Eiszeit zwischen Watzke und Tuchel...


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Eiszeit zwischen Watzke und Tuchel...

Beitragvon westline/cs » Sa 6. Mai 2017, 22:24

Reaktion auf Interview
Tuchel über Watzke: „Wir mussten das auszublenden und keine Energie dafür aufbringen“

In einem Interview mit der WAZ erklärte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke nur einen Tag vor dem wichtigen Spiel gegen Hoffenheim, dass es zwischen ihm und Thomas Tuchel einen „Dissens“ nach dem Anschlag in punkto Spielansetzung gegen Monaco gegeben habe. Watzke hatte sich damals für die Austragung am Folgetag ausgesprochen, Tuchel hingegen hatte diese zeitnahe Ansetzung nach dem Spiel scharf kritisiert. Das Verhältnis zwischen Trainer und Watzke ist spürbar angeschlagen...

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Re: Eiszeit zwischen Watzke und Tuchel...

Beitragvon ignazius5 » So 7. Mai 2017, 02:05

Man muss das einfach klären. Der Zeitpunkt der Aussagen ist zwar etwas unglücklich gewählt, offenbart aber langsam auch, warum man irgendwie im Verein mit T.Tuchel noch fremdelt.

Nur einem allein würde ich da keine Schuld geben wollen.

T.Tuchel "muss" lernen, den Verein in der Öffentlichkeit nicht bloßzustellen. Sich und das Team immer vom Rest abzukapseln. Ob das bewusst oder unbewusst passiert, kann ich nicht einschätzen. Aber es gibt immer wieder mal "unbedarfte" Aussagen, die zu viel Spielraum für Spekulationen geben.

Das ist auf Dauer einfach schwierig und erleichtert keinem die Arbeit.

Bei uns sind Trainer und Geschäftsführer die einzigen Stimmen des Vereins für die Außenwelt. Der Rest geht der Arbeit nach und hält sich dezent im Hintergrund. Und von diesen beiden Führungskräften sollte man erwarten dürfen, insgesamt mit einer Stimme zu reden.

Ich will da keine Vergleiche ziehen, aber das war mit Jürgen noch ein Stück weit anders. Intern kann und sollte man kritisch diskutieren, aber wenn eine Entscheidung steht, sollte sie nach Außen dann auch einheitlich getragen werden.

Thomas neigt hin und wieder dazu, seine "andere" Meinung als Zwischenton im Nachgang bekannt zu geben. Schwierig.

Sportlich kann man ihn nicht viel vorwerfen.

Gruß Ignazius

Re: Eiszeit zwischen Watzke und Tuchel...

Beitragvon schwarzgelbcolonia » So 7. Mai 2017, 06:16

Sehe ich ähnlich. Das könnte er sich im Übrigen bei keinem Top Club der Welt erlauben.

Sportlich ist er ein richtig guter und ich denke wenn die o.g. Themen nicht wären würde bei dieser Saison und den Rahmenbedingungen ein Thema aus Platz 4 machen. So fließt es in das Gesamtbild mit ein.

Re: Eiszeit zwischen Watzke und Tuchel...

Beitragvon 21 » So 7. Mai 2017, 08:35

Aus der Ferne betrachtet wäre es einwenig schade, wenn Ihr eine gute Konstellation an Eitelkeiten scheitern lassen würdet. Die Guten sind halt oft schwierig.
bwg
21

Re: Eiszeit zwischen Watzke und Tuchel...

Beitragvon Bor-ussia09 » So 7. Mai 2017, 08:51

Den Zeitpunkt finde ich mehr als unglücklich gewählt.
Wenn es darum geht eine mögliche Nichtverlängerung/Trennung seitens des Vereins,hier Watzke,vorzubereiten, das bedarf es das m.M.n. nicht.
Soviel Vertrauen besitzt A.Watzke bei mir schon, dass ich ihm einfach mal unterstelle, zum Wohle des Vereins richtig zu handeln.
War es letzte Woche oder die Woche davor, wo ein Artikel von F.R.in der Süddeutschen Thema TT erschien?
Mein erster Gedanke war nach kurzer Zeit, dass da etwas vorbereitet wird.
Röckenhaus wird vorgeschickt um mal die "Lage auszupeilen ".
Es ist ja unter anderem auch bei M.Götze so gehandhabt worden.
Sportlich halte ich TT für einen Top Trainer, zwischen ihm und den Spielern scheint es auch keine Differenzen zu geben, jedenfalls habe ich darüber nichts gelesen.
Sollte es zu einer Trennung kommen, so halte ich es aus sportlicher Sicht für falsch, was intern abläuft und für eine Trennung spricht, es wird dann sicherlich gute Gründe geben und nach und nach werden sie zum Teil mit Sicherheit an die Öffentlichkeit dringen.
Den BVB hat es all die Jahre ausgezeichnet in Ruhe zu arbeiten , es drang nichts nach Draußen , solange es nicht spruchreif war.
Ich für meinen Teil fand es gut.
Mit TT wurde es dann etwas unruhiger, durch selbigen auch verursacht.
Jetzt argumentieren,"der Tuchel macht das auch und deshalb darf Watzke es auch ",
ist doch Kindergartenniveau.
Ich bleibe dabei, A.Watke hätte sich nach der Saison dazu äußern sollen, auch auf die Gefahr hin, dass der BVB Pokalsieger wäre und somit eine Trennung noch schwieriger zu verkaufen wäre.

Re: Eiszeit zwischen Watzke und Tuchel...

Beitragvon El Emma » So 7. Mai 2017, 09:45

Tuchels harsche öffentliche Kritik an der Spielansetzung mag menschlich verständlich sein, war aber höchst unprofessionell. Entweder konnte er sich seiner Meinung nach intern nicht durchsetzen oder er hat's erst gar nicht versucht und ist direkt in die Öffentlichkeit gegangen. In jedem Fall hatte er damit Watzke und Rauball in einer sehr heiklen Angelegenheit brüskiert - was Konsequenzen haben musste.
Dass Watzke nun auch keine Rücksicht auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung bei seiner Retourkutsche nimmt, wirft kein gutes Licht auf die Vereinsführung. Demnach muss man davon ausgehen, dass dad Kapitel Tuchel am 30.6.17 beendet sein wird. Aber besser ein schmerzhaftes Ende als endlose Schmerzen.
Emma 75

Re: Eiszeit zwischen Watzke und Tuchel...

Beitragvon Schorsch » So 7. Mai 2017, 10:27

Tuchels harsche öffentliche Kritik an der Spielansetzung mag menschlich verständlich sein, war aber höchst unprofessionell. Entweder konnte er sich seiner Meinung nach intern nicht durchsetzen oder er hat's erst gar nicht versucht und ist direkt in die Öffentlichkeit gegangen. In jedem Fall hatte er damit Watzke und Rauball in einer sehr heiklen Angelegenheit brüskiert - was Konsequenzen haben musste.


Wieso verlangen wir im Mikro-Bereich, in diesem Fall bei "unserem" Verein, was wir auf Makro-Ebene, also im "Großen und Ganzen", zu Recht so gnadenlos verteufeln? Kritiklose "Unterwerfung", ich formuliere das bewusst so überspitzt, unter den "Befehl" von Führer oder Zentralkomitee? ;)

Es ist normal, verschiedene Meinungen zu haben. Es ist wünschenswert, diese in solch kapitalen Fällen auch äußern zu dürfen. Unseriös und eher lächerlich ist es hingegen, Institutionen wegen dieser ansonsten vollkommen üblichen Uneinigkeit zu diskreditieren. Entweder man akzeptiert freie Meinungsäußerung, oder man lässt es generell.
"Queen ruft Notfall-Meeting ein - Heiratet Prinz Harry?" (Focus online)

Re: Eiszeit zwischen Watzke und Tuchel...

Beitragvon El Emma » So 7. Mai 2017, 10:44

Schorsch hat geschrieben:
Tuchels harsche öffentliche Kritik an der Spielansetzung mag menschlich verständlich sein, war aber höchst unprofessionell. Entweder konnte er sich seiner Meinung nach intern nicht durchsetzen oder er hat's erst gar nicht versucht und ist direkt in die Öffentlichkeit gegangen. In jedem Fall hatte er damit Watzke und Rauball in einer sehr heiklen Angelegenheit brüskiert - was Konsequenzen haben musste.


Wieso verlangen wir im Mikro-Bereich, in diesem Fall bei "unserem" Verein, was wir auf Makro-Ebene, also im "Großen und Ganzen", zu Recht so gnadenlos verteufeln? Kritiklose "Unterwerfung", ich formuliere das bewusst so überspitzt, unter den "Befehl" von Führer oder Zentralkomitee? ;)

Es ist normal, verschiedene Meinungen zu haben. Es ist wünschenswert, diese in solch kapitalen Fällen auch äußern zu dürfen. Unseriös und eher lächerlich ist es hingegen, Institutionen wegen dieser ansonsten vollkommen üblichen Uneinigkeit zu diskreditieren. Entweder man akzeptiert freie Meinungsäußerung, oder man lässt es generell.

Dein Einwand klingt demokratietheoretisch richtig. Organisationssoziologisch führt er ins Debakel. In der Mediengesellschaft können es sich Großorganisationen wie es auch die Fußballkonzerne sind, nicht leisten, in sensiblen Fragen völlig unterschiedliche Positionen nach außen zu vermitteln. Da muss man nach erfolgter interner Manöverkritik eine Linie nach außen vertreten oder zumindest die Klappe halten, wenn einem diese nicht gefällt. Ansonsten gerät man in Gefahr, der nächste "FC Hollywood" zu werden.

Bedenklich wäre es dagegen, wenn man von seiten der Vereinsführung Tuchel oder der Mannschaft gegenüber signalisiert hätte, dass man deren Kritik nicht hören will. Das - und nur das - wäre dann wirklich "Führerprinzip". Aber diese Praxis kann ich mir beim BVB nun nicht vorstellen.
Emma 75

Re: Eiszeit zwischen Watzke und Tuchel...

Beitragvon hier, ich! » So 7. Mai 2017, 11:09

Diese Kommunikationsstrategie, bei der via Presse vorbereitet wird, was längst beschlossen scheint, erinnert mich an totalitäre Systeme. Das ist mir letzte Jahr schon bei der verkackten Personalie Götze auf den Sack gegangen und dieses Jahr ärgert man mich damit seit dem Winter, die Trennung von TT vorzubereiten. Wird wohl nicht mehr lange dauern, bis hier der nächste Doll anheuert.

Re: Eiszeit zwischen Watzke und Tuchel...

Beitragvon masafakka » So 7. Mai 2017, 12:22

watzke is ein loliger boi... v.a. seine aussage, dass spieler ja hätten forward comen können und sagen "yo ich spiele nicht" ist ein bisschen ridiculous, weil durch die entscheidung das spiel stattfinden zu lassen schon eine pressure situation created wurde... wer widersetzt sich denn dann und steht so als defector da?

das backing hätte in dieser situation von oben kommen müssen um den spielern -- die ohnehin mit einer extremsituation konfrontiert wren -- den druck und die entscheidung abzunehmen.

manche schreiben hier so "timing unglücklich" für interview... is schon ein euphemism... direkt vor dem spiel wo es um platz 3 geht sagt schwatzke "yo, platz 4 wäre saisonziel verfehlt"... wieder setzt er die sportliche abteilung unter druck anstatt pressure zu alleviaten.

schwatzke hat sicher zum success des clubs contributed aber seine letzten aktionen indicaten, dass er momentan nur bedingt im sinne des vereins/erfolgs handelt.