OT: La Liga bald ohne Barca?


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Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon Schorsch » Fr 6. Okt 2017, 23:51

Wacken, du Arsch, das ist nicht von dir. Das ist von Reclam! :shock:
"Queen ruft Notfall-Meeting ein - Heiratet Prinz Harry?" (Focus online)

Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon joey1987 » Sa 7. Okt 2017, 09:35

driverx hat geschrieben:
Und nur mal so als Verständnisfrage: wenn irgendein Kaff in Sachsen-Anhalt oder Ostfriesland plötzlich mit 657 zu 489 Stimmen seiner Bewohner bei einer Wahlbeteiligung von roundabout 40% seinen Austritt aus der Bundesrepublik Deutschland erklärt, finden wir das auch irre demokratisch oder sagen wir dann nicht eher, ihr habt einen an der Murmel?

Was hat ein Kaff in Sachsen mit der Weltstadt Barcelona und der Region Katalonien zu tun?

Das sind bei weitem nicht nur ein paar Hundert Leute...
Zuletzt geändert von joey1987 am Sa 7. Okt 2017, 09:35, insgesamt 1-mal geändert.

Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon Bernd1958 » Sa 7. Okt 2017, 09:35

driverx hat geschrieben:Und nur mal so als Verständnisfrage: wenn irgendein Kaff in Sachsen-Anhalt oder Ostfriesland plötzlich mit 657 zu 489 Stimmen seiner Bewohner bei einer Wahlbeteiligung von roundabout 40% seinen Austritt aus der Bundesrepublik Deutschland erklärt, finden wir das auch irre demokratisch oder sagen wir dann nicht eher, ihr habt einen an der Murmel?

Da würden wir sagen: Die haben einen an der Murmel.... Würden das die Bayern sagen, dann würden wir jubeln :lol:

Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon driverx » Sa 7. Okt 2017, 10:06

joey1987 hat geschrieben:
driverx hat geschrieben:
Und nur mal so als Verständnisfrage: wenn irgendein Kaff in Sachsen-Anhalt oder Ostfriesland plötzlich mit 657 zu 489 Stimmen seiner Bewohner bei einer Wahlbeteiligung von roundabout 40% seinen Austritt aus der Bundesrepublik Deutschland erklärt, finden wir das auch irre demokratisch oder sagen wir dann nicht eher, ihr habt einen an der Murmel?

Was hat ein Kaff in Sachsen mit der Weltstadt Barcelona und der Region Katalonien zu tun?

Das sind bei weitem nicht nur ein paar Hundert Leute...


Mit anderen Worten : wenn zwei das gleiche tun,ist es noch lange nicht das selbe.

Bei welcher Zahl liegt denn die Grenze, ab der es zum heroischen Freiheitskampf wird?

Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon joey1987 » Sa 7. Okt 2017, 10:14

Kann ich dir nicht sagen, nur der Vergleich passt halt nicht, auch schon aus dem Sinne, dass Katalonien schon extrem lange danach strebt und es ja im Prinzip kulturell durch die Sprache schon ein anderes Land ist.


MMn wäre es durchaus sinnvoll wenn es da ein vernünftiges Referendum geben würde. Wobei man da auch mal erwähnen muss, dass es bei unseren Wahlen auch nicht schwierig ist mehrfach zu wählen. Du brauchst ja nur Wahlbescheinigungen von Leuten die ungefähr das richtige Alter haben. Bin jedes Mal sehr erschrocken, dass die Wahlen so lax kontrolliert werden. Verstehe absolut nicht, dass da keine Personalausweiskontrolle an der Tagesordnung ist.

Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon HabKeineIdee » Sa 7. Okt 2017, 13:53

driverx hat geschrieben:Bei welcher Zahl liegt denn die Grenze, ab der es zum heroischen Freiheitskampf wird?

MMn bei Bundesländern, Kantonen oder wie auch immer die vor ewigen Zeiten zusammengeschlossenen Teile auch immer heißen. Wahrscheinlich würde ich die Grenze bei gewählten Regierungen ziehen - im Unterschied zu Bürgermeistern oder ähnlichem, wo das Ganze dann wohl zu chaotisch würde. Aber weitere Gedanken dazu habe ich mir noch nicht gemacht - gab bisher einfach keinen Grund dafür.

Wenn also die heutige Bevölkerung mehrheitlich nicht mehr hinter dem steht, was
Generationen vor ihnen beschlossen wurde, dann sollte man denen auch eine Chance geben. Sich dann auf Demokratie zu berufen und darüber dann alle aus dem größeren Bündnis abstimmen wollen zu lassen, ist mMn nicht sinnvoll. (Die Interessen der anderen sind womöglich halt konträr.)
Mich stört einfach daran, dass Generationen für Generationen an das gebunden sein sollen, was vor Urzeiten mal welche entschieden haben und sie dort eben nicht mitsprechen konnten.

Mir hat auch noch immer keiner sagen können, wie sich ein Teilstaat sonst wieder aus dem Ganzen lösen könnte, wenn die Zentrale Regierung das eben nicht will.

Brexit ist übrigens ein gutes Bsp. - einfach eine Nummer größer - stell dir vor, die EU hätte die Briten verprügelt und die Abstimmung verboten und verhindert.
Undenkbar - oder?
Und eine Stufe niedriger ist das aber historisch zwar in unseren Köpfen festgebrannt (das war ja schon immer so), aber irgendwie doch sehr ähnlich. Warum sollte also Bayern oder Sachsen nicht den Bund deutscher Länder wieder verlassen können?

Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon Der Dude » Sa 7. Okt 2017, 17:05

Es gibt da so etwas was sich "Unteilbarkeit des Staates" schimpft.
Der Fall der Abspaltung von Landesteilen ist mWn in keiner europäischen Verfassung verankert, einfach weils nicht gewollt ist. Es gibt also de facto kein verfassungsmäßiges Recht auf Unabhängigkeit.

Ich kenne die Geschichte der Katalanen zu wenig, um das wirklich beurteilen zu können. Allerdings habe ich den Eindruck dass grade viele neu gewonnene Befürworter sich durch wirtschaftliche Versprechungen leiten lassen. Katalonien ist nunmal wirtschaftlich eine der stärksten Regionen Spaniens und zahlt quasi für die Schwächeren mit. Da ist es sehr einfach den Ungebildeteren zu verkaufen, dass es einem wesentlich besser gehen würde wenn man Unabhängig wäre. Die meisten wissen ja gar nicht wie kompliziert eine Unabhängigkeit wäre, da man wahrscheinlich sofort aus der EU fliegt und viele wirtschaftliche Vorteile sich damit in Rauch auflösen würden. Noch gar nicht von den vielen Unternehmen gesprochen, die ihre Standorte in Katalonien sofort auflösen würden. Brexit lässt grüßen.
Für mich ist das grade einfach viel Bauernfängerei.

Aber wie gesagt, die Geschichte Kataloniens ist nicht mein Thema und ich kann mir vorstellen, dass es ebenfalls viele Menschen gibt, die wesentlich bessere Motive als die wirtschaftlichen nennen können. Aber ob diese dann von der Mehrheit getragen werden ist nochmal eine ganz andere Frage, die diese Pseudo-Wahl auch nicht beantwortet hat.

Ich persönlich würde eine Abspaltung, egal wo und von wem, immer nur unter dem Deckmantel der Diskriminierung (oder Schlimmeren) von Bevölkerungsgruppen befürworten können. Und das sehe ich bei den Katalanen nun mal gar nicht.

Ich bin da aber inhaltlich auch voll bei driver. Viele Menschen sehen gar nicht wie gut es uns eigentlich in Deutschland geht und würden wohl überall ein Haar in der Suppe finden. Ich bin extrem viel in meinem Leben gereist und ich habe noch kein Land gefunden, in dem es deutlich angenehmer wäre zu leben.
Mein höchster Glaubenssatz ist allerdings auch, dass jeder selbst für seine Leben verantwortlich ist und diejenigen, die keine Perspektive sehen, einfach nur blind sind oder nur nicht den Ehrgeiz besitzen sich wirklich zu verbessern. Deutschland bietet alle Chancen einen wundervollen Lebensstandard aufzubauen.
In Spanien mag das vielleicht anders aussehen.

Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon driverx » Sa 7. Okt 2017, 17:31

joey1987 hat geschrieben:Kann ich dir nicht sagen, nur der Vergleich passt halt nicht, auch schon aus dem Sinne, dass Katalonien schon extrem lange danach strebt und es ja im Prinzip kulturell durch die Sprache schon ein anderes Land ist.


MMn wäre es durchaus sinnvoll wenn es da ein vernünftiges Referendum geben würde. Wobei man da auch mal erwähnen muss, dass es bei unseren Wahlen auch nicht schwierig ist mehrfach zu wählen. Du brauchst ja nur Wahlbescheinigungen von Leuten die ungefähr das richtige Alter haben. Bin jedes Mal sehr erschrocken, dass die Wahlen so lax kontrolliert werden. Verstehe absolut nicht, dass da keine Personalausweiskontrolle an der Tagesordnung ist.


Wobei das mit der Sprache so eine Sache ist.Einen Sachsen oder einen aus Oberbayern kann man als Westfale auch kaum verstehen.
In der Schweiz gibt's sogar drei Sprachen. In Belgien zwei.

Schwierig,ein Kriterium zu finden.

Was unsere Wahlen angeht,so kannst du zwar einen anderen schicken,aber nicht mehrfach wählen, weil die Abgabe des Stimmzettels in der Liste abgehakt wird.
Aber es gab ja auch Kritik an der hohen Zahl der Briefwähler.

Da kann man nur vermuten, wie viele demente Omis gewählt haben,ohne es zu wissen.

Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon driverx » Sa 7. Okt 2017, 17:57

HabKeineIdee hat geschrieben:
driverx hat geschrieben:Bei welcher Zahl liegt denn die Grenze, ab der es zum heroischen Freiheitskampf wird?

MMn bei Bundesländern, Kantonen oder wie auch immer die vor ewigen Zeiten zusammengeschlossenen Teile auch immer heißen. Wahrscheinlich würde ich die Grenze bei gewählten Regierungen ziehen - im Unterschied zu Bürgermeistern oder ähnlichem, wo das Ganze dann wohl zu chaotisch würde. Aber weitere Gedanken dazu habe ich mir noch nicht gemacht - gab bisher einfach keinen Grund dafür.

Wenn also die heutige Bevölkerung mehrheitlich nicht mehr hinter dem steht, was
Generationen vor ihnen beschlossen wurde, dann sollte man denen auch eine Chance geben. Sich dann auf Demokratie zu berufen und darüber dann alle aus dem größeren Bündnis abstimmen wollen zu lassen, ist mMn nicht sinnvoll. (Die Interessen der anderen sind womöglich halt konträr.)
Mich stört einfach daran, dass Generationen für Generationen an das gebunden sein sollen, was vor Urzeiten mal welche entschieden haben und sie dort eben nicht mitsprechen konnten.

Mir hat auch noch immer keiner sagen können, wie sich ein Teilstaat sonst wieder aus dem Ganzen lösen könnte, wenn die Zentrale Regierung das eben nicht will.

Brexit ist übrigens ein gutes Bsp. - einfach eine Nummer größer - stell dir vor, die EU hätte die Briten verprügelt und die Abstimmung verboten und verhindert.
Undenkbar - oder?
Und eine Stufe niedriger ist das aber historisch zwar in unseren Köpfen festgebrannt (das war ja schon immer so), aber irgendwie doch sehr ähnlich. Warum sollte also Bayern oder Sachsen nicht den Bund deutscher Länder wieder verlassen können?


Kantone oder Bundesländer sind aber auch willkürliche Grenzen, wenn man so will.
Die Rheinländer könnten ja auch auf die Idee kommen, den Westfalenpöbel loswerden zu wollen. :mrgreen:

Jeder demokratische Staat hat eine Verfassung, da steht dann eben drin oder nicht drin,wie sich ein Teilstaat lösen kann.Steht es nicht drin, müssen die Leute, die das wollen, für eine Änderung streiten.
Wie lief das denn bei den Schotten,keine Ahnung, aber jedenfalls ohne Krawall und Turbulenzen.
Die spanische ist von 1978,ich nehme an,die Katalanen haben da auch irgendwie mitgeredet
.
Der Brexit ist tatsächlich ein gutes Beispiel. Den hätte die EU übrigens nicht verbieten können,aber Cameron hat,als er das Referendum angeleiert hat,nie mit dem Ergebnis gerechnet. Er wollte UKIP in die Schranken weisen und von der EU Zugeständnisse rausholen.
Das ging sowas von daneben.

Womit wir wieder bei den Schotten sind: die waren mehrheitlich gegen den Brexit. Deren Referendum wäre wahrscheinlich anders ausgefallen, hätte der Brexit schon festgestanden.

Und mal so ganz nebenbei : wahrscheinlich wurde selten so viel gelogen, wie bei der Brexit-Kampagne.