OT: La Liga bald ohne Barca?


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Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon caruwise » Fr 6. Okt 2017, 08:11

Sorry Bernd, aber einmal muss ich noch antworten.

Bart65 hat geschrieben:Nun ist der Tag des "Referendums" angebrochen. Nun geht der interessierte Katalane los, um an diesem Referendum teilzunehmen. Er weiß, dass die Stimmung aufgeheizt ist, er weiß, das die Bevölkerung in zwei Lager gespalten ist, aber er möchte trotzdem losgehen und seine Stimme abgeben. Nichts weiter. Nur das. Dafür oder dagegen, das steht ihm nicht auf die Stirn geschrieben.

Dann kommt er an "seinem" Referendumslokal an. Und nur ein paar Minuten später fliegt er mit eingeschlagenen Zähnen eine Treppe runter, wird getreten, aus dem Haus geworfen, bekommt ein Gummigeschoss in die Rippen, liegt am Boden und ihm wird dann auch noch bei der Auflösung seiner aktuellen Sitzblokade der Arm ausgekugelt.


Der interessierte katalane weiß aber, dass das Referendum von "seiner" Regierung (der spanischen, der er momentan noch angehört) als illegal angesehen wird und daher verboten wurde. Das heißt er begeht wissentlich und willenlich einen Rechtsbruch. Muss der interessierte Katalane daher nicht damit rechnen, dass der Staat versucht sich zu schützen?
Das ist so Uschihaft, ich gehe zu einer verbotenen Abstimmung und beschwere mich hinterher, dass die Polizei eingeschritten ist.

Ich bewerte nicht, ob es nicht deseskalieren gewesen wäre, das Referendum laufen zu lassen oder will den Polizeieinsatz schön reden, aber der Rechtsbruch geht zuallererst nicht von der Polizei aus und nur dass will ich klarstellen.

Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon Schorsch » Fr 6. Okt 2017, 09:53

caruwise schrieb:
Der interessierte katalane weiß aber, dass das Referendum von "seiner" Regierung (der spanischen, der er momentan noch angehört) als illegal angesehen wird und daher verboten wurde. Das heißt er begeht wissentlich und willenlich einen Rechtsbruch. Muss der interessierte Katalane daher nicht damit rechnen, dass der Staat versucht sich zu schützen?


Unsere gerade wieder einmal heimlich bröckelnde Freiheit basiert darauf, dass unsere Vorfahren sich mit solchen "Rechtsbrüchen" gegen Machthaber aufgelehnt haben. Machthaber, die sich allesamt ausreichend legitimiert ansahen, staatlich finanzierte Schlägertrupps auf die nicht folgsamen Teile der Bevölkerung zu hetzen. Ob es sich nun als vermeintlich von "Gott" legitimierte Erbherrscher, Konzernerben, hundsordinäre Gangsterbosse, böhmische Malergehilfen, Pastorentöchter oder wen auch immer handelte. Da schützt sich nicht "der Staat", denn den machen in Katalonien ausschließlich die dort lebenden Menschen aus. Da schützen sich die Machthaber, die ihre Pfründe gefährdet sehen. Auch wenn sie sich noch so oft damit heraus reden, dass das, was gut für sie selber ist, auch gut für die anderen ist.

Die Auflehnung hat m.W. nicht mit Gewaltexzessen begonnen, die man aufgrund übergeordneten Rechts verurteilen könnte. Mitten im ach so friedliebenden Europa, das schon mehrfach Auflehnungen gegen unliebsame Machthaber in anderen Nationen unterstützt hat, so es denn vermeintlich europäischen Interessen entgegen kam, werden Ansprüche auf Selbstverwaltung eines Volkes niedergeknüppelt. Anstatt dem Volk wie selbstverständlich das Recht zu gewähren, selber über sein Schicksal zu entscheiden.

Daran ändern auch Zitate von historisch nicht unumstrittenen Gestalten wie Churchill, denen von einer demokratischen Bewegung an die Macht gewählt auffällt, dass ein Leben als Diktator viel einfacher ist, weil der, der den eigenen Interessen zuwider handelt, nun mal ein unerträglicher Idiot ist, nicht das Geringste.

In den vergangenen tausend Jahren hat sich nicht nur einmal gezeigt, dass die Schwarmintelligenz der vermeintlichen Idioten den Allmachtsphantasien der Herrscher und ihrem um Anerkennung flehenden Gefolge, das zu jeder Zeit auf der Seite der Herrscher war, nicht selten überlegen ist.

Wie man Beschwerden darüber, bei einem gewaltfreien Gang zu einer Wahlurne niedergeknüppelt worden zu sein, "uschihaft" finden kann, sprengt meine Vorstellungskraft.
Zuletzt geändert von Schorsch am Fr 6. Okt 2017, 11:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon Ramses » Fr 6. Okt 2017, 11:00

Schorsch hat geschrieben:...
In den vergangenen tausend Jahren hat sich nicht nur einmal gezeigt, dass die Schwarmintelligenz der vermeintlichen Idioten den Allmachtsphantasien der Herrscher und ihrem um Anerkennung flehenden Gefolge, das zu jeder Zeit auf der Seite der Herrscher war, nicht selten überlegen ist.


Es ist mir immer wieder schleierhaft, weshalb du solche Zusammenhänge bei der Betrachtung von politischen Problemfelder heranziehst.

Die Schwarmintelligenz könnte man doch dann gleichsam bei der Bewertung der aktuellen Bundestagswahl bemühen, denn dann sollte sie ja auch bei den AfD-Wählern zu finden sein, denn bei 5.877.094 Bürger kann man wohl auch von einem Schwarm sprechen.

Jedoch würde ich sofort samt Familie reißaus nehmen, damit ich die Konsequenzen der Intelligenz nicht spüren muß.
„Eine Zeitung, mit der man den toten Fisch beleidigt, den man darin einwickelt.“ Volker Pispers über BLÖD

Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon driverx » Fr 6. Okt 2017, 11:37

Schorsch hat geschrieben:
caruwise schrieb:
Der interessierte katalane weiß aber, dass das Referendum von "seiner" Regierung (der spanischen, der er momentan noch angehört) als illegal angesehen wird und daher verboten wurde. Das heißt er begeht wissentlich und willenlich einen Rechtsbruch. Muss der interessierte Katalane daher nicht damit rechnen, dass der Staat versucht sich zu schützen?


Unsere gerade wieder einmal heimlich bröckelnde Freiheit basiert darauf, dass unsere Vorfahren sich mit solchen "Rechtsbrüchen" gegen Machthaber aufgelehnt haben. Machthaber, die sich allesamt ausreichend legitimiert ansahen, staatlich finanzierte Schlägertrupps auf die nicht folgsamen Teile der Bevölkerung zu hetzen. Ob es sich nun als vermeintlich von "Gott" legitimierte Erbherrscher, Konzernerben, hundsordinäre Gangsterbosse, böhmische Malergehilfen, Pastorentöchter oder wen auch immer handelte. Da schützt sich nicht "der Staat", denn den machen in Katalonien ausschließlich die dort lebenden Menschen aus. Da schützen sich die Machthaber, die ihre Pfründe gefährdet sehen. Auch wenn sie sich noch so oft damit heraus reden, dass das, was gut für sie selber ist, auch gut für die anderen ist.

Die Auflehnung hat m.W. nicht mit Gewaltexzessen begonnen, die man aufgrund übergeordneten Rechts verurteilen könnte. Mitten im ach so friedliebenden Europa, das schon mehrfach Auflehnungen gegen unliebsame Machthaber in anderen Nationen unterstützt hat, so es denn vermeintlich europäischen Interessen entgegen kam, werden Ansprüche auf Selbstverwaltung eines Volkes niedergeknüppelt. Anstatt dem Volk wie selbstverständlich das Recht zu gewähren, selber über sein Schicksal zu entscheiden.

Daran ändern auch Zitate von historisch nicht unumstrittenen Gestalten wie Churchill, denen von einer demokratischen Bewegung an die Macht gewählt auffällt, dass ein Leben als Diktator viel einfacher ist, weil der, der den eigenen Interessen zuwider handelt, nun mal ein unerträglicher Idiot ist, nicht das Geringste.

In den vergangenen tausend Jahren hat sich nicht nur einmal gezeigt, dass die Schwarmintelligenz der vermeintlichen Idioten den Allmachtsphantasien der Herrscher und ihrem um Anerkennung flehenden Gefolge, das zu jeder Zeit auf der Seite der Herrscher war, nicht selten überlegen ist.

Wie man Beschwerden darüber, bei einem gewaltfreien Gang zu einer Wahlurne niedergeknüppelt worden zu sein, "uschihaft" finden kann, sprengt meine Vorstellungskraft.


Tolles Geschwurbel. Mal wieder ist die Freiheit bedroht wegen der doofen Herrschenden. Die sind zwar selbst in Spanien heutzutage demokratisch gewählt, aber das hindert einen ja nicht daran, durchs Geschichtsbuch zu pflügen und angefangen beim Mittelalter bis hin zu Adolf alles mit diesem Referendum in einen Pott zu werfen.
Im Übrigen hast auch du keine Ahnung davon,was DIE Katalanen wollen.
Im übrigen darfst du gerne Beispiele dafür anführen , wo man andernorts angeblich Freiheits-oder Unabhängigkeitsbewegungen unterstützt , während man die heroischen Katalanen verdammt.
Tatsächlich tut man weder ersteres noch zweiteres.

Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon Schwejk Josef » Fr 6. Okt 2017, 11:48

So und nur so kenne ich unseren Schorschiboy. "Iss halt ihm sein üblicher Boogie". ;-)

Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon Schorsch » Fr 6. Okt 2017, 12:27

Im Übrigen hast auch du keine Ahnung davon,was DIE Katalanen wollen.


Das ist richtig. Ich erwähnte das explizit. Und halte es deshalb grundsätzlich für angebracht, das mit Hilfe von Wahlen heraus zu finden. Nicht angebracht finde ich es hingegen, wenn es wieder einmal Deutsche mit großen Plänen sind, die anderen Ländern oder deren Bewohnern ihren politischen Willen aufzwingen wollen.

Ich registriere zudem högschd amüsiert Sympathien für Schläger in Polizeiuniform, so sie denn für die große Sache prügeln. Schon in Kürze werden sie wieder auf euch einprügeln, wenn ihr in den Farben eures Vereins in Spanien an einer falschen Stelle steht.
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Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon Herb » Fr 6. Okt 2017, 12:59

In der Tat erschreckend, wie wenig Kritik es hierzulande für das Vorgehen der Polizei in Spanien gibt, wenn ich daran denke, wie nach G20 wochenlang über den Polizeeinsatz in Hamburg geweint wurde.
Es scheint tatsächlich eine Rolle zu spielen, gegen wen sich die Gewalt gerade richtet.

Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon HabKeineIdee » Fr 6. Okt 2017, 13:04

driverx hat geschrieben:Im Übrigen hast auch du keine Ahnung davon,was DIE Katalanen wollen.

Ich auch nicht - deswegen hätte ich es auch gar nicht schlecht gefunden, wenn das erst einmal friedlich hätte festgestellt werden dürfen.

Ob der Weg der Richtige war bezweifle ich aber auch.
Nur sehe ich auch nicht das die spanische Regierung diese Standortbestimmung in einer anderen Art und Weise erlaubt hätte, denn ich habe den Eindruck, dass die sowieso alles blockieren würden.

Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon HabKeineIdee » Fr 6. Okt 2017, 13:16

Herb hat geschrieben:Es scheint tatsächlich eine Rolle zu spielen, gegen wen sich die Gewalt gerade richtet.

Aber sicher doch - wenn die Tibeter von den Chinesen auf die Fresse bekommen, oder wer auch immer vom Russen, dann ist das immer etwas anderes.

Diese Doppelmoral auf Basis der Europäischen/Deutschen/Westlichen "Werte" ist das was ich am Schlimmsten finde.

Re: OT: La Liga bald ohne Barca?

Beitragvon MattiBeuti » Fr 6. Okt 2017, 14:34

Schorsch hat geschrieben:
caruwise schrieb:
Der interessierte katalane weiß aber, dass das Referendum von "seiner" Regierung (der spanischen, der er momentan noch angehört) als illegal angesehen wird und daher verboten wurde. Das heißt er begeht wissentlich und willenlich einen Rechtsbruch. Muss der interessierte Katalane daher nicht damit rechnen, dass der Staat versucht sich zu schützen?



Wie man Beschwerden darüber, bei einem gewaltfreien Gang zu einer Wahlurne niedergeknüppelt worden zu sein, "uschihaft" finden kann, sprengt meine Vorstellungskraft.



sorry, caruwise, aber uschihaft?? Dein ernst?? Ich schreib jetzt nicht, was mir dazu einfällt. Über sowas könnte ich mich echt aufregen!