Es tut sehr weh, wie bei einer Scheidung oder wenn jemand stirbt, vielleicht noch schlimmer.

Aber es geht nicht anders. Das ist nicht mehr mein Schalke. Wie oft habe ich den Spruch gehört, oft im Spaß. Aber es ist ganz bitterer Ernst.

Kauft euch dieses Kicker-Sonderheft. Nach dem Lesen ist mir endgültig bewusst geworden, ich will das so nicht mehr. Schon lange wuchsen die Zweifel, jetzt ist es Gewissheit für mich.

Wenn Rudi und Charly das noch miterlebt hätten. 80-90% der Schalker Spieler, die aus Düsseldorf hierhin kommen jeden Tag. Das hätten die NIEMALS zugelassen. Einfach nur zum Flennen.

Glückauf, meine lieben Blau-weißen Freunde. Euch werde ich immer im Herzen tragen und die schönen Dinge der Vergangengheit. Das kann mir keiner nehmen, besonders kein Aogo oder Heidel (nur 2 Beispiele). Die haben mit Schalke und seiner Heimatstadt nichts zu tun, sind einfach nur Abzocker wie die meisten Angestellten (das Wort passt perfekt) der letzten 10 Jahre. Es gab und gibt auch positive Ausnahmen, aber das reicht mir nicht mehr. Habe bis auf die Ajax-Spiele eh schon länger kein Spiel mehr live gesehen, da ich null Identifikation für diesen Haufen überhabe.

Noch mal als Fazit: Der Fußball wie er mal schön war ist für mich im Arsch und wir sind mittendrin. Geldmacherei, Business, Unschönes, für mich mit dem Höhepunkt, dass seit langer Zeit die wichtigsten Akteure bei uns Abzocker sind, die sich in Wahrheit nicht um unseren Verein und unsere Stadt scheren. Für mich stehen Gelsenkirchen und Schalke wie gesagt synonym. Alles andere zu behaupten ist einfach nur lächerlich. Hier Millionen abzugreifen und nicht hier zu wohnen und sich nicht für das Leben hier zu interessieren und daran teilzunehmen ist, rundum lächerlich und allerschlimmstes Geheuchel. Den Verein und seine Geschichte kaputt gemacht und gedemütigt haben diese Leute. Sollen sie doch den FC Schalke 04 in Fortuna Düsseldorf oder SC Essen-Süd umbenennen. In Düsseldorf gibt es doch so viel Geld, können den Verein direkt kaufen. Witzfiguren die unseren Verein gekapert haben.

39 Jahre alt, circa 33 Jahre Die Hard-Fan, es war eine Lebenseinstellung, eine wunderschöne und geile, aber es ist vorbei.

Wie gesagt ich will keinen bekehren, wollte nur mein Herz ausschütten.

Glückauf noch mal an euch


* Fahne einzieh, Trikot auszieh, Schal ableg *

* wein und gewiss nicht zum letzen Mal *

Re: Kicker-Sonderheft + mein Abschied, gleich 2 Themen in ei

Beitragvon Frahe04 » Di 16. Mai 2017, 14:40

machet gut!
Wer königsblau im Herzen trägt, sieht niemals schwarz!

Re: Kicker-Sonderheft + mein Abschied, gleich 2 Themen in ei

Beitragvon yyyves » Di 16. Mai 2017, 14:58

kann dich verstehen.....gut geschrieben...und gleich das Sonderheft bestellt ;)
Grüße
yyyves

"....2 lost souls swimming in a fishbowl.."

Re: Kicker-Sonderheft + mein Abschied, gleich 2 Themen in ei

Beitragvon BuB » Di 16. Mai 2017, 15:11

Liebes Maultier,

so ein wunder-wunderschöner Text - und so eine traurige Konsequenz...

Ich gebe Dir durchaus Recht, dass früher Vieles besser und anders war, aber ich finde es sehr schade, wenn deshalb immer mehr "Herzblutschalker" in die Tonne kloppen, statt gemeinsam ein paar Stücke des "alten" Schalke, wie wir es lieben, zu retten.

Es gibt sie noch, die Momente, wo Schalke sich anfühlt wie früher. Sie werden weniger, aber sie sind nicht tot. In Spielen wie dem Rückspiel in Mönchengladbach, in einer Kaschemme bei einer Auswärtsfahrt, Begegnungen wie den "90 Minuten" mit dem Jörg Seveneick (der genauso tickt) oder manchen Kleinigkeiten zeigt sich doch noch, dass Schalke mehr ist als Kommerz.

Oder unserer Jugend...

LG
Susanne

PS: Wir haben ja seinerzeit zusammen ungläubig den Blocksturm beobachtet; es ist eine Schande, dass unser Verein das bis heute nicht richtig eineordnet hat.
Bild Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen!!!Bild

Re: Kicker-Sonderheft + mein Abschied, gleich 2 Themen in ei

Beitragvon S04ever » Di 16. Mai 2017, 15:36

Mach es gut Maultier. Habe Dich hier gerne gelesen. Die Geschichte mit dem gekapertem Verein hatte ich schon oft im Editor und mich dann nicht getraut sie zu senden. Weil man die Antworten schon vorhersieht. Auch wenn ich die meiste Zeit meines Lebens in Norddeutschland verbracht habe, wird mein Herz immer an Gelsenkirchen hängen. Sonst war es Schalke 04 aber dieses Etwas was sich zur Zeit so nennt, ist nicht mein Schalke 04. Es ist ein anderes Red Bull, ein erfolgloseres aber nichts Besseres mehr. Würden wir mit einer 50 Millionen Truppe gegen den Abstieg kämpfen und die Verbindlichkeiten wäre überschaubar, dafür Herz und Leidenschaft zeigen wäre mir das lieber als dieser Haufen. Seit Jahren nur noch Ausreden und Schuldzuweisungen. Angebliche Analysen die seltsamerweise nichts verändern. Fans die blind dem Einen hinterherlaufen, statt kritisch zu bleiben. Morgen laufen sie dem nächsten hinterher und der gottähnliche Eine von gestern ist plötzlich an allem schuld. Statt abzuwarten, bevor man jemand feiert sollte er es sich verdienen müssen. Irgendwie auch schade, ein Abstieg hätte die Aasgeier ganz schnell vergrault. Wäre ja nichts mehr zu holen gewesen und Schalke hätte die Chance auf einen echten Neuanfang gehabt. Ich denke nach dem ersten Schock, wäre es auch eine Wohltat gewesen. Wir hätte eine Chance erhalten unseren Verein zurück bekommen. So wird weiter gewurstelt.

Re: Kicker-Sonderheft + mein Abschied, gleich 2 Themen in ei

Beitragvon EddieW » Di 16. Mai 2017, 15:44

Ich kann deine Argumente gut verstehen. Aber ich gucke und spiele zu gerne Fußball, um drauf zu verzichten.
Das Rad der zeit dreht sich halt weiter, aber wichtig ist, was man selber daraus macht. Und wie es für dich selbst funktioniert.
Mein erster kleiner knick waren die schönen Sonnenuntergänge im Park Stadion, die durch die Arena irgendwann vorbei waren.
Das, was aber mehr nervt, sind diese Wichtigtuer rund um den AR, die regelmäßig, wenn die Wahlen sind, so ein Theater veranstalten.
Daher liegt das Hauptinteresse eindeutig auf dem Platz.
Und damit kann man gut leben.
Geboren in Gelsenkirchen-Resse und auch noch stolz drauf!

Re: Kicker-Sonderheft + mein Abschied, gleich 2 Themen in ei

Beitragvon Killerhase04 » Di 16. Mai 2017, 16:03

Was ein Salbader. Jammer, jammer. Und tschüss.

Re: Kicker-Sonderheft + mein Abschied, gleich 2 Themen in ei

Beitragvon $stan » Di 16. Mai 2017, 16:45

Sehr pathetisch geschrieben, vor allem mit sehr viel Gelsenkirchen-Patriotismus.

Nur folgen kann ich dem nicht. Du beklagst Dich ernsthaft, dass Heidel in Essen wohnt, das ist nicht genug Lokal-Patriotismus ? Wo hat Assauer eigentlich gewohnt ? Findest du nicht, dass sich Huntelaar total mit dem Verein identifiziert hat ? Aber das sind nur 2 Beispiele.

Ich habe in den 70ern nicht gewusst, wo die Spieler wohnen, in den 90ern auch nicht und mir ist es ehrlich gesagt völlig egal, wo sie wohnen.
Natürlich ist die Kommerzialisierung enorm vorangeschritten, aber war auch schon von der großen Zeit der Schalker bis zu den Eurofighter der Fall.

Aber Du hast recht, wenn Du so empfindest und denkst, ist es richtig, sich vom Fußball zu verabschieden.

Beitragvon bluesky » Di 16. Mai 2017, 19:08

Hi,

mir war dein Bericht zu pathetisch, der GE-Lokalpatriotismus gefällt mir. Ich wollte dennoch einige Anmerkungen machen.

Eines meiner Fussball Lieblingsbücher ist "Gegen den modernen Fussball". Da berichten 2 Journalisten aus London (ein Gunners Fan und ein Millwall Fan) vor etwa 10 Jahren über den Untergang der old school Fussballwelt. Insbesonder Arsenal kommt dabei ganz schlecht weg, zu Recht. Die Kommerzialisierung war dort wohl damals schon perfektioniert. Allerdings ist ohne Kommerz Profifussball heute nicht mehr möglich, leider, ist aber die Realität. Muss man ja wie Du dann auch nicht akzeptieren. Der Unterschied von Arsenal zu uns ist allerdings gewaltig. Ich war in der CL dort und bin nach dem Spiel von Arsenal Fans gefragt worden, ob die Schalke Fans immer so ihre Mannschaft unterstützen. Habe denen gesagt, nicht immer, aber meistens. Und am letzten Samstag war ich wirklich Stolz über die Choreo und die Verabschiedung von Hunter. Die zweite Halbzeit war grottig, dennoch hatte ich im Stadion das Gefühl in einem echten Fussballstadion zu sein und ich habe für mich keinen Unterschied zu den 70er oder 80er empfunden. Wäre das der Fall hätte ich auch ein Problem.

Zu den Spielern ist es so, dass auch früher Spieler wie Abi, Kremers, etc... sich gerne Pausen gönnten. Aber was solls. Wenn ich die Verpflichtungen von CH sehe, wird schon darauf geachtet, dass die Spieler eine gute Menalität haben. Ausnahme ist für mich Kono, der meint ohne nach hinten zu arbeiten, mitspielen zu können. Z.B. Caliguiri ist keine Überfussballer, dennoch ist er kein Alibispieler wie Aogo, etc... Es fehlt eher an Qualität und Schnelligkeit. Und die oben genannten Spieler waren auch aus Bundesligasicht Großverdiener. Also hat sich für mich an der Stelle auch nichts geändert. Es gab Spieler die alles gegeben haben und andere, die nicht den letzten Kampf aufgenommen haben. Ingo Anderbrügge fand ich gut, war allerdings keiner, der immer die linke Seite rauf und runter gelaufen ist.

Einer meiner Lieblingsspieler war Rene Eickelkamp, der wohnte die ganze Zeit weit entfernt in seiner holländischen Heimat. Na und, und CH wohnt im Essener Süden, gehört bekanntlich zum Ruhrgebiet, und wenn man etwas anspruchsvoller wohnen kann, weil man etwas mehr Geld verdient, ist es absolut o.k. den Süden zu bevorzugen und nicht in einen Problemstadtteil im Norden zu ziehen.

Was mich allerdings stört, sind die neuen Anstoßosszeiten und da habe ich zumindest von PP keine kritischen Anmerkungen gehört. Was mich auch richtig geärgert hat, ist dass die Spieler aus der eigenen Jugend wie Kola und Matip z.B. genau bis Vertragsende warten, um dann ablösefrei inkl. Handgeld zu wechseln. Vereinswechsel gab es immer und das ist o.k. Allerdings haben die Jungs dem Verein auch einiges zu verdanken und eine Ablöse für den Verein wäre von daher korrekter. Bin halt ein old school Fussballromantiker.

Ich habe mir in den letzten Jahre auch einige Fussballpausen gegönnt, weil ich keinen Spaß mehr hatte, freue mich allerdings auf die neue Saison, insbesondere auch weil im Moment nahezu alle wieder auf den Verein draufhauen, u.a. Jens Lehmann, und ich CH zutrauen, den freien Fall seit 2011 aufzuhalten. Schwierig genug.

Ansonsten unbekannterweise alles Gute und viel Spaß im neuen Leben

Re: Kicker-Sonderheft + mein Abschied, gleich 2 Themen in ei

Beitragvon 8.5.15 » Di 16. Mai 2017, 19:32

Also mit Assauer hast du dir das schlechteste Beispiel ausgesucht $tan. Der hat nur 10 Min. Fußweg von der Arena gewohnt.

Maultier kann ich voll und ganz verstehen. Ich habe diesen Schritt schon vor einigen Jahren getan. Ich gehe aber noch zum Fußball, Kreisliga und Landesliga sind meine Ziele. Eines werde ich aber niemals tun, nämlich den FC Schalke 04 in die Tonne kloppen. Schalke ist mein Verein und wird es auch immer bleiben, ich mache nur den ganzen Zinnober nicht mehr mit.
Langewilli:
Stundenlang Selbstgespräche geführt und kein Wort verstanden.